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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Boden des Verstandes
Eingestellt am 06. 02. 2003 14:42


Autor
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Tantalus
Leere-Bl├Ątter-Hasser
Registriert: Feb 2003

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Boden des Verstandes

Boden

Am Boden liegen. Ein Ausdruck der eigentlich eine Tautologie ist. Wenn man auf dem Boden steht ist das ja nicht weiter erw├Ąhnenswert. Nein auf dem Boden liegt man. Vielleicht aus Bequemlichkeit. Doch das ist nicht die richtige Aussage die ein solches Gleichnis hat. Nein am Boden liegt man oder was auch immer. Etwas liegt am Boden wenn es erledigt ist. Niedergerafft von einem Ereignis, oder von einer Person. Nat├╝rlich einer in diesem Fall, in meinem Fall, von einer Frau. Weshalb sollte man auch sonst am Boden liegen. Vielleicht fang ich einfach mal untraditionell in der Mitte an. Am Anfang w├Ąre langweilig und die Dramaturgie entfaltet sich so eh besser. Denn treffe ich sie so rede ich nicht wirklich mit ihr. Ich laufe in Kreisen um sie herum. Ich bin nicht in der Lage wirklich mit dem inneren, mit IHR zu reden wenn ich nicht allein bin. Und wenn ich dabei bin, so bin ich schon nicht mehr allein. Ich halte mich zur├╝ck. Ich m├╝sste mich erst betrunken machen, diesen kleinen gehemmten Zwerg der mich vor mir selbst besch├╝tzt zum schweigen bringen, ein Risiko auch mal eingehen, um mit ihr zu reden. Ich rede mit der Antwortmaschine die sie, die jeder, um sich aufgebaut hat. Ich rede mit meinem Freund..... Sie...... Mein Freund. Pah wie l├Ącherlich. In mir sind so gro├če Gef├╝hle gewachsen das es mir l├Ącherlich erscheint sie als Freund zu bezeichnen. Angebetete, G├Âttin, gro├če Liebe. Einziges Licht in Winterlicher Nacht. Einziger Grund fortzubestehen. Einziger Grund ├╝berhaupt irgendetwas zu machen w├Ąre treffender. Doch Freund nenn ich sie nur vor anderen Freunden..... Freunden eben.. Ich rede mit meinem Freund , .. es ist immer noch l├Ącherlich, ... ├╝ber Dinge wie das Wetter. Kleinen Dingen die andere wissen d├╝rfen, kleine Begebenheiten die mir und ihr passiert sind, Hauptsache klein. W├╝rde ich das mit ihr bereden was mir auf der Zunge brennt, das was meinen Geist hyperventilieren l├Ąsst in ihrer Gegenwart, das was meine Lungen in die Welt hinausschreien k├Ânnten wenn sich eine sonnige Oberfl├Ąche dreifach in ihren wunderbaren blauen Augen spiegelt und ich zu einem Moment v├Âlliger geistiger Klarheit gezwungen werde nur durch einen Blicke hinein, w├╝rden sich diese abwenden. Erstaunt dass ich, ihr Freund, so mit ihr rede. Erstaunt dass ich nicht oberfl├Ąchlich bleibe. Vielleicht pr├╝fend, vielleicht fragen. Vielleicht wissend. Ja, wahrscheinlich wissend. Wissend das in mir ein Feuer brennt das mich innerlich schon fast verzehrt hat. Seh ich sie an dann flammt nur der Hauch Hoffnung in mir immer wieder auf der n├Âtig ist um nicht g├Ąnzlich zu vergl├╝hen. Ansonsten wartet die Asche meines restlichen K├Ârpers bereits auf das j├╝ngste Gericht. Aber leider bin ich auch wissend. Ich wei├č das sie nicht dasselbe Empfindet. Ich wei├č dass sie das heutzutage viel zu h├Ąufig benutze Wort Liebe auf jemand anderen bezieht. Ich wei├č dass ich unsere Freundschaft zerst├Âren w├╝rde wenn ich meinem Verlangen nachgebe. S├Ąhe sie es in meinen Augen, oder die tiefe Verzweiflung meiner Sehnsucht w├Ąre es aus. Spr├Ąche ich mit ihr mit soviel Liebe in der Stimme, k├Ânnt ich bestenfalls hoffen dass wir noch Freunde w├Ąren. Also liege ich am Boden. Ich liege am Boden und aus meinem Geist steigen Blasen von Tr├Ąumen auf bei welchen Situationen sie mich ├╝berall heimlich k├╝ssen k├Ânnte wenn sie f├╝r mich f├╝hlen w├╝rde. 1000 Gest├Ąndnisse ihrer Liebe spielen sich in meinem Geist auf und ab wie ein Film. Doch es ist alles Unm├Âglich. Alles Phantasie. Alles beklemmende schwarze gro├če Gestalten die mir sagen, die mich anschreien: ÔÇ×So k├Ânnte es ein und es ist nicht so!ÔÇť Aber wieso ? Wieso l├Ąsst mich das Schicksal einen Menschen finden der mich ver├Ąndert wie kein zweiter und wieso f├╝hrt mich die Welt in diese Stadt wo ich sie so gut kennenlerne um sie so zu lieben und wieso setzt es uns dann einen Riegel vor? Wieso ist mein Name Tantalus und wieso weicht diese Liebe vor mir zur├╝ck sobald ich mich n├Ąhere als s├Ą├če ich im Hades mit nassen F├╝ssen? Der einzige Mensch mit dem ich vertraut genug bin um meine Gedanken zu teilen ist sie. Und der einzige Mensch den ich verlieren w├╝rde w├╝sste er meine Gedanken ist sie. Ich liege auf dem Boden und bin so m├╝de. Ich bin m├╝de immer wieder dieselben Fragen zu stellen und keine Antwort zu wissen. Ich bin m├╝de immer wieder flehend auf den Knien nach einem Zeichen zu betteln das sie mir wenigstens noch als Freund wohl gesonnen ist. Nur um dann wieder auf den Bauch zu fallen und wieder am Boden zu liegen. Vergebens. Von hier aus geht kein Weg tiefer. Ist meine Seele auch bereit noch tiefer in Elend, Leid und Selbstmitleid abzurutschen halt ich sie fest. Denn ich liege schon am Boden. W├╝rde ich noch tiefer gehen w├Ąre ich in der H├Âlle und k├Ânnte nicht mehr zur├╝ck. Sinnlos. Es l├Ąsst mich lachen wie l├Ącherlich ich hier liege. St├Ąrke und Rationalit├Ąt haben mich zu dem Menschen gemacht der ich heute bin. Und beides ist v├Âllig weggeblasen denk ich an sie. Zusammengekauert klammere ich mich an der Hoffnung fest dass meine rationale Denkweise falsch ist und ich nicht v├Âllig Verdammt bin. Schlie├člich bin ich selbst beteiligt an dieser ungl├╝ckseligen Geschichte und so nicht Objektiv. Jemand der nicht Objektiv ist kann nicht rational denken. Also sind meine Schlussfolgerungen, meine Ergebnisse aus all diesen Gedankeng├Ąngen vielleicht falsch und zwischen uns beiden k├Ânnte in nicht absehbarer Zeit doch etwas entstehen. Doch etwas noch viel weniger rationales sagt mir das diese Hoffnung unbegr├╝ndet ist. Mein Gef├╝hl. Ich wei├č und f├╝hle dass ich keine Chance habe. Seh ich in den Spiegel klagt mich mein eigenes Unverm├Âgen an. Also liege ich einfach am Boden. Ich lasse mich so tief fallen wie es mein kleiner Zwerg zul├Ąsst. Ich rutsche ab in t├Ągliche Nebens├Ąchlichkeiten. Ich klammere mich fest daran mein Leben auf die Reihe zu bekommen ohne auf meine Emotionen zu achten. Doch meine Liebe liegt am Boden. Wof├╝r soll ich je wieder aufstehen?

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