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Leselupe.de > Ungereimtes
Böse Geister
Eingestellt am 28. 01. 2004 23:17


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gareth
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Böse Geister
oder: Exorzismus


Kommt! Herbei! Es ist soweit
Zu Ende ist die Wartezeit
Fünfzehn dürre Jahre

Seht! Da ist ein Nest bereit
Offen, unsrer Gier geweiht
Seht! Dort, auf der Bahre

Kommt! Es ist ein Mägdelein
Nicht gezögert, fahrt hinein
Macht sie euch zu eigen

Lasst die Unschuld Lust erleben
In heißer Schuld soll sie erbeben
Rast im schwarzen Reigen

Fahrt mit mir, ihr Höllenbrut
Tief hinein mit schriller Wut
Kreischt herbei die Pfaffen

Lasst sie um die Seele ringen
Lasst sie ihre Kreuze schwingen
Lasst am End` sie uns bezwingen

Und neue Nestlein schaffen!

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Lotte Werther
Guest
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An Gareth

Die Bewertung, die ich beim Lesen hier vorfand, finde ich nicht gerechtfertigt, weil zu niedrig.
Die Imperative, das Stakkato der Worte, die Worte selbst wie Bahre, Reigen, schwarz, Schuld, Höllenbrut lassen das Szenario von den im Titel zitierten bösen Geistern erstehen, denen ein Mädchen zum Opfer fallen soll.

Am Ende aber war ich ratlos, weil es mir nicht so klar ist, wer nun bezwungen wird. Die Pfaffen? Die Geister? Die Unschuld in Gestalt des Mägdeleins?

Kannst du das deutlicher machen? Oder ist es nur mir so unklar. Mal sehn, was andere dazu meinen.

Und die letzte Zeile würde ich absetzen durch Leerzeile.

Lotte Werther

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lapismont
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Hallo Lotte,

die Bewertung entspringt meiner Meinung und muss nicht Deiner entsprechen. Ich finde die 5 gerechtfertigt und nicht zu hoch.


Letztendlich hast Du einen Großteil meiner Gründe genannt.
Interessante Sprache, spannende Melodie, jedoch reißt mich der Inhalt nicht vom Hocker. Ich kann keine Richtung für die spottende Gewalt der Bösen Geister sehen. Wirkt auf mich reißerisch und aus dem Zusammenhang gerissen.

cu
lap
__________________
Kunst passiert.

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gareth
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Liebe Lotte Werther,

entschuldige, dass ich Dir jetzt erst antworte.
Das Thema ist Religion und Exorzismus (ich habe letzteres jetzt als Untertitel eingefügt, was ich eigentlich von Anfang an tun wollte).
Böse Geister werden, davon bin ich überzeugt, ausschließlich von Religionen erfunden und sie sind nur lebensfähig, wenn für sie, von einer bestenfalls in gutwilliger Naivität handelnden Geistlichkeit, Schutzräume und Nährböden im Geist gutgläubiger Menschen geschaffen werden. Die gleiche Geistlichkeit bekämpft sie dann. Und die Geister in meinem Gedicht sorgen dafür, dass das immer wieder von vorn beginnt, indem sie ihren Erzeugern stets am Ende den Sieg überlassen. Das habe ich gedacht, als ich das Gedicht schrieb.
Liebe Grüße

Hallo lapismont,
vielleicht macht der Text jetzt etwas mehr Sinn für Dich
Freundliche Grüße

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Venus
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Hier möchte man, bittschön, beinahe vergleichbar mit Lesen von Gottfried Benn, den Autor miteinbeziehen.

Ich behaupte, auch ohne die beigefügte Erklärung von dir, liebster gareth, dies ist ein hermetisches Gedicht (in Reimform )

Eine von Dunkelheit, Vieldeutigkeit und faszinierender Sprachmagie bestimmte Lyrik, die allein durch die Sprache einen jenseits der erfahrbaren Wirklicheit liegenden Sinnzusammenhang der Dinge kurz aufleuchten lassen möchte.
Diese „Dunkelheit“, schon von Novalis und Baudelaire gefordert, ist gewollt. Die Aufhebung der Orientierung an Raum und Zeit bedeutet die Auflösung (vorerst) kausaler, logischer und psychologischer Zusammenhänge. Ihre Sinnerschließung setzt weniger Verstandesschärfe oder Einfühlungsvermögen, als Assoziationsbereitschaft voraus.

Gerade dieses Gedicht von dir, gareth, löst bei (deinen) Kennern ganz bestimmte Gedanken aus. Bei Nichteingeweihten Verständnislosigkeit, zumindest ein Gefühl der Befremdlichkeit.
Einen Gedanken von DIR mit 5 zu bewerten (behaupte ich), ist schlichtweg, sich das Leben (Lesen) leicht machen (wollen).
In beinahe jedem Werk von dir, fließen deine persönlichen (tiefen) Auseinandersetzungen mit der Kirche, dem Glauben und der sog. Geistlichkeit mit ein.

Die Disskusion um eine gerechte Würdigung, gerade dieser Lyrikform ist bis heute nicht verstummt.

Wie auch bei dir, will sich im Verzicht auf das direkte Benennen exakt das nähern, das nicht näher benannt werden kann.

Respektvolle Grüße!
Venus

__________________
den wind im rücken, sterb ich mich ein
in den großpassat -
und lebe erst recht

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gareth
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Liebe Venus,

ich danke Dir für die intensive Auseinandersetzung mit meinem Gedicht und den Versuch einer Würdigung.
Ich glaube es ist wirklich nicht sehr leicht zugänglich und auch nicht besonders harmonievoll :o)

liebe Grüße gareth

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jester
Guest
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"when shall we three meet again?"

das war die erste assoziation, die sich mir beim lesen der ersten zeilen auftat.
insgesamt kann ich mich nur meinen vorkommentatoren anschließen.

ein gedicht, von dem ich gerne noch mehr strophen gelesen hätte!

lg, jester

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