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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Böse Ränke und hinterhältige Intrigen
Eingestellt am 01. 05. 2016 19:55


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Susi M. Paul
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Böse Ränke und hinterhältige Intrigen


– Inmitten der schweren Regale, der schweinsledernen Buchrücken, des Geruchs von alter Weisheit und Zerfall lässt die grelle Nachmittagssonne den Staub in der Luft lustige Tänze aufführen. Wie viel schöner wäre es, allen Ballast abzustreifen und hinaus in den Park zu gehen. Der schattige Wald, der kühle Teich, die Blumenrabatten, alles wartet darauf, mich mit sinnlichem Vergnügen einzuhüllen. Doch ich sitze hier, mit nichts am Leib als einer merkwürdigen Unruhe. Sie ist wie ein übermächtiger Drang. Zu anderen Zeiten vermochten diese frivolen Erzählungen noch, meinen Geist besänftigten. Nun hingegen erregt selbst die Lektüre mein Gemüt aufs Äußerste.

»Neben der üppigen, marmornen Venus, nahe dem Ufer, streckte sie sich seit einigen Tagen im saftigen Gras aus. Sie hatte es sich zur Gewohnheit gemacht, ihre geheimsten Gefilde von der zarten Sommerbrise liebkosen zu lassen. Hintanstellend den überkommenen Anstand und die Achtung fremden Besitzes pflegte die verwaiste Pächterstochter tagein, tagaus, ihre Blöße zur Schau zu stellen.
Jagte der Verwalter sie davon, so lachte sie fröhlich, und es dauerte keine Stunde, bis sie wieder an ihrem angestammten Platz lag. Überwand jedoch die Baronesse ihre Abscheu vor der unverhüllten Haut der jungen Frau, um sie mit einer gestrengen Ansprache des Anwesens zu verweisen, so entfernte sich diese ein wenig und führte dann lasziv einen Zeigefinger weit in ihre Scham ein. Kurz danach zog sie ihn aufreizend langsam wieder heraus, leckte ihn genüsslich ab und rannte wieselflink gen Wald, um am nächsten Tag neuerlich in makelloser Nacktheit aufzutauchen.«

– Ihr solltet wissen, dass das Lesen mir bisweilen zur Qual wird. Lange Phasen des Grübelns wechseln sich ab mit solchen, in denen ich gleichsam kompulsiv die gedruckten Ergüsse verschlinge, bis mir allüberall der Schweiß ausbricht. Dieser Zwang nimmt meist Besitz von mir, wenn in den Büchern die Sprache auf das allzu menschliche Begehren kommt. Die in den Geschichten evozierten Bilder erregen meine Vorstellungskraft in einem Maße, das es mir unmöglich macht, in der Lektüre fortzufahren. So geschah es gerade eben, als ich mir die in Worte gefasste, obszöne Geste des Mädchens vor Augen hielt. Da wuchs mein Verlangen so weit an, dass ich den Band, den ich in Händen hielt, zur Seite legen musste, um mich eingehend meiner aufgewühlten Leibesmitte zu widmen.
Ja, ich griff sogar zu dem silbernen Stößel, einem Geschenk meines Gemahls seligen Angedenkens. In Erinnerung an ihn versenkte ich jenes Artefakt tief in mir, bis es mich schließlich vollständig derangierte.
Allzu häufig hatte ihn, den viel zu früh Dahingeschiedenen, in den letzten Monaten das Gebrechen der Lendenlahmheit ergriffen. Daher hatte er dieses auf den ersten Blick so unschuldige Werkzeug bei einem Goldschmied in Auftrag gegeben. Ein fein auf mich abgestimmtes Instrument, das seinem früher kaum zu bändigenden, mir immer gewogenen und mich wohltuend ausfüllenden Organon erstaunlich ähnelte.
Aus mir unerfindlichen Gründen hat, ich gestehe es, in jüngster Zeit mein inneres Schwitzen stetig an Intensität zugenommen. Aber ich schäme mich dessen nicht. Vor wem auch? Das einzige Dienstmädchen, das mir verblieben ist, weiß als treue Seele um meine dunklen Geheimnisse. Es möge daher hemmungslos rinnen, was mein Körper mir noch an Freude zu bescheren vermag.

»Zweimal vollzog die nackte Pächterstochter vor der Baronesse das gewiss vulgäre Ritual. Auch das dritte Mal entfernte sie sich zunächst schnellfüßig. Doch urplötzlich hielt sie inne, wandte sich um und rannte unvermittelt auf die Grundherrin zu. Stolz präsentierte sie den feucht schimmernden Finger, der soeben noch von ihrem eigenen Geschlecht liebkost worden war, und brach ihr tagelanges Schweigen mit den Worten: „Bald wird es offenbar, wie fruchtbar der Baron in mir wirkte!“
Wie vom Blitz getroffen, unfähig zu reagieren, erstarrte die erst zwei Monate zuvor verwitwete Baronesse. Geraume Zeit später, die jugendlich festen Gesäßbacken waren längst aus ihrem Blickfeld verschwunden, wischte sie sich bebend vor Wut die Schweißtopfen von der Stirn und schwor fürchterliche Rache.




Noch am selben Abend rief sie ihren Lieblingsneffen zu sich. Sie hatte ihn, den Sohn der geliebten Schwester, als Erben des immensen Besitzes ihres Mannes auserkoren. Gemeinsam mit seiner Frau berieten sie die erforderlichen Maßnahmen, während die Kinderschar der beiden ausgelassen um die dralle Venus tanzte. Sie kamen überein, nicht bis zum Äußersten zu gehen. Das Leben der elenden Hure und auch das des Bastards würden geschont werden. Ansonsten jedoch wollten sie keinerlei Rücksicht nehmen.

Es war ein ungleicher Kampf. Kaum hatte sich das Mädchen wie üblich auf der Wiese ausgebreitet, brach der Neffe aus dem Gebüsch. Zunächst gelang es der Unglücklichen geschickt, sich loszureißen und zu entfliehen. Doch sie beging, wie ihr sogleich bewusst wurde, den Fehler, Richtung Schloss zu flüchten. Zum Schein ließ der Verfolger ihr einen kleinen Vorsprung, bis sie sich der Freitreppe auf wenige Meter genähert hatte. Dann schlug er unerbittlich zu, zog sie zu Boden und brach unbarmherzig ihren Widerstand.
Seine Tante lehnte sich, vornübergebeugt, weit aus dem Fenster des Salons, damit ihr auch nicht die kleinste Einzelheit entginge. Das Gefühl der Macht über die Metze, das sie dabei verspürte, versetzte sie in Wallung. Es verstärkte um ein Vielfaches die Erregung, die der hinter ihr stehende Verwalter ihrem alternden Fleisch bereitete. Langsam zuerst, dann zunehmend heftiger und derber drang seine Härte in ihr Geschlecht ein, das sie ihm weit geöffnet darbot. Die schrillen und verzweifelten Hilferufe, die zur Baronesse hochstiegen, trieben sie zu euphorischer Raserei, die in einem orgiastischen Begeisterungssturm gipfelte, als der gehorsame Bescäler sich in sie ergoss.

Ohne auf den Ausfluss zwischen ihren Schenkeln zu achten, eilte sie bar jeder Gemütsregung an der zusammengekauerten, grausam entehrten und nun still vor sich hin wimmernden Nebenbuhlerin vorüber. „Warte, bis ich zurück bin!“, rief sie ihrem Neffen noch zu, bevor sie davongaloppierte.
Wenige Minuten später stürmte sie in das Pächterhaus. Erst jetzt wurde sie ihres Zustandes gewahr. Sie griff nach einem sorgsam gestickten Tischdeckchen, um sich unter ihrem Rock zu säubern. Die anschließende Suche währte nicht lange. Die kluge Frau ihres Neffen hatte in der Tat richtig vermutet. Die elende Dirne war einfältig genug gewesen, das eilig und eigenhändig verfasste Testament des verschiedenen Barons in der bescheidenen Bibel ihrer Eltern aufzubewahren, in der Hoffnung, dass ihr ein Knabe geboren würde.

„Los, zeig ihr, wie wir Leute behandeln, die nicht wissen, wo ihr angestammter Platz ist!“, spornte sie ihren Neffen an. Der zögerte nicht, dem armen, gequälten Wesen neuerlich die Beine auseinanderzureißen. In Gegenwart seiner Tante schickte er sich an, dem Mädchen ein zweites Mal Gewalt anzutun, während die Baronesse mit einem sardonischen Lächeln auf den Lippen das Dokument zerriss.
„Hier nimm!“, herrschte sie den Verwalter an, der das Pferd in die Stallungen geführt hatte, und drückte ihm die Papierfetzen in die Hand. „Verbrenne das im Küchenherd!“ Und an ihn und ihre Dienstmagd gerichtet, die in atemloser Spannung das Geschehen verfolgt hatte, dekretierte sie: „Die Metze bleibt im Pächterhaus wohnen, uns auf ewig verpflichtet. Ihr beide werdet bezeugen, dass sie selbst es war, die auf liederlichste Weise den künftigen Baron verführt hat, um sich von seinem gütigen Samen eine Leibesfrucht zu erschleichen. Aber wir werden uns angemessen um das Balg kümmern, ganz wie es unserem Stand und der Familientradition entspricht. Es soll einst als Knecht oder als Magd auf dem Anwesen sein Auskommen finden!“
Mit einem entsetzten Aufschrei wollte die vor aller Augen barbarisch Geschändete anheben, Gerechtigkeit zu fordern. Doch ein Faustschlag ihres herzlosen Bedrückers und ein mächtiger Stoß seiner Hüften brachen ihr Aufbegehren und ließen sie um Gnade flehen.
Unwillig kehrte die Baronesse ihr den Rücken zu und schob den Verwalter vor sich her: „Ich bedarf deiner noch einmal! Aber diesmal oben in meinen Gemächern, damit ich dieses elend dreiste Gewinsel nicht mehr zu hören brauche.“
Wenige Minuten später erfüllte ihr triebhaftes Siegesgeheul die alten Mauern, während die junge Pächterstochter, erniedrigt, voller Ekel und vor Schmerzen stöhnend, sich notdürftig im Teich wusch. Der Neffe hingegen eilte stolz nach Hause, um seiner dort ungeduldig ausharrenden Gemahlin den Erfolg ihrer Ränke zu übermitteln und sie teilhaben zu lassen an seiner noch immer händelsüchtigen Manneskraft.

Zwei Monate nach der Niederkunft traf ein Bote mit dem richterlichen Beschluss ein, Punkt für Punkt vom Landesherrn höchstpersönlich abgezeichnet: Der Neffe der gnädigen Baronesse habe samt seiner Familie unverzüglich das Anwesen zu verlassen. Die gnädige Baronesse selbst, deren Leumund durch gewisse, nicht weiter auszuführende Ereignisse gelitten habe, behalte ein Wohnrecht auf Lebenszeit, unter der Bedingung, dass sie den ihr zugewiesenen Flügel des Schlosses nicht verlasse. Der treue Verwalter jedoch sei als Dank für die Rettung des Testaments zum Vormund für den Erben des verblichenen Barons bestimmt worden, unter der Bedingung, dass er die Pächterstochter, die Mutter des Knaben, freie und eheliche.

Die ersten Wochen legte sie sich an jedem Nachmittag neben der sinnlichen Venus ins Gras, Arme und Beine wie im Jahr zuvor weit von sich gestreckt. Sobald der Junge in seinem Körbchen eingeschlafen war, pflegte sich ihr eine unbekleidete Gestalt zu nähern, die sie mit Küssen und Liebkosungen überzog, bis beider seltsam Wehklagen hinüber zum südlichen Seitenflügel zog.
Trotz ihrer Verbitterung und ihres immer stärker lodernden Zorns vermochte die alte Baronesse nicht, der Verlockung des Gesangs aus dem Park zu widerstehen. Wie von einem verhängnisvollen Zauber geleitet, der ihren freien Willen zu entmachten schien, trat sie ein jedes Mal ans Fenster, um fiebrig das niederträchtige Schauspiel von Wollust und Gier der ineinander verschlungenen Körper zu verfolgen.
Nie fehlte dabei das dienstbare Instrument, mit dem sie, tief in sich hineinstoßend, ihr unseliges Verlangen bis hin zu kaum noch erträglichen Auswüchsen steigerte. Und immer musste sie es dulden, dass das höchste Liebesgestammel der verhassten Widersacherin zum Auslöser für ihren eigenen, einsamen und dadurch umso bittereren Genusstaumel wurde.
Sie wusste, dass die beiden um diese ihre Schwäche wussten und in dieser Wunde wühlten, um sie bis zum Äußersten zu demütigen. Sie ahnte jedoch auch, dass dies nur der erste Teil der perfiden Rache sein würde. Je mehr sich der Sommer seinem Ende zuneigte, je seltener das Wetter das verderbte, fleischliche Treiben im Park zuließ, desto sicherer war sich die Baronesse, dass die Zeit für den zweiten, endgültigen Schritt bald gekommen sein würde.

Eines Tages, die Herbstsonne schien mit einer für die Jahreszeit unüblichen Gewalt durch die Fensterscheiben, wusste sie instinktiv, dass es soweit war. Sie wusste nicht, wer den Schlag führen würde, sie wusste nicht, wie es geschehen würde, und sie wollte es auch nicht wissen.
Sie hörte nichts, doch die im Sonnenlicht tanzenden Staubteilchen veränderten unmerklich ihr Spiel. Sie legte die begonnene Geschichte zur Seite, blickte hinüber zu den schweren Regalen mit den schweinsledernen Buchrücken und ergriff den silbernen Stößel, um ihn sich noch einmal einzuführen. Sie wollte sterben, wie sie gelebt hatte.
Wer auch immer hinter ihr stand, die infame Metze, der treulose Verwalter oder gar beide, sie hatten trotz aller Verwerflichkeit zumindest den Anstand, sie ihr leidenschaftliches Werk vollenden zu lassen. Erst, als die Brust der Baronesse in animalischer Ekstase bersten wollte, spürte sie das Kissen, das sich auf ihr Gesicht legte und verhinderte, dass ihre letzten Lustschreie die ehrwürdigen Gemäuer erschütterten.«



Version vom 01. 05. 2016 19:55

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Jo Phantasie
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Susi macht eine Zeitreise ins frühe neunzehnte Jahrhundert!
Und weißt du was, es ist dir tatsächlich gelungen!

Dabei ist alleine der Versuch schon wagemutig, die zeitgemäße Rechtschreibung deiner That durch aktuelle Reform zu ersetzen. Ob die Wortwahl als solche historisch bleibt, spielt keine Rolle, es geht um erotische Retroatmosphäre. Authentisch wirkt der silbernen Stößel, mag der verwöhnte Leser auch den Batteriebetrieb vermissen.
Aber Baronesse, Neffen, nackte Pächterstochter, Verwalter, alle in einem Landbarockknäul verhakt, lassen Bilder einer verruchten Zeit weit vor Alice Schwarzer aufkommen.

Hiemit begrüßen alle Susifans sowie der Landjunkerverein „Volumus“ deine Rückkehr ins Heute!

__________________
Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.

Albert Einstein

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Ralph Ronneberger
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Hallo Susi,

quote:
der erste spontane Eindruck war für mich: Wortkunst!


beginnt Aina ihrem Kommentar, und ich muss ihr Recht geben. Da hast du uns wieder eine sehr schön geschriebene Geschichte präsentiert.
Ich habe sie jetzt mindestens viermal gelesen, hoch bewertet und trotzdem muss ich gestehen, dass ich mit dem Aufbau nicht so ganz klargekommen bin. Vielleicht bin ich auch nur zu doof.

Das Ganze beginnt als Rahmenhandlung. Ein schöner Einstieg. Man ist sofort mittendrin. Und dann, davon gehe ich aus, beginnt Frau „Ich“, die ein wenig derb an sexuellen Entziehungserscheinungen zu knabbern hat, in einem der alten Folianten zu lesen. Die Geschichte, die sie beim Wickel hat erregt sie.

Schnitt

Jetzt lässt sie uns am Beginn der Handlung teilhaben.

Schnitt

Der Leser erfährt, dass die in den Geschichten evozierten Bilder (was sind eigentlich evozierte Bilder? Evozierende ließe ich mir gerade noch gefallen – oder bin ich auf dem Holzweg?) Erregung bei der Ich-Erzählerin auslösen und sie irgendwann zu ihrem Stößel greifen lässt, den ihr der verblichener Gemahl auf Grund fortschreitender Lendenschwäche verehrt hat.

Schnitt

Die Handlung im Buch geht weiter. Du hast, um dies unmissverständlich zu machen, mit einem >> markiert.
Die Geschichte wird jetzt komplett bis zum Ende erzählt. Die Ich-Erzählerin und die Baronesse weisen zwar große Ähnlichkeiten auf, und man könnte meinen, sie liest ihre eigenen Erlebnisse. Aber nichts macht dies wirklich deutlich – wenn da nicht plötzlich dieser Stößel auch in den Händen von Frau Baronesse auftaucht. Um ehrlich zu sein, ich habe es nicht begriffen.
Hatte ich anfangs eine von der Ich-Erzählerin gestaltete Rahmenhandlung erwartet, sah ich mich getäuscht. Das ist kein Rahmen – nur eine Leiste.

Ein wenig habe ich auch bedauert, dass dieser Stoff nur für eine Kurzgeschichte, die mit rasantem Tempo erzählt wird, benutzt wurde. So aber überschlagen sich die Ereignisse mitunter förmlich und verlieren ein wenig an Glaubwürdigkeit.

Das sind meine Eindrücke, aber die haben nichts damit zu tun, dass ich den Text saugut finde.
Wenn jetzt noch ein paar Anmerkungen von mir kommen, so betreffen sie Kleinigkeiten, die der Qualität des Textes keinen Abbruch tun sollen.

quote:
Sie hatte es sich zur Gewohnheit gemacht, noch (auch, selbst, sogar?) ihre geheimsten Gefilde von der zarten Sommerbrise liebkosen zu lassen.


quote:
Ihr solltet wissen, dass das Lesen mir bisweilen zur Qual wird. Lange Phasen des Grübelns wechseln sich ab mit solchen, in denen ich gleichsam kompulsiv die gedruckten Ergüsse verschlinge, bis mir allüberall (nette Wortschöpfung) der Schweiß ausbricht.


quote:
Das darin so anschaulich Beschriebene vermag jedoch nicht, meine ureigensten Sehnsüchte gänzlich zu verdrängen.

(Verstehe ich vom Sinn her nicht ganz. Wieso sollte der Genuss erotischer Literatur die diesbezüglich bestehenden Sehnsüchte verdrängen. Ist das Gegenteil nicht viel eher zu erwarten? Nachfolgend wird das ja auch bestätigt)


quote:
Seine Tante lehnte sich, vornübergebeugt, weit aus dem Fenster des Salons, damit ihr auch nicht die kleinste Einzelheit entginge. Das Gefühl der Macht über die Schlampe (diesen Ausdruck hatten wir schon behandelt – auch ich bin der Meinung, dass dieser Begriff in der geschilderten Zeit nicht in dem Sinne angewendet wurde, wie wir es heute tun. Das hat sich erst vor wenigen Jahrzehnten allmählich eingebürgert.)


quote:
Die schrillen und verzweifelten Hilferufe, die zur Baronesse hochstiegen, trieben sie zu euphorischer Raserei, die in einem orgiastischen Begeisterungssturm gipfelte, als der Lakai (Ist ein Verwalter wirklich ein Lakai? Ich glaube eher nicht) sich in sie ergoss.



quote:
Die elende Dirne war einfältig genug gewesen, das eilig und eigenhändig verfasste Testament des verschiedenen Barons in der bescheidenen Bibel ihrer Eltern aufzubewahren, bis die Zeit reif wäre. (Kleiner Regiefehler. Die Zeit, eine Erbschaft anzutreten bzw. die Ansprüche aus einem Testament geltend zu machen, ist doch dann gekommen, wenn der Erblasser das Zeitliche segnet)



quote:
Es soll einst als Knecht (und wenn es nun ein Mädchen wird?) auf dem Anwesen sein Auskommen finden!“


quote:
„Ich bedarf deiner (seiner? Untergebene wurden in der dritten Person angesprochen) noch einmal! Aber diesmal oben in meinen Gemächern, damit ich dieses elend dreiste Gewinsel (was ist an dem „Gewinsel“ dreist? Die Kleine fleht doch um Gnade) nicht mehr zu hören brauche.“


quote:
Sie wusste, dass die beiden um diese ihre Schwäche wussten und in dieser Wunde wühlten, um sie bis zum Äußersten zu demütigen. […] Eines Tages, die Herbstsonne schien mit einer für die Jahreszeit unüblichen Gewalt durch die Fensterscheiben, wusste sie instinktiv, dass es soweit war. Sie wusste nicht, wer den Schlag führen würde, sie wusste nicht, wie es geschehen würde, und sie wollte es auch nicht wissen.
(Da wird zu viel gewusst, oder sind diese Wiederholungen ein Stilmittel – ich bin mir nicht sicher)





Gruß Ralph

__________________
Schreib über das, was du kennst!

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Susi M. Paul
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Oct 2013

Werke: 23
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Lieber Ralph, die Geschichte und ihr Aufbau sollten irritieren und verstören. Um in deinem Bild vom Rahmen zu bleiben, sollte der, also die lesende Frau, sich unterderhand nicht in eine Leiste verwandeln, sondern sich ganz auflösen und spätestens in dem Moment in der gelesenen Geschichte aufgehen, wo die schweinsledernen Bände und die tanzenden Staubpartikel, ganz zu schweigen vom Stößel, wieder auftauchen. Deshalb ist sie auch so kurz.
Bei den meisten Anmerkungen hast du sicher recht. Ich werde sie in Ruhe bedenken. Dankeschön, Susi

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