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Leselupe.de > Gereimtes
Böse Wörter
Eingestellt am 06. 08. 2005 14:34


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Walther
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Böse Wörter

Ich geh hinauf die vielen dunklen Stufen
Und flieh hinaus aufs Meer in schwarze Wasser.
Ein Zweifler bin ich und ein Michselbsthasser.
Das eigne Elend ist es, das ich rufe.

Ich bin der Beste auch als Unterlasser,
Nehm fremde Straßen unter meine Hufe.
Von denen, die ein Nichts auf Erden schufen,
Bin ich der Größte aller Zeitverprasser.

Ich laß die bösen Wörter aus mir fließen.
Und suhle mich so gern im eignen Schmerz.
Ich kann nichts Schöneres zur Nacht genießen

Als diesen kleinen scharfen Stich im Herzen.
Ganz wie mich Sinn und Zweck des Seins verließ,
Schließt auch mein Schlussakkord mit falscher Terz.

für huwawa und ögyr, zwei Sonetter

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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Als diesen kleinen scharfen Stich in meinem Herz.


ich glaube es müßte heißen

Als diesen kleinen scharfen Stich in meinem Herzen.

dann aber reimte es sich nicht mehr
darum schlage ich vor

Als diese kleinen scharfen Stiche in mein Herz.

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Walther
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Hallo Label,

wenn das nur das Einzige wäre, das an diesem Gedicht, das Du hier aufgestöbert hast, "falsch" gelaufen ist. Ehrlich gesagt gehört es eher zu den Werken aus meiner Feder, die unter der Rubrik "Gut gewollt - schlecht gelungen" abzulegen wären. Deshalb ja auch mein Motto: Gelegenheitsdichtung.

quote:
Böse Wörter


Ich geh hinauf die vielen dunklen Stufen
Und flieh hinaus aufs Meer in schwarze Wasser.
Ein Zweifler bin ich und ein Sichselbsthasser.
Das eigne Elend, ja, das habe ich gerufen.

Ich bin der Allerbeste auch als Unterlasser
Und nehme fremde Straßen unter meine Hufen.
Von denen, die ein Nichts auf Erden schufen,
Bin ich der Größte aller Möglichkeitsverprasser.

Ich lasse frei die bösen Wörter aus mir fließen.
Ich suhle mich so gern im eignen Schmerz.
Und kann nichts Schöneres zur Nacht genießen

Als diesen kleinen scharfen Stich in meinem Herz.
Ganz wie mich Sinn und Zweck des Seins verließen,
Schließt auch mein Schlussakkord mit falscher Terz.
An diesem Text ist der Inhalt vielleicht spannend, nicht aber seine Ausführung. Es wird zwischen fünf- und sechshebigem Jambus gewechselt, es ist das Wort "Hufen" falsch, es müßte "Hufe" heißen usw. usf.

Daher gibt es auch eine durch und durch überarbeitete Version, die jetzt oben steht, die andere habe ich hier zur Erinnerung des "Desasters" einkopiert, damit man sehen kann, daß niemand vor schlechten Gedichten gefeit ist und jeder die Unterstützung der Mitleser braucht, damit er draus lernen und sich verbessern kann.

Ich habe Deinen Hinweis mit dem Datei bei "Herz" übernommen, weil so zwischen dem Text und dem Inhalt ein interessanter Dialog aufgemacht wird. Ich habe außerdem den Fehler bei "Hufe" korrigiert und den Reim in den beiden vierversigen Strophen aneinander "angepaßt".

So entsteht in der Form ein eigenartiger Reiz. Es reimt sich und reimt sich eigentlich nicht. Es ist perfekt und nicht perfekt zugleich. Und die "Fehler" werden zur möglichen Stärke des Gedichts, weil sich in ihnen des Gebrochene des modernen Menschen zeigt, der eben eigentlich keine Hoffnung auf Ganzheit und Vollendung mehr hat, dessen Existenz im Wesentlichen auf Skepsis gründet, weil ihm der sichere Boden des Glaubens irgendwann und irgendwie abhanden gekommen ist.

Vielen Dank für Deine Hilfe bei diesem Gedicht. Ohne sie wäre es ein beliebiges und eher schlechteres geblieben. So aber könnte aus einem zu vernachlässigenden Text noch ein brauchbarer geworden sein.

Adventsgrüße

W.

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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