Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92257
Momentan online:
382 Gäste und 13 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kindergeschichten
Bolle, der Ball
Eingestellt am 10. 06. 2010 19:04


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Fallanda
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Apr 2010

Werke: 12
Kommentare: 97
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Fallanda eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Noch schnell einen Tag vor Beginn der Fu├čball-WM eine Fu├čballgeschichte.


Bolle, der Ball

In der Poldingstra├če, am Ortsrand von Tautlingen, lebte der kleine Lukas. Er war erst sechs Jahre alt und durfte noch nicht zur Schule gehen. Aber daf├╝r verbrachte er den halben Tag, w├Ąhrend seine Eltern arbeiten waren, bei seinem Gro├čvater. Der wohnte nur wenige H├Ąuser weiter und direkt gegen├╝ber einem Bolzplatz.

Lukas Gro├čvater erz├Ąhlte oft spannende Geschichten ├╝ber Tautlingen und ├╝ber sonderbare Ereignisse, die hier manchmal geschehen waren. Denn der Gro├čvater lebte schon sehr lange in dem Ort und hatte viel gesehen. So sagte er oftmals, dass es in Tautlingen immer etwas Au├čergew├Âhnliches geben w├╝rde, was kleinen Kindern wie Lukas bei Problemen hilft oder einfach nur Freude bereitet.
Lukas mochte die Geschichten seines Gro├čvaters, aber er wollte nicht glauben, dass sie wirklich so geschehen waren. Immerhin hatte ihm selber noch nie etwas Sonderbares geholfen. Und wenn der Gro├čvater wieder eine Geschichte erz├Ąhlt hatte, dann sagte Lukas: ÔÇ×Wenn das wahr ist, dann w├╝nsche ich mir etwas, womit ich viel besser Fu├čballspielen kann.ÔÇť
Darauf musste der Gro├čvater immer lachen, denn er wusste, dass Lukas am liebsten Fu├čball spielen wollte.
ÔÇ×Sonderbare Dinge k├Ânnen nicht herbei gew├╝nscht werden. Sie geschehen, wenn man am wenigsten damit rechnet. Du musst nur die Augen offen halten.ÔÇť, sagte er dann.
Lukas glaubte nach diesen Worten noch weniger daran, dass es sonderbare Dinge gab, die ihm helfen konnten. Aber insgeheim w├╝nschte er, es k├Ânnte dennoch wahr sein. Denn leider war Lukas nicht besonders gut im Fu├čballspielen und die gr├Â├čeren Kinder auf dem Bolzplatz wollten ihn deswegen nie mitspielen lassen. Traurig sa├č er dann auf einer Bank am Rande des Spielfeldes und schaute den anderen zu.

Eines Tages sa├č Lukas wieder einmal auf der Bank und beobachtete ein Spiel der anderen Kinder. Da rollte pl├Âtzlich ein Ball an ihn heran. Es war ein alter dreckiger Fu├čball aus Leder, der an den N├Ąhten schon leicht eingerissen war, aber trotzdem noch funktionst├╝chtig schien.
Lukas schaute sich um, wer den Ball in seine Richtung gekickt haben k├Ânnte. Aber es war keiner zu sehen. Also fragte er die anderen Kinder, ob sie einen Ball vermissten. Aber alle hatten den Ball noch nie gesehen und wussten daher auch nicht, wem er geh├Ârte.
ÔÇ×Der alte Ball taugt doch sowieso nichts mehr.ÔÇť, sagten sie und lie├čen Lukas mit dem Ball stehen.
Lukas ├╝berlegte kurz, was er nun tun sollte. Aber da keiner den Ball haben wollte, lief er mit ihm zu seinem Gro├čvater und fragte diesen, ob er ihn behalten durfte. Denn dann w├╝rde er mit ihm im Garten ├╝ben k├Ânnen.

Der Gro├čvater nahm den Ball und schaute sich ihn ganz genau an. Dann grinste er und sagte: ÔÇ×Mein Junge, da hast du dein sonderbares Ding. Ich kenne diesen Ball. Sein Name ist Bolle und er hat fr├╝her schon einmal einem kleinen Jungen geholfen. Wenn er dich aufgesucht hat, dann darfst du ihn auch behalten.ÔÇť
ÔÇ×An dem Ball ist etwas Sonderbares?ÔÇť, fragte Lukas ungl├Ąubig.
ÔÇ×Du wirst schon sehen. Wenn du ihn gut behandelst, dann wird er dir immer treu zur Seite stehen.ÔÇť
Lukas wunderte sich ├╝ber den Gro├čvater und fragte sich, was er damit gemeint haben k├Ânnte. Denn Bolle sah aus, wie ein ganz normaler Fu├čball eben aussah. Nur eben alt und gebraucht.
Aber trotzdessen freute sich Lukas, einen eigenen Fu├čball zu besitzen. Er putzte ihn blitzeblank und behandelte ihn so sorgf├Ąltig wie er konnte. Denn schlie├člich sollte Bolle nicht kaputt gehen, damit er noch viel mit ihm ├╝ben konnte.

Die n├Ąchsten Tage spielte Lukas die meiste Zeit mit Bolle im Garten. Er ├╝bte sich im Umgang mit ihm beim Torschie├čen zwischen Goldfischteich und Erdbeerbeet, beim Dribbeln ├╝ber den Rasen und beim Kopfball vor das Garagentor. Und anf├Ąnglich war ihm auch gar nichts Ungew├Âhnliches aufgefallen. Oft genug plumpste Bolle in den Teich, dass die Goldfische erschraken oder knallte in die Erdbeeren, dass sie zerquetschten. Und oft genug rollte Bolle zu weit weg oder schlug gef├Ąhrlich nahe an ein Fenster.

Aber bald bemerkte Lukas, dass sich Bolle immer merkw├╝rdiger verhielt. Zuerst rollte er kleine B├Âgen beim Torschie├čen, wenn Lukas nicht richtig getroffen hatte und erreichte ein ums andere Mal das Ziel. Kein Goldfisch erschrak mehr und nicht eine weitere Erdbeere wurde mehr besch├Ądigt.
Dann kam Bolle sogar zur├╝ck gerollt, wenn Lukas ihn zu weit weg geschossen hatte und er musste nicht mehr hinter ihm herlaufen.
Es war wirklich merkw├╝rdig und Lukas begann langsam zu glauben, was der Gro├čvater ├╝ber sonderbare Dinge erz├Ąhlt hatte. Daher probierte er alles M├Âgliche aus, um Bolle weiter zu testen. Er ├╝bte Kopfball, wobei Bolle nicht einmal den Boden ber├╝hrte. Dann dribbelte Lukas mit Bolle ├╝ber den Rasen und stolperte nicht ein einziges Mal ├╝ber ihn hinweg. Bald probierte Lukas auch Prellball und Bolle sprang immer in die richtige H├Âhe zur├╝ck. Oder er kickte Bolle mit den Fu├č nach oben, fing ihn mit den Knie auf und lie├č ihn wieder zur├╝ck auf den Fu├č fallen und so weiter. Alles klappte als w├╝sste Bolle ganz genau, was Lukas von ihm erwartete.
Jetzt war Lukas klar geworden, was der Gro├čvater zu Bolle gemeint hatte und auch, dass er immer die Wahrheit ├╝ber Tautlingen erz├Ąhlte.

Nach vielen weiteren Trainingsstunden glaubte Lukas, mit Bolle unbesiegbar Fu├čball spielen zu k├Ânnen. Also lief er eines Tages auf den Bolzplatz und fragte die anderen Kinder, ob er nun mit ihnen ein richtiges Fu├čballspiel spielen durfte. Die Kinder zweifelten anf├Ąnglich daran, ob der kleine Lukas wirklich schon so viel besser geworden sein konnte. Aber Lukas zeigte ihnen stolz Bolle und schwor, flei├čig ge├╝bt zu haben. So wollten ihm die Kinder glauben und eine Chance geben, sich zu beweisen. Aber mit dem alten Bolle wollten sie nicht spielen.
Ohne Bolle traute sich aber Lukas nicht, mit den anderen zu spielen. Denn er glaubte, mit einem gew├Âhnlichen Ball w├╝rde er wieder genauso schlecht spielen wie zuvor. Deswegen setzte er sich mit Bolle auf die Bank und sah wieder einmal den anderen nur zu.

Da kam sein Gro├čvater, der alles aus seinem Fenster mit angesehen hatte, hinzu und setzte sich neben Lukas.
ÔÇ×Warum spielst du nicht mit den anderen? Du hast doch lange genug mit Bolle ge├╝bt, oder nicht?ÔÇť, fragte der Gro├čvater.
ÔÇ×Ja, schon. Aber ohne Bolle kann ich das nicht.ÔÇť
Der Gro├čvater lachte. ÔÇ×Das glaube ich nicht. Denn du musst wissen, dass Bolle zwar meistens springt und rollt, wie du dir das vorstellst. Aber er macht das nicht alleine. Die gr├Â├čte Arbeit liegt bei dir selbst. Bolle hat nur ein wenig geholfen.ÔÇť
Lukas schaute seinen Gro├čvater erstaunt an. ÔÇ×Meinst du, ich bin wirklich besser geworden?ÔÇť
Wieder lachte der Gro├čvater und klopfte sich vergn├╝gt auf die Schenkel. ÔÇ×Du hast doch einiges gelernt und kannst schon viel besser mit einem Ball umgehen. Du solltest es ausprobieren, sonst wirst du es nicht heraus findenÔÇť, sagte er mit einem Augenzwinkern.

Lukas dachte dar├╝ber nach, aber bevor er es ausprobieren wollte, musste er noch etwas wissen.
ÔÇ×Gro├čvater, warst du der Junge, dem Bolle damals geholfen hat?ÔÇť, fragte er neugierig.
Der Gro├čvater griff sich jetzt Bolle und sah ihn nachdenklich an.
ÔÇ×Ja, auch mir hat er einmal geholfen. Als ich noch so klein war wie du, haben mich die gr├Â├čeren Kinder immer ge├Ąrgert. Aber dann war Bolle da und er hat mir geholfen, mich zu wehren. Sp├Ąter waren diese Kinder meine besten Freunde. Wohl auch, weil ich sie mit Bolle m├Ąchtig beeindruckt hatte.ÔÇť
Der Gro├čvater l├Ąchelte.
ÔÇ×Aber das ist lange her. Bolle ist jetzt auch dein Freund und nun zeig, was du von ihm gelernt hast!ÔÇť, forderte er und Lukas willigte ein: ÔÇ×Das werde ich!ÔÇť
Schnell dr├╝ckte er noch seinen Gro├čvater und auch Bolle. Dann lief er schnell auf das Spielfeld und schloss sich einem der beiden Teams an.

Es war ein spannendes Spiel und Lukas Gro├čvater hatte recht behalten. Denn Lukas war richtig gut geworden und zeigte den anderen Kindern wie viel er in den letzten Tagen gelernt hatte, dass sie ihn einluden, viel ├Âfter mit ihnen Fu├čball zu spielen. Und kurz vor Ende des Spiels erzielte Lukas sogar ein Tor f├╝r sein Team und er war ├╝bergl├╝cklich, dass Bolle ihm und seinen Gro├čvater geholfen hatte.

Ole, ole, ole!

Version vom 10. 06. 2010 19:04
Version vom 10. 06. 2010 19:30

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


8 ausgeblendete Kommentare sind nur f├╝r Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zur├╝ck zu:  Kindergeschichten Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!