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Leselupe.de > Humor und Satire
Boomtown is back
Eingestellt am 15. 01. 2004 16:54


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Leovinus
Routinierter Autor
Registriert: Aug 2000

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ZunĂ€chst eine völlig unsatirische Bemerkung in eigener Sache: Der nachfolgende Text setzt eine vierzehntĂ€gige Glossen-Serie fort, die ich zwischen 2000 und 2002 u.a. fĂŒr die LL veröffentlichte. Sie hieß damals schon "Boomtown" und heißt nun wieder so, warum, wird im folgenden erklĂ€rt. Alles Weitere am Ende des Textes.

Boomtown ’04: Ausgabe 1

Vom 5.Januar 2004

Huren und Mörderinnen

Ein begnadeter Denker erkannte einst, ein jedes Ding verfĂŒge ĂŒber ein Ende, abgesehen von einem bestimmten Lebensmittel, das deren zwei besĂ€ĂŸe.

Das vergangene Jahr ist in die ewigen JagdgrĂŒnde geschlittert, JahresendflĂŒgeltiere wurden der Verdauung anheim gegeben und Tantchens billiger Sekt ausgebrochen. Die Begleitmusik lieferte wie immer jene grandiose Hure Europas, ĂŒber die jeder Dirigent mal rĂŒber darf, die berĂŒhmte Neunte von Ludwig, the only Van.

Bis zum nĂ€chsten Freier hat sie ein paar Wochen Urlaub. Lasst uns mithin Zeit vertrödeln und ĂŒber AnfĂ€nge nachdenken.

Das ist einfach, denn es gibt keine AnfĂ€nge. Die Geburt ist das Ende der Schwangerschaft, der erste Computer terminierte die Sorglosigkeit, das erste Geld diskreditierte die ErfĂŒllung unserer WĂŒnsche, die erste feste Beziehung machte Schluss mit Spaß am Sex.

Und der Montag ist das Ende vom Wochenende. Zum Thema »Montag« kommt eine hĂŒbsche Geschichte des Wegs, die gleichzeitig erklĂ€rt, woher »Boomtown« seinen Namen hat.

»Boomtown« will, dass ihr eure Montage mehr mögt als Miss Spencer die ihren.

Vor fĂŒnfundzwanzig Jahren, am Montag, den 29.Januar 1979 lehnte die sechzehnjĂ€hrige Brenda Ann Spencer gemĂŒtlich aus dem Fenster ihres Elternhauses in San Diego. Sie schoss mit dem Gewehr, welches der Vater ihr geschenkt hatte, auf ein paar Kinder, die auf der gegnĂŒber liegenden Straßenseite vor der Cleveland Elementary School herumstanden. Es gelang ihr, neun SchĂŒler zu verletzen. Ein Polizist eilte herbei und wurde getötet. Der Hausmeister eilte hinterher und starb ebenso. Zwei Beweise fĂŒr den Fakt, dass Erwachsene dem Tode nĂ€her sind als Kinder. Ein besseres Ziel sowieso.

Als man Brenda Spencer spĂ€ter nach dem Grund fĂŒr ihre außergewöhnliche FreizeitbetĂ€tigung fragte, sprach sie: »I don’t like Mondays«. Seitdem sitzt sie im GefĂ€ngnis und dreht weiter durch.

Die Dubliner Rockgruppe »Boomtown(!) Rats« katalysierte ihren Satz zu einem Hit. Dies war der grĂ¶ĂŸte Erfolg Bob Geldofs in den USA, bevor er in den Achtzigerjahren fĂŒr hungernde Kinder einen Teig namens »Live Aid« knetete, zu dem er sicher Geld fĂŒr das vertonte Mörderinnenzitat beimengte.

Alles ist zu irgend etwas gut. WĂ€ren wir zynisch, was wir natĂŒrlich nicht sind, fiele uns auf, dass in diesem Falle ein toter Hausmeister ein guter Hausmeister ist. Vom Polizisten mal abgesehen.

Ob es afrikanische Eltern gibt, die Brenda Spencer dankbar sind? Sie sollten Schulen grĂŒnden.

Und wenn ihr jemanden gern habt, nehmt euer Herz in beide HĂ€nde und macht was draus.

Eine schöne Zeit wĂŒnscht Leovinus.
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