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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Braveheart meets Highlander
Eingestellt am 19. 09. 2002 22:28


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amorphoury
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Registriert: Jun 2001

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Braveheart meets Highlander


Seit einigen Tagen bef├Ąllt mich eine gewisse Unruhe, einerseits in Vorfreude auf die in B├Ąlde startende Urlaubsreise, die uns (das sind Andreas, Rudi und ich) durch Schottland f├╝hren wird, andererseits sind noch einige Kleinigkeiten zu erledigen. Am wichtigsten ist die Geldfrage. Mein Urlaub steht seit einer Woche, gl├╝cklicherweise gab es keinerlei Schwierigkeiten trotz der besonderen Umst├Ąnde meines Jobs. Am Donnerstag erfahre ich von Jens, dass am Freitag nicht gearbeitet wird. Ein kurzes Telefonat kl├Ąrt die Urlaubsfrage, ich bekomme einen Tag eher frei.
Am Freitag, dem Tag der Abreise, stehe ich um 8.00 Uhr auf. Am Abend vorher ruft mich Andi an und erz├Ąhlt mir, dass es mit den Busfahrkarten nach l├Ąngerer Wartezeit geklappt hat. Ich fr├╝hst├╝cke normal wie immer, lasse mir Zeit auch beim Zeitung lesen. Mein erster Weg f├╝hrt mich noch mal in die Firma, um meinen Urlaubsantrag neu zu schreiben. Anschlie├čend fahre ich zur Sparkasse, dort wird mein neuer Dispo-Kredit festgelegt, so dass gen├╝gend Kohle f├╝r die Reise vorhanden ist. Einige Eink├Ąufe sind noch zu t├Ątigen und auch schnell erledigt. Zeit f├╝rs Mittagessen bleibt nat├╝rlich auch noch, da unser Bus erst um 18.00 Uhr vom ZOB (was n das?) nach Hamburg f├Ąhrt. Den Nachmittag verbringe ich in leidlicher Unruhe, bespiele noch eine Kassette und zeige meiner Nachbarin die ‚├ľrtlichkeiten’ meiner bescheidenen Ein-Zimmer-Wohnung zwecks Blumengie├čen und Post holen. Gegen 16.00 Uhr rufe ich bei Anna an, um kurz darauf loszufahren. Nat├╝rlich lasse ich die Blumen f├╝r Anna liegen, so dass ich noch kurz zur├╝ck muss, um sie zu holen. Gegen 16.25 Uhr klingele ich bei Anna, sie freut sich ├╝ber die Blumen und gemeinsam fahren wir zu Andi, um ihn abzuholen. Mein Trabi wird mit Taschen vollgeladen und los geht’s zum ZOB. Trotz dichtem Freitagnachmittagsverkehr kommen wir gut voran und sind gegen 17.30 Uhr am Busbahnhof. Kurze, schmerzlose Verabschiedung von Anna, sie wird freundlicherweise 2 Wochen auf mein kleines Auto aufpassen. Danach warten Andi und ich bei einer Zigarette auf unseren Bus. Nat├╝rlich regnet es den ganzen Nachmittag aber was k├╝mmert es uns? Der Bus kommt p├╝nktlich gegen 18.00 Uhr und zum Gl├╝ck ist die Autobahn bis Hamburg frei und so kommen wir fast planm├Ą├čig gegen 21.15 Uhr auf dem dortigen ZOB an. Rudi erwartet uns bereits und in seinem kleinen Saxo geht’s erst mal auf nach Bremen. Auf der Fahrt h├Âren wir eine sehr witzige Kassette vom Fr├╝hstyxradio. Um kurz nach 23.00 Uhr landen wir ‚In der Wisch 3’. Der Abend endet mit etlichen Bieren, Filmchen und viel Musik in Vorfreude auf die Tour. Morgens gegen 2.00 Uhr schlafe ich ein, um dann gegen 9.00 Uhr oder so aufzuwachen. Zu fr├╝h, um gleich aufzustehen, da wir erst am fr├╝hen Nachmittag los wollen. Es gibt dann einen Mischmasch aus Fr├╝hst├╝ck und Mittagessen und da es eh schon 12.00 Uhr ist, passt das gut. 14.30 Uhr brechen wir auf, nachdem wir unsere diversen Taschen und Luftmatratzen und Schlafs├Ącke verstaut haben. Erster Stop folgt um 14.32 Uhr, Andi und Rudi m├╝ssen noch Geld ziehen, das geht recht schnell. Da der Tank von Rudis kleinem Auto fast leer ist, halten wir 10 Minuten sp├Ąter schon wieder an einer Tanke. Andi und ich kaufen im Real-Markt noch einige Kleinigkeiten w├Ąhrend Rudi dem Auto seinen Stoff gibt. Dann geht’s endlich auf Richtung Holland. Wir kommen sehr gut voran bis Hoek van Holland wo wir zum ersten mal unsere Zelte aufstellen. Es regnet nat├╝rlich, aber nicht allzu heftig. In der kleinen Kneipe gibt’s nur 0,2 l-Biergl├Ąser, aber das macht ja nix. Nachtruhe herrscht ab 22.00 Uhr, da wir ja am Sonntag fr├╝h raus m├╝ssen. Um 5.30 Uhr klingelt Andis skurriler Ruhla-Quarz-Wecker und schreckt mich aus einem unruhigen Schlaf. Es bleibt nur wenig Zeit zur morgendlichen ‚Katzenw├Ąsche’, da ab 6.15 einchecken auf der F├Ąhre angesagt ist. Wir schaffen dies aber sehr gem├╝tlich und sind rechtzeitig auf der F├Ąhre, um die Abfahrt auf einer winzigen Plattform miterleben zu k├Ânnen. Auf der F├Ąhre gibt’s Kaffee und Sandwiches wobei die ersten ‚Pounds’ die Besitzer wechseln, danach spielen wir bei Murphy’s Irisch Stout Skat, was sonst. Die F├Ąhre f├Ąhrt(oder schwimmt sie?) ziemlich genau 4 Stunden, so dass wir gegen 10.00 Uhr Ortszeit das kleine Auto auf englischen Boden lenken (nat├╝rlich lenkt nur der Rudi das Auto!). Unterwegs halten wir zu Zigaretten- bzw. Pinkelpausen. Die n├Ąchste halbwegs feste Nahrung gibt’s dann erst am sp├Ąten Nachmittag n├Ârdlich von Sheffield, wo uns ein ‚Burger King’ mit seinen ‚nahrhaften’ Gerichten einl├Ądt. Andi telefoniert das erste mal nach Hause (wo immer das jetzt auch sein mag . . .) und Rudi versorgt das kleine Auto mit Diesel-Kraftstoff. Der n├Ąchste ├ťbernachtungs-Stop ist in der Gegend um Windermere geplant, aber trotz dreimaligen Durchfahrens des winzigen Ortes finden wir keinen Zeltplatz. Aber wir haben Gl├╝ck, nahe Keswick, nur einige Meilen entfernt, entdecken wir bei sonnigem Wetter einen wundersch├Ân am Berghang gelegenen Zeltplatz und f├╝r 3 ┬ú pro Mann und Nacht haben wir eine nette Unterkunft gefunden. Neben dem Zeltplatz steht ein Hotel nebst Pub, wo wir lecker speisen und einige Guinness genie├čen. Rudi und ich sitzen bis zur ‚last order’ im Warmen, w├Ąhrend Andi beizeiten ins Zelt gefallen ist. Die Nacht ist k├╝hl, aber nur von au├čen, der Schlafsack, bei zwei Irland-Besuchen erprobt und schon ├╝ber zehn Jahre alt, h├Ąlt noch immer warm.
Montag stehen wir gegen 8.00 Uhr auf, wieder reichen die ├ľrtlichkeiten nur zur kurzen Katzenw├Ąsche, aber die erste Dusche im ‚gelobten’ Land l├Ąsst nicht lange auf sich warten. Wir fr├╝hst├╝cken wieder an der Autobahn, dieses mal aber s├╝dlich von Carlisle kurz vor der schottischen Grenze in sehr angenehmer Atmosph├Ąre an einem kleinen See. Die schottische Grenze wird unter gro├čem Jubel passiert, es steht auch ein gro├čes Willkommensschild an der Stra├če. Wir fahren und fahren, der Meilenfresser z├Ąhlt sich dumm und dusselig, aber wir haben viel Spa├č unterwegs `und h├Âren ne Menge guter Musik. Am sp├Ąten Nachmittag n├Ąhern wir uns unserem heutigen Ziel: Aberfoyle im Herzen der Trossachs. Wie ├╝blich suchen wir, trotz vorheriger Information im Internet ├╝ber die schottischen Zeltpl├Ątze, und werden beim dritten Anlauf f├╝ndig. Leider gibt’s keinen Caravan zu mieten, was sp├Ąter zur drastischen Umplanung der Tour f├╝hren wird. Im strahlenden Sonnenschein bauen wir unsere Zelte auf und haben sogar noch einige Minuten Zeit, auf den Luftmatratzen zu relaxen.
Der erste schottische Ort, den wir mit unserer Anwesenheit erfreuen, hei├čt Aberfoyle, ein tuffiges kleines St├Ądtchen inmitten Rob-Roy-Country. Zuerst m├╝ssen wir unsere Vorr├Ąte auffrischen, auch das gute Ale darf nicht fehlen. Den Vorabend beschlie├čen wir mit einer kleinen Rundfahrt zu malerisch gelegenen Seen und dem H├Âhepunkt – das Grab von Robert McGregor, genannt Rob Roy, in Balquhidder. Leider ist es fast stockfinster. Auf den Bildern wird wohl nicht viel zu sehen sein. Nicht zu vermeiden ist der allabendliche Besuch eines Take-Away-Ladens, wo wir die ersten Fish and Chips des Urlaubes ziehen. Eine ├Ąu├čerst attraktive Verk├Ąuferin vers├╝├čt uns das Mahl. Gegen 22.00 Uhr f├Ąngt es m├Ârderisch an zu regnen. In der Hoffnung, dass es bald aufh├Ârt, begeben wir uns in unsere Schlafs├Ącke, aber der prasselnde Regen begleitet uns die ganze Nacht.
Ich stehe am n├Ąchsten Morgen gegen 10.00 Uhr auf, die Blase dr├╝ckt, aber der Regen h├Ârt nicht auf. Ich fr├╝hst├╝cke alleine im Auto, w├Ąhrend Andi und Rudi noch in den Zelten liegen, wohl in der Hoffnung, dass das Wasser in B├Ąlde aufh├Âren m├Âge, vom Himmel zu fallen. Den Gefallen tut es uns aber nicht, es regnet weiter fr├Âhlich vor sich hin und erst gegen 13.00 Uhr brechen wir zu unserer heutigen Etappe auf. Diese f├╝hrt uns nach Callander ins Rob-Roy-Visitors-Centre. Es gibt viel Interessantes ├╝ber R. McGregors Leben zu erfahren, wovon wir durch Hollywood schon einiges wussten. War er wirklich nur Viehdieb oder doch ein Held? Der Regen l├Ąsst f├╝r kurze Zeit nach und h├Ârt w├Ąhrend unserer kurzen shopping-tour sogar g├Ąnzlich auf, aber nur f├╝r einige Minuten. Alsbald finden wir uns in einem gem├╝tlichen Pub wieder. Da uns der Rudi am Abend noch sicher zu unseren Zelten kutschieren soll, belassen es auch Andi und ich bei jeweils nur drei Pints. Der Regen erw├Ąchst mittlerweile zu einem Wolkenbruch und kleinere bis mittelgro├če ‚Flutwellen’ st├╝rzen ├╝berm├╝tig die Stra├če hinab. Urpl├Âtzlich ist es drau├čen dunkel, obwohl die Uhr eine durchaus noch hellere Tageszeit ansagt. Auf dem Weg zum Auto werden wir f├╝rchterlich durchn├Ąsst. Zuvor besorgen wir uns im take-away endlich eine Portion Haggis mit chips. Im Auto verzehren wir dieses nahrhafte Gericht, was die B├Ąuche zus├Ątzlich f├╝llt, da wir am Mittag im Rob-Roy-Motel schon sehr s├Ąttigend gespeist hatten. Auf der Heimfahrt zum Zeltplatz ├╝berraschen uns einige m├Ąchtige Flutwellen, wir fahren durch ‚knietiefes’ Wasser, der H├Âhepunkt erwartet uns auf der Stra├če nach Aberfoyle, wo es absolut kein Durchkommen mehr gibt. Kurz nach uns an einer Kreuzung kommt ein Stra├čenverkehrsfahrzeug und der Fahrer sperrt kurzerhand die Stra├če – leider unpassierbar. Auf Umwegen gelangen wir doch noch zum Zeltplatz, wo uns unsere durchn├Ąssten Zelte erwarten. F├╝r eine Nacht muss es noch gehen, zum Gl├╝ck regnet es in dieser nicht mehr, der Regen hat nach fast exakt 24 Stunden aufgeh├Ârt. An diesem Abend bleibt nichts mehr zu tun, als vor dem Zelt zu stehen, zu quatschen und noch ein Bierchen zu trinken.
Da der Regen unsere Zelte beinahe geflutet hat, beschlie├čen wir am n├Ąchsten Tag, selbige abzubauen. Heute stehe ich als letzter auf und schon bald geht’s los nach Stirling. Es regnet schon wieder fr├Âhlich vor sich hin, aber wir trotzen den Naturgewalten und laufen hoch zum Castle, um dann doch nicht reinzugehen, aber im tourist-centre gibt’s ‚for free’ einen kleinen Film ├╝ber Stirling und seine Geschichte zu sehen, welche wir mit deutscher ├ťbersetzung auch sehr gut nachvollziehen k├Ânnen. Im str├Âmenden Regen geht’s zur├╝ck, wir halten in einem kleinen Caf├ę an und fr├╝hst├╝cken, w├Ąhrend der Regen doch tats├Ąchlich aufh├Ârt. Unser n├Ąchstes Ziel ist das ‚Wallace-Monument’, nord├Âstlich von Stirling zu Ehren des schottischen Nationalhelden William Wallace erbaut, welcher im 13. Jhdt. In einer legend├Ąren Schlacht ein riesiges englisches Heer mit einem kleinen Haufen schottischer Partisanen besiegte. Grob nachzuvollziehen im Hollywood-Streifen ‚Braveheart’ mit M. Gibson in der Hauptrolle. Ein kleiner Shuttle-Bus bringt uns bis direkt vor das Tor des Monumentes aber die 246 Stufen bis hinauf d├╝rfen wir noch ‚per pedes’ zur├╝cklegen. Die Aussicht lohnt sich, da die Wolken sich ein wenig von den Bergen zur├╝ckziehen. Hoffentlich sind die Fotos einigerma├čen gelungen, da Stirling selbst eine architektonisch sehr ansprechende Stadt ist, etliche H├Ąuser im viktorianischen Stil sind sehr gut erhalten und lohnenswert anzusehen. Auf dem R├╝ckweg zum Auto ├╝berrascht uns doch tats├Ąchlich die Sonne und brennt auf einmal erbarmungslos hernieder, was die Klamotten trocknen und unsere Herzen h├Âher schlagen l├Ąsst. Trotz alledem bauen wir im Trossachs-Caravan-Park unsere Zelte ab und begeben uns auf den Weg Richtung Inverness, rein in die Highlands. Die Fahrt ist beautiful, bombastische Landschaften fliegen an uns vor├╝ber, das Wetter ist Top und unsere Stimmung sehr gut, da wir in der N├Ąhe von Inverness, bei einem kleinen Ort namens ‚Muir of Ord’, einen Caravan-Park erwarten, in welchem anno 1994 die kleine Reisegruppe um Andi, Rudi und Ingo bereits drei Tage g├╝nstig in einem luxuri├Âsen Caravan ├╝bernachteten. Der kleine Laden nebst ‚Reception’ existiert noch, leider vermietet das ├Ârtliche Personal keine Caravans mehr, da es sich anscheinend nicht mehr lohnt, die Leute fahren lieber mit ihrem eigenen Wohnmobil durch die Gegend. Gegen├╝ber auf der anderen Stra├čenseite auf einem Grundst├╝ck aber steht ein einzelner Caravan, vermietet von der ans├Ąssigen Familie, welcher tats├Ąchlich noch leer steht. Wir haben das gro├če Gl├╝ck und mieten das feststehende Geb├Ąude f├╝r neun N├Ąchte f├╝r den l├Ącherlichen Preis von 160 ┬ú. Fast genauso teuer war der Zeltplatz in Aberfoyle f├╝r nur drei N├Ąchte! Die Frau des Hauses erweist sich als ├Ąu├čerst nette und zuvorkommende Gastgeberin und wir richten uns f├╝r einige Tage h├Ąuslich ein. Unsere Vorr├Ąte f├╝llen wir in einem ‚Spar-Market’ mit ‚alcohol-license’ auf, den Abend verbringen wir gem├╝tlich und warm bei Musik, Skat und Bier.
Am heutigen Donnerstag planen wir unsere erste l├Ąngere Tour durch die Highlands, die uns schlie├člich bis an die n├Ârdliche Atlantikk├╝ste f├╝hren wird. In Ullapool halten wir das erste mal und versorgen uns mit den ├╝blichen Getr├Ąnken (Bier und Wasser) sowie kleinen Unterwegsmahlzeiten (Sandwiches und Salat). Leider bleibt keine Zeit f├╝r einen Stadtrundgang und wir machen uns gleich wieder auf den Weg nach Durness, wo uns eine imposante H├Âhle erwartet. Der Weg dorthin f├╝hrt uns ├╝ber mehrere schmale einspurige steile Stra├čen und P├Ąsse, welche im gem├Ąchlichen Tempo befahren werden. Es gibt mehrere sogenannte passing-places, an denen wir entgegenkommenden Autos ausweichen m├╝ssen. Die Zeit flie├čt vorbei und nach einigen Stops zum fotografieren und filmen sowie eines kleinen Lunches am See – Loch Assynt – erreichen wir am sp├Ąten Nachmittag die H├Âhlen. Eine der drei Kalksteinh├Âhlen ist begehbar, rund 70 Meter lang mit L├Âchern im ‚Dach’, wodurch sich durch das einfallende Licht eine interessante Flora entwickeln konnte. Da die Natur nur schwer aufzuhalten ist in ihrem werden und wachsen und zerst├Âren wird diese H├Âhle, wovon die anderen zwei ‚L├Âcher’ nur mit einem Boot zu befahren sind, in einigen hundert oder tausend Jahren wohl versch├╝ttet oder keine H├Âhle mehr sein, aber gl├╝cklicherweise werden wir das nicht mehr erleben, nobody seems to be immortal?!
Die K├╝ste ist sehr beeindruckend und nach einem kurzen Spaziergang erreichen wir wieder den Eingang der H├Âhlen und entdecken dort noch einige brav in Reihe aufgestellte ur-ur-uralte Steine, man kann schon kleine Felsen zu ihnen sagen. Wir erreichen das Auto und es geht wieder gen S├╝den, vorbei an wundervoller Landschaft. Einen Fjord umrundend windet sich die schmale Stra├če entlang majest├Ątisch aufragenden H├╝geln, zum Teil noch mit B├Ąumen bewachsen. Es wird doch langsam dunkel und dank Rudis Fahrk├╝nsten durchqueren wir ohne accident eine wie aus dem Nichts auftauchende dichte Nebelbank, welche nach knapp einer Meile ebenso pl├Âtzlich wie erstaunlich wieder verschwunden bzw. einfach nur durchfahren ist. Die Fahrt wird lang und l├Ąnger, aber gegen 21.45 Uhr erreichen wir endlich den Caravan, wobei es Rudi gelingt, die Einfahrt zum Geh├Âft zu verpassen. An diesem Abend bleibt es bei einem Bier und etwas Salat, ich bin m├╝de und begebe mich alsbald ins warme Bettchen.
Gegen 9.00 Uhr in der Fr├╝h wache ich langsam auf, die Schmerzen in der Schulter sind so gut wie weg dank ‚Mobilat’ und nicht mehr vorhandener Feuchtigkeit. Wir sitzen gem├╝tlich bis gegen 11.30 Uhr im Caravan, fr├╝hst├╝cken ausgiebig und holen quasi den verlorengegangenen gestrigen Abend mit Kartenschreiben nach. Rudi lenkt dann sehr aufmerksam das kleine Auto gen Inverness, dort suchen wir zuerst einen ‚car-park’ auf und begeben uns anschlie├čend per pedes durch die Innenstadt – very lovely. Wie ├╝blich besuchen wir Touri-Shop’s und Cassetti-L├Ąden, mehrere ‚Pf├╝nde’ wechseln den Besitzer. Zum Abschluss setzen wir uns in einen gem├╝tlichen Irish-Pub, den ersten in Scotland. Wir genie├čen ein Kilkenny und ein Cold Guinness, dann ist es Zeit, das Auto aufzusuchen, weil die Parkgeb├╝hr abl├Ąuft und wir ja noch nach Culloden Muir wollen. Dort auf dem ‚Schlachtfeld’ angekommen, begeben wir uns direkt aufs „Field“, welches nat├╝rlich Touri-gerecht angelegt wurde. Kleine verschlungene Pfade f├╝hren durchs Moor, vorbei an feindlichen Linien geht’s hindurch, hin├╝ber zu den schottischen Trooper’s und vorbei an mehreren kleinen Gedenksteinen f├╝r die gefallenen Soldaten. Die Magie des Ortes l├Ąsst mich schon erschauern und, den Klang des Liedes ‚Culloden Muir’ von ‚Grave Digger’ im Ohr, versinke ich tief in Gedanken und sehe vor mir die berockten Highlander und h├Âre von Ferne ihre Schlachtrufe. Leider ging die Schlacht damals verloren, ‚Bonnie’ Prinz Charles rang sich zu sp├Ąt zu wichtigen Entscheidungen durch und ehe das gesamte Heer so richtig wusste, was es tun sollte, war schon fast alles vorbei, die Schotten und ihre irischen Mitstreiter verloren rund 1200 Mann, die Engl├Ąnder dagegen nur etwa 350!
Im Caf├ę des Visitor’s-Center genie├čen wir einen Kaffee und diverse s├╝├če Kuchenteile. Leider reicht die Zeit nicht f├╝r den dort stattfindenden Vortrag ├╝ber die ‚Schlacht von Culloden’ und auch die drei ┬ú schrecken ein wenig ab. Zum anderen stehen noch ein altert├╝mliches Steingrab und ein Castle auf dem ‚Programm’. Die ‚Clava Cairns’ bestehen aus drei pyramidenf├Ârmig angelegten Grabstellen aus dem dritten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung. Sehr imposant, wobei die Magie des Ortes wieder sehr aufregend wirkt. Die Fahrt geht weiter nach ‚Cawdor Castle’, welches schon um 5.30 p.m. schlie├čt, da es teilweise noch bewohnt ist. Nat├╝rlich kommen wir erst kurz nach halb sechs dort an und alles ist verschlossen. So erheischen wir w├Ąhrend der Fahrt nur noch einen kurzen Blick auf das Schloss, leider viel zu wenig, um irgendeinen Eindruck zu bekommen. Wir fahren zur├╝ck zum Caravan, halten unterwegs in Beauly noch mal an, um eine Priory zu besichtigen, aber es kostet ein ┬ú und ist auch schon geschlossen, wie ├╝blich! Wir umrunden daher den Friedhof nebst zerfallener Kirche, aber es ist doch nicht so sehr imposant, als dass sich ein l├Ąngerer Aufenthalt lohnen w├╝rde. Bei strahlendem Sonnenschein kommen wir „heim“, das erste Bier wird ge├Âffnet und nach ewig langer Zeit ist unser Abendessen endlich ‚durch’. W├Ąhrenddessen spielen wir etliche Runden Skat, h├Âren nebenbei gute Musik und ziehen gen├╝sslich an einer ‚Hamlet’. Irgendwann tief in der Nacht fordert der Schlaf sein Recht und die Betten werden aufgesucht.
Samstag bleibe ich etwas l├Ąnger liegen als am Vortag. Nach dem Fr├╝hst├╝ck er├Âffnet uns Andi, dass er den Tag allein im Caravan verbringen m├Âchte. Ergo mache ich mich mit Rudi auf den Weg, eine kleine Rundtour, die uns nordwestlich unseres Caravans f├╝hren wird. Wir befahren die 835 Richtung Ullapool um einige Meilen sp├Ąter auf die 832 abzubiegen. In einem kleinen Einkaufsladen f├╝llen wir unsere Vorr├Ąte auf, erfreulicherweise gibt es am Samstag Nachmittag noch einen ge├Âffneten preiswerten Shop dieser Art. Der erste ‚Viewpoint’ l├Ąsst nicht lange auf sich warten, das s├╝dliche Ufer des Loch Maree er├Âffnet uns einen imposanten Blick durch die Berge ringsum hindurch einige Meilen den See hinauf. Es ist auch eine Hinweistafel ├╝ber die Fauna und Flora des Gebietes aufgestellt, die dem wissensdurstigen Touri n├╝tzliche Informationen bietet. Weiter geht’s zu den ‚Victoria-Falls’, wir wandern durch den Wald und bewundern das Fl├╝sschen, welches sich einige Momente sp├Ąter waghalsig in die Tiefe st├╝rzt, benannt nach Queen Victoria, welche im achtzehnten Jahrhundert begeistert die Gegend um Loch Maree erkundete.
Unsere Route f├╝hrt entlang des ‚Maree’ bis hinauf nach Gairloch, einem malerisch gelegenen und von Touristen h├Ąufig aufgesuchten Hafenst├Ądtchen. Wir begeben uns auf einen Parkplatz und wandern zum Hafen raus. Dort ist aber nix mehr los, es ist Samstag Nachmittag. Selbst der kleine Souvenir-Shop hat bereits geschlossen. Nichtsdestotrotz finden wir ein kleines Hotel mit anliegendem Pub und genehmigen uns ein k├╝hles ‚Caffreys’ bei strahlendem Sonnenschein auf `nem Freisitz. Weiter geht’s nach Inwere, dort befindet sich ein botanischer Garten, den ich gern besichtigen m├Âchte, um auch ein paar Fotos zu machen, an denen sich besonders mein Freundin Anna erfreuen wird. Rudi will sich das nicht antun und so begebe ich mich allein zum Ticketshop, um auch gleich wieder den R├╝ckzug anzutreten, da mir 4,80 ┬ú doch zu teuer sind. H├Ątte ich einen kompetenten Partner, w├Ąre ich durchgelaufen, aber so. . .
Im Shop treffe ich Rudi, der sich noch ein wenig umsieht, um ihn gleich mit rauszuziehen. Das ist praktisch das Top unserer Route, so dass im Prinzip die R├╝ckfahrt beginnt. Wir sind schon ein wenig hungrig, da wir uns in Gairloch umsonst nach einem ‚Fish’n’Chip’s’-Laden umgesehen hatten. D.h. , es gibt einen, aber der hatte geschlossen. Gegen 18.00 Uhr treffen wir am Caravan ein, Andi wundert sich, dass wir schon zur├╝ck sind, aber wir k├╝mmern uns nicht drum, sondern kochen erst mal unsere Suppe und essen Salat. Andi will am Abend nicht mit nach Inverness kommen, was mich sehr stutzen l├Ąsst und ich tagelang das Gr├╝beln bekomme. Ich w├╝rd’ mich ja langweilen alleine in `nem Wohnwagen mitten in Schottland, aber hei├č ich Andi?? N├Â, also setzen wir, Rudi und ich, uns wieder ins Auto und d├╝sen los, um einige Pubs zu besuchen. Leider sind schottische St├Ądte in den Highlands nicht so mit Pubs gesegnet wie Irische, daf├╝r gibt es mehr Techno-Schuppen. Wir ziehen durch 2 – 5 Pubs, jeweils bei einem Guinness oder ├ähnlichem verweilend, meistens treibt uns die zu laute ‚Nicht-Folk-Musik’ wieder hinaus, um im n├Ąchsten Pub dasselbe zu erleben. Zwischendurch ziehen wir f├╝r satte 2,90 ┬ú ‚Fish’n’Chip’s’ um gegen 23.30 Uhr Richtung Caravan zur├╝ckzufahren. Andi liegt bereits im Bett und ich begebe mich auch gleich in meines, w├Ąhrend Rudi noch eine Dose Bier genie├čt, da er ja fahren musste und im Pub nicht so viel trinken durfte.
Sonntag klingelt erst gegen 11.00 Uhr der Wecker. Es gibt Eier zum Fr├╝hst├╝ck, es ist schlie├člich nur einmal in der Woche Sonntag. Erst nach 12.00 Uhr beginnt heute unsere Tour, aber wir haben ja Urlaub und es nicht eilig. Wir fahren Richtung Inverness wie am Vorabend, um aber heute hinter Beauly Richtung Drumnadrochit abzubiegen. Dem aufmerksamen Schottlandkenner wird es nicht entgehen, dass sich in diesem Ort die ‚Loch-Ness-Monster-Exhibition’ befindet, welche aber heute recht uninteressant f├╝r uns erscheint, schlie├člich besuchten wir vor vier Jahren das Teil bereits! Gleich nebenan steht Urquhart-Castle, eine uralte Burgruine, die unsere Aufmerksamkeit erregt. Leider geh├Ârt das Geb├Ąude zum ‚Scottish-National-Trust’, so dass wir unsere ├╝bliche Pf├╝nde hinterlegen m├╝sse, um uns das Ganze aus der N├Ąhe zu betrachten. Aber es lohnt sich, wie eigentlich immer, obwohl das Teil ruin├Âs ist.
Wir erklettern den kleinen, noch stehenden Turm und werden mit einer herrlichen Aussicht auf Loch Ness belohnt. Wo taucht Nessie auf? Diese Frage stellt sich immer wieder, aber ich hab’s wieder nicht gesehen. Vielleicht in drei Jahren noch einmal versuchen?! Es gibt tats├Ąchlich noch so einiges zu entdecken auf dem Castle aber irgendwann ist genug. Vor dem Ein- bzw. Ausgang steht ein ‚Refreshment-Wagen’, wir genehmigen uns dieses mal jeder ein Eis, da es schon wieder sehr warm ist. Weiter geht’s auf der uns bereits bekannten A82, dieses mal aber in anderer Richtung. Man trifft sich im Leben immer zwei mal, ergo halten wir wie vor vier Jahren auf dem Parkplatz in Fort Augustus vor der BP-Tankstelle mit ‚Gift-Shop’ gleich hintendran. W├Ąhrend wir damals im gegen├╝berliegenden Restaurant speisten, begn├╝gen wir uns heute nach ausgiebiger shoppingrunde mit einem kleinen Imbiss auf dem Picknick-Areal hinter dem Parkplatz. Die Zeit zieht vorbei und noch liegt einiges vor uns. Zum Beispiel das atemberaubende Tal namens GlenCoe. Dort befindet sich auch ein Visitors-Centre, aber es ist bereits geschlossen, wie gesagt, der Tag begann recht sp├Ąt heute. Wir begeben uns auf einen kleine Waldspaziergang zum ‚Signal-Rock’, um den sich auch eine nicht unwichtige Geschichte Schottlands rankt, nachzulesen in jedem guten Reisef├╝hrer oder direkt vor Ort! Von diesem Fels aus wurde das Signal zum Massaker am Clan der McDonalds gegeben, so geschehen im achtzehnten Jahrhundert. Da der Wald ringsum sich noch immer in Privatbesitz befindet, gehen wir denselben Weg zur├╝ck, wobei wir nicht abweichen d├╝rfen! Wieder ist Zeit f├╝r Foto- und Filmaufnahmen, die Landschaft zeigt sich von ihrer besten Seite. An die Strasse durchs Tal schmiegen sich beiderseits riesig erscheinende Berge, welche in Wirklichkeit gar nicht so hoch sind, allerh├Âchstens rund eintausend Meter. Vom Meer her weht ein kr├Ąftiger Wind durchs Tal, welcher durch die Berge nicht von der Strasse abweichen kann. Im Auto ist er nicht zu sp├╝ren, aber auf dem Parkplatz kann ich mich beinahe wieder dem beliebten „sich in den Wind lehnen“ - Spiel hingeben. Leider weht es doch nicht ganz so stark wie damals auf ‚Giant’s - Causeway’ in Northern – Ireland.
Es wird langsam dunkel und wir begeben uns auf die Heimfahrt, da es schon so sp├Ąt ist, nehmen wir dieses mal dieselbe Route zur├╝ck, welche uns wieder am Urquhart - Castle vorbeif├╝hrt. Clevererweise besteht auf der Strasse rund ums Castle absolutes Halteverbot, so dass man sich schon wenigstens auf den von Polizisten tags├╝ber verwalteten Parkplatz begeben muss, um wenigstens einen halbwegs anst├Ąndigen Blick aufs Castle zu erheischen. Da selbiges des Nachts angestrahlt wird, halten wir nochmals dort an, aber es gelingt Andi nicht, zufriedenstellende Aufnahmen mit dem Camcorder zu starten.
Gegen 22.30 Uhr erreichen wir den Caravan und da wir unterwegs mit Fish’n’Chips versorgt worden sind, bleiben unsere Vorr├Ąte diesen Abend unangetastet. Es ist aber noch gen├╝gend Bier zum Vernichten vorhanden und so verstreicht der Abend bei einer z├╝nftigen Partie Skat. Es ist 2.00 Uhr, als ich mich zur Ruhe begebe.

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flammarion
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hallo,

irre ich mich oder war die geschichte urspr├╝nglich l├Ąnger? da haste dich erst gar nicht getraut, sie einzustellen und jetzt rangiert sie unter "das beste"! ganz lieb gr├╝├čt
__________________
Old Icke

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amorphoury
???
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hi flammi,

von 'geziert' kann ja wohl keine rede sein ;-))
aber der text ist soweit vollst├Ąndig, insofern, dass ich ab montag nicht weitergeschrieben hatte.
gruss amorph

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