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Leselupe.de > Kurzprosa
Broken Column
Eingestellt am 29. 06. 2005 11:04


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caspAr
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Registriert: Jun 2003

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Broken Column


Das Land liegt am Boden, der Sommer ist eine Farce, im Kongo werden Menschen bei lebendigem Leib gegart, deutsche Frauen wittern politische Vormacht, und ab und zu wundere ich mich dar├╝ber, was so alles passiert.
Begebenheiten, welche auf Spielpl├Ątzen f├╝r Kleinkinder, nicht weit entfernt, zwischen zwei jungen M├╝ttern ausgetauscht werden, sind nur ein schmales Segment von den Dingen, welche min├╝tlich auf unserem Planeten von Mund zu Mund wandern. Es kann sogar vorkommen, das in einem noch nicht ├╝berschaubaren Komprimierungsprozess aus den Inhalten des verbal transportiertem, Bauernweisheiten und Kalenderspr├╝che werden.
Diese tragen zu einem bedeutenden Teil unserer eigenen Identifikation bei. Als Volk, Nation und Erdenb├╝rger.

Die aufgeschnappte Geschichte, der seltsam vertraut miteinander kommunizierenden M├╝tter, handelte vom Tod und der stoischen und frustrierenden Wiederholung des Lebens. Sie handelte von einem Ingenieur, der am Sterbebett seiner Frau weinend zu der ├ťberzeugung kommt, das im Falle einer von ihm absolvierten medizinischen Ausbildung, er jetzt ├╝ber die M├Âglichkeit, den Tod zu foppen, verf├╝gen k├Ânnte.
Vielleicht d├Ąmpft ja die Vorstellung, vor langer Zeit einen Weg in die falsche Richtung gegangen zu sein, den Schmerz ├╝ber das Dahinscheiden eines Menschen, eines Menschen, den man einmal sehr mochte.
Die Geschichte zeigt uns, dass zum Schluss doch alles vergebens ist, denn anstatt der Realit├Ąt ins Antlitz blicken zu k├Ânnen, verzweifeln wir an Banalit├Ąten des Lebens.
Wir werden sterben. Jeder von uns. Und aus diesem Grund relativiert sich auch der verzweifelte Vorwurf des Ingenieurs, nicht Medizin studiert zu haben. Anzunehmen das Schicksal beeinflussen zu k├Ânnen ist nicht arrogant und gr├Â├čenwahnsinnig. Im Falle des Ingenieurs ist es eine authentische Spiegelung der Seele. Er verliert mehr als nur einen Teil des eigenen Selbst. Und es ist verdammt schwer zu erkennen, dass alles vorherbestimmt ist.

Pessimisten werden jetzt tadeln und schimpfen. Dies sei nicht irgendeine banale Geschichte, sondern die pure Wahrheit. Ihnen sei f├╝r kurze Zeit das Gleichgewicht der Welt ans m├╝de Herz gehangen, und ein aufgebrachter Weltverbesserer, von weiter hinten, f├╝r seinen unseri├Âsen Zwischenruf entschuldigt. Der Punkt ist doch - Je ├Ąlter wir werden, desto mehr entnimmt man uns. Wir werden beraubt der Tr├Ąume und dem Glauben an Einfachheit und Verwirklichung. Dieses Wissen verbittert ein wenig auf Dauer. Das ist die Wahrheit.
ÔÇ×Verschwende deine JugendÔÇť habe ich danach an den Litfasss├Ąulen der Stadt gelesen. Ich m├Âchte wirklich zu gerne wissen, wer f├╝r die Anstiftung zum Ausverkauf dieser, von uns so, schmerzlich vermissten und angenehmen Heiterkeit verantwortlich ist.

Die momentane Situation zwischen uns und wir beide in ihr. Gleich unwissenden (und somit stark verst├Ârten) Abgesandten einer staubigen Institution repr├Ąsentieren wir ein angelerntes, wie eingepfl├╝gtes Verhalten des Menschen. Konfrontationen, die ├╝ber Raster hinausgehen verursachen Bauchschmerzen, und ich kenne dich zu gut, um ein Ausbleiben deiner Worte nicht zu verstehen. Das Bed├╝rfnis den Kern in dir zu sch├╝tzen, kann ich nachvollziehen, und auch R├╝ckzug, als Selbstschutz und Methode ist mir bekannt. Im Dialog wird ├ängsten der Boden entzogen, nicht in den Phasen des R├╝ckzuges.
Wir sind vom Sand der W├╝sten zur├╝ck eroberte Oasen. Erlebtes setzt dort an, wo alles begann. Und deshalb jetzt dieser Text. Und deshalb auch seine Berechtigung. Der Sommer macht die Frauen sch├Ân.

__________________
die zeit zerst├Ârt alles

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ardice
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Registriert: Mar 2004

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dieser text bescheinigt dem autor zweifelsohne eloquenz und birgt doch ein problem - er ist eindimensional. er beschreibt ans├Ątze, ├╝ber die es sich nachzudenken lohnt, aber er sieht nicht dahinter. quintessenz des textes ist eine feststellung als solche, die gleichsam damit verkn├╝pft wird, dass s├Ąmtliche geschehnisse dieser erde gottgewollt und von daher schicksalshaft sind. das aber l├Ąsst diese durchaus ausdruckstarken worte blass erscheinen. blass, weil es nicht mehr als den abriss eines geschehens darstellt, aber die menschen darinnen von jeglicher verantwortung freispricht. dieser text erweckt den eindruck, als w├╝rden die darin agierenden personen nur deshalb zum leben erwecken, weil irgendjemand da ganz oben die f├Ąden in der hand h├Ąlt und sie so von jeglicher eigenverantwortung entbindet.

ausdrucksstarke worte, die auf dem weg zur erkenntnis leider ins plattit├╝denhafte abgeglitten sind.

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