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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Brüder
Eingestellt am 20. 12. 2005 08:41


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memo
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Registriert: Nov 2005

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Die Raben waren wie Punkte im Schnee.
Sie schauten herüber zum Dorf.
Die Mutter nahm ihren kleinen Sohn in den Arm.
Der ältere Bruder stand ratlos in der Einfahrt - wollte das Fahrrad nehmen um Fortzufahren, irgendwohin.
„He,“ schrie die Mutter laut, „Nimm den Kleinen mit! Und pass auf ihn auf, hast du gehört!“
Sicher hat er gehört.
Und dann kriegt immer er alles ab.
Der Jüngere nahm nun auch eifrig sein Rad und winkte der Mutter noch zu.
Sie sind zum sumpfigen Tümpel gefahren und haben mit Stecken im modrigen Wasser gestochert und gekämpft.
Die Weiden schluckten den Wind und die Rufe.
Der Kleine hat einen Hieb abgekriegt, geweint hat er nicht.
„Wir fahren zum Steinbruch,“ meinte der Große nur.
„Das dürfen wir nicht!“
„Wir sagen einfach wir waren im Wald.“
„Aber wir dürfen nicht lügen!“
Süß schaut er aus, der Kurze. Das denkt er oft. Er hat so ein liebes Gesicht.
Kein Wunder, dass die Mutter so oft mit ihm spielt.
Er selbst ist nicht so hübsch, nein. Und seit dem letzten Streit zu Hause hat er auch eine krumme Nase.
Der Vater hat in der Schule einfach gesagt, dass er hingefallen ist.
„Halt den Mund, ist doch egal, wir fahren zum Steinbruch - bemerkt ja keiner.“
Erst als die Schatten sich lang in die dämmrige Landschaft zogen, brachen sie auf.
„Wir müssen uns beeilen, nicht?“ der Kleine trat heftig in die Pedale.
Die Raben stoben schreiend auseinander und der Schnee staubte in der anbrechenden Dunkelheit.
Der ältere Bruder, blickte sich nur einmal um.
Er sah den Kleinen nicht mehr.
Am schmalen Pfad, dort wo der Sumpf so gefährlich nahe kommt, musste er aufpassen.
Nur er kannte die Stelle gut, er fuhr besonders schnell.
Kalt prallte ihm der Fahrtwind entgegen, doch seine Hände krampften sich schweißnass um den Fahrradgriff.
Er drehte sich nicht um.
Die Vögel schrieen plötzlich so laut, dass der Bub zusammenzuckte.
Seine Beine zitterten, als er schließlich vom Fahrrad abstieg.
Die Laterne vorm Haus blendete ihn und er wandte sich ab.
Er hatte aufgepasst und es war nichts passiert, schoss es ihm durch den Kopf, als er in
den finsteren Flur ging.

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coxew
???
Registriert: Jun 2005

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die geschichte ist gut. das eine bild aber würde ich verändern. liest sich sehr unbeholfen.


... Schwer lag die Wintersonne auf der Hausmauer, ...

wo die Mutter ihren kleinen Sohn in den Arm nahm ...

viele grüße
coxew

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memo
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Hallo coxew!

Danke für deine positive Antwort und die konstruktive
Anregung.
Einen schönen Tag wünscht
memo

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Kejacothie
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jun 2005

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Hallo Memo, Deine Geschichte hat mich sehr beeindruckt. Das Kain- und Abel-Thema in unsere Zeit übertragen.

Eine Frage habe ich: Ist der Wechsel der Zeiten beabsichtigt?

Hier würde ich Moor schreiben, im Moor versinken Menschen, vor allem an den gefährlichen Stellen. Ein Sumpf kann alles sein:

______
Am schmalen Pfad, dort wo der Sumpf so gefährlich nahe kommt, musste er aufpassen.
_____________________


Einen schönen Abend

Kejacothie
__________________
Ich sattle um, werde Gärtnerin und begieße den großen Garten meiner Profil-Neu-Rosen

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memo
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Registriert: Nov 2005

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Hallo!
Die Gedanken des älteren Bruders sind in der Gegenwart
geschrieben.
Es ist nicht leicht ein großer Bruder zu sein.
Aber ein Kleiner wohl auch nicht.
Ich habe mich sehr über deine Nachricht gefreut.
Und danke für den Tipp mit dem Moor!
Liebe Grüße
memo

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