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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Buchstabenfarben - ein Mitmachgedicht
Eingestellt am 03. 08. 2012 21:16


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Bernd
Foren-Redakteur
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a ist rot
e ist gelb
ö ist lila
o ist blau
u ist dunkelblau
i ist hellgrĂŒn
Ă€ ist rosa (oder pink?)
ĂŒ ist helles blaugrĂŒn

Das sind meine Empfindungen

Farbzuordnungen habe ich nicht erfunden

Ich sehe sie nicht.
Ich fĂŒhle sie.

Manche sehen sie.

Wie ist es bei euch?

m ist grau
t ist grau gesprenkelt
die mesiten Konsonanten sind grau.

sch ist Wasser


Jakobson beschrieb Zuordnungen
bei Kindern,
die gesprochene Buchstaben farbig sehen.
__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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wirena
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Die Farben sind der Ort,
wo unser Gehirn und das Universum
sich begegnen.


Paul Cezanne


Lieber Bernd

Spannend Dein „Input“! Er knĂŒpft irgendwie bei mir an seit „ewigen Zeiten“ schlummernde Fragen an. Du fragst nach unserem Erleben und hast keine Farbzuordnung gefunden.

Die SynĂ€sthetikerin Patricia Lynne Duffy, MitbegrĂŒnderin und Beraterin der American Synesthesia Association, hat eine erstellt. Siehe

www.sensequence.de/arch/lett/patlettde.html

SynÀsthetiker erleben die Farben der Buchstaben aber unterschiedlich. Artikelzitat: scinexx.de:

„Tief ist dunkel, hoch ist hell? Das RĂ€tsel der Unterschiede und Gemeinsamkeiten
Die Britin Dorothy Latham sieht O als leuchtend rot, fĂŒr ihren Zwillingsbruder Peter sind dagegen R und Z rot. Selbst bei Zwillingen, die beide SynĂ€stheten sind, können sich die Farben, die beide mit Zahlen verbinden, deutlich unterscheiden. Und auch die KĂŒnstlerin Carol Steen und ihr Vater sind in dieser Hinsicht nicht immer einer Meinung, wie sie erzĂ€hlt: „Dreißig Jahre spĂ€ter kam mein Vater mich in Manhattan besuchen und sagte: ‚Weißt du, die Zahl vier ist wirklich rot und die Null ist weiß. Und die Zahl neun ist grĂŒn.‘ Ich entgegnete: ‚Naja, ich stimme dir bei der Vier und der Null zu, aber die Neun ist definitiv nicht grĂŒn. Eine komplette Übereinstimmung aller Buchstaben- oder Zahlen-Farben bei zwei SynĂ€stheten ist nach den Erfahrungen der Forscher bisher kaum vorgekommen. In jĂŒngster Zeit haben Wissenschaftler allerdings Hinweise darauf gefunden, das bestimmte Paarungen gerade bei Buchstaben-Farben-SynĂ€sthesie statistisch gesehen hĂ€ufiger auftreten als andere. So ist das A sehr oft rot, die letzten Buchstaben des Alphabets lösen dagegen hĂ€ufig die Wahrnehmung von metallischen oder dunkleren Farbtönen aus.“


Auch ETH ZĂŒrich muss eine Farbenzuordnung zu Buchstaben haben. Jedenfalls entwickelte sie die Lern- und Therapiesoftware Dybuster. Ein Farbenalphabet fand ich nicht, doch den Hinweis auf, Zitat:
„Linguistische Basis"
FĂŒr die Wortauswahl und die mathematische Berechnung der multisensorischen Darstellung wurden ausfĂŒhrliche linguistischen Untersuchungen vorgenommen. Insbesondere die HĂ€ufigkeit und Schwierigkeit von Wörtern und Buchstaben wurden berĂŒcksichtigt. So enthĂ€lt Dybuster die 8‘000 hĂ€ufigsten deutschen Wörter, wobei die hĂ€ufigen, einfachen Wörter zuerst gefragt werden. Die Buchstaben sind so auf die Farben zugeteilt, dass alle Farben in der Sprache gleich hĂ€ufig vorkommen, d.h. uniform verteilt sind. So kann an Hand der Farben der richtige Buchstabe am eindeutigsten bestimmt werden


Meine persönliche Erfahrung ist, dass mein Farberleben ein absolut anderes ist, wenn ich die Buchstaben als grafische Symbole/Zeichen betrachte oder als Klang/Laute vor mich hinspreche. In beiden FĂ€llen sehe auch ich keine Farben, sondern, denke/empfinde spontan das Farbwort. Die daraus erfolgenden, vom Malen her bekannten FarbgefĂŒhle, wecken erst die Farberinnerung an die Farbe an sich, und dann auch zu neuen Wortassoziationen oder spontanem bilderĂ€hnlichen Erleben.

Beispiel:
gezeichnetes grafisches R = GrĂŒn verbunden mit Wortassoziation Wiese, Rasen...verbleibe, konzentriere ich mich auf das FarbgefĂŒhl, vertiefe ich mich in die Farberinnerung GrĂŒn - verschwindet der Zusammenhang zum Buchstaben R -

Laut vor mich hingesprochen - Klang verĂ€ndert GefĂŒhl:
R = Rot, KörpergefĂŒhl/Motorik, die Zungenbewegung ist dominant – spontane Emotion mit Wortassoziation Energie/Kraft angekoppelt an das geflĂŒgelten Wort „ich sehe Rot“. FarbgefĂŒhl, Farberinnerung als Farbe folgt zweitrangig und weckt ganz andere Bilder/Wortassoziationen.

Das Hören eines gesprochenen Buchstabens wÀre nochmals eine andere Erfahrung.


Meines Erachtens ist Farberleben, wie so vieles, ein höchstpersönliches, subjektives Erleben. Nicht nur biografisch abhĂ€ngig/beeinflusst sondern auch von den organischen FĂ€higkeiten/Möglichkeiten. MĂŒsste ich mich auf eine Farbzuordnung festlegen, mĂŒsste ich ĂŒber lĂ€ngere Zeit mich damit konkret befassen und sicher auch sehr viele Buchstabenbilder in verschiedenen Farben malen :-).

Bernd, Deine Farbenzuordnung kann ich gut nachempfinden, doch sie stimmen mit meiner derzeitigen, spontanen Wahrnehmung selten ĂŒberein.

FĂŒr mich wĂ€re heute folgende unreflektierte, spontane Zuordnung stimmig:

a = rot
e = blau
ö = gelb
o = blau
i = gelb
Ă€ = pink
ĂŒ = grĂŒn


Lg wirena.

__________________
Das Innere oder Innerliche ist um so wirklicher, als ich es mir immer wieder erobern muss.
"Was ich selbst erlebt habe, ist nur dann wahr, wenn es als verwandelter Vorgang wiederkehrt. Hans Bender, geb. 01.07.1919

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Bernd
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Liebe Wirena,
danke fĂŒr die Informationen und den Tip.
ich habe es laut probiert, am klarsten ist mein GefĂŒhl
ö=lila/violett

I ist eher weiß, aber eher metallartig, schwer zu sagen.
O bleibt rot, alles andere ist unklar.

Gestern habe ich sie gedacht. Vielleicht ist da ein Zusammenhang, wenn alles im GedĂ€chnis ablĂ€uft gegenĂŒber tatsĂ€chliche EindrĂŒcken.

Roman Jakobson beschrieb in seinem Buch "Kindersprache, Aphasie und allgemeine Lautgesetze" ebenfalls die Zuordnung heller Farben zu hellen Vokalen und dunkler Farben zu dunklen Vokalen.

Als Beispiel gibt er neben anderen K. Langenbecks Tabelle an:

"a rot ĂŠ rosa
o blau Ăž hellblau e gelb
u schwarzbraun, y grau, i silberweiß"

Jakobson beschreib, dass die Systeme sehr individuell sind.

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wirena
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...ja Bernd, gemĂ€ss meiner Erfahrung gibt es einen Zusammenhang, und es macht einen grossen Unterschied, ob die Buchstaben „nur“ gedacht oder an tatsĂ€chlichen EindrĂŒcke gekoppelt sind. Jedenfalls erlebte ich nun, versuchte erstmals die Buchstaben nur zu denken, und konzentrierte mich dabei auf den GedĂ€chtnisklang, dass da einiges „mitmischelt“, das ich nicht unter Kontrolle habe. Vermutlich werden beim reinen Denken, ohne irgendwelche tatsĂ€chlichen EindrĂŒcke alle „Gehirnregionen“ aktiv, die seinerzeit mit dem entsprechenden Buchstaben verbunden wurden und „verknĂŒpfen“ sich neu bei der Suche nach der „stimmigen“ Farbe.

So z.B. gelang es mir nicht den Buchstaben O bei meinem ersten spontanen Versuch nur klanglich zu denken. Die Vorstellung des Buchstabens O, ein Kreis schwebte unweigerlich vor meinem inneren Auge in weiss, und war nicht wegzudenken. Wechselte dafĂŒr zu silber und gold. Bei erneutem Versuchen blieb der gedachte O-Klang immer noch verbunden mit der Kreisvorstellung. Weiss wechselte aber nicht mehr.

Die klangliche Vorstellung des B hingegen war nicht möglich ohne Wortassoziation BĂ€r, Brot und wurde dadurch zu braun und ein grosses B schwebt vor meinem inneren Auge. Bei erneuten Versuchen, vermischte sich die klangliche Vorstellung mit den Zeichen „beee“, die vor meinem inneren Auge in die Farbe Blau „liefen“....

Ich denke, da gĂ€be es fĂŒr mich einiges zu Durchleben, bis ich, wenn ĂŒberhaupt, zu den Buchstaben reine Farben zu ordnen und in meinem Hirn neu verankern könnte -

....herzlichen Dank Bernd fĂŒr diese Erfahrung/Erkenntnis....

Lg wirena

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Hallo Bernd

kurze Info – vielleicht auch fĂŒr Dich interessant. Bei oO (Buchstabe O) bin ich ja beim Kreis gelandet – heute bei aA = rot beim Oktaeder

Lg wirena

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