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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Bürgerentlassungen
Eingestellt am 02. 11. 2006 20:09


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Karl Feldkamp
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Warum eigentlich nicht von erfolgreichen Bankern lernen?
Die Deutsche Bank entlässt 6000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erhöht die bankeigenen Gewinne um 60 %.
Und da diskutieren unsere ewig unzeitgemäßen Politiker noch über Einwanderungsgesetze. Deutschland braucht Auswanderungsgesetze.
Es reicht allerdings nicht, nur Ausländer abzuschieben. Um wirklich Gewinne zu machen und die öffentlichen Haushalte zu sanieren, müssen (sozialverträglich, versteht sich) in Zukunft selbst Deutsche aus ihrem Staat entlassen werden.
Wir können uns die vielen Arbeitslosen in unserem Land einfach nicht mehr leisten. Sie belasten unseren Sozialstaat in unverantwortbarem Maß.
Selbstverständlich sollten die zur Abschiebung vorgesehenen arbeitslosen Deutschen nicht unvorbereitet in ein fremdes Land ausgewiesen werden. Das wäre alles Andere als sozialverträglich. Niedrige Löhne und geringer Sozialstandart im Zielland dürfen keinesfalls als Schock wirken.
Inzwischen gibt es kaum noch Arbeitnehmer in Deutschland, denen kein Arbeitsplatzverlust droht. Selbstverständlich müssen die zur Entlassung Vorgesehenen schon sukzessive an geringeren Lohn und längere Arbeitszeiten gewöhnt werden. Daher beginnen vorausschauende Arbeitgeber heute bereits mit Lohnabbau. Darüber hinaus sollte jeder zur Entlassung vorgesehene Deutsche möglichst unmittelbar nach Beginn der Lohnabbauphase einen Rechtsanspruch auf wenigstens drei Urlaubsarbeitseinsätze in Billiglohnländern haben, damit er, falls er des Landes verwiesen werden muss, schon über ausreichende Erfahrungen in seinem neuen Heimatland verfügt und sich dort möglichst reibungslos integrieren kann. Das wäre vorausschauende, effektive und globale Arbeitsmarktpolitik.

Die Intelligenz in unserem Lande hat inzwischen ansatzweise begriffen, was nötig ist und betreibt Bevölkerungsabbau auf ihre Art. Vor allem weibliche Akademikerinnen helfen unter selbstlosem Verzicht auf ihren allzu natürlichen Kinderwunsch indirekt Bevölkerungsplätze abzubauen, indem sie die Wiederbesetzung der durch Ableben frei gewordenen Plätze verhindern. Und nicht nur das. Gerade jene Akademikerinnen (das spricht für die Qualität des zu Unrecht geschmähten höheren deutschen Bildungswesens) sorgen sich somit nicht um Kinder, sondern um ihre Karriere und damit um die notwendige Binnennachfrage. Mit Verdienstzuwächsen durch Karriere können sie nämlich den Konsum und damit die Konjunktur ankurbeln. Billige Familienpackungen senken die Gewinnspannen.
Außerdem, wer arbeitet denn demnächst auf qualifizierten, wirklich Werte schaffenden Arbeitsstellen? Außer qualifizierter Arbeit wird es ohnehin kaum Arbeit geben. Und die setzt als Mindestanforderung wenigstens Abitur und ein Studium in Betriebswirtschaft voraus. Selbstverständlich reicht das nicht, da für fachlich qualifizierte Arbeit ein weiteres Fachstudium unbedingt notwendig sein wird.
Nichtakademiker werden zwangsläufig in der Arbeitslosigkeit landen. Doch wer nicht arbeitet, fällt der Gemeinschaft unnütz zur Last.
Es wäre daher mehr als konsequent, wenn demnächst Hartz X für Arbeitslose ohne akademisches Studium Bürgerentlassungen vorsähe.
Deutschland kann es sich nicht leisten, seine Gewinne in wirtschaftlich totes (weil unproduktives) Humankapital zu stecken. Gewinne müssen sinnvoll investiert werden. Noch viel weniger kann Deutschland es sich leisten, für Arbeitslose und Arbeitsunfähige Schulden zu machen. Schulden sind grundsätzlich zu vermeiden, es sei denn, sie werden im Rahmen einer innovativen Wirtschaftspolitik für Unternehmen gemacht, die damit diese notwendigen Gewinne erwirtschaften können.

Ausgerechnet der älteste Minister der Bundesregierung leistet hier vorbildliche Arbeit. Innenminister Schily, bereits einige Jahre jenseits der gesetzlichen Pensions- und Rentengrenze, regiert immer noch mit. Er fällt dadurch zunächst einmal, und das ist mehr als lobenswert, keinem der nicht mehr bezahlbaren Sozialsysteme zur Last.
Ausgerechnet dieser ältere, als unbelehrbar und polternd geltende SPD- Politiker denkt in der Regierung zukunftsorientierter als alle seine jüngeren Kabinettskolleginnen und –kollegen zusammen.
Die von ihm außerhalb Deutschlands und Europas geplanten Auffanglager für potentielle Asylbewerber in Deutschland sind eine der wertvollsten Investitionen in die Zukunft unseres Landes.
Denn sie könnten, haben sie als Asylbewerberauffangstationen ausgedient, da wegen des immer niedriger werdenden deutschen Lohnniveaus keine Armutsflüchtlinge mehr in unser Land einwandern wollen, zu Übergangslagern für entlassene Deutsche umgewidmet und umgestaltet werden. Bereits entlassene Deutsche könnten in den Lagern mit umfangreichen Trainingsprogrammen intensiv darauf vorbereitet werden, in Billiglohnländern als erfolgreiche Arbeitskräfte zu bestehen.
60-Wochenarbeitsstundendauertrainig wird für die zukünftige Tätigkeit der Entlassenen ebenso von Vorteil sein wie Sprach-Crashkurse, Kochkurse für billige Einfachstgerichte und Überlebenstraining. Und gerade Überleben könnten sie aufgrund der vorgesehenen Lage der Übergangslager in Nordafrika besonders intensiv in der afrikanischen Wüste einüben. Wer dort überlebt, hat gelernt, mit nahezu nichts zu leben.
Natürlich müssen diese Übergangsstationen auch finanziert werden. Empfehlenswert wäre eine Mischfinanzierung. Die Bundesregierung wird sicher einen Teil der Kosten übernehmen müssen. Allerdings sollten die Unternehmen, die ihre Mitarbeiter aus teuren deutschen Arbeitsverhältnissen entlassen, um sie dann - gut vorbereitet - in ihre Niederlassungen in Billiglohnländern wieder einstellen zu können, sich zeitlich begrenzte Platzkontingente für ihre Mitarbeiter gegen entsprechendes Entgelt in den Übergangslagern sichern können.
Nur so wäre eine reibungslose Abwicklung des Übergangs von deutschen in ausländische Arbeitsverhältnisse möglich, ohne in Deutschland oder im entsprechenden Billiglohnland unnötige Arbeitslosigkeit zu erzeugen. Der Aufenthalt im Übergangslager hätte selbstverständlich als Weiterbildungsmaßnahme zu gelten und würde deswegen die Arbeitslosenstatistik nicht belasten.
Um Arbeitslosigkeit in Deutschland nachhaltig zu beseitigen, wäre es nach ersten Schätzungen empfehlenswert, in den nächsten 10 Jahren mindestens 12% Prozent der unproduktiven in Deutschland lebenden Einwohnerinnen und Einwohner aus dem Land zu entlassen, selbst solche, die ihre deutsche Abstammung über mehrere Generationen nachweisen können. Die Zeiten, in denen die deutsche Abstammung zu Privilegien in Deutschland verhalf, ist - Gott sei Dank - Teil unheilvoller deutscher Vergangenheit.
Selbstverständlich wird es notwendig sein, auch im Ausland geborene Staatsbürger und andere Eingedeutschte zu entlassen. Doch auch ihnen müsste der deutsche Staat im Sinne einer vernünftigen und globalen Integrationspolitik einen entsprechenden Trainingsaufenthalt in Übergangslagern gewähren.
Wenn ein im außerdeutschen Ausland geborener Staatsbürger in sein Billiglohnheimatland zurückkehren will, sollte sich die Aufenthaltsberechtigung im Auffanglager im Verhältnis zu den Jahren verkürzen, die er vor seinem Aufenthalt in Deutschland in seinem Heimatland gelebt hat. Volljährigen Staatsbürgern, die bereits im Vorschulalter ihr Heimatland verließen, könnte jeweils die volle Aufenthaltsdauer im Übergangslager zustehen. Bei ihnen ist davon auszugehen, dass sie nur äußerst geringe Bindungen an ihr Heimatland entwickelt konnten und vorwiegend in Deutschland sozialisiert wurden.
Vermutlich reichen die oben erwähnten praktischen Maßnahmen längst nicht aus, um die öffentlichen Haushalte in Deutschland wieder zu sanieren. Aber wie die Beispiele der weiblichen deutschen Akademiker und die vorausschauende Politik des Innenministers zeigen, sind wir in Deutschland einmal mehr auf dem allerbesten Weg.

__________________
Bei jedem Irrtum hat die Wahrheit eine neue Chance.

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jon
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Spontan-Reaktion

Mag sein, dass ich als kinderlose Akademikerin ein bisschen empfindlich reagiere, aber auch männliche Akademiker haben im Verhältnis zu "Unstudierten" deutlich weniger Kinder – was soll also diese Einschränkung?

Der letzte Absatz scheint mir kürzbar – da wird einiges lediglich in veränderter Nuancierung wiederholt. Der „Witz“ an dem Text ist ja die ungewöhnliche Idee, aber wie so oft bei Ungewöhnlichem fällt Wiederholung stärker auf und führt schnell zu einem „Ich hab's ja begriffen!"-Effekt. Der Witz ist da, das Spritzige lässt am Ende stark nach.

Ansonsten nicht ununterhaltsam – ich muss mir das demnächst noch mal ansehen, wenn ich etwas ausgeruhter bin.
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Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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Karl Feldkamp
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Liebe Jon,
danke für deine Anmerkungen.
natürlich gibt es mindestens so viele kinderlose Akademiker. Und nicht zuletzt hängst die Kinderlosigkeit von Akademikerinnen auch davon ab, dass sich oft kein Partner findet, der bereits ist, sich auf Kinder und Familie einzulassen. Aber du hast ja bemerkt, dass mein Text weniger ein essayistischer Ist. Eher gehört er in die Sparte Satire. Somit habe ich natürlich auch die ständig in der einschlägigen Presse zitierte Akademiker-Karrierefrau erwähnt, die aus beruflichen Gründen den Kinderwunsch bis hinter die natürliche Gebärfähigkeitsgrenze aufschiebt.
Die Wiederholung in den damit verbundenen Spannungsverlust habe ich beim Schreiben nicht so bemerkt. Ich werde mir den Text selbstverständlich darauf hin noch einmal durchlesen und ggf. kürzen.
Herzliche Grüße
und mir lag es fern, dich als kinderlose Akademikerin zu "diffamieren"
Karl
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dubidu
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Liebe Kollegin,

ich stimme dir zu, mit zunehmenden Lesen des Wasauchimmer-Textes nimmt der Witz ab, der untere Teil ist viel zu lang. Falls du den Text ausgeruht nochmals lesen solltest, wirst du noch weitere Schwächen finden.

Lieber Kollege, bitte nimm es mir nicht übel, doch der Text wirkt auf mich, wie der Beitrag eines unzufriedenen Sozialarbeiters, der weder die Nöte eines Unternehmers kennen gelernt hat, noch über ausreichende Kenntnisse in Makroökonomie verfügt. Vielleicht wäre es besser, über etwas zu schreiben, was der Autor wirklich kennt! Ich spüre in dem Text eine Sozialapostelromantik und den zwanghaften Versuch, so etwas wie eine Satire auf die Beine zu stellen. Zudem fehlen Andeutungen von Alternativen, die aufzeigen, wie man es besser machen könnte. Es fehlt der Höhepunkt, das Knackige, das Ironische, das Intelligente - kurz, das, was man zuweilen in der NYT oder FAZ lesen kann.

Viele Grüße
gez. das dubidu
__________________
Die Tollkühnheit des Schreibers und sein spontanes Bedürfnis nach Wahrheit müssen allemal größer sein als dessen Furcht vor den Konsequenzen seiner Aussagen.
RAFAEL SELIGMANN

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Karl Feldkamp
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Lieber Dubidu,
zunächst einmal vielen Dank dafür, dass du dich eingehend mit meinem Text auseinandergesetzt hast.
Ich bin zwar Sozialarbeiter, aber als solcher gar nicht einmal unzufrieden. Zudem bin ich als Supervisor durchaus auch bei Unternehmen tätig, bzw. bin als selbstständiger Supervisor sogar selbst Kleinunternehmer.
Ich glaube, dass die allzu Zahlengläubigen, die Banker, Statistiker und Ökonom(ist)en zurzeit zu übermächtig sind. Und es beruhigt mich sehr, dass die Geisteswissenschaften zurückzuschlagen beginnen. Es ist weder alles mess- noch berechenbar - und schon gar nicht das Humankapital (für mich das Unwort des Jahrhunderts).
Dies wollte ich u.a. mit meinem satirischen Text und der (absurden) Idee der Bürgerentlassung exemplarisch anprangern.
Deine Kritik an der teilweisen Langatmigkeit des Textes kann ich annehmen. Ich habe bereits relativ viel gekürzt (siehe die folgende neue Fassung).
Im Übrigen bin ich der Auffassung, dass ich, um einen satirischen Text zu schreiben, in diesem speziellen Fall nicht unbedingt vom ökonomischen Fach sein muss. Ich darf als Satiriker auch von einer anderen Warte aus fachfremd argumentieren.
Wenn die Ökonomie doch zu so klaren Erkenntnissen käme, wieso funktioniert denn dann vieles in der Wirtschaft unseres Landes nicht. Manches mag sicherlich ökonomisch zu beachten sein. Wesentlicher aber erscheint mir, dass menschlich nachempfindbar kommuniziert wird. Schließlich unterliegt selbst die Börse häufig eher psychologischen als ökonomischen Gesetzmäßigkeiten.
Nichts für ungut
Karl





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Karl Feldkamp
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Neufassung

Und hier die neue gekürzte Fassung:

Bürgerentlassungen

Warum eigentlich nicht von erfolgreichen Bankern lernen?
Die Deutsche Bank entlässt 6000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erhöht die bankeigenen Gewinne um 60 %.
Und da diskutieren unsere ewig unzeitgemäßen Politiker noch über Einwanderungsgesetze. Deutschland braucht Auswanderungsgesetze.
Um wirklich Gewinne zu machen und die öffentlichen Haushalte zu sanieren, müssen (sozialverträglich, versteht sich) in Zukunft nicht nur Migranten sondern auch reinrassige Deutsche aus ihrem Staat entlassen werden.
Wir können uns die Arbeitslosen und Senioren in unserem Land einfach nicht mehr leisten. Sie belasten unseren Sozialstaat in unverantwortbarem Maß.
Die Alten fühlen sich in wärmeren Teilen unserer Erde ohnehin wohler, würden dort weniger unter Rheuma leiden und nicht einmal das Gesundheitssystem ihres neune Aufenthaltslandes belasten.
Zur Abschiebung vorgesehene arbeitslose Deutsche sollten selbstverständlich nicht unvorbereitet in fremde Länder ausgewiesen werden. Das wäre alles Andere als sozialverträglich. Daher beginnen vorausschauende Arbeitgeber heute bereits mit Lohnabbau. Darüber hinaus sollte jeder zur Entlassung vorgesehene Deutsche möglichst unmittelbar nach Beginn der Lohnabbauphase einen Rechtsanspruch auf wenigstens zwei Urlaubsarbeitseinsätze in Billiglohnländern haben, um sich, falls er des Landes verwiesen wird, dort möglichst reibungslos zu integrieren. Das wäre vorausschauende, effektive und globale Arbeitsmarktpolitik.

Die Intelligenz in unserem Lande hat inzwischen ansatzweise begriffen, was nötig ist und betreibt Bevölkerungsabbau auf ihre Art. Vor allem weibliche Akademikerinnen und ihre männlichen Partner verzichten auf ihre natürlichen Kinderwünsche und bauen auf die Art Bevölkerungsplätze ab. Sie verhindern die Wiederbesetzung der durch Ableben frei gewordenen Plätze. Gerade jene Akademiker (das spricht für die Qualität des zu Unrecht geschmähten höheren deutschen Bildungswesens) sorgen sich somit nicht um Kinder, sondern um ihre Karriere und damit um die notwendige Binnennachfrage. Mit Verdienstzuwächsen durch Karriere können sie Konsum und Konjunktur ankurbeln. Billige Familienpackungen senken nur die Gewinnspannen.
Hartz X sollte daher vor allem für Arbeitslose ohne akademisches Studium, die sich auch noch durch viele Kinder vermehren, Bürgerentlassungen vorsähen.
Deutschland kann es sich nicht mehr leisten, seine Gewinne in wirtschaftlich totes (weil unproduktives) Humankapital zu stecken.

Ausgerechnet der älteste Minister der ehemaligen Bundesregierung leistet einst vorbildliche Arbeit. Innenminister Schily, bereits Jahre jenseits der gesetzlichen Pensions- und Rentengrenze, regierte immer weiter und fiel dadurch zunächst einmal, wenigstens einem der Sozialsysteme nicht zur Last.
Ausgerechnet dieser als unbelehrbar und polternd geltende SPD-Politiker dachte in der Regierung zukunftsorientierter als alle seine jüngeren Kabinettskolleginnen und –kollegen.
Die von ihm außerhalb Deutschlands und Europas geplanten Auffanglager für potentielle Asylbewerber in Deutschland wären eine der wertvollsten Investitionen in die Zukunft unseres Landes gewesen. Denn sie könnten, hätten sie als Asylbewerberauffangstationen ausgedient, da wegen des niedriger werdenden deutschen Lohnniveaus keine Armutsflüchtlinge mehr in unser Land einwandern, zu Übergangslagern für entlassene Deutsche umgewidmet werden. Bereits entlassene Deutsche könnten dort mit umfangreichen Trainingsprogrammen intensiv darauf vorbereitet werden, in Billiglohnländern als erfolgreiche Arbeitskräfte zu bestehen.
60-Wochenarbeitsstundendauertrainig wären für die zukünftige Tätigkeit der Entlassenen ebenso von Vorteil wie Sprach-Crashkurse, Kochkurse für billige Einfachstgerichte und Überlebenstraining. Und gerade Überleben könnten sie besonders intensiv in Übergangslagern in der afrikanischen Wüste einüben. Wer dort überlebt, hat gelernt, mit nahezu nichts zu leben.
Natürlich müssen diese Übergangsstationen auch finanziert werden. Die Bundesregierung würde sicher einen Teil der Kosten übernehmen müssen. Darüber hinaus sollten die Unternehmen, die Mitarbeiter aus teuren deutschen Arbeitsverhältnissen entlassen, um sie in ihren Niederlassungen in Billiglohnländern wieder einzustellen, sich zeitlich begrenzte Platzkontingente für ihre Mitarbeiter gegen entsprechendes Entgelt sichern können.
Der Aufenthalt im Übergangslager hätte als Weiterbildungsmaßnahme zu gelten, um die Arbeitslosenstatistik nicht zu belasten.
Um Arbeitslosigkeit in Deutschland nachhaltig zu beseitigen, wäre es nach ersten Schätzungen notwendig, in den nächsten 10 Jahren mindestens 12% Prozent der unproduktiven Deutschen aus ihrem Land zu entlassen. Die Zeiten, in denen die deutsche Abstammung zum unteilbaren Bleiberecht in Deutschland verhalf, ist - Gott sei Dank - Teil unheilvoller deutscher Vergangenheit.
Und will ein im außerdeutschen Ausland geborener Staatsbürger in sein Billiglohnheimatland zurückkehren, sollte sich die Aufenthaltsberechtigung im Auffanglager im Verhältnis der Anzahl der Jahre verkürzen, die er vor seinem Deutschlandaufenthalt in seinem Heimatland gelebt hat.
Vermutlich reichen die oben erwähnten praktischen Maßnahmen längst nicht aus, um die öffentlichen Haushalte in Deutschland wieder zu sanieren. Aber wie die Beispiele deutscher Akademiker und die vorausschauende Politik des einstigen Innenministers zeigen, sind wir in Deutschland einmal mehr auf dem allerbesten Weg.

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