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Leselupe.de > Ungereimtes
Bulimie
Eingestellt am 05. 09. 2003 20:45


Autor
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Traum
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Registriert: Jul 2003

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Bulimie

Ich verw├Âhn┬┤ mich
mit essen und fressen.
Verfallsdatum
ist mir egal.

Ich geb┬┤s ja wieder her.
Liebkos┬┤ die Klosch├╝ssel
mach nur vor ihr
meinen Knicks.

Die Augen blutunterlaufen
die Mundwinkel wund
niemand merkt es.

Warum leb┬┤ich noch
lieber w├Ąr┬┤mir
ich w├Ąre tot...




__________________
Den anderen nehmen wie er ist. Kritik ist fruchtbar, darf aber nicht zerst├Âren.

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mako
Guest
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Hallo, Traum,

ein ernstes Thema, f├╝r die Betroffenen gibt es kaum ein Entrinnen, sind sie erst einmal diesem Wahn verfallen.

Bei Deinem Gedicht bin ich ein wenig hin- und hergerissen.
Du beginnst noch recht schwungvoll und fast witzig bzw. sarkastisch (wird mir nicht so richtig klar).

In der dritten Strophe wird es dann ernst, ein Gef├╝hl des Alleingelassens stellt sich bei mir ein.

Bis dahin finde ich es stimmig, auch mit dem Wechsel der Stimmung. Dann mit der vierten Strophe hab ich ein Problem. Wollen diejenigen, die Bulimie-krank sind, sterben? Sie glauben noch zu dick zu sein und wollen d├╝nner und d├╝nner werden. Da folgt oft der Tod, ich wei├č, aber trotzdem passt es f├╝r mich nicht.

Habe nun ├╝berlegt, wie ich den Schlu├č schreiben w├╝rde: vielleicht statt "tot" "d├╝nn", aber dann passt es davor nicht so richtig, es m├╝├čte dann ein "warum ich leb┬┤ ich so" werden. Das w├╝rde dann aber wieder die Wirkung der vorigen Strophe aufweichen.

Letztendlich k├Ânnte ich mir vorstellen, diese Strophe zu streichen. Dann bleibt das Gedicht offen, endet (eigentlich nicht) mit diesem Alleingelassensein "niemand merkt es"...das regt sehr zum Nachdenken an, finde ich.

Mit dem "tot" ist f├╝r mich als Leser das Thema abgeschlossen, ohne die 4. Strophe nicht, da f├╝hle ich mich als Leser auch als dieser "niemand"...

Sind so meine Gedanken, die Dein Gedicht bei mir hervorrief. Somit hat es schon gewirkt.

Lieben Gru├č
Mako

___________________________
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Traum
One-Hit-Wonder-Autor
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All dem ein Ende machen...

Lieber Mako,

..ist es nicht doch ein Tod auf Raten? Der dann den Wunsch hervorbringt, diesen Kreislauf zu beenden, bevor die aufsteigende Magens├Ąure die Speiser├Âhre zerfrisst?!
Ich wei├č es nicht.
Sicher- ,die 4. Strophe, der Wunsch, ist so endg├╝ltig, so abgeschlossen. Da hast Du recht.

Vielen Dank f├╝r Deine Gedanken zu diesem Thema und meiner Ausf├╝hrung dazu.

Gr├╝├č Dich

Traum
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roland
???
Registriert: Aug 2003

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Bulimie

Hallo, liebe Traum,
Dein Text besch├Ąftigt mich und ich m├Âchte gern etwas dazu sagen.
In Deinen ersten beiden Strophen habe ich die Empfindung einer ironisch- pessimistischen Haltung (etwa: `egal, wie frisch das ist, was ich esse, ich bring es sowieso wieder raus┬┤). Dann beschreibst Du den Zustand danach, der wahrscheinlich ein Dauerzustand ist, also ein schlechter. Und dann kommt die traurige Aussage, lieber tot sein zu wollen.
Der Ernst der dritten Strophe steigert sich so schnell in die vierte, da├č ich lesend sogleich zur├╝ckgesprungen bin an den Anfang und ihn erneut gelesen habe.
Dabei ragte dann auf einmal das Wort "verw├Âhnen" heraus. Diese Wahl k├Ânnte nach meinem Gef├╝hl ein Hinweis sein, da├č in diesem Text der Ich-Form dennoch der Blick von au├čen auf jemanden f├Ąllt, der Bulimie- erkrankt ist.
Oder denkbar w├Ąre die Wortwahl auch als ein Ausdruck von sogenanntem Galgenhomor.

Zu diesem stark gesteigerten Ende (mit dem Todeswunsch) w├╝rde f├╝r mein Empfinden schl├╝ssiger passen, wenn Du in der ersten Zeile z.B. "peinigen" an Stelle von "verw├Âhnen" verwendetest. (Also der Gedanke, ob Essen in Wirklichkeit ein Genu├č sein kann, wenn ein Gef├╝hl dazugeh├Ârt, nicht leben zu wollen, fr├╝her SO behandelt worden zu sein.)

Nat├╝rlich ist das nur mein pers├Ânlicher Eindruck.
Aber ich wei├č von der Schwere dieses Krankheitsbildes und vor allem, da├č die dahinterstehenden Gr├╝nde schwerwiegendst sind (und einem weitgehenden gesellschaftlichen Tabu unterliegen). Deshalb vor allem ist f├╝r mich der Todeswunsch der vierten Strophe verst├Ąndlich und zum Inhalt des ganzen Textes schl├╝ssig.

Insgesamt gef├Ąllt mir Dein Werk gut, wenn man beim dahinterstehenden Ernst ├╝berhaupt von Gefallen sprechen darf. Es bringt mit seinen Bildern den Schmerz eines Lebens mit Bulimie kurz und unerbittlich ins Bewu├čtsein - so, wie die Wirklichkeit eben auch ist.
Dies von Roland



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Traum
One-Hit-Wonder-Autor
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Ernster, und immer aktuelles Thema

Lieber Roland,

ich danke Dir f├╝r diese vielen Zeilen, die mir zeigen, wie sehr Du Dich mit dem Thema auseinandersetzt. Sehr lange habe ich mir ├╝berlegt, ob ich es hier ver├Âffentlichen soll, stimmt, es ist ein Tabuthema in der Gesellschaft. Aber gerade deshalb wollte ich aufr├╝tteln, nachdenklich machen. Die Schule beginnt wieder, und immer mehr junge Menschen sind davon betroffen, und nicht nur M├Ądchen und Frauen sondern auch bei Jungens und M├Ąnner.Aber meine letzte Zeile:
ich wollt ich "w├Ąr" tot... ist doch mit Hoffnung verbunden f├╝r das "ja" zum Leben schlechthin. Es hei├čt nicht, ich "bin" tot. Ich wei├č nicht ob es genug her├╝bergekommen ist.

Viele Gr├╝├če

Traum
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IKT
Guest
Registriert: Not Yet

Guten Morgen Traum!
Bulimie - ein gern "├╝bersehenes" Thema. Genau wie Du es in der dritten Strophe beschreibst, "niemand merkt es". Deshalb denke ich, l├Ą├čt sich auch der Todeswunsch in Strophe vier erkl├Ąren. Wenn ein solcher Hilfeschrei nicht bemerkt wird, ist es oft so, dass der Betroffene nur noch tot sein m├Âchte. Also der Inhalt ist, meiner Meinung nach, nicht ganz verkehrt. Vielleicht solltest Du versuchen, andere Worte zu finden, die dasselbe ausdr├╝cken. Nicht ganz einfach!Ich w├╝nsche Dir einen sch├Ânen Tag! IKT

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