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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Bus nach San Diego
Eingestellt am 14. 12. 2017 23:09


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tangoed
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Registriert: Dec 2017

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Es dÀmmert in San Clemente.
Ich winke Joey zum Abschied.
Ein agiler Typ und ein begnadeter Sprayer.
Wir waren ein gutes Team. Ich habe die LĂ€den aufgerissen, er hat seine skurillen Szenen an die Fassaden gesprĂŒht.

Der Greyhound heult ungeduldig.
Fast alle PlĂ€tze sind frei, ich lĂŒmmle mich auf zwei Sitze aus rotem Kunstleder.
SchrÀg hinter mir eine Mexikanerin mit ihrer Tochter, weiter vorn drei Marines, ein Àlterer Mann.

WĂ€hrend der Fahrt presse ich meine Stirn an die Scheibe.
Draußen flimmert die Sonne, diese ungeschĂ€lte Orange
zieht in einer leuchtenden Farbspur unter den Meeresspiegel.

Strandfeuer flammen auf, Funken sprĂŒhen als GlĂŒhwĂŒrmchen
zwischen Jugendliche, Beachparty reiht sich an Beachparty.

Die Marines werden zunehmend lauter.
Der Àltere Mann schaut verÀrgert von seinem Buch auf.
Die Chica drĂŒckt ihre Tochter an sich.

Ich bin weit weg.

Irgendwann hÀlt der Bus vor einer MilitÀrbasis,
die Soldaten steigen aus.

Wir erreichen San Diego spÀtnachts.

Die Station ist beinah menschenleer.
Ein Farbiger mit schlohweißem Haar fegt den Wartesaal.
Ich kenne niemanden in dieser Stadt, weiß nicht wohin.

Die TĂŒr zu den Toiletten knallt, es hallt durch den Raum, dass es mich fröstelt.

Am Ausgang lauert ein Taxi.
Der Fahrer schaut mich gelangweilt an.

Ich steige ein, er fĂ€hrt sofort los, reißt am Taxameter.

Wohin?, nuschelt er.
Las Vegas!.

Er tritt auf die Bremse.

Ein Witz, beruhige ich, nur ein Witz.

Es ist spĂ€t fĂŒr solche Art von Humor.

Irgendein gĂŒnstiges Hotel, sage ich mĂŒde.

Er schweigt, hat aber verstanden denn er wendet den Wagen.

In der NÀhe des Hafens hÀlt er an.

Eine Absteige. In der Straße noch zwei, drei Bars, Tatoo-Shops, LebensmittellĂ€den ...
Ein paar betrunkene Matrosen streiten um etwas, vermutlich weiß keiner von Ihnen noch genau worĂŒber.

Der Nachtportier legt ein Wettmagazin zur Seite, mustert mich ungeniert durch seine schlierige Hornbrille.

Nichts mehr frei, Mann.

Ich sehe mehrere SchlĂŒssel am Board.
Mir fehlt jede Lust und Energie, mit diesem Fettwanst zu diskutieren.
Eine nuttige Farbige schÀlt sich aus Hintergrundschatten, mustert mich kurz.

Gib ihm die 211, Crunchy!.

Sie lÀchelt, es sieht sehr professionell aus.

Danke Sweetie, ich werfe ihr eine Kußhand zu.

Ihr LÀcheln wird wÀrmer.
Crunchy gibt mir murrend die SchlĂŒssel.

Hier eintragen Mann, er schiebt ein Formular rĂŒber, das macht 20 pro Nacht.

Ich gebe ihm die 20.

Bock auf ne heiße 50 Dollar Investition ?

Die Lady schiebt sich an meine Seite.
Ich habe weder Bock, noch habe ich 50 ĂŒber.
Beides Tatsachen, die mich in ihrer Gunst nicht noch weiter steigen lassen dĂŒrften.

Singst Du auch arme weiße Jungs in den Schlaf ?, frage ich und versuche meinen berĂŒhmten Cockerspanielblick.

Sie lacht lauthals und greift mir in den Nacken.
Selbst Crunchy hat so etwas wie den Anflug eines Grinsens im Gesicht.

Ok, sagen wir 20, flĂŒstert sie in mein Ohr, Du bekommst bei mir -arme weiße Jungs- Rabatt.

Wir gehen HĂ€ndchenhaltend in die 2. Etage.

Etwas spÀter stellt sich heraus, dass sie ganz phantastisch singen kann ...

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