Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5437
Themen:   92195
Momentan online:
317 Gäste und 17 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzgeschichten
Buschpilot in Kanada
Eingestellt am 18. 12. 2005 20:38


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
mikesflyin
Hobbydichter
Registriert: Dec 2005

Werke: 1
Kommentare: 1
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um mikesflyin eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Einmal eine Leiche bitte !

Es war alles so sch├Ân.
Blauer Himmel, nicht eine Wolke schob sich zwischen mir und der Unendlichkeit des Weltraums.
Eine superleichte Ladung und kein nerv├Âser, vor sich hin blubbernder, schwitzender ,fetter Ami neben mir.
Fast zu sch├Ân um wahr zu sein.
Bang ! Banng ! Bannng !
Motorschaden ?
Was ist passiert ?
Kolbenfresser ?
Feuer, Absturz und jetzt hat es mich doch erwischt ?
Bang ! Bang ! Bang !!!
\" Swampman, steh endlich auf. Du hast `nen Flug. Raus aus den Federn. Du wirst sofort gebraucht.\"
Bullshit Bob in Person ruft mir aus der Halle vor dem von Monat zu Monat gemieteten Hotelzimmer um den Hut zu h├Ąngen zu.
\" Jaja, schon gut,\" ich krieche aus dem Bett, greife nach meiner Blue Jeans.
\" Ich bin gleich da, warte.\"
Die Radiouhr verr├Ąt mir die Zeit : 6:19 .
Der erste Flug war doch erst f├╝r 8:30 gebucht.
Mit den Hosen an ├Âffne ich die T├╝r : \" Was ist denn los ? \"
Er ist mein Chef. Er ist dick, kurzbeinig, geldgierig und hat `ne Heidenangst vorm Fliegen.
\" Du musst sofort nach Lac La Croix fliegen. Ein Polizist wartet schon am Dock. Beeil dich !\"
\" Ein Bulle ? Was hab ich getan ?\"
Sofort wurde mir klar, dass wenn er hinter mir her w├Ąre, w├╝rde er nicht am Dock auf mich warten, sondern st├Ąnde im T├╝rrahmen.
In Kanada macht die Polizei nicht allzu viel Faxen.
\" Sei nicht albern. Zieh deine Schuhe und beweg deinen Arsch zur Base, aber pronto.\"
Er l├Ąsst mich stehen, um wichtigere Dinge zu erledigen.
\" Ich bin gleich da, in f├╝nfzehn \", aber er h├Ârt es schon nicht mehr.
Es scheint kein schlechter Tag zu werden.
Der Windsocken h├Ąngt halb hoch, vielleicht eine zehn Meilen Brise.
Ein paar wei├če Wolken bei sch├Ątzungsweise 3000 Fu├č, eine gebrochene Decke viel h├Âher.
Unten am Wasser steht der Ontario Provincial Policemann neben meiner rotwei├čen 185ziger Cessna.
Ich frag mich was zum Teufel das schon wieder soll.
\" Hallo, wie geht`s ? \" frag ich ihn.
\" Danke gut. Sch├Âner Tag zum fliegen, nicht wahr ? \"
Er ist ziemlich gro├č, rote Haare, irische Sommersprossen.
\" Ja, es sieht ganz gut aus.\"
Er quetscht sich auf dem Passagiersitz, ich schl├╝pfe hinter die Kontrollen und Claude, unser Dockjunge mit Neigung zum st├Ąndigem Kater, dr├╝ckt uns weg vom Steg zum offenen Wasser.
Das Triebwerk startet zufrieden stellend. Es weht ein Ostwind.
Das ist praktisch, da ich sowieso nach Osten muss und so kann ich die Windgeschwindigkeit ausnutzen ohne viel taxing zu m├╝ssen.
2000 Fu├č ├╝ber den Erdboden senke ich die Nase und trimme die Maschine auf gleich bleibende H├Âhe aus.
\" So, dann erz├Ąhlen Sie mal; warum fliegen wir ├╝berhaupt zum Reservat ? \" frag ich ihn.
Das Lac La Crois Indianer Reservat, ist ohne Boot oder Flugzeug nicht zu erreichen, denn Stra├čen gibt es nur im Dorf selbst. Vor 14 Jahren hatten sie sich selbst trocken gew├Ąhlt, d.h. auf dem Reservat selber durfte absolut kein Alkohol sein. Seitdem ging es mit der kleinen Gemeinde von ca. 300 Leuten langsam aber st├Ąndig bergauf.
\" Wie, hat ihnen ihr Boss es nicht erz├Ąhlt ? Ich muss einen Bericht machen und sie m├╝ssen die Leiche rausfliegen.\"
\" Eine Leiche, was soll das denn werden ?\" sagte ich.
\" Na, einen Toten halt. Ein siebzehn j├Ąhriger Junge ist gestern Abend gestorben.\"
\" Sie scherzen !? Eine Leiche ?\" Ich bin auf alle F├Ąlle ├╝berrascht, wenn nicht geschockt. Ich hab noch nie `nen Toten
gesehen.
\" Machen sie sich keine Sorgen, \" unterbricht er meine morbiden Gedanken,
\" dieser ist noch ganz frisch, macht keine Probleme,\"
erg├Ąnzt er mit leichtem Grinsen.
\" Was soll das schon wieder, keine Probleme ? \"
\" Nun, manchmal machen sie Ger├Ąusche. Nie nach einer Nacht, glaube ich. Sie wissen schon, blubbernde Laute von den Gasen im Magen.\"
\" Oh, ja, nat├╝rlich, \" stimme ich ihm zu.
\" Dieser wird nur eine normale Leiche sein, zu frisch.\"
Ich sehe ihm an, dass er meine Reaktion belustigend findet und um noch eins drauf zu setzen f├╝gt er hinzu :
\" Er k├Ânnte h├Âchstens ein bisschen furzen, das tun sie manchmal auch.\"
\" Dachte ich mir schon.\"
Eine halbe Stunde sp├Ąter setze ich meinen Vogel aufs dunkle Wasser und taxi zum Hauptdock des Dorfes.
Eine kleine Gruppe Indianer hat sich am Strand versammelt. Ich kann keinen Sarg entdecken.
Ich sichere das Flugzeug mit einem Seil, welches eine Ende st├Ąndig an einem der Schwimmer befestigt ist, mit dem anderen an dem Steg an die daf├╝r gedachten Metallhalterungen.
Nach einer Weile bewegt sich etwas oben am H├╝gel und ich verfolge wie vier M├Ąnner eine Trage mit einem d├╝nnen K├Ârper drauf den schmalen Weg hinunter tragen. Ein fast durchsichtiges Tuch bedeckt den armen Kerl.
Eine Kordel taucht auf. Sie binden ihn gut und fest, erst der
rechte Arm, dann wird der andere hoch gehoben um Drumherum die Schlinge zu f├╝hren. Das gleiche mit den Beinen.
Ich frage mich wie wir den ins Flugzeug kriegen sollen.
Der Polizist meldet sich wieder: \" Ich glaube sie nehmen am Besten die T├╝r raus und bauen den Sitz aus. Ich bleib sowieso hier, und sie fliegen alleine zur├╝ck.\"
Na klar. Einmal eine Leiche bitte.
Es ist ganz sch├Ân schwierig die Bahre in die Cessna zu bugsieren ohne den Jungen in den See fallen zu lassen.
Zu einem Zeitpunkt m├╝ssen wir sie 90 Grad schr├Ąg halten um ihn
zwischen den Fl├╝gelstrut und dem T├╝rrahmen zu schieben.
Aber endlich liegt er neben mir und wir starten durch Richtung Base, wo angeblich eine Ambulance auf meine Fracht wartet.
Der Bulle hatte nat├╝rlich recht. Der Typ hat mit keiner Wimper gezuckt, und ich konnte durchatmen.
Einmal in der richtigen Flugh├Âhe und ausgetrimmt dachte ich daran das Tuch zu l├╝ften und mir das Gesicht anzusehen, aber ich tat`s nicht. Ich habe Moralvorstellungen und respektiere die Ehre anderer.
Oder vielleicht war mir auch irgendwie nur unheimlich.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Eve
Routinierter Autor
Registriert: Mar 2001

Werke: 28
Kommentare: 516
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Eve eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo mikesflyin,

es ist schwierig, deinen Text mit Spa├č zu lesen. Was, zum Beispiel, soll das sein?

\" Ich bin gleich da, in f├╝nfzehn \", aber ...

F├╝r w├Ârtliche Rede gen├╝gt: "Ich bin gleich da."

Angenehmer w├Ąre au├čerdem ein Flie├čtext statt der flatterhaften Satzenden, schlie├člich schreibst du eine Kurzgeschichte und kein Gedicht.

Ich bekomme zwar schon ein ganz gutes Bild deines Protagonisten, seine Schnoddrigkeit kommt gut r├╝ber, aber irgendwie fehlt der Geschichte der Pep. Wo bleiben Spannung und H├Âhepunkt? Das Thema d├╝mpelt so vor sich hin, man wartet darauf, dass etwas passiert, und als der Pilot dann wirklich zu etwas Au├čergew├Âhnlichem gerufen wird, l├Ąsst du das einfach so auslaufen. Ohne Pointe oder "Moral" am Schluss.

Zudem stehst du scheinbar mit den Komma-Regeln auf Kriegsfu├č ;-) ...

Formal gibt es auch so einige Dinge, die nicht passen. Z. B. hier:
" Eine Leiche, was soll das denn werden ?\" sagte ich.
\" Na, einen Toten halt
??? was ist das denn f├╝r eine Antwort???

Und dann hier:
Zu einem Zeitpunkt m├╝ssen wir sie [die Leiche] 90 Grad schr├Ąg halten, um ihn [wen jetzt? den Leiche?]
zwischen den Fl├╝gelstrut und dem T├╝rrahmen zu schieben.

Ich will jetzt deinen Text nicht komplett zerpfl├╝cken - aber ich finde, eine ├ťberarbeitung ist dringend n├Âtig.

Ich hoffe, du nimmst meinen Kommentar als Anregung - nicht anders ist er gemeint! Viel Spa├č auch weiterhin beim Schreiben und Probieren und Ver├Âffentlichen :-)

Viele Gr├╝├če,
Eve

Bearbeiten/Löschen    


Zur├╝ck zu:  Kurzgeschichten Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!