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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Buschpilot in Kanada
Eingestellt am 18. 12. 2005 20:38


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mikesflyin
Hobbydichter
Registriert: Dec 2005

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Einmal eine Leiche bitte !

Es war alles so schön.
Blauer Himmel, nicht eine Wolke schob sich zwischen mir und der Unendlichkeit des Weltraums.
Eine superleichte Ladung und kein nervöser, vor sich hin blubbernder, schwitzender ,fetter Ami neben mir.
Fast zu schön um wahr zu sein.
Bang ! Banng ! Bannng !
Motorschaden ?
Was ist passiert ?
Kolbenfresser ?
Feuer, Absturz und jetzt hat es mich doch erwischt ?
Bang ! Bang ! Bang !!!
\" Swampman, steh endlich auf. Du hast `nen Flug. Raus aus den Federn. Du wirst sofort gebraucht.\"
Bullshit Bob in Person ruft mir aus der Halle vor dem von Monat zu Monat gemieteten Hotelzimmer um den Hut zu hÀngen zu.
\" Jaja, schon gut,\" ich krieche aus dem Bett, greife nach meiner Blue Jeans.
\" Ich bin gleich da, warte.\"
Die Radiouhr verrÀt mir die Zeit : 6:19 .
Der erste Flug war doch erst fĂŒr 8:30 gebucht.
Mit den Hosen an öffne ich die TĂŒr : \" Was ist denn los ? \"
Er ist mein Chef. Er ist dick, kurzbeinig, geldgierig und hat `ne Heidenangst vorm Fliegen.
\" Du musst sofort nach Lac La Croix fliegen. Ein Polizist wartet schon am Dock. Beeil dich !\"
\" Ein Bulle ? Was hab ich getan ?\"
Sofort wurde mir klar, dass wenn er hinter mir her wĂ€re, wĂŒrde er nicht am Dock auf mich warten, sondern stĂ€nde im TĂŒrrahmen.
In Kanada macht die Polizei nicht allzu viel Faxen.
\" Sei nicht albern. Zieh deine Schuhe und beweg deinen Arsch zur Base, aber pronto.\"
Er lÀsst mich stehen, um wichtigere Dinge zu erledigen.
\" Ich bin gleich da, in fĂŒnfzehn \", aber er hört es schon nicht mehr.
Es scheint kein schlechter Tag zu werden.
Der Windsocken hÀngt halb hoch, vielleicht eine zehn Meilen Brise.
Ein paar weiße Wolken bei schĂ€tzungsweise 3000 Fuß, eine gebrochene Decke viel höher.
Unten am Wasser steht der Ontario Provincial Policemann neben meiner rotweißen 185ziger Cessna.
Ich frag mich was zum Teufel das schon wieder soll.
\" Hallo, wie geht`s ? \" frag ich ihn.
\" Danke gut. Schöner Tag zum fliegen, nicht wahr ? \"
Er ist ziemlich groß, rote Haare, irische Sommersprossen.
\" Ja, es sieht ganz gut aus.\"
Er quetscht sich auf dem Passagiersitz, ich schlĂŒpfe hinter die Kontrollen und Claude, unser Dockjunge mit Neigung zum stĂ€ndigem Kater, drĂŒckt uns weg vom Steg zum offenen Wasser.
Das Triebwerk startet zufrieden stellend. Es weht ein Ostwind.
Das ist praktisch, da ich sowieso nach Osten muss und so kann ich die Windgeschwindigkeit ausnutzen ohne viel taxing zu mĂŒssen.
2000 Fuß ĂŒber den Erdboden senke ich die Nase und trimme die Maschine auf gleich bleibende Höhe aus.
\" So, dann erzĂ€hlen Sie mal; warum fliegen wir ĂŒberhaupt zum Reservat ? \" frag ich ihn.
Das Lac La Crois Indianer Reservat, ist ohne Boot oder Flugzeug nicht zu erreichen, denn Straßen gibt es nur im Dorf selbst. Vor 14 Jahren hatten sie sich selbst trocken gewĂ€hlt, d.h. auf dem Reservat selber durfte absolut kein Alkohol sein. Seitdem ging es mit der kleinen Gemeinde von ca. 300 Leuten langsam aber stĂ€ndig bergauf.
\" Wie, hat ihnen ihr Boss es nicht erzĂ€hlt ? Ich muss einen Bericht machen und sie mĂŒssen die Leiche rausfliegen.\"
\" Eine Leiche, was soll das denn werden ?\" sagte ich.
\" Na, einen Toten halt. Ein siebzehn jÀhriger Junge ist gestern Abend gestorben.\"
\" Sie scherzen !? Eine Leiche ?\" Ich bin auf alle FĂ€lle ĂŒberrascht, wenn nicht geschockt. Ich hab noch nie `nen Toten
gesehen.
\" Machen sie sich keine Sorgen, \" unterbricht er meine morbiden Gedanken,
\" dieser ist noch ganz frisch, macht keine Probleme,\"
ergÀnzt er mit leichtem Grinsen.
\" Was soll das schon wieder, keine Probleme ? \"
\" Nun, manchmal machen sie GerÀusche. Nie nach einer Nacht, glaube ich. Sie wissen schon, blubbernde Laute von den Gasen im Magen.\"
\" Oh, ja, natĂŒrlich, \" stimme ich ihm zu.
\" Dieser wird nur eine normale Leiche sein, zu frisch.\"
Ich sehe ihm an, dass er meine Reaktion belustigend findet und um noch eins drauf zu setzen fĂŒgt er hinzu :
\" Er könnte höchstens ein bisschen furzen, das tun sie manchmal auch.\"
\" Dachte ich mir schon.\"
Eine halbe Stunde spÀter setze ich meinen Vogel aufs dunkle Wasser und taxi zum Hauptdock des Dorfes.
Eine kleine Gruppe Indianer hat sich am Strand versammelt. Ich kann keinen Sarg entdecken.
Ich sichere das Flugzeug mit einem Seil, welches eine Ende stĂ€ndig an einem der Schwimmer befestigt ist, mit dem anderen an dem Steg an die dafĂŒr gedachten Metallhalterungen.
Nach einer Weile bewegt sich etwas oben am HĂŒgel und ich verfolge wie vier MĂ€nner eine Trage mit einem dĂŒnnen Körper drauf den schmalen Weg hinunter tragen. Ein fast durchsichtiges Tuch bedeckt den armen Kerl.
Eine Kordel taucht auf. Sie binden ihn gut und fest, erst der
rechte Arm, dann wird der andere hoch gehoben um Drumherum die Schlinge zu fĂŒhren. Das gleiche mit den Beinen.
Ich frage mich wie wir den ins Flugzeug kriegen sollen.
Der Polizist meldet sich wieder: \" Ich glaube sie nehmen am Besten die TĂŒr raus und bauen den Sitz aus. Ich bleib sowieso hier, und sie fliegen alleine zurĂŒck.\"
Na klar. Einmal eine Leiche bitte.
Es ist ganz schön schwierig die Bahre in die Cessna zu bugsieren ohne den Jungen in den See fallen zu lassen.
Zu einem Zeitpunkt mĂŒssen wir sie 90 Grad schrĂ€g halten um ihn
zwischen den FlĂŒgelstrut und dem TĂŒrrahmen zu schieben.
Aber endlich liegt er neben mir und wir starten durch Richtung Base, wo angeblich eine Ambulance auf meine Fracht wartet.
Der Bulle hatte natĂŒrlich recht. Der Typ hat mit keiner Wimper gezuckt, und ich konnte durchatmen.
Einmal in der richtigen Flughöhe und ausgetrimmt dachte ich daran das Tuch zu lĂŒften und mir das Gesicht anzusehen, aber ich tat`s nicht. Ich habe Moralvorstellungen und respektiere die Ehre anderer.
Oder vielleicht war mir auch irgendwie nur unheimlich.

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Eve
Routinierter Autor
Registriert: Mar 2001

Werke: 28
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Hallo mikesflyin,

es ist schwierig, deinen Text mit Spaß zu lesen. Was, zum Beispiel, soll das sein?

\" Ich bin gleich da, in fĂŒnfzehn \", aber ...

FĂŒr wörtliche Rede genĂŒgt: "Ich bin gleich da."

Angenehmer wĂ€re außerdem ein Fließtext statt der flatterhaften Satzenden, schließlich schreibst du eine Kurzgeschichte und kein Gedicht.

Ich bekomme zwar schon ein ganz gutes Bild deines Protagonisten, seine Schnoddrigkeit kommt gut rĂŒber, aber irgendwie fehlt der Geschichte der Pep. Wo bleiben Spannung und Höhepunkt? Das Thema dĂŒmpelt so vor sich hin, man wartet darauf, dass etwas passiert, und als der Pilot dann wirklich zu etwas Außergewöhnlichem gerufen wird, lĂ€sst du das einfach so auslaufen. Ohne Pointe oder "Moral" am Schluss.

Zudem stehst du scheinbar mit den Komma-Regeln auf Kriegsfuß ;-) ...

Formal gibt es auch so einige Dinge, die nicht passen. Z. B. hier:
" Eine Leiche, was soll das denn werden ?\" sagte ich.
\" Na, einen Toten halt
??? was ist das denn fĂŒr eine Antwort???

Und dann hier:
Zu einem Zeitpunkt mĂŒssen wir sie [die Leiche] 90 Grad schrĂ€g halten, um ihn [wen jetzt? den Leiche?]
zwischen den FlĂŒgelstrut und dem TĂŒrrahmen zu schieben.

Ich will jetzt deinen Text nicht komplett zerpflĂŒcken - aber ich finde, eine Überarbeitung ist dringend nötig.

Ich hoffe, du nimmst meinen Kommentar als Anregung - nicht anders ist er gemeint! Viel Spaß auch weiterhin beim Schreiben und Probieren und Veröffentlichen :-)

Viele GrĂŒĂŸe,
Eve

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