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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Busfahrt
Eingestellt am 03. 10. 2011 17:21


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IDee
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jun 2009

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MĂŒrrisch mit hochgeschlagenem Kragen, der ihn gegen die eisige KĂ€lte schĂŒtzen sollte, stand er an der Haltestelle.
Seine HĂ€nde hatte er tief in die Taschen seines Kamelhaarmantels vergraben, immerhin soweit das Er seine
lederne Aktentasche, die er wegen der FĂŒlle nicht vernĂŒnftig schließen konnte, noch unter seinen Arm klemmen
konnte. Er Ă€rgerte sich darĂŒber, dass er heute mit dem Bus fahren musste, aber die Werkstatt war nicht fertig geworden. Nun trat er von einem Fuß auf den Anderen, einerseits, weil es kalt war, andererseits machte ihn die Warterei nervös.
Von Weitem sah man ein diffuses Licht, in dem eifrig Schneeflocken tanzten.
Gekrönt mit einer weißen Haube fuhr der Bus schwerfĂ€llig die Haltestelle an, dabei rutschte er ein wenig.
„Das wurde aber auch Zeit!“, murmelte er brummig vor sich hin.
Endlich öffneten sich die TĂŒren, einige Leute stiegen aus, manche nur um anderen den Ausstieg zu erleichtern.
Er nutzte seine Chance, ungestĂŒm drĂ€ngte er in das warme Innere des Busses, stĂŒrzte sich auf einen Sitzplatz der eben frei gemacht wurde, dabei schob er einen Ă€lteren Herren unsanft beiseite.
„Was soll diese RĂŒpelei? Sehen Sie nicht das Ich behindert bin?!“, empörte sich der Fahrgast.
„Nein das sehe ich nicht! Aber bevor Sie in Ohnmacht fallen, bitteschön!“, gab er angewidert von sich und erhob sich schwerfĂ€llig.
Nun stand er da, in der Menge, die Tasche unter dem Arm, mit der anderen Hand sich mĂŒhselig festhaltend.
NÀchste Station, wieder GedrÀnge und Geschiebe, ein- und aussteigen.
Neben ihm kam eine junge Frau mit pink gefĂ€rbten Haaren, die spitz in die Höhe zeigten, zu stehen. Am Körper trug sie eher Fetzen statt warmer Kleidung. Er versuchte ein wenig Abstand zu halten, wurde aber immer wieder zurĂŒckgeschoben. Sie sah ihn an mit großen mĂŒden Augen die in einem fahlen hohlwangigem Gesicht lagen an. Er wendet sich ab.
„Wenn nur endlich die Endstation kĂ€me und ich aus diesem GefĂ€hrt aussteigen könnte. Raus aus diesem Mief, weg von diesen Leuten! Wer weiß was die fĂŒr Krankheiten haben!“, dachte er gereizt vor sich hin.

AllmĂ€hlich leerte sich der Bus. Er spĂŒrte, dass er mehr Platz zum Stehen hatte, setzen wollte er sich jetzt allerdings auch nicht mehr.
„Endstation!“, sagte eine Stimme durch den Lautsprecher. Er war erleichtert, er machte Anstalten zu gehen.
Ein seltsames GefĂŒhl unter seinen FĂŒĂŸen ließ ihn nach unten blicken.
„Welch unglaublicher Dreck! Wer wirft denn sein Butterbrotpapier einfach auf den Boden?!“, empörte er sich, ver-stummte dann sogleich, griff nach seiner Aktentasche, die nur provisorisch verschlossen war und bemerkte das diese gar nicht mehr so voll war.
„Sie hat mir mein FrĂŒhstĂŒck geklaut! Das ist ja wohl die Höhe!“, entrĂŒstete er sich, in dem er sich umsah.
In sicherer Entfernung sah er Sie, noch immer eines seiner gut belegten Brote in der Hand haltend.

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