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Leselupe.de > Horror und Psycho
Busfahrt des Grauens
Eingestellt am 20. 01. 2003 15:58


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rainer.v
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jan 2003

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Die Busfahrt des Grauens (erster Schreibversuch eines Anf├Ąngers, bitte gerne Kritik hinterlassen!)


Frank Honsel machte nach einem langen, erm├╝denden Arbeitstag endlich Feierabend. Er r├Ąumte seine Sachen in die Schubladen und warf sich seinen Mantel ├╝ber.

Drau├čen st├╝rmte es an diesem kalten Herbsttag und er zog den Schal enger um seinen Hals. Er hasste dieses Wetter und sehnte sich schon wieder nach dem erstem Fr├╝hlingstag, an dem er endlich wieder die Sonne sehen und V├Âgel zwitschern h├Âren konnte.

Stattdessen stand er nun am Busbahnhof und fror sich die Finger fast ab, weil er mal wieder seine Handschuhe vergessen hatte.

Wie oft hatte seine Mutter ihm beim Verlassen der Wohnung gesagt \"Junge, sieh doch mal vorher auf das Thermometer! Bei 2 Grad musst du doch Handschuhe und warme Unterw├Ąsche anziehen!\" und er hatte nie darauf reagiert.

Diese Bevormundung ging ihm zwar arg gegen den Strich ging. Aber es war nt├╝rlich auch ein bequemes Leben, was er momentan noch nicht missen wollte. Er war doch gerade erst 32!

So stand er also an der Haltestelle und wartete auf den n├Ąchsten Bus, weil er von dem letzten wieder einmal nur die R├╝cklichter gesehen hatte. Das war auch so eine Sache: wenn er p├╝nktlich war, hatte der Bus Versp├Ątung und umgekehrt.

Er fragte sich, ob dieses st├Ąndige Verpassen f├╝r sein Leben symbolisch war: ein dauerndes Verpassen und Nicht-Ausnutzen von M├Âglichkeiten. Wahrscheinlich aus Angst vor dem Unbekannten.

Aber er wollte eigentlich gar nicht dar├╝ber nachdenken und war deshalb froh, als der n├Ąchste Bus um die Ecke bog und er endlich ins Warme kommen konnte. Es war wie ├╝blich um diese Zeit der Pendlerverkehr, der ihm auf die Nerven ging. Dieses st├Ąndige Dr├Ąngeln am Eingang und dann diese Leute die mitten im Gang alles blockierten. Zum Gl├╝ck war es ein langer Bus, der mit einem Gelenk in der Mitte verl├Ąngert wurde; der vordere und hintere Teil wurden durch einen Faltenbalg miteinander verbunden, der den Schnorcheln an der Gangway bei Flugzeugen ├Ąhnelte.

Er quetschte sich nach hinten durch und fand endlich einen Sitzplatz. \"So ein Mist, wieder mal im hintersten Teil nach dem Gelenk!\" dachte er. Zu dieser Art von Bussen hatte er wenig vertrauen, das r├╝hrte wahrscheinlich von den Warnschildern wie \"Vorsicht, nicht an den Faltenbalg lehnen\" und den Ger├Ąuschen, die diese Anh├Ąngevorrichtung st├Ąndig machte, wenn es in eine Kurve oder ├╝ber einen Stra├čenbuckel ging.

Nachdem er sich eine ganze Zeit die umstehenden Fahrg├Ąste angesehen hatte, wurden pl├Âtzlich diese mahlenden Ger├Ąusche immer lauter und lauter. Frank schaute sich um, ob das auch den anderen Menschen auffiel, aber die starrten einfach weiter tr├╝b in die Gegend, als ob nichts passiert w├Ąre.

Honsel sa├č direkt hinter dem Faltenbalg und bekam hautnah mit, wie die Ger├Ąusche immer mehr wurden. Allm├Ąhlich bekam er es wie ├╝blich mit der Angst zu tun, stand von seinem Sitz auf und sprang in den vorderen Teil des Busses. Die anderen Fahrg├Ąste schauten in an, als ob er von einem anderen Stern k├Ąme. \"Sollen sie mich doch alle mal\" dachte Frank. Das da irgendwas nicht in Ordnung mit dem Bus war, hatte wohl nur er gemerkt.

Kaum hatte er diesen beherzten Sprung hinter sich gebracht, wurde das laute Mahlen auf einmal zu einem infernalischen Kreischen. Der Faltenbalg wurde aus der Verankerung gerissen und das Heck l├Âste sich von dem Vorderteil.

Das geschah alles bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h in der Kurve einer dichtbefahrenen Hauptstrasse. Der losgerissene Teil des Busses kam nat├╝rlich sofort ins Schleudern, Funken flogen ├╝ber die Fahrbahn als das Heck durch die Fahrbewegung in der Kurve allm├Ąhlich eine Kreiselbewegung aufnahm.

Frank sah das Ganze wie in Zeitlupe und s├Ąmtliche Einzelheiten brannten sich in sein Ged├Ąchtnis. Diesen Anblick w├╝rde er wohl sein Leben lang nicht vergessen.

Die direkt hinter dem Bus fahrenden Autos versuchten noch zu bremsen, aber da sie nat├╝rlich nicht den notwendigen Sicherheitsabstand eingehalten hatten, war ein rechtzeitiges Bremsman├Âver absolut undenkbar.

Der erste Wagen wurde vorne links erwischt. Der Fahrer wurde durch die Wucht des Zusammenpralls durch die Scheibe geschleudert und schlug blut├╝berstr├Âmt auf dem Mittelstreifen auf. \"Der h├Ątte sich besser angeschnallt\" dachte Frank bei sich.

Die nachfolgenden Autos hatten zwar eine etwas bessere Position und wurden nicht frontal von dem gut 4 Tonnen schweren Heck gestreift, aber durch die hohe Verkehrsdichte gab es nat├╝rlich eine Reihe von Auffahrunf├Ąllen und jede Menge Blechsch├Ąden.

Am schlimmsten traf es nat├╝rlich die Fahrg├Ąste, die im hinteren Teil des Busses gewesen waren und vor ein paar Minuten noch Frank v├Âllig entgeistert angeschaut hatten, als er seinen - wie sich nun zeigte - lebensrettenden Sprung nach vorne gemacht hatte.

Alle 13 G├Ąste kreischten, als das Heck sich dreht und sie wie die Puppen, die ein kleines Kind quer durch das Zimmer wirft, wenn es keine Lust mehr zum Spielen hat, durch den Bus kugelten. Verzweifelt versuchten sie, sich an den Stangen und Sitzen festzuhalten. Einigen gelang es auch, obwohl sie sich nat├╝rlich derbe Verletzungen zuzogen.

Ein Mann um die 50 versuchte, auf seinem Sitz zu bleiben und hielt sich mit angstverzerrtem Gesicht an der Haltestange fest. \"Er h├Ątte in seinem Leben vielleicht besser etwas mehr Sport getrieben und daf├╝r weniger Zeit auf der Couch vor dem Ferseher verbracht\" dachte Honsel, als der Mann mit ausgekugeltem Schultergelenk und aus der Sitzreihe fiel. Sein Kopf schlug an eine andere Sitzreihe. Sofort lief ihm Blut ├╝ber sein Gesicht und voller Panik versuchte er, irgendetwas greifen zu k├Ânnen, um nicht weiter abzurutschen.

Die 32-j├Ąhrige Frau, die dem Faltenbalg am n├Ąchsten gestanden hatte wurde durch die enorme Wucht auf die Stra├če geschleudert. Durch die Geschwindigkeit des Busses wurde sie weit herausgetragen und landete auf der anderen Stra├čenseite. Der Gegenverkehr hatte das gesamte Ausmass noch nicht erfasst und so war es wohl auch unausweichlich, da├č die Frau den Kontakt mit dem Jeep Cherokee nicht ├╝berlegen konnte. Die grobstolligen Reifen hinterliessen ihre Abdr├╝cke auf der jungen Frau, die nun nie wieder aufstehen w├╝rde.

Das alles und viele Trag├Âdien mehr sah Frank in diesen Augenblicken. Er starrte gebannt heraus und sah kurz darauf schon einen Krankenwagen zum Ungl├╝cksort rasen. In der Stra├če war ein Krankenhaus, ein Pfleger hatte den Unfall mitbekommen und direkt einen Notruf abgesetzt. Aus den verschiedenen Richtungen konnte Honsel schon andere Sirenen h├Âren, es w├╝rde an diesem Abend ein Gro├čeinsatz f├╝r die Helfer werden.

Er konnte seinen Blick nicht davon abwenden, obwohl die Bilder grauenhaft waren und er immer dachte, er sei eigentlich nicht so sensationsl├╝stern. Leise fl├╝sterte er vor sich hin \"Ich wusste, warum ich nie Bus fahren wollte, ich wusste es, ich wusste es...\" und wollte gar nicht auf die Hand reagieren, die an seiner Schulter zerrte. Wer konnte in so einem Augenblick an ihm herumreissen?!?

Aber die Hand liess sich nicht absch├╝tteln und so konzentrierte Frank sich auf die Hand und das, was dieser Jemand im sagen wollte.

\"Junger Mann, Sie m├╝ssen jetzt allm├Ąhlich aufwachen. Wir sind schon seit 3 Minuten an der Endstation, Sie m├╝ssen hier aussteigen!\"

Frank Honsel schaute den Busfahrer entgeistert an und versuchte, einen klaren Gedanken zu fassen. Er musste eingeschlafen sein! Er hatte alles nur getr├Ąumt!

\"So ein Mist\" dachte Frank, \"jetzt bin ich deswegen zu weit gefahren!\" Er stieg aus und ging auf die andere Strassenseite, um in den Bus zu steigen, der ihn die 3 Haltestellen zur├╝ck brachte.

Und so stand er da und dachte ├╝ber seinen Traum nach, fror wieder einmal und sah den Bus um die Kurve kommen.

Es war ein Gelenkbus....















┬ę Rainer Vollmer, 20.1.2003

__________________
copyright by RVG

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Arno1808
Guest
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Busfahrt

Lieber rainer.v,

erst einmal hei├če ich Dich herzlich willkommen in der Lupe.

Dann zu Deiner 'Einstandsgeschichte':
Der Text ist nicht ├╝bel und liest sich teilweise recht fl├╝ssig.

Aber er kommt mir stellenweise noch etwas holprig vor und nicht vollkommen schl├╝ssig.
Da fehlen mir noch Emotionen. Vor allem w├Ąhrend des Unfalls. Wo ist die Panik? Wo die Verwirrung?
Das Motiv: 'Alles war nur ein Traum' ist schon recht ausgelutscht und war am Ende eine kleine Entt├Ąuschung.

Ich habe Dir nachfolgend nur einige Gedanken aufgeschrieben, aber ich denke, Du k├Ânntest den Text unter den o.g. Gesichtspunkten vielleicht noch einmal ├╝berarbeiten.


quote:
Er hasste dieses Wetter und sehnte sich schon wieder nach dem erstem Fr├╝hlingstag, an dem er endlich wieder die Sonne sehen sah und V├Âgel zwitschern h├Âren konnte h├Ârte.

quote:
Diese Bevormundung ging ihm zwar arg gegen den Strich ging. Aber es war nt├╝rlich auch ein bequemes Leben, was das er momentan noch nicht missen wollte.

quote:
Er fragte sich, ob dieses st├Ąndige Verpassen f├╝r sein Leben symbolisch war: ein dauerndes Verpassen und Nicht-Ausnutzen von M├Âglichkeiten.

SCH├ľN !!
quote:
Es war wie ├╝blich um diese Zeit der Pendlerverkehr, der ihm auf die Nerven ging.

Der um diese Zeit ├╝bliche Pendelverkehr ging ihm auf die Nerven.
quote:
Honsel sa├č direkt hinter dem Faltenbalg und bekam hautnah mit, wie die Ger├Ąusche immer mehr lauter wurden.

quote:
Die direkt hinter dem Bus fahrenden Autos versuchten noch zu bremsen, aber da sie nat├╝rlich nicht den notwendigen Sicherheitsabstand eingehalten hatten, war ein rechtzeitiges Bremsman├Âver absolut undenkbar kamen sie nicht mehr rechtzeitig zum Stehen.

quote:
Am schlimmsten traf es nat├╝rlich die Fahrg├Ąste, ...

quote:
Alle 13 G├Ąste kreischten, als das Heck sich dreht und sie wie die Puppen, die ein kleines Kind quer durch das Zimmer wirft, wenn es keine Lust mehr zum Spielen hat, durch den Bus kugelten

Der Satz ist zu lang und viel zu kompliziert!
quote:
"Er h├Ątte in seinem Leben vielleicht besser etwas mehr Sport getrieben und daf├╝r weniger Zeit auf der Couch vor dem Ferseher verbracht"

W├╝rde man in einer solchen Situation aus Chaos und Panik wirklich so etwas denken? So n├╝chtern und sachlich? Gerade, wo Dein Held doch ein solcher 'Angsthase' ist??
quote:
... da├č die Frau den Kontakt mit dem Jeep Cherokee nicht ├╝berlegen ├╝berleben? konnte.

quote:
Leise fl├╝sterte er vor sich hin \"Ich wusste, warum ich nie Bus fahren wollte, ich wusste es, ich wusste es...\" und wollte gar nicht auf die Hand reagieren, die an seiner Schulter zerrte

Das ist es, was ich weiter oben meinte. Hier kommt die Panik zum Ausdruck. W├╝rde er dann kurz vorher wirklich solch n├╝chterne ├ťberlegungen anstellen??


Gru├č

Arno

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kuschelmuschel
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Rainer.v,

F├╝r einen ersten Versuch liest sie sich wirklich gut und auch recht fl├╝ssig, aber ein paar Anmerkungen habe ich auch noch.

Du solltest die ganze Geschichte vielleicht noch etwas k├╝rzen. Da es bei dieser Geschichte ja nur um den Unfall(traum) geht, ist f├╝r mich als Leser eigentlich v├Âllig uninteressant, ob der Typ ein Mutters├Âhnchen ist oder nicht. Es ist f├╝r die Hanldung auch v├Âllig egal.

Du hast das ganze sehr distanziert beschrieben. Vielleicht wolltest Du es so haben, weil es ja ein Traum ist, aber ich w├╝rde es ein bisschen zur├╝ck nehmen. Ich wei├č nicht ob ich, sei es auch nur im Traum, so abgekl├Ąrt reagiere, wenn sich jemand die Schultern auskugelt. Der muss doch vor Schmerzen schreien. ├ťberhaupt, k├Ânntest du den Unfall farbiger ausmalen.

Wenn Du bei deiner distanzierten Erz├Ąhlweise bleibst, w├╝rde ich die Hauptperson gar nicht mit Namen nennen. Dann w├╝rde ich durchgehend beim Er bleiben. Denn wie gesagt, die Person ist hier nicht so wichtig.

Aber wie gesagt, f├╝r eine Einstandsgeschichte ist sie prima, Meine Einstandsgeschichte wird wohl noch bis n├Ąchste Woche dauern.

Viele Gr├╝├če

Michael

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