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Leselupe.de > Ungereimtes
Bye bye Junimond
Eingestellt am 08. 03. 2005 20:14


Autor
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Otto Lenk
Routinierter Autor
Registriert: Nov 2001

Werke: 620
Kommentare: 3361
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Du wohnst nun ein paar Straßen weiter.
Sich lösen nennst du es.
Doch tÀglich klingelt das Telefon.
Gestern sagtest du, dass es regnet.
Ich sah aus dem Fenster - antwortete:
Ja, es regnet...
FrĂŒher war jedes Wort ein Gedicht,
jedes Schweigen eine Welt.
Heute verrÀt uns die Stille.
Ich schließe die Augen.
Sehe dich am Fenster stehen.
Du beobachtest den Junimond hinter den Wolken.
Sie sind vorbei ~ vorbei,
Die kleinen Erdbeben.
Vielleicht besuchst du mich einmal, flĂŒsterst du.
Ja vielleicht.
Wir könnten essen gehen.
Wie damals.
Weißt du

Ich blicke auf die Straße, versuche mich zu erinnern.
Der Schatten der Laterne gleicht einem Galgen.
Ein Mann steht dort – einsam rauchend.
Wie erhÀngt.
Mein Gesicht spiegelt sich im Fensterglas.
UnberĂŒhrt.
Es regnet.

Bye-bye Junimond

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mirami
Guest
Registriert: Not Yet

hallo otto,

die geschichte eines abschieds lyrisch gut und völlig ohne kitsch verpackt. gefĂ€llt mir sehr gut – von anfang bis ende-und das ende ist ein echtes highlight obwohl es so traurig ist. auch der titel ist sehr gut gewĂ€hlt. was mir besonders gut gefĂ€llt ist, dass du auch die trauer des partners und dessen schwierigkeit sich zu lösen mit einbeziehst. das liest man selten obwohl meist beide partner leiden beim auseinandergehen.

lg gruß
mirami

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Montgelas
???
Registriert: May 2004

Werke: 1
Kommentare: 875
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lieber otto,

hinter dem schleier des gesprÀchs,
leise trauer und erinnerung,
vor ihm ahnungen des fremdseins.

der einfĂŒhlsame text verwandelt
das private eines unbekannten paares
in ein privates erlebnis des lesers!


danke !

montgelas

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Denschie
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Otto,
sehr stimmungsvoll und melancholisch
dein Gedicht. Ich habe es gern gelesen, obwohl
mich die Liedzitate ziemlich stören.
Zuletzt wurde der Song ja von "Echt"
interpretiert und ich habe die ganze Zeit
deren Stimmen im Ohr - das verdirbt die romantische
Stimmung. Dieses gedudelte "vorbei-ei-ei".
Geschmacksache in diesem Fall, vermute ich.
Liebe GrĂŒĂŸe,
Denschie

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Mirko Kussin
Foren-Redakteur
Manchmal gelesener Autor

Registriert: Jun 2002

Werke: 8
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Hallo Otto,
ein intimes Gedicht, das in den meisten Lesern eine Beklemmung hervorrufen wird. So, oder so Àhnlich ist es wohl jedem schonmal gegangen.
Dazu eine schnörkellose Sprache, der manchmal die Worte fehlen. Passt und ist stimmig!
Das Rio Reiser Motiv finde ich gelungen (ich liebe diesen Song). Allerdings wĂŒrde ich es durchaus noch stĂ€rker ausbauen (z.B. einzelne Zeilen in deinen Text integrieren) und am Ende aber das "Bye-bye Junimond" ersetzen. Durch einen Hinweis auf den Song, oder einen Satz wie "Ich drehe das Radio ab", "Ich spule das Tape zurĂŒck", oder so...
Ich hoffe du kannst erahnen worauf ich hinaus will...
Ansonsten wirklich ein guter Text.
Kompliment
Gruß Mirko
Nachtrag:
Der erhÀngte Mann will nicht so recht in den Text passen. Es könnte aber eine schöne Klammer geben, wenn du in der folgenden Zeile statt "Mein Gesicht spiegelt sich im Fensterglas" etwas in der Art von "Ein anderer Mann steht am Fenster"...
Das hÀtte auch noch die Ebene dass sich der ErzÀhler ja auch verÀndert durch solche Erfahrungen....
__________________
"I am only what you made me - I am a reflection of you"
Charles Manson

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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

Werke: 671
Kommentare: 10342
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Lieber Otto,

ein wunderbar klarer Text.

Ja, die Stille ist zur VerrĂ€terin geworden. Alles ErfĂŒllsein hat sie in Leere verwandelt.

Das sich AbgewĂŒrgtfĂŒhlen von etwas ist fĂŒr mich stimmig.
Ich wĂŒrde den Schluss so lassen.

Liebe GrĂŒĂŸe von Vera-Lena
__________________
Der Mensch ist sich selbst das grĂ¶ĂŸte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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San Martin
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Registriert: Feb 2005

Werke: 20
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GefĂ€llt mir gut; ich wĂŒrde nur "Wie erhĂ€ngt" streichen, weil der Leser das sowieso erwartet bei der vorigen Nennung des ggalgenhaften Schattens.
__________________
"I still can remember the way that you smiled on the fifth day of May in the drizzling rain."

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