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Leselupe.de > Humor und Satire
COMMIT SUICIDE
Eingestellt am 30. 05. 2003 19:19


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J.C. Blackstone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: May 2003

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ZunÀchst einmal eine Warnung: Diese Geschichte sollte kein potentieller Selbstmörder lesen, sonst verliert er noch den Mut und bringt sich am Ende selber um!
Also, das ganze war so a war dieser Erwin KleingrĂŒn, der war absolut hĂ€ĂŸlich und wirklich saublöd. Allerdings nicht so blöd, daß er es nicht selbst gemerkt hĂ€tte. Und genau diese Tatsache brachte ihn auf die Idee, Selbstmord zu machen. NatĂŒrlich war dieser Einfall genauso dĂ€mlich wie er : Als Leiche wurde man schließlich auch nicht intelligenter und durch den Verwesungsprozeß noch unansehnlicher, aber nie im Leben (oder besser: nie im Tod) hĂŒbscher. Aber so weit konnte dieser Erwin ja nicht mitdenken. Deshalb ging er in ein GeschĂ€ft und kaufte sich einen Strick. Damit ging er in einen Wald, machte an ein Ende eine Schlinge, die er sich um den Hals band. Nachdem er ein StĂŒckchen auf einen Baum geklettert war, band er das andere Ende des Strickes um einen Ast und ließ sich fallen. Doch der Ast brach und sein Arm auch. Da fiel ihm zum ersten Mal auf, daß er zu all seinem UnglĂŒck auch noch an Übergewicht litt, das war ein Grund mehr, erneut einen Selbstmordversuch zu starten.
Diesmal wagte er sich in das Kreisfinanzamt, um dort aus dem 13. Stock zu springen. Wahrscheinlich sollte dies unter anderen ein Racheakt fĂŒr die 683 $ Steuern, die er zurĂŒckzubezahlen hatte, sein. Aber wahrscheinlich ging er nur dort hin, weil dies das höchste GebĂ€ude der Kleinstadt war. Wie auch immer, der Lift war so wie so defekt und da unser "Held" nach dem fĂŒnften Stock schon außer Atem war, wollte er dort aus dem Fenster springen, was er auch tat. Dennoch war er immer noch nicht tot, als er unten ankam, da er genau im Sprungtuch der Feuerwehr landete, die gerade eine Übung vollzogen. Trotzdem hatte er eines gewonnen, nĂ€mlich die Erkenntnis, daß er nicht gerade fit war. Doch das entmutigte ihn noch mehr, deshalb mußte er es so bald wie möglich noch mal versuchen.
Da er immer noch erschöpft war, schaffte er nicht mehr den weiten Weg nach Hause sondern setzte sich im nahegelegenen Stadtpark auf eine Bank. Er holte sein Taschenmesser raus und wollte sich diesmal ganz fachmĂ€nnisch die Pulsschlagader aufschlitzen. Allerdings hĂ€tte sie ein Fachmann senkrecht und nicht wie Erwin waagerecht aufgeschnitten. Es kamen nur wenige Blutstropfen, doch es reichte, daß er in Ohnmacht fiel. Leider eilte sofort ein Passant herbei, der einen Notarztwagen benachrichtigte. Da die Ärzte im Krankenhaus die klitzekleine Wunde am Handgelenk nicht merkten, mußte Erwin nur drei Tage zur Beobachtung dort bleiben.
Doch die drei Tage waren schnell um, deshalb ging er noch am selben Abend nach der Entlassung zur einer Schnellstraße und legte sich mitten auf die Fahrbahn. Leider war diese nicht nur schlecht beleuchtet, sondern auch sehr schlecht befahren. Es dauerte, sage und schreibe, ganze drei Stunden, bis das erste Auto vorbei kam. Und das hielt auch noch einfach wenige Meter vor ihm an. Aber als dann eine hĂŒbsche Frau ausstieg und ihn ĂŒberredete, statt sich ĂŒberfahrenzulassen lieber mit ihr nach Hause zu kommen, gefiel ihm das doch.
Was dort bei ihr Zuhause geschah, brauche ich bestimmt nicht mehr zu erzĂ€hlen. Außer vielleicht, das Erwin mit dieser Frau doch noch den Sinn seines ach so besch... eidenen Lebens gefunden hat. Aber sein GlĂŒck hielt nur so lange an, bis ihr Ehemann unerwartet frĂŒh von einer Dienstreise zurĂŒck kam und die beiden in flagranti erwischte.
Aber auf gewisse Weise ist dies doch ein Happy End: Erwin ist endlich tot!


Copyright © 1993-2003 by J. C. Blackstone (Brigitte Nagel), all rights reserved

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majissa
Autor mit eigener TV-Show
Registriert: Jan 2002

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Hallo J. C. Blackstone,

ein paar Mal musste ich wirklich ĂŒber den todessehnsĂŒchtigen Erwin lachen. Dass sich fĂŒr ihn nach jedem Suizidversuch ein weiterer Grund fand, dem Leben entfliehen zu wollen, trug erheblich zum LesevergnĂŒgen bei. Mir gefĂ€llt deine Phantasie, der es wohl zu verdanken ist, dass ich Erwin dann auch tatsĂ€chlich die Treppen hinaufschnaufen hörte. Leider konnte ich ihn aber nicht sehen, und das mag an der vertanen Chance liegen, dem Protagonisten etwas mehr Persönlichkeit zu verleihen. Du schreibst zwar, dass er saublöd, hĂ€sslich und dick ist, aber das allein ist fĂŒr mich als Leser noch nicht interessant bzw. lebendig genug. Im Alltag begegnen mir alle zwei Minuten Menschen, die saublöd, hĂ€sslich und dick sind. Haben sie weiterhin keine besonderen Merkmale, stechen sie nicht aufgrund einer besonderen Note aus der Menge heraus, habe ich sie vergessen, kaum, dass sie an mir vorĂŒbergegangen sind. Du könntest Erwins Blödheit, HĂ€sslich-und Dickleibigkeit noch etwas genauer beschreiben. Zu Anfang schreibst du, dass es Erwins Blödheit ist, die ihn zum Selbstmord treibt. Warum? Befördert er sich selbst immer wieder ins Abseits? Blamiert er sich tagtĂ€glich vor seinen Freunden, Kollegen? Wird ĂŒber ihn gelacht? Das wĂŒrde ich noch spezifizieren. Die Warnung am Textbeginn ist meines Erachtens unnötig und so holprig geschrieben, dass ich schon nach den ersten SĂ€tzen geneigt war, mit dem Lesen aufzuhören. Geschickter wĂ€re es, gleich in die Geschichte einzusteigen. Vielleicht ungefĂ€hr so: „Als Erwin KleingrĂŒn begriff, dass er nicht nur hĂ€ĂŸlich, sondern auch saublöd war, beschloss er, sich umzubringen.“ Ein Fehler in der Logik ist mir noch aufgefallen. Es ist einfach unglaubwĂŒrdig, dass aufgeschnittene Pulsadern (auch, wenn der Schnitt quer erfolgte) im Krankenhaus weiter nicht auffallen. Ich könnte mir schon vorstellen, dass das ein ziemliche Sauerei gibt, die nicht zu ĂŒbersehen ist.
Zum Ende: Es ist Ă€ußerst ungeschickt, den Leser mit der eigenen Unlust am Weiterschreiben zu konfrontieren. Aussagen wie „Was dort bei ihr Zuhause geschah, brauche ich bestimmt nicht mehr zu erzĂ€hlen...Außer vielleicht, dass...“ lassen den Autoren unsicher erscheinen. Besser wĂ€re es, den Satz einfach wegzulassen und tatsĂ€chlich zu beschreiben, was als nĂ€chstes geschieht. Im ĂŒbrigen kommt das Ende zu abrupt. Dass Erwin letztendlich doch noch stirbt, hĂ€ngt fĂŒr mich nicht zwangslĂ€ufig mit dem plötzlichen Auftauchen des Ehemannes zusammen.
Es kĂ€me deinem Text zugute, wenn du ihn noch mal auf FĂŒllworte und unschöne Satzkonstruktionen hin ĂŒberprĂŒfst. Sonst ginge an einigen Stellen dein schöner Humor unter, was schade wĂ€re.

Liebe GrĂŒĂŸe
Majissa

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