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Leselupe.de > Kurzgeschichten
CONFUSION
Eingestellt am 28. 10. 2001 18:42


Autor
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Beatifikat
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Oct 2001

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Die t├Ągliche Busfahrt nach Hause ist langatmig und m├╝hselig.
Wie fast immer hocke ich eingequetscht auf einer dieser abgenutzen Pl├Ątze, dr├╝cke meine Knie an des Vorderen R├╝ckenlehne und versuche wenigstens
eine gewisse Bequemlichkeit zu erhaschen. Das wohl einzig Gute an dieser grauenhaften, nervenraubenden Strecke ist, der unbezahlbare Fensterplatz, nicht wie manch Andere, w├Ąhrend der Fahrt getreten oder gesto├čen zu werden.
Ich blicke aus den schmierig-beschlagenen Acrylfenster, um nicht angesprochen zu werden. Die Luft ist widerw├Ąrtig s├╝├č, stickig, schwer zu atmen. Vergeblich halte ich die Luft an....zeitweilige ├ťbelkeit und Eckel schwillt mir im Rachen. Atmen, ich muss atmen...igitt!
Die holprige Landstra├če f├╝hrt direkt an einem idyllischen Ententeich in einer Talmulde vorbei. Ich weiss nicht, wie oft ich mir in Gedanken vorstellte, am grasbewachsenen, flachen Ufer zu sitzen, meine Silhouette im Wasser spiegeln zu lassen und still den Enten nachschauen zu k├Ânnen. Wohl jedesmal !
Heute ist einer dieser Tage, an denen man glaubt, dass es eine sinnlose Entscheidung war, aus dem warmen, traumgef├╝llten Bett zu fliehen, um sich in diese Welt zu st├╝rzen!
Konfus versuche ich nachzudenken...um mich herum tobt und schreit es, Beziehungskrisen werden mir von aufgeregten Sch├╝lergestalten in die Ohren gebr├╝llt, vor mir erz├Ąhlt man sich vulg├Ąre Witze...
Ich werde nerv├Âs, versuche mit aller Kraft Ruhe zu bewahren, nicht zu schreien.
Enormer Krach ist ohrenbet├Ąubende Gewalt. Wut packt mich....
Endlich naht der gedankenbefreiende T├╝mpel, nun k├Ânnte ich aus meinen K├Ârper fliehen...
Geschafft, ich sitze am Ufer...wundervoll...still, beruhigend. Ich bin da...
Pl├Âtzlich schreit eine Menschenstimme- ich springe in das br├Ąunliche Teichwasser...zu den liebreizenden Enten, die sich spielend, heiter, im warmen Sonnenlicht putzen.
Noch immer kann ich es h├Âren....
Ich greife nach dem ersten fr├Âhlichen Federvieh, packe es, rei├če blutig den zarten, weichen Kopf von seinem Hals...rote Wellen schlagen mir in meine Grimasse, Entengeschrei ├╝bert├Ânt des Menschen Stimme. Ich morde weiter, verst├╝mmle ihre edle Gestalt...rotes Nass f├Ąrbt meine Haut. Stumm trete ich all die gro├čen Augen aus ihren K├Âpfen.
Meinem letzten Opfer, das sch├Ânste, beleibteste Tier von allen, drehe ich die pr├Ąchtigen Fl├╝gel vom Leib und fliege damit davon...
Ich steige aus...bin zu Haus.

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