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Leselupe.de > Gereimtes
Camelot
Eingestellt am 02. 02. 2002 13:18


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D
AutorenanwÀrter
Registriert: Feb 2002

Werke: 11
Kommentare: 8
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Die Nacht war klar und sternverziert,
als im nordwestlichen Lande,
ein Roß bald seinen Herrn verliert,
zum Atmen kaum im Stande.
"Schnell" nur,war sein letztes Wort,
daß sich in den Kopf des Tieres bohrt.
Und was wĂ€r grĂ¶ĂŸ'rer Lohn,
als ein Ende der Mission?

Erschöpft,nach nie gekannter MĂŒh,
erreichte es dann,in aller FrĂŒh,
mit seinem verletzten Reiter,
den Königsweg und es ging weiter.
So drÀngte die Strasse steiler bergauf,
und das Pferd genauso in schnellem Lauf,
da ward es endlich gefunden,
und von seiner Last entbunden.

Der Finder,ein Hirte,suchte den Mann,
den blutĂŒberströmten Recken,
in panischer Furcht zu wecken;
und kippte ihm Wasser ins Gesicht,
doch der gute Wille reichte nicht,
da sah er ihn plötzlich erwachen,
vor Erleichterung schallend lachen:

"Verzeiht eines Narren frohes Geschrei:
doch dacht' ich mit mir sei's lÀngst vorbei,
und mich trĂŒge mein stattlicher Schimmel,
geradewegs in den Himmel.
Ich ritt aus dem Lande der Dunklen heran,
geschwind,wie ein Gaul mich nur tragen kann,
doch Schluss mit belanglosen Dingen:
dem König muß Nachricht ich bringen.

Und so ritten die MĂ€nner,Seit' an Seit',
so schnell sie nur konnten,
gegen die Zeit,
und erreichten,nach ewigem Trott,
die Mauern von Camelot.

"Bis hier und nicht weiter,
mein Freund und Begleiter,
und GlĂŒck auf all deinen Wegen.
Und ewigen himmlischen Segen.
Denn hier steht ein Mann,
dem man nacheifern kann:
Der bringt,trotz blutender Wunde,
dem Herren die eilige Kunde."

Und der Ritter stieg ab,
und schritt zum Tor,
von stechendem Schmerz getroffen,
und torkelte wie besoffen;
doch die WĂ€chter,
sie hatten ihn lÀngst erblickt,
ihm Heiler und Trage zu Hilfe geschickt,
doch der ließ sich nicht berĂŒhren,
nur rasch in den Thronsaal fĂŒhren.

Und trat vor den König,
mit feurigem Blick:
"Ich bin aus den Mauern der Hexe zurĂŒck!"
Da hörte man freilich ein Raunen,
und Artus sich ehrlich erstaunen:

Es kehrten nur MĂ€nner mit grĂ¶ĂŸtem Geschick
aus dem eisigen Griff meiner Schwester zurĂŒck.
Lasst Neugier nicht lÀnger mich plagen,
heraus,was habt ihr zu sagen?

Da erzÀhlte der Ritter von seinem Befehl,
mit Gawain und 12 weiteren Recken,
das Hexenweib niederzustrecken;
denn sie war fĂŒr das Land wie die schwarze Pest,
die Ernte und FlĂŒsse verdorren lĂ€sst;
und wanderte man durch ihr Land,
so starb man von Teufels Hand.

"Doch stĂŒrmten wir grimmig ihr Domizil,
und als die Verteidigung endlich fiel,
da kam und befahl sie verwegen,
die Waffen niederzulegen.
Und ich weiß nicht mehr wie
und warum es geschehen:
ihrer Stimme jedoch
konnten wir nicht entgehen,
und folgten sogleich ihrem Wort,
und warfen die Waffen fort.
Gawain,jedoch,der tapf're Strolch,
zog aus dem Schuh seinen Silberdolch;
doch strafte sie jenen Versuch,
mit ihrem teuflischen Fluch.
Und er kÀmpfte hart dagegen an,
doch kein sterblicher Mann,
wiedersteht ihrem Bann,
und Gawain sank ihr
schliesslich zu FĂŒssen."

"Doch das soll die Hexe mir bĂŒĂŸen!"
Und Artus fuhr auf,mit arger Hast,
mit grimmiger Miene sein Schwert umfasst,
und ob dieser schÀumenden Wut,
fror den MĂ€nnern umher das Blut.

"Es folgte ein Angriff,
und jene Geschöpfe,
gar widerlich schuppig,
mit Warzen besehen,
sie schlachteten uns,
es rollten die Köpfe,
und niemand hörte
auf unser Flehen.
Nur mich,die Kunde zu geben,
ließ die Schwester,die Eure,am Leben."

"Und Gawain,der wack're Geselle?"

"Der schmachtet in seiner Zelle"...


...und das Ende der Geschicht' kennt ihr Dichter selbst noch nicht...

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