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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Carla, die quadratische Riesenkrake
Eingestellt am 06. 07. 2001 16:29


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Der kleine Grauhai
Hobbydichter
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Vor nicht mehr als ungefĂ€hr 12 Krakenjahren, lebte im sĂŒdpazifischen Ozean eine Krake namens Carla, die eine, fĂŒr ihre Spezies völlig ĂŒberraschende Vorliebe fĂŒr geometrische Formen hatte. WĂ€hrend ihre Spielkameraden die meiste Zeit mit in Höhlen verstecken und Arme zĂ€hlen verbrachten, saß Carla auf dem sandigen Meeresboden und ĂŒbte Verrenken. Schon im zarten Alter von 3 konnte sie rechtwinklige Dreiecke und Romben darstellen, sowie, im Gegensatz zu ihren Freunden, weiter als nur bis 8 zĂ€hlen. Leider gingen all diese tollen wissenschaftlichen Erkenntnisse an den anderen Kraken spurlos vorĂŒber. Wenn Carla morgens mit ihren Eltern in der FrĂŒhstĂŒckshöhle saß und mit ihrem dritten Arm von links kleine Krebse schnabelgerecht portionierte, schauten diese sie immer hĂ€ufiger mißtrauisch an und sagten: „Carlakind, warum kannst du nicht mal etwas Ordentliches machen, wie mit den anderen Kraken jagen oder deinen Begattungsarm trainieren, fĂŒr spĂ€ter? Immer diese Ecke und Kanten in deinen Armen! Sei doch mal runder und durcheinander Carla!“ Aber Carla, die kleine Krake wollte nicht. Sie vermied das Chaos der verhedderten Arme und die Entgleisungen des Gesichts. Stattdessen legte sie großen Wert darauf, stets zu wissen in welchem Winkel sich ihre Arme zueinander befanden und vor allem an welcher Stelle sie herumschraubten. So ausgegrenzt, zog sich die liebe kleine Carlakrake irgendwann in eine schmale Felshöhle zurĂŒck, die ihr von da an als Atelier diente.

Die Höhle war oben nicht geschlossen und es fielen kleine Sonnenstrahlen im Winkel von 43° Grad auf ihre WĂ€nde. In den nĂ€chsten Jahren zeichnete Carla die ganzen marmorweißen WĂ€nde mit Spezialriesenkrakentinte voll und als sie fertig war mit ihrer Ausbildung, ging sie nach draußen ins Riff und baute innerhalb von wenigen Minuten ein 24stöckiges BĂŒrogebĂ€ude aus Mangan. Dieses GebĂ€ude war von so blendender Schönheit und Eleganz, das schon bald aus allen Teilen des Pazifiks Delphine, Pilotenfische, Mantas, Seegurken und Haie kamen um es zu bewundern. Sie mochten alle gar nicht glauben das eine Krake, die ja vom Ă€ußeren eher einem hĂ€ĂŸlichen, labbrigen Sack gleicht, so was wunderschönes erbaut hatte. NatĂŒrlich wollten viele die stolze Architektin und Bauherrin kennenlernen, aber Carla hatte sich sofort nach der Grundsteinlegung in einer regenbogenfarbenen Tintenwolke von dannen gemacht. Sie war nach Hause zu ihren Eltern geschwommen und kam gerade rechtzeitig zum Muschelsuppe essen. „Na, Eltern, habe ich nicht was schönes gebaut, hier im Riff, hm?“ fragte die kleine Krake. Leider hatten ihre Eltern das GebĂ€ude nicht bemerkt, sie zĂ€hlten wieder ihre Arme und da ja alle Kraken höchstens bis 7 zĂ€hlen können, war das natĂŒrlich eine langwierige Angelegenheit. „Ach, Carlakind. Warte. HĂ€? GebĂ€ude was? Moment, ich habs gleich. 1,2,3,4,5,6 mmmhhh..... sieben.... Ooochh!!! Mist! Nochmal von vorne. 1,2....“

Carla, die kleine Krake die so toll Quadrate nachstellen konnte und eine berĂŒhmte Architektin geworden war, wurde etwas traurig, sagte „Auf Wiedersehen“ zu ihren Eltern und faltete sich zusammen. Und weil Carla, wie wir ja schon gelernt haben, so super knicken und verrenken konnte, faltete sie sich zu einem ganz furchtbar schnittigen Delphin zusammen und schwomm elegant ins bunte, von morgendlichen Sonnenstrahlen erhellte Korallenriff hinaus und ward von da an nie wieder im SĂŒdpazifik gesehen.

Es gibt indes durchaus ein paar Meeresbewohner die bis heute steif und fest behaupten, das sich die kleine, niedliche, quadratische Krake Carla, eines Tages eine Taucherjacke gefaltet hat und dem Meer entstiegen ist. Angeblich lĂ€uft sie immer noch irgendwo ĂŒber den Erdball, verkleidet als ein großes, rothaariges MĂ€dchen. SelbstverstĂ€ndlich sieht sie spitze aus, denn das falten und knicken hat sie bestimmt weiter perfektioniert. Wenn ihr also eine verdĂ€chtige Frau bemerkt, die auf den Namen Carla hört und eine zusammengefaltete Krake sein könnte, haltet sie fest und lasst sie besser nicht wieder gehen. So gute Sachen wie quadratische Kraken oder große Frauen die falten können findet man nicht jeden Tag.

__________________
Kommt doch mal in mein Korallenriff

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flammarion
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ganz entzĂŒckend. die einzige karla, die ich je kannte, stammte eher von einer kröte ab. ganz lieb grĂŒĂŸt
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Old Icke

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ElsaLaska
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da ich jetzt weiss, kleiner grauhai,

dass du dich hier nur tarnst und heimlich in irgendeinem winkel deines riffs an wĂŒsten sauf-und bums-geschichten bastelst will ich dich heute auch mal ermutigen, lieber mit deinen mĂ€rchen fortzufahren.
und zwar weil:
du zauberhafte einfÀlle hast

du schön schreibst

ich unterwassergeschichten liebe (ich trau mich bloss immer nicht, den tauchschein zu machen, menno...)

deine einfÀlle nicht nur zauberhaft, sondern auch ausreichend und nicht zu arg skurril sind

so. und wenn jetzt etwaige gegenstimmen anfangen lauthals nach sauf-und-bumsgeschichten von dir schreien, dann ist es hoffentlich nicht meine schuld;-)

ganz liebe grĂŒsse ins riff
elsa

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flammarion
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hÀ?

sauf- und bumsgeschichten vom kleinen grauhai? kann ich mir ĂŒberhaupt nicht vorstellen. lg
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Old Icke

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Der kleine Grauhai
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vielleicht meinst

du den fluchenden Grauhai, Elsa? Ich kann mich auch gar nicht erinnern Sauf- und BumsgeschĂ­chten geschrieben zu haben, jemals. Ansonsten freu ich mich natĂŒrlich ĂŒber deine Worte liebe kleine Korallenriffelsa. Und flammarion, schön das du mich so in Schutz nimmst. Obwohl, ich könnte schon ein Sauf- und Bumsgeschichte schreiben... naja, vielleicht spĂ€ter. .
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ElsaLaska
Guest
Registriert: Not Yet

also, konkret werdend, sonst ists ja doof

ich habe natĂŒrlich deinen kommentar zu ed's beitrag "kein tag weiter mehr" in den kurzgeschichten gelesen.
aber darum gings mir ja gar nicht. ich bin mir sicher, dass sogar deine sauf-und-bums-geschichten ĂŒberaus bezaubernd werden wĂŒrden.
ich habe das nur zum anlass genommen, um meine lĂ€ngst ĂŒberfĂ€llige bemerkungen zu deinen mĂ€rchen anzubringen.
ich hoffe, du nimmst mir das nicht krumm, grauhai, sonst mutiere ich von der korallenriffelsa zur seegurkenelsa.
und wenn ich mich dann endlich getraut habe, den tauchschein zu machen, dann gehen wir beide zusammen spielen, im riff, einverstanden?
eine elsa ,die die nase des grauhais kĂŒsst.

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