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Leselupe.de > Ungereimtes
Carmen (G. Bizet)
Eingestellt am 28. 02. 2018 10:24


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Jenno Casali
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CARMEN
(Georges Bizet / 1875)

„L’amour est un oiseau rebelle
Que nul ne peut apprivoiser ...“ *

wenn er glutäugig gurrt,
immer enger seine Kreise zieht
um Wachsoldaten und Zigeunerinnen,
Teufelsweiber und Toreros
in der Nuttenschänke beim Manzanilla-Wein.

„L’amour est enfant de Bohême
il n’a jamais, jamais connu de loi ...“ *

und das Leben mischt seine Karten,
lässt sie wirbeln durch die Lüfte,
kapriziös & flatterhaft,
denn die wahre Währung heißt Frei-Sein,
unabsehbar & hoch gepokert.

„Mais si je t’aime, si je t’aime“
prends garde à toi!“ *

Ziehe Pik-Bube zum Nacht-Appell,
spiele Herz-Dame beim Seguidilla-Tanz:
Leidenschaft und Eifersucht bringt um.
Gegengift kann nur Mord sein,
der letzte Joker fehlt.

(Jenno Casali)




                    ( * aus der HABANERA-Arie:
                    
                    â€žDie Liebe ist ein widerspenstiger Vogel,
                    Den niemand zu zähmen vermag“
                    
                    â€žDie Liebe ist ein Kind der Boheme,
                    sie hat noch nie, noch nie Gesetze gekannt“
                    
                    â€žAber wenn ich dich liebe, wenn ich dich liebe,
                    nimm dich in Acht!“ )
    

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Mondnein
Routinierter Autor
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Ja gut, -
das alte Zigeunerinnen-Klischee, noch mal freudig aufbereitet.

Historisierend ist natĂĽrlich alles korrekt.
Dann ist z.B. der Quatsch mit dem "Negerkönig im Pazifik" sogar "bezeichnend" für die kulturelle Arroganz skandinavischer Bestsellerautorinnen.

Aber beim Nachbeten solcher Klischees kommen die Probleme an die Oberfläche. Gewaltige!
Dann haben wir, horribile dictu,
1. "Zigeunerinnen" in einer Nuttenkneipe,
2. ein zumindest diskussionswĂĽrdiges Frauenbild (ein Festessen fĂĽr Regisseure und Regisseusen) und
3. die wahrscheinlich erfolgreichste Oper der europäischen Musikliteratur, mit weit heraus- und hervorragender Musik, die hier, in Deinem textbesoffenen Nachgesang, allerdings völlig in den Hintergrund tritt, weil Du Dich am Klischee aufgeilst.

Warum auch nicht, nur ist gerade diese FĂŞte schon seit ĂĽber hundert Jahren im Gange, ĂĽberall liegen die Carmencantoren unter den Tischen, da seh ich den Dementia-praecox-Patienten mit dem Mundvorhangschnauzbart, und und und ...


__________________
sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

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Jenno Casali
Autorenanwärter
Registriert: Sep 2014

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@ Mondnein

Tjo, beschreibt man die Charaktere und Begebenheiten der „wahrscheinlich erfolgreichsten Oper der europäischen Musikliteratur, mit weit heraus- und hervorragender Musik“, wie du zu Recht sagst, verfällt man eben gerade wegen dieser Berühmheit in Klischees. Vieles, wenn nicht schon mehr als alles, wurde schon in Abhandlungen geschrieben und tausendfach auf Bühnen inszeniert. M.M.n. kommt es aber nicht darauf an, ob man diesen fast hundertfünzigjährigen Stoff nochmals angeht, sondern wie. So nehme ich z. B. in meinem Carmen-Text einzelne prägnante Zeilen der Habanera-Arie als Aufhänger, um die Zentralthemen wie Selbstbestimmung, Freier-Geist-Sein, Liebe, Leidenschaft und tödliche Eifersucht in Verse zu fassen.
Dass hierbei „diskussionswürdige Frauenbilder“ (wie auch hartgesottene, machohafte Männertypen) auftauchen, ergibt sich natürlich aus der Story und ihrem Milieu von selbst ...

LG

Jenno C.

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