Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92216
Momentan online:
277 Gäste und 21 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Erotische Geschichten
Catsoul & Aceta: ero-literarisches LL-Experiment
Eingestellt am 24. 06. 2003 23:40


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Aceta
???
Registriert: Apr 2002

Werke: 122
Kommentare: 715
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Aceta eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Liebe Leserinnen und Leser,

wir, Catsoul und Aceta, kennen uns nur aus der LL. Wir haben im vergangenen Jahr begonnen, eine Geschichte zu schreiben – abwechselnd jeweils ein Kapitel. Es ist die Geschichte zweier Frauen – Jenni und Iris – zwischen denen sich eine besondere Beziehung entwickelt. Die ersten sieben Kapitel könnt Ihr noch vollständig nachlesen unter

Hier klicken

hier nun die Fortsetzung – ich habe zum wieder Hineinfinden das Ende von Kap. 7 vorangestellt.

______________________________________________________________________

...
Ich wollte wieder schön sein - für eine neue Eroberung, wie ich sie noch nie versucht hatte. Mit diesem Gedanken stieg ich schließlich in die Wanne. Das warme Wasser tat mir gut, ließ meine Gedanken weiter wegschweifen. In letzter Zeit hatte ich mir das nicht gegönnt, meist nur kurz geduscht. Die kleinen Muskeln in meinem Nacken waren verspannt, meine Schultern sowieso. Ich stellte mir plötzlich vor, sie würde mich massieren, mich einreiben mit duftendem Öl, mich streicheln - bei diesen Gedanken wurde es mir zu warm in der Wanne.

Als ich sie rief, dachte ich schon, sie könne mich nicht hören. Aber dann öffnete sich doch die Tür und Jenni kam herein. Sie hatte die Jacke abgelegt, trug nur ein T-Shirt und Jeans. Fasziniert betrachte ich aus meiner tiefen Position in der Wanne den straffen Schwung unter der engen Hose, eine sehr frauliche Rundung, die zwischen ihren Beinen beginnend zum Nabel hinzog. Sie hatte eine kräftige Figur - aber diese geschwungene Linie faszinierte mich. Ich dachte wieder an den weichen, warmen Druck, den Ihr Körper ausüben konnte. Ich spürte, wie mein Mund leicht geöffnet sich leicht zu einem Lächeln verzog - ich jubilierte innerlich, als ich spüren konnte, wie sensibel sie dieses Signal empfing. Ich erinnerte mich wieder - die Kunst der Verführung... ich würde sie heute spielen!

Ihre Hände tagen mir gut. Ich genoss es, genoss auch und bemerkte, wie sie meine Brüste entdeckten. Früher hatte ich bei einer solchen Gelegenheit einmal gesagt: "eh - da sind keine Muskeln, die massiert werden müssten" - heute hielt ich den Mund und genoss es einfach. Sie begann, mich zu entdecken - und ich wollte entdeckt werden.

Als ich sie schließlich aufforderte, mit in die Wanne zu kommen, dauerte ihr Widerstand nicht lange. Sie hatte eh kaum eine Chance, wenn Sie nicht rasch aufgegeben hätte, wäre sie so oder so nass gewesen! Eilig legte sie ihr Textil ab und stand wenige Augenblicke nackt vor der Wanne. Ich beobachtete sie, während sie zu mir in das warme, schaumbedeckte Wasser stieg.
In der Sauna hatte ich oft genug andere nackte Menschen gesehen. Aber noch nie hatte ich mich in einer solchen Stimmung befunden, noch nie hatte ich eine Frau mich solchen Augen betrachtet.
Noch nie hatte mich eine Frau in dieser Weise sexuell erregt, wie jetzt sie: Jenni.
Ungeniert sah ich hin, wie sie erst ein Bein in die Wanne stellte, dann das andere, und sich dann mit einem strahlenden Lächeln genüsslich in das Wasser niedersetzte. Ihr Platz zu machen hatte ich mich etwas aufgesetzt und die Beine angezogen.
Oh - dieses Lächeln auf ihrem Gesicht, dieses Glitzern in ihren Augen - hinreißend! Wieder wurde mir warm in dieser Wanne - eine wohlige Wärme, die sich im Bauch ausbreitete, die mich wahrscheinlich erröten ließ - die Situation wurde dramatisch real, das, was ich zuvor noch nur phantasiert hatte.
Sie streckte erst ein Bein, dann das andere mit absoluter Selbstverständlichkeit in meine Richtung aus, ihr Fuß streifte meine Hüfte, suchte sich einen Platz neben mir. - Nicht etwa, um hier ein ruhiges Plätzchen zu finden, nein, beinahe sofort begann sie mit diesem Fuß mich zu streicheln. Jede kleine Berührung ließ mich wohlig erschauern.
Dann ihr anderer Fuß. Er kam näher wie ein angreifender Barrakuda und berührte mich zuerst am Bauch, rutschte dann sogleich etwas tiefer, wurde etwas friedfertiger, diesen Ort gefunden zu haben. Und bei alledem lächelte Sie da auf der anderen Seite der Badewanne und strahle eine Botschaft von seliger Lust, süßer Begierde und großer Freude zu mir herüber, die meine Empfindsamkeit empfing.
"Oh Jenni", dachte ich, "ohhhh -" und habe es wohl auch gesagt.
"Iris - da bin ich", sagte sie leise und zweideutig und bewegte ganz eindeutig ihre Füße.
Langsam streckte ich die Beine wieder etwas aus, strichen meine Unterschenkel nun an ihren Beinen entlang.
Als ihr Fuß zwischen meinen Beinen allzu ungestüm zu werden drohte, nahm ich ihn kurzerhand und begann die Fußsohle zu massieren.
Ich war einen kurzen Moment lang erstaunt, wie gut wir beide in diese Badewanne passten. Dann nahmen mich wieder ihre Augen gefangen. Sie glitzerten erregt und machten mir Avancen, "dies", sagten ihre Augen, "ist erst der Anfang!"


8)

Iris zog und zerrte an meinem T-Shirt und ich war schon fast durchnässt als ich aufstand und meine Kleidung auszog. Ganz langsam, mir ihrer Blicke sehr bewusst, stieg ich in die Wanne und setzte mich ihr gegenüber. Ich streckte meine Beine aus und begann sie mit meinen Füßen zu streicheln. Ich sah wir sie vor Erregung zitterte. Mein rechter Fuß suchte sich einen Platz zwischen ihren Schenkeln und begann sie ganz vorsichtig dort zu streicheln. Sie stöhnte leise auf: "Oh Jenni, ohhhh" "Iris - da bin ich" sagte ich leise und bewegte meinen Fuß zwischen ihren Schenkeln so, das meine Zehe langsam ihre Spalte entlang fuhr. In meinem Inneren tobte ein Orkan und ich musst sie unbedingt ganz berühren. Als ich mit dem großen Zeh in sie eindrang nahm sie meinen Fuß in ihre Hände und begann ihn zu massieren. Ich verstand diese Geste sofort, sie wollte noch etwas warten.

Ihre Fußmassage tat mir gut und verstärkte mein Verlangen nach ihr. Nach schier endlosen Minuten entzog ich ihr meinen Fuß und rutsche näher zu ihr. Meine Oberschenkel lagen nun auf ihren und wir saßen uns in der Wanne ganz nah gegenüber. Ich nahm ihr Gesicht in beide Hände und küsste sie sanft. Unsere Nippel berührten sich und beide begannen wir sie aneinander zu reiben. Unser Kuss wurde verlangender, wilder. Wir stöhnten uns an. Unsere Hände streichelten uns. Jede Berührung jagte neue Schauer über unsere Haut. Irgendwie schaffte ich es mich umzudrehen und zwischen ihre Schenkeln zu knien. Iris ließ sich nach hinten fallen und so hatte meine Hand endlich den Platz den sie brauchte um in ihrer feuchten Lust zu spielen. Meine Finger strichen durch ihre heiße Spalte und suchten ihren Kitzler. Langsam und rhythmisch begann ich ihn zu streicheln. Er wurde ganz fest und Iris begann meinen Rhythmus aufzunehmen. Meine andere Hand streichelte sie und zwirbelte ihre Nippel. Ich beugte mich nach vorn und verteilte zarte Liebesbisse auf ihrer Haut. Meine Zunge umspielte ihre Nippel und ich saugte leicht daran. Iris hatte die Augen geschlossen und ließ sich treiben. Lust spiegelte sich auf ihren Zügen wieder. Ihr stöhnen wurde lauter und als ich fest in sie eindrang riss sie ihre Augen auf, sah mich an und sagte: "Jaaaaaaaaaaa...". In diesem Moment liebte ich sie.

Ihr stöhnen und ihre Bewegungen trieben mich an, machten mich geil und wild. Ich wollte nur noch eins.. ihr einen Höhepunkt verschaffen. Ich zog sie noch ein Stückchen näher. Ihre Brüste waren nun fast vollständig mit Wasser bedeckt. Ich legte mich halb auf sie und küsste ihre wunderschönen Lippen. Meine Zunge drang in ihren Mund und spielte mit ihrer während meine Finger immer wieder tief in sie eindrangen. Meine Hand wurde schneller und Iris nahm abermals meinen Rhythmus auf und trieb mich vorwärts.

Die Hand zwischen uns zu fühlen, wie sie sich bewegte.. wie sie bei jedem rausziehen mein Schambein traf.. es war ein so unbeschreibliches Gefühl. Ich konnte mich der Magie dieses Augenblicks nicht entziehen und begann mich ebenfalls diesem Rhythmus anzupassen. Es war als gehörte die Hand nicht mir. Als würde sie nicht durch meine Gedanken oder Reflexe gesteuert. Nichts war mehr wichtig, nur noch der Höhepunkt zählte. Nur dieser eine Moment, in dem alles still steht. Alles endet und alles neu beginnt.

Wir kamen beide gleichzeitig mit einem unkontrollierten Schrei der sich aus unseren Kehlen zu einem einzigen vermischte. Schwer atmend ließ ich mich fallen. Ich fühlte das wilde schlagen ihres Herzens, fühlte ihre Hände die mir über den Kopf und Rücken strichen, fühlt mich geborgen bei ihr, in ihr.

Ich weiss nicht wie lange wir so lagen, ich meine Finger noch in ihr, sie mich streichelnd, aber irgendwann wurde das Wasser kalt und ich begann zu frieren. Langsam erhob ich mich und fragte leise: "Wollen wir heißes Wasser reinlassen oder lieber ins Bett wechseln?" Iris sah mich mit verträumten Augen an und lächelte: "Lass uns ins Bett gehen." Gemeinsam stiegen wir aus der Wanne und während das Wasser ablief trockneten wir uns gegenseitig ab.
Gelegenheit jede Faser ihres Körpers zu berühren, jeden Zentimeter Haut zu küssen, vor ihr zu knien und ihre Schamlippen mit der Zunge zu teilen. Sie endlich auch zu schmecken...
Sie war noch ganz nass an den Beinen und ich begann langsam und aufreizend ihre Beine abzutrocknen und träumte voraus: Ganz nackt laufen wir ins Schlafzimmer und kuscheln uns eng aneinander. Sanfte, federgleiche Berührungen streifen meine Haut. Wecken wieder die Lust in mir und ihr...


9)

Noch nie ...
Noch nie hatte eine Frau so etwas mit mir getan. - Nur eine Frau konnte ES wohl SO tun - wohl nur eine Frau konnte so sehr verstehen, was gerade das Maß von Reiz war, eine Frau so anzustacheln, so furiant zu erregen, so geradlinig, so ungestört von unfraulichen - eben männlichen Gelüsten ...
Dabei war Jenny beinahe gierig wie ein Mann - so sehr bestrebt, mir zwischen die Beine zu fahren, meine Lust anzupeitschen. - Es war verwirrend und bestürzend und unwirklich und gewaltig zugleich, was sie in mir entfesselt hatte.
Dabei hatte auch ich sie berührt - in einer Weise, die ich mir zuvor nicht einmal hätte vorstellen können - nicht einmal vorstellen mögen!

Sie hatte mich frottiert und beugte sich etwas herunter, an der Innenseite meiner Oberschenkel waren noch einige Tropfen geblieben. Sie zog das Handtuch zwischen meinen Beinen durch und griff auf beiden Seiten nach den Enden. Dann begann sie diese hin- und her zu bewegen. Das Handtuch rutschte an meinen Beinen entlang immer höher, erreichte meinen Schritt, aber sie zog es weiter nach oben.
Der Stoff glitt hin und her und wurde von einer Feuchte benetzt, die er nicht trocknen konnte. Zwischen den Pobacken fühlte ich diese neue Feuchte am Handtuch - und in meinem Unterleib wieder eine prickelnde Lust.
Welch herrliche Ideen sie doch hatte!
"Das ist gut, nicht wahr?" hauchte sie vielsagend und schien ganz genau zu wissen, was sie gerade in mir auslöste. Ich griff ihr in den Nacken, fasste ihre nassen Haare und zog sie zu mir heran.
"Du machst mich völlig verrückt!" flüsterte ich.
"Ich weiß", lächelte sie leise zurück. Mit einem kleinen Rück zog sie bei diesen Worten das Handtuch nach vorn und löste damit einen heftigen Schauer in mir aus. Sie zog es weg, und dann legte sie ihre Hand auf meinen Po.
"Du hast einen verdammt süßen Arsch", ihre Stimme klang fast heiser.

Mit festem Griff fasste sie mich an, streichelte darüber, genoss ganz offensichtlich, eine Gänsehaut zu fühlen - meine Gänsehaut ... dann gab sie mir einen leichten Schlag auf den Po - der mich wieder ein klein wenig aus den Träumen riss.
Ich sah sie wohl ein wenig verdattert an - und sie lachte kurz und schallend auf.
"Lass' uns `rüber gehen - und noch ein Gläschen Wein trinken - und ..."
sie lächelte geheimnisvoll.

"Du bist eine schöne Frau, Iris" sagte sie plötzlich noch - wie im Nachsatz.
In diesem Augenblick zuckte ich zusammen. Nicht, dass sie dieses Kompliment nicht ehrlich gemeint hatte. Nicht, dass da irgend ein Unterton gewesen wäre - auch nicht nur irgendein Falsch! Aber ich wurde mir plötzlich bewusst, dass Sie wohl einige Jahre jünger sein musste als ich war.
Ich hatte sie verführen wollen, ich hatte mich treiben lassen in diesem Gefühl der Sinnlichkeit. Ich hatte mich einem Traum aus Jugendzeiten hingegeben, dessen Zeit für mich vielleicht schon vorbei war? - Ich bekam Angst, fühlte Unsicherheit. - Und jetzt sagte sie das -

Ich schämte mich in diesem Augenblick wegen der Haare unter meinen Achseln, wegen der Schambehaarung, die ich nicht mehr gestyled hatte, wegen dieser kleinen Krähenfüßchen in meinen Augenwinkeln, die sie jetzt - bar jeder Schminke - bestimmt genau sehen konnte - und wegen - wegen - und so viele Gedanken durchzuckten mich.
Warum sagte sie das jetzt? - Wollte sie mich damit trösten?

Ich löste mich recht abrupt aus ihrer Umarmung, schluckte - und sah sie an.
Sie hatte eine so beneidenswert glatte Haut - ein so faltenfreies Lächeln - und immer noch diese grenzenlose Freundlichkeit in ihren Augen.
Als ich geradewegs in diese Augen sah, fiel ein Teil meines Schreckens wieder von mir.
Wieder begann ich sie abzuschätzen - nicht neidisch, nicht wirklich - nur so ganz eben - eben - nur ganz wenig ...

Sie war für meinen Geschmack als Frau zu klein für ihr Gewicht. Hatte ich ein Bäuchlein, waren alle Rundungen bei ihr deutlich ausgeprägter - aber weiblich war sie dabei trotzdem - irgendwie richtig, irgendwie passend und: ziemlich erotisch.
Sie hatte mich erregt - und eigentlich ...

Plötzlich war dieses Gefühl auch an ihr. Sie hatte die Veränderung gespürt, diese Zäsur - diesen Bruch in unserem Rausch.
"Was ist passiert?" fragte sie, etwas bestürzt.
Sie hob die Hand, berührte ganz sanft meine Wange.
Ich ließ meinen Blick wieder in Ihre Augen fallen - das gab mir inneren Frieden zurück.
Es dauerte eine Weile, ehe ich etwas sagen konnte.
"Ich habe", ich musste mich räuspern, weil meine Stimme mir unendlich rauh erschien. "Ich habe mich erschreckt!"
Sie betrachte mich aufmerksam.
"Weshalb denn?"
Ich sah sie weiter an - wie sollte ich das jetzt sagen?
Ich beschloss, dass wohl das Wichtigste sei, ihr nicht wegen irgend einer neurotischen Anwandlung nun weh zu tun.
"Ich - ich", wie sollte ich mich nur ausdrücken?
"Ich bin halt ein verdammtes Nervenbündel!" sagte ich tapfer und grinste mit aller Energie, die ich noch hatte.


10)

Plötzlich war alles anders. Ich spürte die Veränderung. Sie entzog sich mir, aber ich kannte den Grund nicht. ‚War ich zu stürmisch? War ich unvorsichtig gewesen? Hatte ich sie verletzt?’ Tausende Gedanken schossen mir durch den Kopf. Und als Iris dann noch sagte: “Ich bin ein verdammtes Nervenbündel!” war ich vollständig überzeugt etwas falsch gemacht zu haben. Nur was?

Ich hüllte sie in das große Badetuch und auch meinen Körper bedeckte ich.
“Komm!” sagte ich nur und zog sie mit mir. Entgegen meinem Wunsch steuerte ich nun das Wohnzimmer an. Ich holte die Gläser und öffnete den Wein. Besser keine Musik.. ich würde gern was schmusiges hören, aber das wäre jetzt wohl fehl am Platze.
Ich setzte mich ihr gegenüber und schaute Iris erwartungsvoll an. Sie schien mit einem Male sehr angespannt zu sein. “Willst Du mir nicht erzählen was los ist?” fragte ich sie und schaute ihr dabei tief in die Augen. Fast konnte ich die Spannung körperlich fühlen.
“Womit soll ich anfangen?” fragte sie leise.
“Erzähle mir warum Du im Hotel lebst.” entgegnete ich.
Ganz langsam und stockend begann sie zu erzählen, von ihrem bisherigen Leben, von ihrem Mann und den Kindern, von den Erlebnissen der letzten Zeit. Immer wieder unterbrach sie sich, Tränen rollten unaufhaltsam ihre Wangen hinab.
Nach einiger Zeit setzte ich mich neben sie und umarmte Iris. Ich hielt sie in meinen Armen und streichelte ihren Rücken, sprach beruhigend auf sie ein, tröstete sie.
Der Wein war längst alle und die Dämmerung brach herein als sie sagte: “.. und dann traf ich Dich.” - ganz wertfrei.

“Ich mach Dir jetzt erst mal die Couch zurecht, schlaf Dich aus! Wenn ich nachher auf Arbeit bin, mach Dir keine Sorgen. Du kannst hier bleiben solange Du willst.” sagte ich während ich aufstand.

Schnell war eine Decke und ein Kissen geholt, die Couch ausgeklappt und alles überzogen. “Gute Nacht und schlaf schön.. nein eigentlich Guten Morgen!” lächelte ich sie an und hauchte einen Kuss auf ihre Wange. Sie umarmte mich und sagte: “Danke!” vorsichtig deckte ich sie zu und schloss dann die Tür hinter mir. In zwei Stunden musste ich zur Arbeit und wenn ich mich jetzt ebenfalls hingelegt hätte, würde ich den Wecker nicht hören. Also am besten frühstücken und versuchen mich irgendwie munter zu machen.
Ich duschte ausgiebig, abwechselnd kalt und heiß. Zog mich an und beschloss einen Morgenspaziergang zu unternehmen.

Die frische kühle Morgenluft tat mir gut. Unterwegs begegneten mir ein paar Nachtschwärmer, die wohl das Glück hatten heute nicht arbeiten zu müssen.

Das lange Gespräch mit Iris beschäftigte mich. Sie tat mir leid, aber gleichzeitig war ich froh das es so gekommen war. Ich hätte sie sonst wohl nie kennen gelernt.
Als ich wieder zu Hause war, schaute ich kurz ins Wohnzimmer. Iris schlief, tief und fest wie es schien. Ich konnte nicht anders, ganz leise schlich ich mich an sie heran und betrachtetet sie. Meine Augen streichelten sie und fast hätte ich sie wirklich berührt.. im letzten Moment zog ich die Hand zurück. Leise, wie ich mich angeschlichen hatte zog ich mich zurück.
Seufzend schloss ich die Tür. ‚Ob sie wohl am Nachmittag noch da ist?’ fragte ich mich.

Widerstrebend ging ich zur Arbeit. Und dieser Tag brachte soviel Aufregung das ich Iris schnell vergaß aber als ich nach Hause fuhr war sie wieder überdeutlich in meinem Kopf.

Es roch nach Kaffee und frischem Kuchen als ich die Wohnungstür öffnete. Komisch, ich hatte ihr gar nicht erzählt wann ich Feierabend hatte. Auf dem Küchentisch fand ich eine Nachricht:




“Liebe Jenni, ich muss nachdenken. Lass Dir den Kaffe und den Kuchen gut schmecken. Ich melde mich heute Abend. Kuss Iris.”

Ich zog mich aus und verkroch mich in meinem Bett. Das Telefon stellte ich neben mich auf den Nachttisch und schon nach wenigen Augenblicken war ich eingeschlafen.


11)

Meine ganze Verzweiflung hatte der Rausch dieser Begegnung verdrängt - aber nicht besiegt - und plötzlich war alles wieder da! - Einmal dachte ich: arme Jenni - was tue ich dir an?
Wurde ich allmählich eine blöde, alte Zicke - die Menschen belastend mit den Beziehungskrisen der Vergangenheit, unfähig, das Leben zu leben und Freude zu teilen - in Geben und Nehmen - unfähig ??
Wir tranken Wein - aber ich spürte nichts von der Wirkung des Alkohols. Wir redeten - fast bis der Morgen kam. Am Ende machte Sie mein Bett, auf der Couch - und kaum lag ich, bin ich wohl eingeschlafen - traumlos.
Sie musste zur Arbeit - ich schlief fast bis zum Mittag.
Ich habe schließlich das Bett abgezogen, die Wäsche zusammengelegt, die Küche aufgeräumt - und es war Mittag - und ich stand in einer fremden Wohnung.
Auf dem Schreibtisch wollte ich nur nachsehen, ob vielleicht noch eine Nachricht - aber da war nichts. Unter dem Schreibtischstuhl lag eine Visitenkarte.
- Wohl heruntergefallen - ich hob sie auf und legte sie auf den Tisch und schenkte ihr keine weitere Beachtung..

Dann nahm ich mir einen Notizzettel. Ich hinterließ keinen Brief, nur eine kurze Notiz, meine Tel-Nummer im Hotel dazu. Ihre kannte ich nicht. -
Sie hatte eine Kaffeemaschine mit Zeitschaltung. Ich stellte die für 17°° Uhr ein und beschloss, beim Bäcker gegenüber eine süße Überraschung zu holen -
Was würde sie denken??? -
Ob sie enttäuscht ist, ob sauer?
Ob sie traurig ist - oder erleichtert?
Erleichtert wohl, dachte ich dann mit etwas Sarkasmus: so eine Zicke wie mich endlich wieder los zu werden ...
"Danke !!" - schreibe ich unten auf den Zettel, und dann setze ich darunter: "liebe Jenni" -

Im Hotel wünschte mir das Mädchen an der Rezeption einen guten Tag - unverbindlich, besinnt sich aber, ehe ich vorbei bin und ruft mich zurück: "Sie haben Post!"
Ich drehe mich um und gehe zurück. Sie hält mir einen Umschlag entgegen.
Bin ich wunderlich? - der Gedanke durchzuckt mich.
Ich nehme den Umschlag, sage: "Danke", und will mich abwenden. Da sagt sie: "Es war Besuch für Sie da."
"Ja ?" ich wende mich um und sehe ihr in die Augen. Sie ist bestimmt nicht einmal 20, denke ich - so weit weg - wie aus einem anderen Leben ...
"Er habe mehrfach versucht sie anzurufen. Er kannte die Durchwahlnummer bereits. Aber er hat keine Rückrufnummer hinterlassen."

- John -
wusste ich: ER war das gewesen: mein Mann - mein Ehemann - mein beinahe Ex- ??
Was war jetzt - warum rief er an - was sollte es ?
Eigentlich: gestohlen bleiben könnte er mir - eigentlich ... aber uneigentlich wollte ich wissen, was war - heraus aus der Trostlosigkeit der verlorenen Liebe -
Eigentlich liebte ich ihn - immer noch - gestehe ich, wollte verdrängen - habe es nicht geschafft ...
Er war da ??
- Kein Rückruf, kein Kontakt. -

Ich legte mich auf das Bett - und schlief einfach ein.
Ich wollte so vieles noch tun - aber ich habe nicht einmal die Kinder angerufen!
Ich schlief - und träumte - und habe vergessen, was ich träumte. Aber am Ende wurde ich wach und wusste noch, dass mein Leben sich verändert hatte.

Ich nahm das Telefon, wählte die "01" - und hörte die Stimme dieses Mädchens.
"Gab es noch Anrufe oder Nachrichten für mich?" fragte ich.
"Nein", antwortete sie.
Auch Jenni rief nicht an.
Ich schlief wieder ein

Die Trostlosigkeit würde wieder Oberhand gewinnen in meinem Leben. Von Jenni hatte ich nicht einmal eine Telefonnummer. Ob sie mich wieder anrufen würde?


12)

Mitten in der Nacht wachte ich auf. Ich schaute auf das Telefon. ‚Warum klingelst du nicht endlich, du verfluchtes Ding!’ schimpfte ich. Aber dann fiel mir ein, sie wusste ja nicht meine Telefonnummer. Woher auch. Es war keine Zeit und es war auch nicht wichtig gewesen. Ich hatte ja angenommen Iris wäre noch da wenn ich von der Arbeit komme. Ich ging in die Küche und suchte den Zettel von ihr. Ja, richtig, da stand die Nummer vom Hotel. Sollte ich jetzt anrufen? Um 2 Uhr morgens? Sicher schläft sie. ‚Ob sie von mir träumt?’ dachte ich und wünschte es mir insgeheim. Diese wenigen zärtlichen Augenblicke mit ihr hatten mich total aufgewühlt. Ich wollte mehr davon!
Ein wenig traurig ging ich wieder ins Bett. Dachte über die Erlebnisse nach und schlief dann wieder ein.

Im Traum rannte sie auf mich zu. Ich breitete meine Arme aus um sie aufzufangen, aber sie kam nicht näher. Irgendeine sonderbare Kraft schien sie festzuhalten. Iris rief meinen Namen...

Schweißgebadet wachte ich auf. Es war halb 6. Ich nahm den Zettel vom Nachttisch und wählte ihre Nummer. “Hallo?” ganz schlaftrunken hörte sich ihre Stimme an. “Ich bin es.” sagte ich einfach.. “Jenni?... Jenni, bist Du das? Wo bist Du? Jenni? Jenni, so sag doch was!” erst zögernd, dann wurde ihre Stimme immer lauter.. “Jenni, Jenni, ich wollte Dich anrufen, aber ich hatte doch Deine Nummer nicht!” “Ja, ich weiß, deshalb rufe ich ja jetzt an. Alles ok bei Dir?” wieder lauschte ich angestrengt in den Hörer...


13)

Als das Telefon klingelte, dachte ich im ersten Moment, etwas sei mit den Kindern. Langsam kam ich zu mir, merkte, dass ich ja wieder hier in diesem Hotel war.
Schlaftrunken nahm ich den Hörer ab und erkannte Jenni - mein Herz machte einen großen Satz und ich erinnerte mich an die letzte Nacht.
"Du - du findest mich wahrscheinlich schrecklich", sagte ich leise. Wie sollte ich ihr meine
Aufgewühltheit erklären? Dieser Rausch, den ich mit ihr erlebt hatte, durfte er sein - oder zerrte das mich in eine andere Wirklichkeit, konnte es mich am Ende gar verrückt machen?
Jennis Stimme war ganz ruhig: "Ich kann das gut verstehen. Wir haben ja gestern erst lange
darüber gesprochen, und als du dann alleine warst, hat Dein ganzer Schlamassel dich wohl wieder
eingeholt. Aber mache dir keine Sorgen, ich habe dich nicht vergessen. Morgen Abend komme ich erst später heim, dann rufe ich dich, an, ist das ok?"
"Klar doch", sagte ich und irgendwie fiel mir ein großer Stein vom Herzen. Ich hatte Jenni nicht mit meiner Zickigkeit vergrault. - Vielleicht würden wir uns schon morgen wieder sehen!
"Hey", flüsterte sie verschwörerisch, "knuddel dich - schlafe gut und habe wunderschöne Träume!"
Einen ganz kurzen Moment zögerte ich und mußte schlucken, dann grinste ich sogar leise: "Du auch, Jenni!"

Am nächsten Tag war ich mit den Kindern verabredet. Es war ein sonniger Herbsttag, wir
verbrachten eine wunderschöne Zeit zusammen, haben Eis gegessen, waren auf dem Spielplatz
und haben viel erzählt. Mit meinen Schwiegereltern lief alles überraschend harmonisch - naja, ich
habe sie auch nur etwa zehn Minuten gesehen. Irgendwie waren in diesen Stunden alle anderen Dinge nicht mehr so wichtig, mir nicht mehr nahe. Viele kleine Probleme besprach in mit den beiden, etwas Trost hier - und bald würden wir wieder zusammen sein, wenn erst die neue Wohnung fertig sei. Die Kinder hatten sich zum Ende noch einen Besuch im Schnellrestaurant gewünscht - so hatte ich schon gegessen, als ich wieder in meinem Hotel eintraf.
"Es war Besuch für Sie da." - Wer mochte das gewesen sein?
"Sie möchten bitte anrufen - hier ist die Visitenkarte!"
Der ganze Frieden und die Ablenkung des nachmittags fielen von mir, plötzlich war ich wieder
unsicher, sah den Namen auf der Visitenkarte - schluckte. Es war unser Steuerberater. Bestimmt
hatte er den geschickt - aber warum? Es war nur die Anschrift der Kanzlei, keine private Nummer - um diese Zeit würde ich niemanden mehr erreichen. Ich habe es trotzdem noch versucht - aber da war nur der Anrufbeantworter. Sonst gab es keine neuen Nachrichten. Nun - Jenni hatte gesagt, dass es später werden würde...
Ich ging in Zimmer, ließ mir ein Bad ein und wollte mich einfach ausruhen - es war ein anstrengender, langer Tag geworden.
Nach dem Bad nahm ich mir noch ausgiebig Zeit zur Pflege - und legte mich dann im Bademantel auf das Bett, wo ich einschlief.

Als das Telefon klingelte, konnte ich mich genau erinnern, was ich geträumt habe:
Ich saß auf einer großen Schaukel, einer wirklich großen - die ganz weite Schwünge machte. Die
Sonne schien und ich trug ein Kleid, das wunderbar um meinen Körper flatterte, während ich mich mit der Schaukel immer weiter hin- und herbewegte. Es war ein herrliches Gefühl, und ich genoss es.
Immer weiter wurden die Schwünge - da merkte ich, dass ich, ganz nach hinten schwingend, immer näher an die Äste eines Baumes kam.
"Genug Übermut!" sagte ich zu mir selbst und nahm mir vor, nicht noch heftiger schaukeln zu wollen.
Wieder bewegte die Schaukel sich nach vorn - und wieder zurück - und mit etwas Sorge registrierte ich, den Ästen noch näher gekommen zu sein.
"Halt ein, Iris!" rief eine Stimme. Ich weiß nicht, wer rief - ich hörte es, wußte genau: ich war gemeint.
Aber als die sausende Fahrt nach vorn begann, da lehnte ich mich zurück und genoß den Luftzug, der mich streichelte, mein Kleid fliegen lassend und meine Haare. Ich atmete tief und wollte schier schreien vor Freude und Begeisterung.
"Halt ein, Iris!" - ich hörte es, aber es war mir egal!
Wieder schwang die Schaukel zurück - und diesmal verfing sich mein Kleid an einem Ast - und ein Stück Stoff riß heraus und blieb dort hängen. - Egal!
Wie berauscht schaukelte ich weiter - und wieder blieb beim nächsten Mal mein Kleid in den Ästen hängen, wieder riß ein Stück ab. Beim nächsten Mal schließlich, da schlugen die Zweige auf meine Haut, griffen wie mit Klauenfingern nach dem Stoff - und zerrissen das Kleid - nackt blieb ich auf der Schaukel - der Stoff in den Ästen hängen bleibend ... aber es entsetzte mich nicht - im Gegenteil: ein herrliches Gefühl bemächtigte sich meiner, als ich nun wieder den Hauch des Windes spürte, der mich streichelte -
"Iris - komm zu dir, hör auf, hör auf!" schrie diese Stimme, aber ich lachte nur und wollte weiter
schaukeln - und das Geräusch paßte gar nicht in diesen Traum, und nur ganz langsam wurde ich
wach, der Bademantel war aufgegangen und fast nackt lag ich auf meinem Bett und mich fröstelte ...


14)

Nach dem Anruf war ich etwas beruhigt. Wir würden uns wiedersehen.. heute Abend schon.
Ich drehte mich um und schlief noch einmal ein. Irgendwann kurz vor Mittag wachte ich auf und fand die Visitenkarte auf meinem Schreibtisch. Paul Friedrich - Unternehmensberater. Woher hatte ich sie?
Plötzlich fiel mir der Typ vom Mittwoch wieder ein. Es musste SEINE Visitenkarte sein.
Ob ich da mal anrufe? Heute ist Samstag, da ist sicher keiner da.. ach, trotzdem mal probieren. Es
klingelte.. als ich nach dem 5. mal klingeln gerade auflegen wollte meldete sich eine Stimme:
"Friedrich hier, was kann ich für Sie tun?" hörte ich. "Hallo, hier spricht Jenni" antwortete ich und lauschte gespannt in den Hörer. "Jenni? Die Jenni vom Mittwoch Abend?" "Ja, ich war einfach neugierig.." "Toll das Du anrufst, wann hast Du Zeit damit wir gemeinsam essen gehen können? Also mir wäre heute Abend sehr angenehm." "Heute Abend? Hm, gut, sag wo und wann.. und ich werde da sein." "Sagen wir um 8 beim Italiener in der Klausstraße?" "Ok, um 8 also.. bis dann!" und dann legte ich auf.
Erst jetzt wurde mir bewusst das ich mich eben für heute Abend verabredet hatte.. mit Paul, dem
süßen Typ auf den offensichtlich alle Frauen abflogen. Eigentlich hatte ich ins Kino gehen wollen, aber allein macht das sowieso nur halb so viel Spaß.

Ein Blick auf die Uhr zeigte mir das ich noch viel Zeit hatte. Es war erst kurz nach 12 Uhr.
Ich räumte auf und setzte mich dann mit einem Buch in der Hand ins Fenster. Das ist mein
Lieblingsplatz.. auf der Fensterbank sitzen, mit dem Rücken zur Wand.. die Beine etwas angezogen und lesen.. da kann mich keiner stören.
Vorsorglich hatte ich die Kaffeemaschine auf 17 Uhr programmiert und als mir der Duft von frischem Kaffee in die Nase stieg klappte ich das Buch zu und ging mir eine große Tasse eingießen.
Danach ließ ich mir ein Bad ein und genoss es einfach.
Hm, was sollte ich anziehen? Ich entschied mich für schwarze Jeans, ein halb rückenfreies Top und einen hellblauen Spitzenstring.
Haare fönen und ein wenig Make up - anziehen und fertig war ich.
Ein Blick auf die Uhr: 19.15 Uhr.
Jetzt bliebe noch zu entscheiden, Auto oder Straßenbahn. Wenn er auch mit dem Auto da ist, kann er mich nach Hause fahren.. aber will ich das? Also doch lieber Auto. Andererseits in der Klausstraße gibt es wenige Parkplätze.. hm, na ja, macht nix, ich werde schon einen finden.

Pünktlich um 8 kam ich beim Italiener an. Paul stand schon dort und wartete auf mich. Er sah zu wie ich einparkte und als er sah das ich ausstieg kam er auf mich zu.
"Hallo" sagte er und gab mir ein Küsschen auf die Wange. "Hi" lächelte ich ihn an. "Na, da wollen wir mal sehen ob wir ein schönes Plätzchen bekommen" sagte er und nahm meine Hand. Einen Moment überlegte ich ob das richtig war, ließ es aber dann doch geschehen.
‚Luigies' war überfüllt, kein Wunder, es war Samstag. Aber offensichtlich kam Paul öfter hier her, denn Luigi besorgte uns einen romantischen Zweiertisch in einer Ecke, in der wir nicht sofort
gesehen wurden. Wir tranken Rotwein und teilten uns eine Familienpizza, erzählen über dies und
das und vergaßen die Zeit. Pauls Hände streiften ab und zu meine, seine Augen hingen an meinen
Lippen. Seine Hände streichelten. Sein Gesicht kam immer näher. Vorsichtig und scheu küsste er
mich. Wir sahen uns an und lächelten.

Als Luigi gegen 1 Uhr an unseren Tisch kam um abzukassieren und sich damit entschuldigte das sie gleich schließen, waren wir ganz erstaunt.

Draußen schlug uns kalte Nachtluft entgegen. "Wie wäre es noch mit einem Glas Wein bei mir?" hörte ich Paul fragen. "Und mein Auto?" fragte ich zurück. "Das kannst Du hier lassen, oder mitnehmen, ganz wie Du willst." flüsterte er in mein Ohr. Seine Hände streichelten mich, sein Mund suchte meinen und wir küssten uns. Seine Zunge öffnete meinen Mund und verlangte Einlass. Ich ließ sie gewähren.
Wir versanken ineinander.

Gerade als ich den inneren Wiederstand aufgeben wollte erschien das Bild von Iris vor meinen
Augen. Ich löste mich und stammelte: "Ein anderes Mal vielleicht, bitte gib mir etwas Zeit." "Alle Zeit die Du brauchst." antwortete Paul und küsste mich noch einmal zärtlich. "Gibst Du mir Deine Nummer damit ich anrufen kann, oder meldest Du Dich?" fragte er. Ich holte eine kleine Karte aus meiner Tasche und gab sie ihm. "Bitte lass mir Zeit und rufe heute nicht mehr an, ok?... Ich mag Dich." sagte ich leise und gab ihm einen Kuss auf die Wange, bevor ich in mein Auto stieg und losfuhr.

Zu Hause angekommen warf ich alle Sachen von mir und ging zu Telefon. Ich hatte Iris versprochen anzurufen. Langsam wählte ich die Nummer und lauschte in den Hörer.. "Hallo?" "Hallo Iris, ich bin es... Jenni ... ich hab Sehnsucht nach Dir…" flüsterte ich.



15)

Es war das Telefon, erkannte ich, ganz allmählich in die Wirklichkeit zurück findend, raffte den Bademantel zusammen, als sähe ich Spanner hinter den Vorhängen. - Ich begriff ganz allmählich: Sie war da - in der Leitung - Jenni - und es war so großartig, ihre Worte zu hören:
" ... habe Sehnsucht nach dir ..." so sanft, diese Stimme, so vertraut, so nahe - trotz des Telefons ...
Meine Stimme versagte, kein Ton kam - als ich ES sagen wollte - ich musste tief einatmen - laut und hörbar, wohl so laut, dass selbst sie es hören musste!
"Oh Jenni", tausend Gedanken huschten vorbei und versanken, ehe ich sie sagen konnten - wie ein Sturm in mir - der Traum, den ich gerade geträumt hatte war noch so wirklich -
Plötzlich lachte sie, hell und schallend am anderen Ende der Leistung - und dann sagte sie: "das war der beste Seufzer, den ich in den letzten Tagen gehört habe!"
Wie sie das sagte, spürte ich darin ihr absolut ehrliches Empfinden, ihr Gespür für mich, ihre Nähe, die Sie für mich empfand - und eine Freude daran, dass wir wieder zueinander fanden. Es wurde mir bewusst - und löste in mir eine Welle von Wohlbefinden und Frieden und Entspanntheit aus. Beinahe hätte ich wieder geseufzt - aber dann sagte ich es ihr, suchte und fand - irgendwie entspannt plötzlich Worte, es Ihr zu beschreiben und wie ich erst dachte, mit dürren Worten, die das großartige Gefühl kaum richtig erfassten, merkte ich, wie sie es doch verstand ...
Die "Chemie zwischen uns" war einfach gut - und ich merkte kaum, wie die Zeit dahinrann.
"... du, Iris!" sagte sie irgendwann, längst hatte ich ein ganz heißes Ohr.
"Ja?"
"Du, ich habe morgen wieder einen stinknormalen Arbeitstag. Eigentlich wollte ich dich heute noch sehen - aber ich fürchte, das könnte am Ende selbst meine Kondition überfordern!"
Mit einem flüchtigen Blick auf die Uhr erkannte ich, dass die Zeiger zielstrebig gegen 3 Uhr früh liefen ... Ich war wohl etwas desorientiert gewesen, weil ich doch den ganzen Abend verpennt hatte -
"- oh !" entfuhr es mir in aufrichtigem Unwohlsein.
"Es hat heute wohl keinen Zweck mehr - obschon ich eigentlich angerufen hatte, weil ich Dich sehen wollte!" Jenny wirkte wie belustigt darüber, jetzt zu merken, wie sehr wir uns verquatscht hatten - und lachte zur Bestätigung.
Ich lachte mit - fühlte mich aber etwas schuldig.
"Morgen Abend hole ich dich gegen acht ab, ist das o.k.?" fragte sie.
"Nein, ich hole Dich ab!" sagte ich und fügte mit leiser Stimme hinzu: "Ich freue mich unheimlich darauf!"
Einen Moment herrschte Schweigen. Dann hörte ich ihre Antwort, und fand, ihre Stimme klang irgendwie - heiser?
"Ich auch!"


16)

Wir telefonierten lange und am Ende fiel mir ein das ich meiner Schwester versprochen hatte ihr am Nachmittag beim Geburtstag meiner Nicht zu helfen. Das würde ziemlich viel Kraft beanspruchen. 7 oder 8 Kinder im Alter von 10 Jahren konnten ganz schön anstrengend sein. Deshalb sagte ich zu Iris: "Du, ich habe morgen wieder einen stinknormalen Arbeitstag. Eigentlich wollte ich dich heute noch sehen - aber ich fürchte, das könnte am Ende selbst meine Kondition überfordern! - Es hat heute wohl keinen Zweck mehr - obschon ich eigentlich angerufen hatte, weil ich Dich sehen wollte!" fügte ich noch traurig an, aber um es sie nicht allzu sehr merken zu lassen lachte ich danach.

Wir verabredeten uns für Montag Abend und ich schickte ihr noch ein Küsschen durch die Leitung bevor ich endlich ins Bett fiel.

Immer noch müde und mit schmerzenden Gliedern erwachte ich gegen Mittag aus einem scheinbar traumlosen Schlaf. Ein Blick auf die Uhr sagte mir das ich mich nun aber beeilen musste, wollte ich rechtzeitig bei meiner Schwester sein. Es wurde eine sehr turbulente Geburtstagsparty für Pia. Zum Glück war das Wetter gut, sodass wir im Garten spielen konnten. Gegen 20.30 Uhr fuhr ich die Kinder nach Hause und trank anschließend mit meiner Schwestern noch ein Glas Wein, bevor auch ich den Heimweg antrat.

Dort angekommen stand auf einmal Iris Bild vor mir... überdeutlich, so als wäre sie hier.
Sehnsucht ist ein schönes und zugleich furchtbares Phänomen. Jede Faser meines Herzens wollte zu ihr.. ich wollte sie berühren, küssen, streicheln...
War ich im Begriff mich zu verlieben? Oder war ich schon verliebt?
Eins wurde mir klar: Es war für mich kein Spaß, kein Abenteuer mehr.. aber was war es für Iris?
Ich ging unter die Dusche und dann ins Bett.
Morgen, morgen werde ich es merken.. oder ich werde sie fragen, was sie für mich fühlt!
Mit diesem Vorsatz im Kopf schlief ich ein.

Der Arbeitstag verlief stockend und langweilig. Immer wieder schaute ich auf die Uhr, wann ist nur endlich Feierabend? Endlich! Es war 16.30 Uhr.
Ich fuhr noch am Supermarkt vorbei und kaufte zwei Flaschen Wein.
Nach Hause, unter die Dusche und dann vor der bangen Frage stehen: Was ziehe ich an?
Schwarzer String, schwarzer Bustier, hellblaue Jeans und dunkelblaues Shirt. Dafür hatte ich mich nach einer halben Stunde entschieden. 20 Minuten vor Acht war ich fertig und lief wie ein gefangenes Tier hin und her.
Gleich würde sie da sein, gleich würde es klingeln.. mein Herz raste vor Vorfreude. Ich war nervös und ging immer wieder zum Fenster um zu schauen ob ich sie vielleicht sah.
Mist, ausgerechnet jetzt musste ich noch mal zur Toilette..

Und ausgerechnet in diesem Moment klingelte es. Ich rief laut: ”Bin gleich da, bitte lauf nicht weg!” und beeilte mich zu Tür zu kommen und zu öffnen...


17)

Noch Freitag, später Vormittag. Es klingelte das Telefon.
Ich hatte mir eine ausgiebige Pflege-Session gegönnt und fühlte mich wohl, hatte bereits mit den Kindern telefoniert und würde gleich zu ihnen fahren. Ich hatte mir eine Jeans zurechtgelegt und eine gemusterte Bluse, das Wetter war angenehm und es versprach ein schönes Wochenende zu werden.
“Rezeption”, meldete sich die Stimme einer jungen Frau am anderen Ende. “Hier sind zwei Herren, die mit Ihnen sprechen möchten.”
Ich erbat mir etwas Geduld, kontrollierte nochmals im Spiegel und verließ das Zimmer.
Das Mädchen an der Rezeption führte mich in einen Tagungsraum, wo die beiden Männer sich bei meinem Eintreten erhoben. Ich schloß die Tür und stellte mich vor.
Der jüngere der beiden ergriff das Wort, deutete auf seinen Kollegen, dann auf sich:
“Hauptkommissar Kramer, mein Name ist Linder, Oberinspektor, Kripo Aurich.” Er machte eine kurze Pause, als wolle er diese Eröffnung wirken lassen, betrachtete mich prüfend. Der Kommissar war ein untersetzter Mittfünfziger, hatte nikotingelbe Finger und wirkte beinahe desinteressiert. Linder war vielleicht Mitte dreißig, trug eine randlose, runde Brille, die irgendwie gar nicht zu ihm zu passen schien. Seine Augen wurden durch die Brille kleiner. Beide Männer trugen etwas zerknautschte Anzüge, Hemd und Krawatte. Linder bedeutete mir, mich an den Tisch zu setzen. Keiner machte Anstalten, mir eine Hand zu reichen und insgeheim dachte ich, daß es mir nur recht sein konnte, diese Typen nicht anpacken zu müssen.
“Sie wohnen schon seit einigen Wochen hier im Hotel, nicht wahr?”
“Ja”, antwortete ich.
“Allein?”
“Diese Frage konnten Sie sicherlich bereits an der Rezeption klären.”
“Ja - ”, etwas wie ein spöttisches Lächeln huschte über Lindners Gesicht.
“Wir suchen Ihren Ehemann.”
“Mein Mann hat sich von mir getrennt.”
“Ach”, sagte er.
“Ja”, bestätigte ich.
“Wann haben sie ihn denn zuletzt gesehen oder gesprochen?”
Ich überlegte kurz. “Es scheint mir schon eine Ewigkeit her zu sein.”
“Etwas genauer möchten wir das schon wissen!”
“- sechs oder sieben Wochen?”
“Oh”, entfuhr es ihm.
“Was wollen Sie denn eigentlich von ihm?”
“Was wissen Sie von den Geschäften Ihres Mannes?” er überging meine Frage einfach. Das gefiel mir nicht und ist sagte es.
“Ich werde es Ihnen sagen: Ihr Mann hat sehr viel Geld unterschlagen.”
“Wieso unterschlagen - mein Mann ist doch alleiniger Inhaber der Firma?”
“- und Sie?”
“Ich habe mit der Firma nichts zu tun.”
“Wovon leben Sie?”
“Ich habe eine Bankkarte - und wenn ich Geld brauche, gehe ich an den Automaten und hole es mir.”
“Sehr praktisch”, wieder huschte etwas wie ein Lächeln über sein Gesicht.
“Haben Sie eine Vorstellung davon, woher dieses Geld kommt?”
Ich wußte ja längst, daß ich mich zu wenig darum gekümmert hatte. Aber sollte ich diesen Männern das so sagen?
“So, wie der Strom aus der Steckdose kommt?!” sagte ich lakonisch.
Was immer sie erhofft hatten, von mir zu erfahren, ich konnte ihnen nicht weiterhelfen ...
Sie verabschiedeten sich, wie sie gekommen waren. Aus meinenen Gedanken verschwanden sie wie ein unwirklicher Spuk.
Irgendwie fühlte ich mich wie von Sorgen befreit. Die Dinge berührten mich nicht mehr - und fast beschwingt genoß ich den Tag mit den Kindern. Als ist sie zurückbrachte, sah Schwiegervater mich an und sagte:
“Du siehst gut aus, Iris.”
“Ich fühle mich seit Wochen wieder besser.” Ich erzählte ihm vom Besuch der Polizisten, er hörte zu und sagte nichts mehr weiter.

Ich aber wurde mir eines neuen Lebensgefühls bewußt:


Entdecke mich selbst zurück -
möchte wieder lachen
lebe und fühle, und liebe wieder -

wie neu geboren
spüre ein Glücksgefühl, das ich schon
für immer verloren wähnte.

Meine Haut kann sehnen,
glühen und Funken sprühen,
und wohlig kribbeln.

Meine Augen leuchten wieder,
voller Erwartung, Wärme,
glänzen und glitzern.

Der Spiegel an der Wand
bleibt die Antwort noch schuldig,
die ich in Deinen Augen finden werde!


Für Montag hatte ich einen Termin bei Susanne ausgemacht. Seit Jahren war ich eigentlich regelmäßig in ihrem Kosmetik-Institut, doch jetzt schon mehrere Wochen nicht mehr da gewesen. Natürlich wollte sie wissen, wo ich abgeblieben sei - aber ich wollte nicht weiterem Klatsch Nahrung geben und hielt mich bedeckt. Stattdessen erfuhr ich während der Behandlung nun meinerseits die letzten Geschichten.

Eigentlich hatte ich auch zum Friseur gewollt, aber da hatte ein eigenes Drama stattgefunden, der Salon war auf unbestimmte Zeit geschlossen, nachdem die Inhaberin mit einem Spaten beinahe ihren Lebensgefährten aus Eifersucht erschlagen hatte ...

Für den Abend hatte ich ein grünbeiges, kurzes Kleid ausgewählt, von dem ich früher einmal gesagt hatte, daß ich es eigentlich nur an besonderen Abenden daheim tragen dürfte - eine kleine Creole rechts, eine große links, einen dünnen Reif am Fußgelenk.

Zwei Minuten zu früh klingelte ich an ihrer Wohnung. Ich hörte ihre Stimme und fühlte mich beschwingt und froh. Dann öffnete sich die Tür und wir starrten uns wohl gegenseitig einen Moment lang an.
Jenni sah blendend aus, sie wirkte so frisch, so lebensfroh - und ihre Haltung, ihre Kleidung so passend. Aber wie schon früher berührte mich ganz besonders ihre Wärme, ihre Herzlichkeit, ihre Freude, die sie so intensiv ausstrahlte, daß es sie wie eine geheimnisvolle Aura umgab

“Huii!” rief sie und ich huschte durch die Tür und umarmte sie. - Wie lange hatten wir uns nicht gesehen - Ewigkeiten?
“Schön, wieder bei dir zu sein!” flüsterte ich und merkte, wie mir die Stimme wegblieb.
“Mein Gott, Iris - bist du das wirklich?” fragte sie leise zurück.
“Ja”, sagte ich, “das bin wirklich ich!”


18)

Iris strahlte mich an und sah einfach glücklich auch. “Mein Gott, Iris - bist du das wirklich?” fragte ich leise.
“Ja”, sagte sie, “das bin wirklich ich!”
Ihre Umarmung tat gut.. unendlich gut. Fast hätte ich mich darin verloren. Sanft schubste ich sie von mir und schaute sie noch mal von oben bis unten an. Das Kleid war ziemlich aufreizend und am liebsten hätte ich es ihr gleich wieder ausgezogen. Statt dessen sagte ich: “Hör mal, im Kino läuft gerade ‚The green Mile’ der Film soll großartig sein, wie wäre es wenn wir uns den anschauen und anschließend noch in die ‚Blaue Tulpe’ gehen? Da ist Montags immer Tanz und ein zwei Stunden Bewegung sind auch nicht zu verachten.” Iris nickte nur und ich quittierte ihr Nicken mit einem zarten Kuss.

Gesagt, getan. Ins Auto und ab ins Kino. Um Glück fing der Film erst 20.30 Uhr an, sodass wir genügend Zeit hatten. Wir kauften die Karten, eine große Tüte Popcorn und eine große Cola. Dann saßen wir endlich in der letzten Reihe. Der Saal war ziemlich voll, aber komischer Weise saßen in der letzten Reihe nur wir zwei. Während des Films hielt ich ihre Hand und als ... auf dem elektrischen Stuhl verbrannte, weil ... unbedingt ausprobieren wollte warum der Schwamm nass gemacht werden muss, barg Iris ihren Kopf an meiner Schulter und weinte. Ich weinte auch, aber ich zeigte es nicht.. ich streichelte ihren Kopf um sie zu beruhigen und flüsterte leise: “Es ist nur ein Film, liebes.”

Ganz aufgewühlt verließen nach dem Ende von John Coffee das Kino. Die raue Nachtluft ließ uns frösteln. “Komm!” sagte ich und zog Iris ins Auto. “Ich mach die Heizung an, dann wird uns ganz schnell wieder warm.” Bevor ich den Motor startete schaute ich sie an. Meine Hände berührten ihr Gesicht und zogen ihren Kopf näher. Ich küsste sie, ganz zart und ganz kurz. Dann fuhren wir los.

Zum Glück bekamen wir gleich vor der ‚Blauen Tulpe’ einen Parkplatz und waren, noch bevor das Auto wirklich warm war in der Gaststätte verschwunden. Hier herrschte reges Treiben, viele Paare bevölkerten schon die Tanzfläche und es gab nur noch wenige frei Plätze. Ich zog Iris hinter mir her zur Bar. Dort hatte ich eine Freundin von mir entdeckt, die ich schon aus der Schulzeit kenne. Gina lächelte uns an und stellte erst mal wie Rotwein vor uns hin. “Du trinkst doch noch roten, oder?” fragte sie und schaute dabei Iris in die Augen. “Ja.” sagte ich “und Iris auch. Darf ich vorstellen.. Iris - Gina, Gina - Iris.” grinste ich.

”Freut mich.” sagten beide wie aus einem Mund. “Was verschlägt Dich an einem Montagabend in unsere Tulpe?” fragte Gina. “Weißt Du, wir waren im Kino, in ‚The green Mile’ und wollen den Film bei einem Tänzchen verdauen.” antwortete ich. Gina meinte das sie den Film auch schon gesehen hätte und ihn einfach toll fände, und das mit dem Tanzen wäre eine gute Idee.
Es wären heute auch ausgesprochen viele Junggesellen da und wir würden sicher was passendes finden. ‚Wenn die wüsste!’ dachte ich.

Wir tranken unseren Rotwein und sahen den Paaren beim tanzen zu. Eigentlich hatte ich nicht geplant den ganzen Abend nur zuzuschauen, aber im Moment lief nur absolute Schmusimusi und ich glaube Iris wäre es nicht Recht gewesen mit mir engumschlungen zu tanzen, angestarrt von zahllosen Augenpaaren. Endlich, nach einer halben Stunde, lief wieder Discomusik und ich zog Iris hinter mir her auf die Tanzfläche. Wir tanzen lange und als der DJ eine Pause machte genossen wir die letzten Tropfen von unserem Wein.

Unbewusst schaute ich auf die Uhr und erschrak. Es war 1 Uhr. Langsam sollten wir gehen. Ich flüsterte Iris ins Ohr: “Lass uns bei mir noch schnell einen Absacker trinken und dann ins Bett gehen.” Iris musste wohl der Übermut gepackt haben, denn sie biss mich ins Ohrläppchen und flötete in mein Ohr: “In’s Bett? Was denkst Du wann Du da zum schlafen kommst?” und grinste mich ganz unverschämt an. Ich errötete leicht, das fiel in dieser Schummerbeleuchtung aber zum Glück nicht weiter auf. Ich bezahlte unseren Wein, wir verabschiedeten uns von Gina und verließen Arm in Arm das Lokal. Am liebsten hätte ich Iris an mich gerissen und sie zu Boden geknutscht. Aber hier draußen war es hell durch die vielen Straßenlaternen und so begnügte ich mich mit einem Küsschen auf ihre Wange, als ich sie in mein Auto schob.

Nach nur 5 Minuten hielt ich vor meiner Wohnung. Wir stiegen aus und gingen hinauf. Langsam öffnete ich die Wohnungstür und ließ Iris den Vortritt.


19)

Fünf Schritte machte ich in die Wohnung, dann drehte ich mich um, ließ Jenni kaum Zeit, die Tür zu schließen.
Eine Woge von Wärme und Wohlbefinden brandete in mir auf, explodierte geradezu in meinem Bauch und mir war, als müsse ich Funkengarben versprühen.
Jenni war da - und ich spürte mich selbst plötzlich - so glücklich - so leicht - irgendwie: geliebt!
Wie sie das bewirkte, war wohl ihr ureigenes Geheimnis - oder einfach ihr Wesen, so viel Wärme und Zuneigung und Freundlichkeit in ihre Aura legen zu können. Die jedenfalls zu empfinden war mir geschenkt - und bescherte mir ein großartiges Glücksgefühl, immer wieder neu, wenn ich bei ihr war!

Mitten im Zimmer drehte ich übermütig eine Pirouette und bemerkte, dass Jenni diesen kleinen Ausbruch fast staunend betrachtete, beendete die Drehung und ließ mich wie taumelnd zu ihr treiben - umarmte sie und lachte.
"Wunderbar!" flüsterte ich, "Du bist da!"
Jenni erwiderte meine Umarmung, nahm den Schwung auf, mit dem ich mich auf sie gestürzt hatte und es wurde daraus etwas wie ein Tanz ohne Musik. Sie atmete meinen Duft, ich merkte, wie sie die Luft suchte, die ich verströmte, sie suchte mich, sie wollte mich!
Wie eine wilde Elfe tanzte ich, fühlte ich mich - wollte schweben, wirbeln. Ich zerrte übermütig an ihr, und sie versuchte den ungestümen Hummelflug der Leidenschaft zu bändigen und lachte ...

Später sagte sie, dieser Ausbruch von Lebensfreude habe sie tief berührt, und der Kontrast zu der Iris sei ihr plötzlich bewusst geworden, die sie erst vor einigen Tagen in der kleinen Kneipe aufgelesen hatte.
Sie nahm die wilden Bewegungen auf, bewegte sich mit mir durch den Raum. Ich ließ mich gegen sie fallen, umarmte sie und löste mich wieder - und genoss es, ihre Hände streichelnd mich einzufangen bemüht zu fühlen - ihren warmen Körper, gegen den ich mich drängte ... und hörte bei allem ihr herzhaftes Lachen.
Sie drängte meine überschäumende Bewegungslust ganz allmählich in einen gemeinsamen Rhythmus - und wir tanzten, ganz ohne Musik - oder vielleicht nach einer gemeinsam empfundenen, geheimnisvoll klingenden inneren Musik durch den Raum.

Ob sie es vorher nicht bemerkt hatte? - Ich jedenfalls hatte schon darauf gewartet, daß sie entdecken würde: - unter diesem heißen Fetzen Stoff, den ich mir übergestreift hatte, war nur meine Haut, sonst nichts ... Ein wenig prickelnd hatte ich es zunächst empfunden, zwischendurch beinahe selbst vergessen. - So oft an diesem Abend hatte sie mich schon berührt, aber wohl erst in diesem Augenblick schien sie es so richtig zu begreifen: Ihre Hand hatte den Saum des kurzen Kleides hochgeschoben - und schob in nun höher, höher - wie suchend, wo denn wohl ein Slip beginnen mochte - und hielt nicht etwa ein, sondern schob es immer weiter hinauf, bis es mir nur noch locker um den Hals hing - nur kurz ...
In ihren Augen sah ich, dass es mir gelungen war, sie zu überraschen, sah Freude und sah Verlangen ... und fühlte mich einfach unendlich wohl.
... löste mich im Tanz von ihr, langsam werdend und lasziv - und erwartungsvoll ...

Gänzlich unerwartet traf mich ihr Stoß mit der Hüfte, ich taumelte und stürzte auf das Bett. Ehe ich noch begriffen hatte, was sie tat, stürzte Jenni neben mir auf die Matratze, griff nach meinen Handgelenken. Sie zog meine Hände über den Kopf und band sie mit einem Stoffstreifen fest zusammen, den sie unter dem Kissen hervorgezogen hatte.
“Was tust du?” wolle ich fragen, sah in ihre Augen und sah darin eine Mischung aus Übermut, Freude und Erregung, die mich neugierig werden ließen. Ohne Widerstand zu leisten ließ ich zu, dass sie meine Hände am Oberteil des Bettes anband. Sie zog ein weiteres Tuch hervor und band es mir so um den Kopf, dass ich nichts mehr sehen konnte.
Ich lag da, wurde mir meiner Nacktheit und einer gewissen Hilflosigkeit, mit der ich dargeboten lag, bewusst.
Ihre Stimme klang beinahe heiser und zitterte vor Erregung, als sagte: “Ich werde mit dir spielen, Liebes, wie noch nie mit dir gespielt wurde!”

__________________
mit dem Herzen sehen ... (der kleine Prinz)

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Zurück zu:  Erotische Geschichten Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!