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Leselupe.de > Gereimtes
Charlotte
Eingestellt am 05. 03. 2003 16:33


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Platoya
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Registriert: Feb 2003

Werke: 17
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Charlotte (eine einseitige Liebe)

Im Schatten seines Daseins hat einst ein Kind gelebt,
sein Schicksal war ein trauriges, was um ihm ward gewebt.
Die Tage kamen zäh daher, und unermesslich hart,
trotz alledem hat jenes Kind das eine sich bewahrt:
der Glaube an das GlĂĽck, wenn auch eher aussichtslos
war unerschüttert in ihm – schien´s auch ein vager bloß.

Doch kam der Tag des Lichtes, als man die Hand ihm bot,
dem unbedeutend Wesen – und nahm ihm seine Not.
Bedauernswertes Wesen, wie hat es sich gemĂĽht,
die gütig´ Hand zu halten, die ihn nach oben zieht.

Bald sog es fremde Luft ein, die ihn gar schwindlig machte,
wie gern lieĂź es sich fĂĽhren, es ging ihm fast zu sachte.
Mit Vorsicht und mit Liebe ward diesem Kind gelehrt
wie man das Schlechte meidet, und sich dagegen wehrt.

Er war ein guter Lehrer, der da des Weges kam
und unsrem Kindlein bald all seine Ă„ngste nahm.
Nicht schwer war es zu fĂĽhren, das Kind - es lernte schnell.
Ward es auch lang erniedrigt – sein Geist war doch eher hell.

Welch ungekannte Sehnsucht hat er in ihm geschĂĽrt,
das Flehen wurde lauter, doch hat er nicht gespĂĽrt
wie stark das Menschlein bebte,
bei jedem seiner Worte in fremde Sphären schwebte.

Das Kind, es ward erwachsen, noch eh´ man es gedacht,
aus tiefster Kinderseele war nun die Frau erwacht
Die Welten voller Liebe, gepaart mit Dankbarkeit
war´n nicht für ihn zu sehen, zu jener muntren Zeit.

Des Abends ward sie traurig, sobald er sich entfernt,
und manches schien zu schwinden, was er ihr einst gelernt.
Die Nächte waren klagend, voll Sehnsucht und voll Kummer,
meist erst im Morgengrauen fiel sie in einen Schlummer.

Da träumte sie sehr lebhaft von Nächten süßer Schwere,
am Ende jedes Traumes jedoch fiel sie ins Leere.
Gab er den ihrem Leben auch ĂĽberhaupt erst Sinn,
so war er jetzt der Anlass, dass sie welkte dahin.

Er begann vor lauerer GĂĽte und ZartgefĂĽhl zu blĂĽhen,
der Lehrer ihres Lebens – doch sah er nicht ihr Glühen.
Das GlĂĽhen ihrer Wangen, das Flimmern ihrer Augen,
die ständig sich verstellten, doch nicht zur Lüge taugen.

Die Kämpfe ihrer Seele waren ihm nicht bekannt.
Es blieb ihm auch verborgen, dass ihre Kraft arg schwand.
Wie musste sie sich mĂĽhen, Gedanken zu erfassen,
die guten treuen Geister- hatten sie sie verlassen?

Der Tag der Wahrheit nahte, als sie ihm offenbart,
was er in ihr entfacht - es war so rein, so zart.
Ihm ging es nicht dergleichen, es war ihm längst vertraut,
dem BedĂĽrftigen zu helfen, der in den Abgrund schaut.

Es war nie ihre Absicht, ihn je zu hintergehen,
doch konnt sie sich nicht wehren – es war nun mal geschehen.
Wie glücklich diese Menschen, die fähig sind zu trennen,
die Freundschaft und die Liebe – wird sie es jemals können?

Die Sehnsucht wurde lauter – bald sah man es ihr an,
dass der, den sie ersehnte, nur einer wohl sein kann.
Die Augen bald verrieten, was sich in ihr bewegte
- auch jede ihrer Gesten den Umstand nur belegte.

Sie suchte zu verbergen, was elend sie gemacht,
doch tiefe Schatten zeugten von stumm durchlebter Nacht.
Wie musste sie empfinden, als er ihr offenbart,
dass er ihr stets Zerstreutsein seit langem hat gewahrt.

Er sprach davon so nĂĽchtern, und merkte nicht den Stich,
den er ihr so versetzte – hart und unerbittlich.
Wie tief ist sie gefallen bei seinem strengen Blick.
FĂĽr einen Moment glitt sie in den Abgrund zurĂĽck.

Jetzt hieß es zu begreifen, dass doch noch nichts gescheh´n,
was es unmöglich machte, erneut zu ihm zu gehn´ .
Was sie so arg verletzte, empfindsam wie sie war
erschien ihm unbegreiflich – ja beinah´ sonderbar.

Denn er sah nicht die Lilie, die ihr im Herzen blĂĽhte,
verletzlich, weiĂź und einsam um Sonne sich bemĂĽhte.
Doch nicht ein einzig Strahl von diesem Lebensquell
erreichte ihre Blüte – und trotzdem wuchs sie schnell.

Sie lernte ohne Sonne und Liebe zu gedeih´n
- da Resonanz versagt blieb, pflegte sie sie allein.
Nicht schwer ist zu erahnen, welch´ Schmerz der eine spürt,
der einseitig und lautlos sein Liebesleben fĂĽhrt.

Zu sehr war sie ergeben, ihm, der ihr das gelehrt,
was jedem er hätt´ beigebracht – doch sie beinah´ verzehrt.
FĂĽr ihn war es unfraglich, das Geben ohne Schwanken,
was sie ihn so vergöttern ließ - tief in ihren Gedanken.

Die Ufer ihrer Ă„ngste wurden bald ĂĽberschwemmt
von Fluten voll Gefühlen – sie brachen ungehemmt
hervor aus ihrem Innern, und hatten bald erreicht,
dass sie nun voller Reue ihrem Geliebten weicht.

Sie konnte nicht verhindern, dass völlig unverstanden
er sich von ihr zurückzog – so kam er ihr abhanden.
Voll Trauer um den Einen wird sie ihr Schicksal tragen,
und selbst nach Jahren noch ihr UngestĂĽm beklagen!

Der tiefe Einschnitt brachte
ihr Stärke und Verstand;
heut wird sie das begreifen, was seiner Lehr´ Bewandt´.

Nie wird sie ihn vergessen, so hart das Ende schien.
- sein Handeln war stets souverän, sie hofft, dass er ihr verzieh´n
ihr kindliches Verhalten - von jeder Reife bar,
doch möge man bedenken, was einst ihr Antrieb war.

Es ist wohl kaum verwerflich zu nennen wenn man liebt,
und obendrein so rein ist, die Liebe, die man gibt.
Nur einmal wird sie blühen – doch wird sie nicht befleckt,
kann sie zu Freundschaft werden – wohl dem, der das entdeckt!

Aus Trauer wuchs die Freude, - und wahre Dankbarkeit
wird sie fĂĽr ihn empfinden nach dieser schweren Zeit.
Nie mehr sollt sie erleben, dass sein Auge auf ihr ruht,
doch die ewige Flamme der Freundschaft hat eine beständige Glut.

Er brachte ihr die Ruhe, und die Zufriedenheit,
nachdem sie ĂĽberwunden der Liebe Einsamkeit.
So sehr sie auch gesucht hat nach irgendwelchen Flecken
an seiner reinen Seele – sie konnte nichts entdecken.

Beinahe ĂĽberirdisch kam ihr sein Wesen vor,
so rein war er an Güte – so was gibt´s selten nur!
Ein klarer Bach voll Wasser wird er fĂĽr sie stets sein
aus dem sie lebenslang schöpft
platonisch edlen Wein.











__________________
aus Verzweiflung glĂĽcklich

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