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Leselupe.de > Horror und Psycho
Charlotte
Eingestellt am 14. 02. 2004 09:19


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Celissa
Nennt-sich-Schriftsteller
Registriert: Feb 2004

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Charlotte


Der Wind pfiff durch mein Haar, dass es mir durch und durch ging. Ich blickte auf den gro├čen alten Bau aus dem vorigen Jahrhundert und schluckte einige Male, ehe ich mich zur Eingangst├╝r aufmachte. Ein kleiner Weg aus Kieselsteinen f├╝hrte direkt zum Haus.
Ich hielt vor der schweren Eichent├╝r und stellte meinen Koffer ab um anzuklopfen. Es dauerte eine geraume Zeit, bis ich Schritte auf mich zukommen h├Ârte. Mit einem dumpfen Knarren wurde die T├╝r langsam ge├Âffnet. Eine kleine ├Ąltere Frau mit einer spitzen Nase und einem noch spitzerem Kinn stand vor mir und blickte mich mit gro├čen Augen an.
"Sie w├╝nschen?", fragte sie grimmig.
"Gu... Guten Tag!", stotterte ich und schalt mich eine N├Ąrrin, weil ich mich von dieser Frau so leicht aus der Fassung bringen lie├č. "Mein Name ist Charlotte Kingston. Mein Wagen hatte eine Panne." Als sie nicht reagierte, fuhr ich hastig fort: "Ich wollte Sie um eine Bleibe f├╝r eine Nacht bitten. Es wird bald dunkel und..."
"Wenn es sein muss", unterbrach sie mich und lie├č mich eintreten. "Mein Name ist Hannah, ich bin die Haush├Ąlterin."
Ich nickte dankbar und schritt durch die T├╝r. Was mich im Haus f├╝r ein Anblick erwartete, raubte mir schier den Atem.
Die Eingangshalle war dunkel, aber prunkvoll eingerichtet. Der Luster spendete nur wenig Licht. Schwere Vorh├Ąnge, die bis zum Boden reichten, trugen nicht gerade zur Helligkeit bei. Auf eine gewisse Weise wirkte das Haus bedr├╝ckend und auch ein wenig unheimlich.
"Folgen Sie mir", riss sie mich aus meinen Gedanken.
Sie f├╝hrte mich die Treppe hinauf und am Ende des Ganges blieben wir stehen. Es mussten sich alleine in diesem Stockwerk an die zehn Zimmer befinden und beim Vorbeigehen bemerkte ich eine weitere Treppe, die steil nach oben f├╝hrte.
"Ich werde morgen einem unserer Mechaniker bescheid geben. Er wird sich dann ihr Auto ansehen", sagte sie ohne mich anzublicken.
"Das ist sehr nett von Ihnen, vielen Dank." Das war meine Chance ein Gespr├Ąch mit ihr zu f├╝hren. "Wer wohnt hier in diesem wundervollen Haus? Ich habe noch niemanden au├čer Ihnen gesehen. So ein riesiges Haus ben├Âtigt doch bestimmt viel Personal?"
Sie funkelte mich an und blieb bei der letzten T├╝r des Ganges stehen und w├Ąhrend dem ├ľffnen sagte sie: "Der Graf wohnt hier. Kommen Sie, hier k├Ânnen Sie ├╝bernachten."
Die T├╝r schwang auf und wir traten ein. Ich stellte meinen Koffer neben dem gro├čen Bett ab und wandte mich der Frau zu. Ausdruckslos sah sie mich an, ohne jegliche Regung in ihren Z├╝gen.
Einige Sekunden herrschte unheimliches Schweigen bis ich es nicht mehr aushielt und sagte: "Das Zimmer ist wundersch├Ân. Ich m├Âchte mich nochmals bedanken f├╝r Ihre Gastfreundschaft."
Sie nickte und wollte gerade das Zimmer wieder verlassen als sie sich noch mal umdrehte und meinte: "Wenn Sie hungrig sind kommen Sie in einer halben Stunde in die K├╝che. Die befindet sich neben der Eingangshalle. Ich werde da sein. Doch verhalten Sie sich ruhig, der Herr duldet keinen L├Ąrm."
Als ich gerade antworten wollte, warf sie die T├╝r ins Schloss und lie├č mich alleine zur├╝ck. Ich r├╝hrte mich nicht von der Stelle bis sich ihre Schritte entfernt hatten, erst dann begutachte ich meine neue Bleibe eingehend. W├Ąhrend ich mich frisch machte gr├╝belte ich noch ├╝ber ihre Worte nach. Sch├╝ttelte dann aber jeden Gedanken ab und sagte mir, dass ich mir ihre abweisende Art nur einbildete.
Eine halbe Stunde sp├Ąter stand ich unten in der Eingangshalle und lauschte in die Stille. Bis jetzt war ich noch keinem Personal oder dem Grafen selbst begegnet. Nicht das kleinste Ger├Ąusch war zu vernehmen. Ich ging ein paar Schritte in die Richtung wo sich die meisten T├╝ren befanden und ├Âffnete eine nach der anderen.
Bereits bei der zweiten hatte ich Gl├╝ck. Ich hatte die K├╝che gefunden. Ein himmlischer Bratenduft wehte mir entgegen und erst jetzt bemerkte ich wie hungrig ich war.
Da ich mich alleine in der K├╝che befand, beschloss ich, mich ein wenig umzusehen. Es gab nicht viel Auff├Ąlliges zu sehen. K├╝chenger├Ąte, Geschirr und Lebensmittel, dennoch sp├╝rte ich, dass hier etwas nicht in Ordnung war.
Mein Gef├╝hl t├Ąuschte mich nicht. Als ich mich der Sp├╝le n├Ąherte, fand ich ein gro├čes Messer ├╝ber und ├╝ber mit Blut befleckt. Vor Schreck wich ich zur├╝ck und stie├č dabei an einen Topf, der daraufhin unangenehm laut zu Boden fiel. Ich konnte einen leichten Aufschrei nicht unterdr├╝cken.
"Was machen Sie hier?", zischte es aus der Richtung der T├╝r.
Es war Hannah, sie stand in der T├╝r und voller Schrecken bemerkte ich, dass auch ihre Sch├╝rze voller Blut war.
"Sie meinten... ich... sollte zum Essen runter kommen", stockte ich. Ich sp├╝rte wie mir die Farbe aus dem Gesicht wich.
"Ich habe aber auch gesagt, dass Sie keinen L├Ąrm machen sollten. Folgen Sie mir. Ihr Abendessen ist fertig." Dann setzte sie sich in Bewegung.
Das Esszimmer, ich nahm an f├╝r das Personal, lag auf der gegen├╝berliegenden Seite der K├╝chent├╝r.
Beim Essen war ich wieder allein. Noch immer sa├č mir der Schreck in den Knochen und ich konnte kaum einen klaren Gedanken fassen. Au├čerdem machte mich die Stille verr├╝ckt. Nach dem Essen ging ich auf mein Zimmer und sofort ins Bett. Mein einziger Wunsch war nur noch diesen Tag hinter mich zu bringen und dieses eigenartige Schwindelgef├╝hl loszuwerden.
Mitten in der Nacht schrak ich auf. Ich wusste, dass ich durch ein Ger├Ąusch aufgeweckt worden war. Ich lauschte in die Dunkelheit, aber ich konnte nichts au├čer meinen Atem h├Âren. Gerade als ich mich halbwegs beruhigt und wieder in meine Decke gekuschelt hatte, h├Ârte ich es! Ein Schrei! Ein gellender, lang gezogener Schrei. . Er klang f├╝rchterlich und ging mir durch Mark und Bein.
Trotz meiner ├ängste stand ich auf und verlie├č mein Zimmer um der Sache auf den Grund zu gehen. Ich ging auf Zehenspitzen die Treppe hinunter. In der Eingangshalle war es zwar dunkel, aber der Vollmond spendete mir gen├╝gend Licht. Ich sp├Ąhte vorsichtig in die K├╝che, doch es war nichts zu sehen.
Ein dumpfes Ger├Ąusch, das nach einem Jammern klang, drang an mein Ohr. Es kam eindeutig aus einer anderen Richtung und auch aus einem anderen Stockwerk. Ich hielt nach einer Treppe Ausschau, die in den Keller f├╝hrte. Die oberen R├Ąume konnte ich mir sparen. Zum einen weil ich vermutete, dass sich dort die R├Ąume des Hausherren befanden und zum anderen, weil die Ger├Ąusche eindeutig nicht von oben kamen.
Lange musste ich nicht suchen. Die Kellert├╝r stand einen Spalt breit offen, sodass ich problemlos hindurchhuschen konnte.
Mein Herz schlug mir bis zum Hals, w├Ąhrend ich mit kleinen Schritten hinab stieg. Das Jammern wurde leiser, bis es ganz verstummte. Ein kalter Schauer lief mir den R├╝cken runter, dennoch riss ich mich zusammen und ging mutig weiter.
Unten angekommen sp├Ąhte ich in den vor mir liegenden Raum. F├╝r einen Keller war er ├╝beraus gro├č, was mich aber nicht weiter wunderte, wenn ich an die Gr├Â├če des Hauses dachte.
Ich sah nichts. Es gab zwei T├╝ren, eine davon stand offen und eine undefinierbare Fl├╝ssigkeit breitete sich davor aus. Vorsichtig n├Ąherte ich mich der Stelle und lie├č mich davor nieder. Mit den Fingerspitzen ber├╝hrte ich die Fl├╝ssigkeit um sie mir genauer anzusehen. Kein Zweifel, es war Blut! Handelte es sich hierbei um dasselbe Blut welches ich in der K├╝che auf dem Messer und an Hannahs Sch├╝rze entdeckt hatte? Was hatte das alles zu bedeuten? In was f├╝r eine H├Âlle war ich hier geraten?
Ger├Ąusche, die aus dem anderen Raum drangen, rissen mich aus meinen Gedanken. Blitzartig schreckte ich hoch und stie├č mir dabei den Kopf. Ich unterdr├╝ckte einen Schrei und suchte mir mit schmerzverzerrtem Gesicht ein Versteck. Ich quetschte mich hinter ein sch├Ąbiges B├╝cherregal und wartete gespannt ab was als n├Ąchstes geschehen w├╝rde.
Hannah und eine Gestalt mit Buckel und an die zwei Meter gro├č, kamen aus dem Raum. Sein Gesicht war durch eine Kapuze verdeckt. An dem Kerl klebte ebenfalls Blut. Ein s├╝├člicher Geruch lag in der Luft.
"Du musst dich noch gedulden bis zu deiner Verwandlung. Wir m├╝ssen abwarten ob die Kleine ausreichend war", sagte Hannah zu der Gestalt.
Was sie da sagte, machte mir gro├če Angst. Die Art wie sie sich ausdr├╝ckte, verlieh dem Gesagten noch einen besonderen Nachdruck.
Der Bucklige grunzte und schmatzte vor sich hin. Ekel ├╝berkam mich bei dem Anblick. Ich musste mich ruhig verhalten und konzentrierte mich darauf, mich nicht zu ├╝bergeben.
Hannah und dieses Monster stapften an mir vorbei ohne mich zu bemerken. Ich stand wie zur Salzs├Ąule erstarrt da und wagte nicht zu atmen. Nun musste ich herausfinden was hier geschehen war, auch wenn ich Todes├Ąngste ausstand.
Der Geruch schn├╝rte mir die Kehle zu und brachte meine Augen zum Tr├Ąnen. Wer waren diese beiden und wovon hatte Hannah gesprochen? Diese Fragen qu├Ąlten mich, doch am meisten f├╝rchtete ich mich davor, was ich in dem Raum erblicken w├╝rde, aus dem Hannah und die vermummte Gestalt gekommen waren.
Als ich sicher war, alleine im Keller zu sein, kam ich von meinem Versteck hervor. Ich hielt nach etwas Ausschau, das ich im Notfall als Waffe benutzen konnte, aber ich fand nichts, was sich zur Verteidigung eignete. Also ging ich tapfer weiter.
Schritt f├╝r Schritt n├Ąherte ich mich der T├╝r. Nun war ich nur noch eine Arml├Ąnge entfernt. Ich legte meine Hand auf die Klinke, z├Ąhlte in Gedanken bis zehn und atmete ein paar Mal tief durch, ehe ich die T├╝r mit einem gewaltigen Ruck aufriss.
Mit schreckensgeweiteten Augen starrte ich auf das, was vor mir lag. Ein verst├╝mmeltes Etwas, zerfressen und angeknabbert lag es mit aufgerissenem K├Ârper vor mir. Bei├čender Geruch stieg in meine Nase, sodass ich ins Wanken geriet und neben der Leiche hinfiel. Nun war ich mit ihr auf selber H├Âhe und konnte ihr direkt ins Gesicht blicken.
Zuerst ein gequ├Ąltes und dann immer hysterischer werdendes Schreien kam ├╝ber meine Lippen. In diesem Moment verlor ich meinen Verstand und ich konnte nur noch schreien.
Die Leiche war ich selbst!


__________________
Nimm mir meine Tr├Ąume und du gibst mir den Tod!!

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