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Leselupe.de > Humor und Satire
China, Beethoven und ich
Eingestellt am 12. 12. 2007 21:53


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El Gazzo
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China, Beethoven und ich

Von Beethoven sagt man, er wäre so taub gewesen, dass er sein ganzes Leben lang glaubte, er malt. So ähnlich stelle ich mir das mit China vor. Ich weiß, China scheint nichts mit Beethoven zu tun zu haben. Aber die wenigen Chinesen die bei uns in Europa leben, haben mit den vielen, die noch drüben sind, auch nichts zu tun.
Das ist übrigens das einzige, das mich mit Beethoven verbindet. Wir waren beide nie in China und – beide keine Maler. Obwohl manche behaupten, er hätte seine Partituren so langsam geschrieben, dass man ohne weiteres von „malen“ hätte sprechen können.

Wenn das Sprichwort, den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen, stimmt, dann sähen wir in Asien ohnehin keine Chinesen – weil es so viele gibt. Unlogisch? Und wenn schon, es ist so. Das Naheliegendste wird meist übersehen. Es kommen ja auch immer jene zu spät zum Zug, die in Bahnhofsnähe wohnen.
Beethoven ist nie mit dem Zug gefahren. Trotzdem werden die meisten Chinesen Zug um Zug ärmer. Es sind eben zu viele, wie gesagt! Obwohl ein großer Teil gar nicht durchkommt, weil man bei diesem Volk die Gelbsucht so schwer erkennen kann.

Gut, dass geteiltes Leid halbes Leid ist. Aber auch wenn sich Armut und Hunger in diesem Land auf so viele Menschen aufteilen, trifft es den Einzelnen immer noch recht hart.
Dass denen im Land des Lächelns das Lachen nicht vergeht, grenzt an ein Wunder. Die grinsen ja selbst bei Verdauungsstörungen! Sogar die allgegenwärtigen Drachen grinsen von den Plakatwänden. Da hätte Beethoven Zeit seines Lebens nicht dazugepasst, mit wirrem Haar und grießgrämigem Gesicht.

Im Grunde bleibt eine unĂĽberwindbare Kulturkluft. Deutsche Sachlichkeit gegen arabeske Verspieltheit. Das kann nicht gut gehen. Braucht es auch nicht. Beethoven tot. China ist weit.

Es ist ein Reis entsprungen, aus einer Wurzel zart. Aus einer? Einer einzigen? Das nenne ich einen Zuchterfolg. Da sieht man wieder, wohin das fĂĽhren kann, wenn man trotz bescheidener Anfangserfolge konsequent weiter macht.

Selbst darin unterscheiden sich unsere Kulturen. Beethoven, der mir bei weitem näher steht, hat es auf den Punkt gebracht: „Diese Deutschen führen nichts zu Ende!“, und er zielte damit auf die Unvollendete seines Zeitgenossen - die Weltkriege kann er ja schwer gemeint haben.

Eine chinesische Weisheit allerdings lobe ich mir, die da meint, auch im Unvollendeten läge ein gewisses Maß an Vollendung. Vielleicht hat Beethoven in seiner Kindheit auch einmal gegrinst; bevor er vor lauter Blindheit dachte, er malt.

__________________
als ich hörte, dass der Weg das Ziel sei, blieb ich unversehens stehen...

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