Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5439
Themen:   92269
Momentan online:
315 Gäste und 12 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kindergeschichten
Christkind backt Plätzchen
Eingestellt am 31. 12. 2005 14:38


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Jutta Rydzewski
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jun 2005

Werke: 4
Kommentare: 3
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Jutta Rydzewski eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Allen MitautorenInnen und natürlich allen LesernInnen möchte ich an dieser Stelle einen guten Rutsch und das Beste für das Neue Jahr wünschen.


Christkind backt Plätzchen

Es war einmal ein kleines Mädchen namens Christa, die nach der Schule oft mit ihrer besten Freundin Hanna zusammen spielte.
Eines Tages rannten die Beiden schreiend und lachend durch den Hausflur des Hauses, in dem Hanna wohnte. Als sie im Erdgeschoss waren, wurde plötzlich eine Wohnungstür aufgerissen, und eine alte Frau funkelte die beiden Kinder böse an und schrie: „Immer dieser Krach! Könnt ihr nicht etwas leiser sein!“
Christa erschrak ein bisschen, aber Hanna sagte, so laut, dass die alte Frau es hören konnte: „Keine Sorge Christa, das ist nur das Hinkebein; die regt sich immer so auf.“
Wütend knallte die alte Frau die Wohnungstür zu. Christa sah Hanna an und fragte: „Wieso sagst du Hinkebein zu ihr?“ „Weil sie nicht richtig laufen kann,“ antwortete Hanna, „sie humpelt.“ „Ach, so,“ sagte Christa, und beide Kinder riefen höhnisch, „Hinkebein, Hinkebein“, und liefen lachend weg.

Einige Tage später hüpfte Christa durch die Straßen, als sie plötzlich ins Straucheln kam und der Länge nach hinfiel. Es tat furchtbar weh und Christa blieb jammernd auf dem Boden liegen. Plötzlich bemerkte sie, wie sich jemand über sie beugte. „Ist dir etwas passiert,“ fragte eine Frau besorgt. Christa sah sie an und erkannte die alte Frau aus Hannas Haus, die so geschimpft hatte, als sie durch den Hausflur tobten.
„Kannst du aufstehen,“ fragte die Frau freundlich.
„Ja,“ sagte Christa, „meine Knie tun nur ganz doll weh.“ Ihre Knie waren beide aufgeschlagen und bluteten.
„Ich wohne dort in dem Haus,“ sagte die Frau, „komm mit, dann werde ich Dir deine Wunden versorgen.“
Christa und die alte Frau humpelten los. Als sie in der Wohnung angekommen waren, führte die alte Frau Christa in ihre gemütliche Wohnstube, und sah sich den Schaden an ihren Knien näher an.
„Sag mal, wie heißt du eigentlich,“ fragte sie das Kind. „Ich heiße Christa und du?“ „Ich bin die Oma Greta,“ sagte die alte Frau und machte sich daran Christas Wunden zu versorgen “Ist gar nicht so schlimm,“ sagte sie und lächelte beruhigend. „Weißt du, Christa, als ich so alt war wie du jetzt bist, bin ich auch einmal gefallen. Damals arbeiteten meine Eltern auf einem großen Bauernhof, und wir lebten dort mit vielen Tieren; alles war da, Kühe, Schweine, Hunde und Pferde.“
Christa hörte aufmerksam zu und vergaß dabei ganz ihre Schmerzen.
„Ja,“ fuhr Oma Greta fort, „und eines Tages rief mich meine Mutter zum Mittagessen. Ich rannte los, denn ich hatte mächtigen Hunger. Aber ich übersah den Stiel einer Heugabel, stolperte und fiel ganz böse hin. Ich konnte nicht mehr aufstehen und es tat furchtbar weh. Wir hatten damals kein Geld und so konnten wir keinen Arzt kommen lassen. Seit dem humpele ich, und viele Menschen machen sich deshalb über mich lustig.“
Christa sah schuldbewusst zu Boden und dachte an Hanna, und was sie einige Tage zuvor im Hausflur gesagt hatten. Sie schämte sich sehr und war froh, dass Oma Greta sie wohl nicht wiedererkannt hatte. Fest nahm sie sich vor mit Hanna zu sprechen, damit sie nie mehr so gemein über Oma Greta reden würde.

„So,“ sagte Oma Greta „das reicht, der größte Schaden ist behoben.“ Sie stand auf und verschwand für einige Minuten, um mit einer großen Tasse dampfenden Kakao zurück zu kommen.
„Trink das, mein Kind. Heißer Kakao hält Leib und Seele zusammen.“ Sie gab Christa die Tasse, und stellte noch eine kleine Schale mit Plätzchen auf den Tisch. Christa kostete von beidem und staunte :“Oh, die Plätzchen sind aber lecker!“ „Das freut mich,“ sagte Oma Greta „die habe ich selbst gebacken.“ „Klasse,“ lobte Christa.
„Deine Mama backt dir doch jetzt in der Adventszeit bestimmt auch so leckere Plätzchen,“ fragte Oma Greta. „Nein,“ antwortete Christa und wurde ein wenig traurig. „Meine Mama und ich, wir sind ganz alleine. Mama muss sehr viel arbeiten und hat keine Zeit dafür.“
Oma Greta wurde sehr nachdenklich und sagte: “Draußen wird es schon dunkel, trink schnell deinen Kakao, es wird Zeit, dass du nach Hause gehst. Aber wenn du möchtest, kannst du Samstag wieder kommen, ich muss noch einmal Plätzchen backen und könnte deine Hilfe sehr gut gebrauchen.“ „Was,“ rief Christa begeistert, „Plätzchen backen, super, das habe ich ja noch nie gemacht. Da komme ich sehr gerne!“
Zum Abschied gab Oma Greta Christa noch einige Plätzchen mit und Christa rief: “Tschüss, Oma Greta, bis Samstag!“

Am Samstag, kurz nach dem Mittagessen, schellte Christa bei Oma Greta. Sie öffnete: „Hallo, Christa, schön dass du schon da bist, komm doch rein.“ „Hallo, Oma Greta,” erwiderte Christa, zog ihr Mäntelchen aus und beide gingen in die Küche. Auf dem großen Tisch standen alle Zutaten für den Teig und zwei große Plätzchendosen. Sie machten sich sofort an die Arbeit. Oma Greta erklärte Christa nun genau, was sie jetzt tun mussten und Christa half mit Feuereifer. Schon bald hatte sie überall Mehl, an den Händen, Haaren und im Gesicht, aber das störte sie nicht. Ihre Bäckchen färbten sich rosig und ihre Augen strahlten, als Oma Greta den Backofen anstellte, um die Plätzchen zu backen. Und schon bald duftete es herrlich nach Vanille, Zimt und Mandeln.

Nach einer ganzen Weile, das Meiste war schon geschafft, dachte Oma Greta ganz still für sich: Mein Gott, ist das herrlich so ein kleines Kind. Dabei sah sie ganz versonnen aus dem Fenster. Draußen ging die Sonne schon unter, und der Himmel war in einem tiefen Rot getaucht.
„Was siehst du da draußen,“ fragte Christa. Oma Greta zog einen Stuhl vor das Fenster, Christa stellte sich darauf und sah auch nach draußen. „Siehst du,“ sagte Oma Greta, „der Himmel ist wunderschön rot, das Christkind backt jetzt auch Plätzchen.“
„Wie kommst du denn darauf,“ fragte Christa. „Ach, du kennst die Geschichte nicht, dann pass auf,“ und Oma Greta begann zu erzählen.

„Es war einmal vor langer, langer Zeit, kurz vor dem Heiligen Abend. Das Christkind lief eilig von Geschäft zu Geschäft, und kaufte für alle Kinder ein Geschenk. Als es damit fertig war, flog es zurück in den Himmel und stellte den riesengroßen Geschenksack ab. „Uff, geschafft,“ sagte das Christkind. Es leerte den Sack, zählte die Geschenke und anschließend die Namen der Kinder, die es beschenken wollte. Aber, das Christkind wollte es gar nicht glauben, es fehlten fünf Geschenke. „Das kann doch nicht wahr sein,“ sagte das Christkind und zählte noch einmal alles nach.“
Christa hörte gespannt zu und ohne dass sie es bemerkten, hielten sich Oma Greta und Christa ganz fest an den Händen.
„Das Christkind zählte und zählte,“ fuhr Oma Greta fort. „es blieb dabei, fünf Geschenke fehlten. „Herrje, was mache ich denn jetzt,“ jammerte das Christkind, „alle Geschäfte sind zu, was mache ich nur, was mache ich nur?“
Plötzlich hatte das Christkind die Idee. Es lief in die Backstube, nahm die allerfeinsten Zutaten und begann für diese fünf Kinder die besten Plätzchen zu backen, die es jemals gab.
Am Heiligen Abend freuten sich die Kinder sehr über die leckeren Plätzchen, und erzählten am nächsten Tag ihren Freundinnen und Freunden davon, die ganz neidisch wurden. So kam es, dass sich jedes Jahr immer mehr Kinder Plätzchen vom Christkind wünschten. Das Christkind musste deshalb auch immer früher mit dem Backen anfangen, um rechtzeitig fertig zu werden, und jedes Mal wenn es den Backofen anstellt, färbt sich der Himmel rot und die Kinder freuen sich.“
„Das ist aber eine schöne Geschichte,“ sagte Christa ganz leise.

Plötzlich stieg ihnen ein beißender Geruch in die Nasen. „Oh, nein,“ riefen beide wie aus einem Munde und eilten zum Backofen.
Oma Greta riss die Backofentür auf und dicker, schwarzer Qualm schlug ihr entgegen. Sie hatten die Plätzchen ganz vergessen und alle waren kohlrabenschwarz verbrannt.
„Oh, je,“ rief Oma Greta, lief zum Fenster und machte es weit auf, um frische Luft einzulassen.
Christa stieg wieder auf den Stuhl, blickte in den tiefroten Himmel und rief: „Hallo, Christkind, lasse dir bloß beim Backen keine Geschichten erzählen, sonst wirst du das nie mit den vielen Plätzchen schaffen, sie werden dir auch alle verbrennen!“
Oma Greta musste lachen. “Ja, Recht hast du mein Kind.“ Sie warfen die verbrannten Plätzchen in den Abfall und lachten über ihre Vergesslichkeit.

Das alles liegt jetzt schon einige Jahre zurück. Aus der kleinen Christa ist mittlerweile eine junge Frau geworden. Aber noch heute denkt sie oft an ihre Oma Greta zurück. Jedes Mal wenn die Sonne untergeht, und den Himmel in ein rotes Licht taucht, steigt ihr der Duft von frisch gebackenen Plätzchen in die Nase, und lächelnd erinnert sie sich an die Geschichte:

Christkind backt Plätzchen

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Jan 2001

Werke: 278
Kommentare: 8208
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um flammarion eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
einfach

zum heulen schön.
lg
__________________
Old Icke

Bearbeiten/Löschen    


Zurück zu:  Kindergeschichten Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!