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Leselupe.de > Gereimtes
Christnacht
Eingestellt am 12. 11. 2008 17:45


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Inge Anna
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Christnacht


Die G├Ąste gegangen - dem Nachhall bleibt Raum -
Marie blickt versonnen zum festlichen Baum
und tr├Ągt - jetzt mit der Tanne allein,
was das Herz ihr bewegt, dieser Christnacht ein.

Im Mai ward sie achtzig, man sieht's ihr kaum an;
von den heimlichen Tr├Ąnen um Karl, ihren Mann
wei├č nur der, der den Lauf der Geschicke lenkt -
doch wurden ihr Kinder und Enkel geschenkt.

Gerahmten Momenten ein L├Ącheln und mehr -
Marie ist nicht einsam, nicht innerlich leer;
sie wei├č sich verstanden, geachtet, geliebt
nicht ins Haus der Vergessenen ausgesiebt.

Dem Leid ihrer Nachbarn friert sie sich nicht ein -
sie ist viel zu sehr Seele, um Eisblock zu sein.
Sie bl├Ąst nicht das Markthorn nach g├╝tiger Tat,
so z├Ąhlt sich Vertrauen zu Hilfe und Rat.

Man hat sie zum Engel des Ortes gek├╝rt -
Marie war verlegen und seltsam ber├╝hrt;
noch f├╝hlt sie sich hiesig und bodenfest -
ein bekr├Ąftigend Ja nach vollzogenem Test.

Sie war'n sieben Geschwister - Marie tr├Ąumt sich weit
in das Weihnachtsgescheh'n ihrer Kinderzeit.
Ein lebendig gebliebenes Damals spricht
und deutliche Bilder dr├Ąngen ans Licht.

Luischen mit sieben - die j├╝ngste im Kreis
wiegt sorgsam ihr P├╝ppchen und singt dazu leis'.
Das Puppenkind hatte der M├╝tter schon vier,
doch nun straht Luischen, fortan geh├Ârt's ihr.

Der Gabentisch brauchte nicht ├ťppigkeit -
man kannte noch echte Bescheidenheit.
Marie w├╝rdigt dankbar empfangenes Gl├╝ck,
ganz langsam nur kehrt sie ins Heute zur├╝ck.

Die uralte Wanduhr mahnt zwingend zur Ruh' -
Marie wendet nochmals der Tanne sich zu.
Sie lautsch einer Stimme, die sanft zu ihr spricht:
Die Hoffnung ist Br├╝cke - der Friede das Licht.
__________________
Die ├╝ber Nacht sich umgestellt, zu jedem Staate sich bekennen, das sind die Praktiker der Welt; man kann sie auch Halunken nennen.
(Heinrich Heine)

Version vom 12. 11. 2008 17:45
Version vom 13. 11. 2008 14:20

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