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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Ciao, Charly
Eingestellt am 01. 10. 2014 10:05


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Rafi
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Ciao, Charly

NatĂŒrlich habe ich Charly nie geliebt. Niemand hat Charly je geliebt, glaube ich. Wie auch? Mit seinen schwulstigen, immer nassen Lippen und den hervorquellenden Augen – ich glaube, sie sind wasserblau – erinnerte er an einen Frosch. Als ich ihn damals kennenlernte, war ich ĂŒberzeugt: In einen Prinzen wĂŒrde Charly sich nie verwandeln, egal, wie heiß man ihn auch kĂŒsste.
Sein riesiger SchÀdel, der kahl war wie eine Bowlingkugel, changierte stÀndig zwischen purpurrot und leichenblass. Seine alberne Angewohnheit, sich tÀglich zu rasieren, brachte ihm eine Akne ein, die unaufhörlich blutete und eiterte. Dabei hÀtte er das wirklich nicht nötig gehabt. Charly war von Natur aus flachsblond, ihm wuchsen nicht wirklich Barthaare!
Um die Beschreibung komplett zu machen: Charly war einen Meter neunzig groß, hatte einen gewaltigen Bauch, der Charlys dĂŒnnen, blassen Streichholzbeinchen alles abverlangte, und an seinem angewachsenen OhrlĂ€ppchen baumelte ein – halten Sie sich fest! – riesiger goldener Ohrring! Großer Gott, dieses Monstrum passte zu Charly ungefĂ€hr so wie ein Irokesenschnitt zum Papst, wenn Sie wissen, was ich meine.
Gut, Sie fragen sich jetzt natĂŒrlich, warum ich Charly ĂŒberhaupt geheiratet habe, wenn ich ihn doch so abstoßend fand. Die Antwort ist ziemlich einfach. Bei allem hatte er doch zwei ganz entscheidende Vorteile: Zum einen litt er an extrem hohen Blutdruck, Asthma und einem schwachen Herzen. Es war fĂŒr mich nur eine Frage der Zeit, bis er den Löffel abgeben wĂŒrde. Und zum anderen war Charly reich. Muss ich mehr erklĂ€ren?
Es war weiß Gott nicht schwer, ihn in mich verliebt zu machen. Ich arbeitete als Bedienung in der Disco, in die er jedes Wochenende kam, feist wie Jabba the Hutt aus den Starwars-Filmen an der Bar saß und Champagner spendierte. Brachte ich ihm eine neue Flasche, spielte ich bewusst ein bisschen mit meinem Haar, beugte mich ein wenig vor, damit er einen geifernden Blick auf mein pralles DekolletĂ© werfen konnte und lachte ĂŒber jeden noch so peinlichen Spruch, der aus ihm hervorblubberte. Ich tat einfach so, als sei er fĂŒr mich der GrĂ¶ĂŸte und als wollte ich nichts lieber, als den Rest seines Lebens die lĂŒsterne Sexsklavin fĂŒr ihn sein. Es klappte. Nach drei oder vier Abenden fragte er mich, ob ich noch mit zu ihm wolle. Gottchen, war ich entzĂŒckt ĂŒber dieses großzĂŒgige Angebot 

Grölend und blöde Witzchen machend chauffierte er mich im Maserati raus aus der Stadt zu seinem imposanten Flachdachbungalow. Ich war beeindruckt – zunĂ€chst. Klar, die EnttĂ€uschung folgte sozusagen auf dem Fuße.
Wir tranken noch eine halbe Flasche Champagner, knutschten ein bisschen, und ich ließ mich befummeln. Als ich nass genug im Gesicht war von seinen glitschigen Schwimmreifenlippen und mir schon die Möpse von seinem Gegrabsche wehtaten, wollte ich es endlich hinter mich bringen. „Komm, Charly“, sagte ich, „wir gehen ins Bett.“
„Oh, Baby – du raubst mir den Verstand 
“
Der Rest dieser Nacht ist schnell erzĂ€hlt: Charly war völlig außer Atem, als er ausgezogen war und endlich im Bett lag. Er schnappte nach Luft wie ein Kugelfisch auf dem Trockenen, da interessierten ihn meine großen BrĂŒste nicht mehr, auch mein prachtvoller Hintern und die Wespentaille waren ihm egal. Er konnte nicht mehr, alles war zu anstrengend fĂŒr sein morsches Herz und seine rasselnden Bronchien. Das einzige, was in dieser Nacht noch stöhnte, war der Lattenrost unter Charlys Gewicht.
Trotz dieses ersten Reinfalls: Kaum drei Monate spĂ€ter heirateten wir. Heiland, war ich glĂŒcklich 

Das Zusammenleben mit Charly war ganz okay soweit. Den Tag verbrachte er in seinem ArchitektenbĂŒro. Abends aß er wie ein Mastino Napolitano, dann flĂ€zte er sich auf die XXL-Couch und schlief spĂ€testens bei „Bones – die KnochenjĂ€gerin“ ein. Ich schaffte ihn dann irgendwann ins Bett, legte mich neben ihn und ließ mich von seinem Schnaufen einlullen. Sex spielte sich bestenfalls in der Form ab, dass ich alle zwei Wochen mal sein Ding nahm und drei- oder vier Mal mit der Hand wedelte. Wie gesagt: Es war okay – aber nicht gerade das, was man sich als junge, gut aussehende und lebenshungrige Frau so vorstellt, oder? Nein, ich hatte wirklich keine Lust, so den Rest meines Lebens zu verbringen. Mir wurde schnell klar, dass ich Charly loswerden musste. Die Frage war nur: Wie? Schließlich wollte ich ja auch nicht auf das verzichten, was mir meiner Meinung nach zustand. Auf das Haus, das schicke Auto, die verlockende Lebensversicherung 

Eine Scheidung kam nicht infrage; Charly war klug genug gewesen, mich in einen Ehevertrag zu drĂ€ngen. HĂ€tte ich einfach meine Siebensachen gepackt, wĂ€re ich leer ausgegangen. Ich ĂŒberlegte hin und her, dachte daran, ihm Gift ins Essen zu mischen oder mit Hilfe eines Bekannten einen Überfall zu arrangieren, der leider, leider tödlich endete. Aber ich war noch nie dumm genug zu glauben, dass man Mörderinnen nicht auf die Spur kommt. Und hinter Gittern hĂ€tte mir ja all die schöne Kohle nichts genĂŒtzt.
Nein, Charly musste anders verschwinden. Auf natĂŒrlichem Wege, wenn ich so sagen darf. Aber trotz all seiner verdammten körperlichen SchwĂ€chen sah es nicht danach aus, als wĂŒrde er in nĂ€chster Zeit zum Himmel auffahren. Es schien, als schöpfe er jeden Abend, den er da breit und brĂ€sig auf seiner protzigen Couch lag, gerade genug Energie und Lebenssaft, um den nĂ€chsten Tag zu ĂŒberstehen. Herr im Himmel, dachte ich, dagegen muss doch etwas getan werden können!
An einem dieser tristen Abende – Charlys Schnarchen verursachte atmosphĂ€rische Störungen im Fernseher – kam mir die Erleuchtung. Aber ja! Ich musste doch einfach nur seinen Blutdruck in kosmische Höhen jagen! Sein Herz musste in einem letzten Protest so schnell jagen wie das eines Kaninchens auf der Flucht! Jauchzend und jubilierend sollte sein verdammtes Asthma ihn endlich zur Strecke bringen! Vor meinen Augen lief ein Film ab. Ein Thriller, der mir im Detail zeigte, wie mein Plan in die Tat umzusetzen war. Es gab nur diese eine, geniale und fĂŒr die Polizei absolut unauffĂ€llige Methode: Ich musste Charly zu Tode vögeln!
Gleich am nĂ€chsten Tag ging ich in den Keller und holte meinen alten Koffer hervor, in dem ich nach der Hochzeit neben meinen TrĂ€umen auch meine Dessous begraben hatte. Rote, blaue und schwarze BH’s, spitzenbesetzte StrĂŒmpfe, ein heißes Korsett, das die BrĂŒste frei ließ, Tangas, Strapse. Himmlische NĂ€chte hatte ich damit schon erlebt; göttliche JĂŒnglinge in den Wahnsinn getrieben. Es mĂŒsste doch mit dem Teufel zugehen, wenn ich nicht auch Charly damit wĂŒrde heiß machen können. So heiß, dass er verglĂŒhen wĂŒrde wie ein Meteorit in der ErdatmosphĂ€re. Meine bittersĂŒĂŸen Waffen waren geschĂ€rft! Jetzt konnte Charly kommen – und zwar so oft wie noch nie zuvor in seinem erbĂ€rmlichen Leben!




Und Charly kam. Zuerst mal nur am Abend von der Arbeit. Ich hatte mir mit einem GlĂ€schen Sekt Mut angetrunken. Alkohol hilft ja bekanntlich gegen so manches Übel. Unter meinem leichten Sommerkleid trug ich ein Nichts von blauer WĂ€sche, die Charly um den Verstand bringen sollte – und mich um Charly.
„Hi, Charly“, hauchte ich, wĂ€hrend ich mich ihm schon in der TĂŒr an den Hals warf. „Ich habe eine Überraschung fĂŒr dich 
“
Charly, dumm glotzend wie eine Kuh am Fallschirm, wusste gar nicht, wie ihm geschah. Willenlos ließ er sich von mir ins Schlafzimmer ziehen, und als mein Kleid fiel, sprangen ihm fast die Augen aus dem Kopf. Ich brauchte fĂŒnf Minuten, um ihn aus­zuziehen und aufs Bett zu zerren; Charly brauchte zwei Minuten, um sich schnaufend und keuchend umzudrehen. Fertig.
Aber so hatten wir nicht gewettet, mein Lieber! „Komm, Charly, noch mal“, bettelte ich und gab mir redlich MĂŒhe, Charly aufzumuntern. Er aber musste natĂŒrlich erstmal zu Atem kommen. Lass ihm zehn Minuten Zeit, sagte ich mir und trank noch ein Glas Sekt.
Ich zĂŒndete ein paar Kerzen an, legte „Kuschelrock 1“ auf und schlĂ€ngelte mich wieder zu Charly aufs Bett. Der war inzwischen keuchend und pfeifend eingeschlafen. Aber meine Finger wussten schon immer, wo sie einen Mann streicheln und kneifen mussten, um ihn zu wecken. Im Kerzenschein wirkte Charly ziemlich blass und verschwitzt, aber er lĂ€chelte glĂŒcklich. „Baby“, sagte er und schnappte nach Luft, „das ist gut. Ich liebe dich, Baby, ich liebe dich 
“
„Ich weiß, Charly“, hauchte ich, „ich weiß. Das macht dir Spaß nicht wahr, das gefĂ€llt dir.“
„Ja, Baby, oh ja 
!”
Bereit zur nÀchsten Runde. Bereit, ihn atemlos zu machen.
Dieses Spielchen wiederholte sich fĂŒnf Mal in dieser Nacht. AllmĂ€chtiger, tat ich geil – obwohl ich schon nach dem dritten Akt das GefĂŒhl hatte, eine Woche lang SchweinehĂ€lften in einer Schlachterei geschleppt zu haben. Wer hĂ€tte gedacht, dass Charly so lange und so oft durchhalten konnte! Zwar musste ich ihn nach jedem kurzen Kampf wecken, aber bis in die frĂŒhen Morgenstunden stand er doch jedes Mal mehr oder weniger seinen Mann.
Als ich „Kuschelrock 3“ einlegte, dĂ€mmerte es bereits. Der Sekt war leer, und ich fĂŒhlte mich völlig erschlagen. TodmĂŒde ließ ich mich nur noch neben Charly plumpsen und schlief ein. Selbst sein Röcheln störte mich nicht.
Erst gegen Mittag wachte ich auf. Mein Arm schmerzte von der Schulter bis in die Fingerspitzen; wahrscheinlich hatte ich mir eine SehnenscheidenentzĂŒndung eingefangen bei dem ganzen GeschĂŒttel. Charly war nicht da. Er hatte es wohl tatsĂ€chlich ge­schafft, seinen geschundenen Körper zur Arbeit zu wĂ€lzen. Respekt, Charly, Respekt 

Eine geschlagene Stunde lang stand ich unter der Dusche, und vier Tassen Kaffee spĂ€ter fĂŒhlte ich mich wieder einigermaßen hergerichtet. Okay, Charly, auf zur nĂ€chsten Attacke!
Am Abend empfing ich ihn im schwarzem Korsett und NetzstrĂŒmpfen (wieder ein bisschen beschwipst vom Sekt 
). „Hast du Hunger, Charly?“
„In der Kantine gab es 
“
Weiter kam er nicht, denn ich hatte ihn, mich zu den Schmusesongs von „Kuschelrock 4“ an ihn ranschlĂ€ngelnd, zu Boden geknutscht. „Friss mich auf, Charly, friss mich!“
Auf ihm hockend riss ich ihm die Kleider vom Leib. Keuche, Charly, Ă€chze! Atme schwer, lass deine Bronchien implodieren! SpĂŒrst du, wie dein Blut­druck steigt, Charly? Dein Herz rast, nicht wahr? Komm schon, Charly, besorg’s mir!
Die Nacht endete mit „Kuschelrock 7“. Viermal musste ich Charly zwischendurch wecken, um Sex von ihm zu bekommen; dreimal weckte er mich 

Ein neuer Tag, ein neuer Angriff. Heute wĂŒrde es klappen, da war ich sicher. In der vergangenen Nacht hatte Charlys Atem bereits geklungen wie der löchrige Auspuff eines Trabis. Und sein Gesicht war so rot geworden, dass ich allen Ernstes glaubte, feine RauchfĂ€den aus seinen Ohren zur Decke steigen zu sehen. „Ich brauch mal kurz eine kleine Pause“, hatte er irgendwann geĂ€chzt (wofĂŒr ich wirklich dankbar war!), wĂ€hrend er sich schnaufend an die Brust fasste. Diese Rast hatte ich ihm gegönnt. Und – ganz ehrlich – ich selbst brauchte auch ein bisschen Ruhe. Herr im Himmel, war das anstrengend!
Ich wertete die DampfmaschinengerĂ€usche, das Farbenspiel in seinem Gesicht und den SchwĂ€cheanfall am Ende der Nacht als gutes Zeichen. Da fehlte nicht mehr viel, da nahte das Ende, Charlys Ende! Ich spĂŒrte es. Auch wenn ich selbst allmĂ€hlich mal ein bisschen Urlaub von der ganzen Akrobatik gebraucht hĂ€tte. Durchhalten muss man, sagte ich mir, als ich ein Glas frischgepressten Orangensaft trank, um meinen Vitaminhaushalt zu regulieren. Immer weitermachen, das Ziel nicht aus den Augen verlieren. Lange hĂ€lt er das nicht mehr durch, lange schafft er das nicht.
An diesem Tag betĂ€ubte ich mein Hirn und meine Ge­fĂŒhle mit Brandy; Sekt war einfach nicht mehr stark genug, um den Ekel wegzuspĂŒlen. Und fĂŒr das, was ich fĂŒr die Nacht geplant hatte, brauchte ich keinen fröhlichen Muntermacher. Da musste etwas HĂ€rteres her, etwas Böses 

Bleich und irgendwie in sich zusammengesunken kam Charly am Abend nach Hause. Oh ja, darauf hatte ich mich gefreut. Ich lauerte ihm in der Diele auf. Kaum hing seine Jacke am Haken, knallte auch schon meine Peitsche. Herr im Himmel, war das ein Spaß, wie er zusamenzuckte und sich duckte! Die Angst in seinen Augen, diese wunder-, wunderschöne Angst! Er riss die Glubschaugen auf, Schweiß stand auf seiner Stirn. Sein Mund klappte auf und zu, aber bekam keine Luft. Herrlich!
„Los, ins Schlafzimmer, du Wurm!“, herrschte ich ihn an. Breit­beinig stand ich vor ihm, er starrte auf meine glĂ€nzende Korsage, auf die Lackstiefel mit den AbsĂ€tzen wie Stelzen, auf mein streng zurĂŒckgekĂ€mmtes und zum Zopf gebundenes Haar. Meine schwarzlackierten FingernĂ€gel kratzen ĂŒber seinen MonsterschĂ€del, ich leckte ihm den Schweiß von der Wange. „Willst du, dass ich böse werde?“, schnurrte ich, und er schĂŒttelte nur fassungslos den Kopf.
„Dann mach endlich, was ich dir befehle!“, schrie ich und ließ die Peitsche Wunden in die Luft schneiden. Und dann sah ich, dass er lĂ€chelte! Alle Heiligen, dieses schwammige Riesenbaby mit den weinerlichen Augen und dem sabbernden Maul eines Karpfens lĂ€chelte glĂŒckselig! Warum, zum Teufel, bibberte er nicht vor Angst ob der Strafen, die ihm gleich zuteil werden wĂŒrden?
Aber ich durfte jetzt nicht aufgeben, nicht zurĂŒckweichen. Jetzt raube ich dir den Atem, Charly, dachte ich, jetzt wird mal richtig Sex gemacht. Aber richtig!
Ich ließ ihn auf allen Vieren knien und mir die Stiefel lecken; ich peitschte ihm ein feuerrotes Zebramuster auf den RĂŒcken; ich kniff seine Brustwarzen, bis ich fĂŒrchtete, diese eingefallenen Rosinen wĂŒrden mir gleich in die HĂ€nde kullern. Aber er – ja, er stöhnte bei all den QuĂ€lereien nur lustvoll! Was fĂŒr mich echte harte Arbeit bedeutete, war fĂŒr ihn die reinste Wonne! „Gib mir mehr, Baby“, keuchte er, „machs mir hĂ€rter. Ah 
 ja 
 so ist gut, ist gut 
 komm, gib mir alles, du Sau!“
GrundgĂŒtiger – wie hĂ€tte ich denn damit rechnen können? Dass Mister Schleimqualle auf Schmerzen stand, hatte ich nicht berechnet, das war einfach nicht Teil meines Plans gewesen. Nein, das war nicht fair.
In dieser Nacht kam alles anders, ganz anders. „Leg Kuschelrock auf, Baby“, hauchte Charly. „Und dann gib‘s mir, Baby, gib‘s mir feste!“
Ich legte die letzte CD aus meiner Sammlung in den Player und ließ meine ganze Wut und meinen gesamten aufgestauten Frust an Charlys RĂŒcken und an seinem monströsen Hintern aus. Ich peitschte ihn und kniff ihn und kratzte, bis ich die Arme nicht mehr heben konnte. Himmelherrgott, dieses Schwabbeletwas hatte mich geschafft! Nicht er rang nach Atem – ich war es, die keine Luft mehr bekam! Teufel auch. Nein, damit konnte ich nun wirklich nicht rechnen, oder?
NatĂŒrlich hĂ€tte ich jetzt aufgeben und es doch noch mit einem Föhn in Charlys Badewasser versuchen können. Aber ich war ja eine KĂ€mpferin. Also kĂ€mpfte ich.
WĂ€hrend Charly tagsĂŒber im BĂŒro war, ĂŒberlegte ich mir Abartigkeiten, die einen Mann töten konnten. In der Nacht setzten wir dann alles um. Jede Nacht. Mit allen Waffen, die einer Frau diesbezĂŒglich zur VerfĂŒgung stehen. Heiliger! Wir trieben es wirklich auf alle nur erdenklichen Arten miteinander. Und weiß Gott nicht nur so, wie ich es mir ausgedacht hatte. Plötzlich wollte Charly Stellungen ausprobieren, von denen ich vorher nicht fĂŒr möglich gehalten hĂ€tte, dass die menschliche Anatomie so etwas ĂŒberhaupt gestattet. Und nicht nur in Sachen Artistik entwickelte Charly auf einmal eine wahrhaft ĂŒbersprĂŒhende Phantasie. Auch was diverse Spielchen der „stark betonten Erotik“ anging, fielen ihm Unmöglichkeiten ein, die mir niemals eingefallen wĂ€ren. Wer kennt schon die „Mongolische Affenschaukel“ oder das Ding, bei dem der Mann komplett mit flĂŒssigem Latex eingesprĂŒht wird und nur durch einen Strohhalm atmet? Mal ganz zu schweigen von kunstvollen Fesselungen, Ohrensex und heißem Kerzenwachs. Wir trieben es auf dem KĂŒchentisch, von dem ich nie geglaubt hĂ€tte, dass er so stabil war. Und erst recht hĂ€tte ich nicht geglaubt, was man alles mit einem rohen Schnitzel anstellen kann 

Pervers? Abartig? Vielleicht. Aber Charly gefiel‘s. Ja, er blĂŒhte regelrecht auf bei all diesem Zeug.
Tagelang ging das so, wochenlang. Es widerte mich an, ich war noch nie eine Frau, die auf gelebte Pornografie stand. Was mich in all dieser Zeit aufrecht hielt, war einzig und allein mein Ehrgeiz, Charly mit Sex umzubringen. Aber er machte mir einen Strich durch meine schön ausgeklĂŒgelte Rechnung. Der Kerl weigerte sich einfach, zu krepieren. Warum, zum Teufel, gab er nicht auf? Ich verstand das nicht. Fast schon fĂŒrchtete ich mich vor den Abenden, wenn Charly nach Hause kam, ölig grinste und meinte: „Komm, Baby, ich hab mir was Neues ausgedacht 
“
Irgendwann bemerkte ich, dass Charlys Atem weniger rasselnd ging und auch nicht mehr so stoßweise keuchend kam. DafĂŒr aber fĂŒhlte ich mich inzwischen halbtot. Er aber kannte keine RĂŒcksicht. Charly nahm mich ran, ob ich wollte oder nicht. Hart nahm er mich und oft. Von hinten und von vorne, von oben und von unten und manchmal auch von irgendwo dazwischen. NatĂŒrlich spielte ich mit. Ich hatte ja schließlich einen Plan 

Als er anfing, mich auch noch morgens zu wecken, um den jungen Tag mit einer frĂŒhen Nummer zu beginnen, winselte ich ganz zaghaft um Gnade. „Charly, mir tut noch alles von letzter Nacht weh 
“
„Ach, komm schon, Baby. Man soll immer mit dem anfangen, mit dem man aufgehört hat. Das tut dir gut, Baby, richtig gut. Ich liebe dich doch!“
Was sollte ich machen? Ich saß in der Falle, die ich selbst aufgestellt hatte. Einen RĂŒckzieher gab es jetzt nicht mehr. Und irgendwann gab ich es auf, ĂŒberhaupt darĂŒber nachzudenken.
Charly und ich sind jetzt seit fast einem Jahr verheiratet. Er hat gewaltig abgenommen, richtig sportlich sieht er aus. KĂŒrzlich kam er vom Arzt. „He, Baby“, begrĂŒĂŸte er mich da freudestrahlend. „Du glaubst es nicht! Der Doc sagt, mein Blutdruck ist total im normalen Bereich, und mein Herz pumpt wie das von ’nem Pferd! Das macht alles die Liebe. Komm schon, Baby, darauf ficken wir einen!“
Charly trÀgt jetzt einen attraktiven Drei-Tage-Bart und statt des goldenen Ohrrings einen Brillantstecker. Er hat sich ein Porsche-Cabrio gekauft, mit dem er manchmal in die Disco fÀhrt und Champagner ausgibt. Ich bin dann immer ziemlich froh, ein paar Stunden Ruhe vor ihm zu haben. Da nehm ich es auch in Kauf, dass er immer wieder mal irgendwelche MÀdchen mit nach Hause bringt, um einen Dreier oder Vierer zu machen.
Ich habe keine Ahnung, was da eigentlich schiefgelaufen ist. Ich weiß nur, dass ich am Ende bin. Ich habe einfach keine Kraft mehr, ich kann nicht mehr. In letzter Zeit bekomme ich schlecht Luft, mein Atem rasselt und pfeift. Und außerdem bin ich ziemlich aus dem Leim gegangen. Charly meint, das wĂ€re nicht weiter schlimm, er wĂŒrde Frauen mögen, an denen etwas dran sei. Allerdings solle ich aufpassen, dass ich nicht noch fetter wĂŒrde. Er hat mir neue Dessous gekauft. Rote, blaue und schwarze BH’s, spitzenbesetzte StrĂŒmpfe, ein Korsett, Tangas, Strapse. Alles in einer GrĂ¶ĂŸe, mit der ich mich frĂŒher hĂ€tte zudecken können.
Ach ja, ich spĂŒre jetzt auch immer öfter, dass mein Herz irgendwie stolpert wie ein altersschwacher Ackergaul. Dann wird mein Gesicht rot wie eine reife Tomate, und ich habe das GefĂŒhl, als sĂ€ĂŸe mir der alte Charly auf der Brust. Ich muss damit wohl irgendwann mal zum Arzt.
Charly ist das alles egal. Er blĂŒht auf, wĂ€hrend ich welke. Jede Nacht will er Sex von mir; stĂ€ndig muss er mich wecken. Irgendwann bringt mich das noch um. Ich muss mir etwas einfallen lassen, um ihn endlich loszuwerden. Schon allein aus reinem Selbsterhaltungstrieb, aus ganz banalem Überlebenswillen. Vielleicht bleibt mir doch nichts anderes ĂŒbrig, als einfach zu gehen. Meine Koffer zu packen, ihn vor vollendete Tat­sachen zu stellen und zu sagen: „Ciao, Charly 
“

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GlÀnzend erzÀhlt. Ich sehe förmlich die Froschaugen vor mir und stelle sie mir vor, wie die von Goldfinger. Der Schalk sitzt dir wohl nicht nur im Nacken - könnte man meinen.

Deine ErzĂ€hlweise - weiß Gott nicht der Inhalt - erinnert mich ErzĂ€hlungen von Maxim Gorki, der konnte auch so genau hinschauen und Personen beschreiben, bis zur letzten Warze, die irgendeinem auf der Nase wuchs - oder unvergessen: Anfissa, deren eine Brustwarze nur an einem Faden hing (Drei ErzĂ€hlungen ĂŒber Helden)...

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Rafi, hier noch ein Beispiel einer wunderbaren Personenbeschreibung - so wie du es auch kannst:

Das Telegramm erweckte in ihm die Erinnerung an den Mann seiner Schwester. Es war ein gutmĂŒtiger, dicker Mann, der gut zu essen und zu trinken liebte. Sein Gesicht war rund und von einem Netze roter Adern bedeckt; die Augen klein und lustig; er pflegte schelmisch mit dem linken Auge zu zwinkern und lĂ€chelte sĂŒĂŸ, wenn er in einem unmöglichen Französisch das Liedchen
regadez par ci, regardez par lĂ  sang.

Quelle: Maxim Gorki aus MeistererzÀhlungen

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