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Leselupe.de > Lange Texte
Claws - Krallen: Grey
Eingestellt am 22. 04. 2004 11:47


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TaraB
Hobbydichter
Registriert: Apr 2004

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Claws - Krallen: Grey (1/2)



Kapitel 1: Grey (Teil 1/2)


Er rannte die nasse, dunkle Strasse hinab, keuchend, nach Luft japsend und strauchelnd vor Erschöpfung. Kalter Angstschweiß stand ihm auf der Stirn und vermischte sich mit dem der unsäglichen Anstrengung, die er durchlitt. Seine Verfolger waren ihm dicht auf den Fersen, er konnte die Schritte überdeutlich laut hören, die hinter ihm wie ein Feuerwerk auf den Asphalt nieder prasselten.
Sie durften ihn nicht erwischen. Nicht gerade jetzt, nicht gerade heute.
Er versuchte, noch ein wenig schneller zu rennen und dabei seine bleischweren Glieder zu ignorieren, die ihm signalisierten, dass er damit etwas Unmögliches von ihnen verlangte. Es musste einfach irgendwie gehen! Er durfte sich jetzt nicht von den Wachen gefangen nehmen lassen. Er stob um eine weitere Ecke und fand sich erneut in einer dunklen, schier endlosen Gasse mit scheinbar unendlich hohen Wänden wieder. Es half alles nichts, er musste weiter. Es ging um zu viel.
„Shuichi!“
Erschrocken sah er nach oben, in die Richtung, aus der die vertraute Stimme seiner jüngeren Schwester gekommen war. Ein dunkelhaariges Mädchen hatte sich weit aus einem der schmalen Fenster gebeugt und blickte besorgt auf ihn hinab.
„Gleich nach rechts!“, rief sie ihm zu und verschwand darauf wieder, ehe die Wachen ebenfalls die Biegung erreichten. Er nickte erschöpft, wobei die Geste wohl mehr an sich selbst gerichtet war, als an das Mädchen. Er musste durchhalten. Für sie. Für seine Geschwister.
Er rannte und rannte und der Weg wollte kein Ende nehmen. Mehrmals drohte er, auf dem glitschigen Boden auszurutschen und zu fallen und immer nur im letzten Augenblick hatte er sich abfangen können. Wo sollte er denn bloß nach rechts? Er lief und lief, doch keine Gabelung kam. Die Erschöpfung zehrte an ihm und seine einst stählerne Entschlossenheit hatte sich im Nichts aufgelöst. Er konnte einfach nicht mehr laufen.
Aber er musste doch...
Schwankend kam er zum Stehen und sank noch in der selben Bewegung auf seine Knie nieder. Alles tat ihm weh, seine Lunge brannte mit jedem der hastigen Atemzüge, die er tat, sein ganzer Körper protestierte mit Schmerz.
Er musste wieder hoch...
Entgegen seiner hartnäckigen Gedanken, kauerte er sich zusammen. Sein keuchender Atem war das einzige Geräusch in der fast unwirklichen Stille.
Diese Erkenntnis traf ihn wie ein Hammerschlag.
Die Schritte. Sie waren verstummt. Ruckartig fuhr sein Kopf hoch und er blinzelte, um die verschwommene Umgebung wieder klar wahrnehmen zu können. Die Gasse war menschenleer. Mit vor Müdigkeit schwerfälligen Bewegungen drehte er sich um und blickte in die entgegengesetzte Richtung. Dort war ebenfalls niemand. Keine Wachen, kein zorniger Markthändler, der seine kostbare Ware zurück haben wollte. Niemand.
Sein schwerer Atem ging noch immer unregelmäßig und erschien ihm so unglaublich laut in der einsamen Umgebung. Was war nur los? Da konnte irgend etwas nicht stimmen. War es eine Falle?
Vorsichtig blickte er um sich. Er konnte die Falschheit in der Ruhe, die ihn umgab, fast riechen, so penetrant war sie. Hektisch wandte er den Kopf nach links und rechts, doch nichts war zu sehen. Es war auch viel zu dunkel, um irgend etwas richtig sehen zu können.
Der Schlag, der dann auf einmal seinen Hinterkopf traf, kam so plötzlich und so unerwartet, dass er nicht einmal mehr sehen konnte, wer ihn angegriffen hatte, bevor er zu Boden fiel. Dunkelheit umnebelte ihn wie eine dunkle Wolke und das letzte, was seine vom Schreck geweiteten Augen erblickten, war ein alter grauer Hund, der ihm gegenüber lag, den schwachen Körper an die brüchige Hauswand gestützt. Der Blick der stechenden, fast schwarzen Augen war unverwandt auf ihn gerichtet, so wissend, als wäre ihm bereits klar, was sein Schicksal sein würde. Er rührte sich nicht, sah ihn einfach nur an, ohne jeglichen Gefühlsausdruck... dann wurde auch er von der Dunkelheit verschluckt, die mit jeder Sekunde zäher zu werden schien.

Ein Raubvogel schwebte am Himmel, schwarz wie die Nacht, wie keiner der anderen Vögel, die neben ihm in den Wolken lebten. Er war so schwarz wie ein Schatten selbst es war.
Er zog seine Kreise über einer weiten Ebene aus Grasland, auf der ein alter grauer Hund stand, als wollte er dort Wache stehen. Über eben jenem verengten sich die Kreise des Vogels und er schoss schließlich nieder, die Krallen zur Attacke auf das alte Tier bereit und gierig vorgestreckt. Die beinahe schwarzen Augen des Alten sahen dem ungestümen Angriff mit Ruhe entgegen, seine Haltung war locker, beinahe entspannt und kein Muskel zuckte, als der Raubvogel sein Ziel traf und flüssiges Rot durch das Grau des Felles lief.


Shuichi riss entsetzt die Augen auf, doch schloss sie sogleich wieder, als sich seine Umgebung zu drehen begann. Wo war er? Und was war das für ein seltsamer Traum gewesen?
Er wollte eine Hand an seine brennenden Augen heben, musste jedoch sogleich feststellen, dass sie auf seinem Rücken mit der anderen zusammengebunden war.
„Was?“, keuchte er erschrocken und wollte auffahren, doch die ruckartige Bewegung ließ einen stechenden Schmerz durch seinen Kopf ziehen und er ließ sich zurück auf den Holzboden sinken, auf dem er lag. Ein seltsam bebender Holzboden...
Mit einem schlimmen Verdacht sah Shuichi sich um. Tatsächlich. Er schien sich in einem Viehwagen zu befinden. Gefesselt.
Nicht, dass er die Kraft dazu aufgebracht hätte, ohne die Fesseln sehr weit zu laufen...
Er kroch, jede überflüssige Bewegung vermeidend, die ihm sicher nur wieder Schwindelanfälle gebracht hätte, der schwachen Lichtquelle, die ein schmaler Spalt in der Plane bildete, entgegen und blickte geblendet ins Tageslicht. Vor seinen Augen war eine weite, leere Ebene. Nicht die Stadt Chikyu, in der er lebte. Nur Grasland... Er fühlte sich unangenehm an seinen Traum erinnert, an dieses blutige Spektakel, das dort stattgefunden hatte. Es war ihm so real erschienen.
Der Straßenköter in der Gasse musste daran schuld gewesen sein, sagte sich Shuichi, und schloss fest die Augen, um die Szene auf der Wiese zu vertreiben. Warum nur hatte er das Tier nicht schon vorher dort liegen sehen? Da war doch niemand gewesen, oder? Wie war das Tier von ihm unbemerkt dorthin gekommen?
„Na, biste schon wach?“
Mit einem kleinen Aufschrei wirbelte er herum, fühlte jedoch sogleich, wie seine Umgebung sich bei der plötzlichen Bewegung drehte und sein Kopf schmerzte und schloss schnell die Augen wieder.
„Na, na.“, sprach dieselbe jungenhafte Stimme wie zuvor amüsiert. „Nich‘ so hastich bewegen, du has‘ doch da ‘ne Verletzung am Kopf!“
Shuichi entspannte sich augenblicklich etwas. Das war nur ein Junge und an der Art, wie er solch offensichtliche Tatsachen herausstellte, merkte er auch gleich, dass er viel redete, ohne darüber nachzudenken. Er war keine der Wachen, die dazu ausgebildet waren, Gefangenen gegenüber zu schweigen; die nur sagten, was sie sagen mussten und kein überflüssiges Wort mehr.
Als der Schmerz in seinem Kopf wieder etwas abgeebbt war, öffnete er langsam die Augen und sah den Jungen neugierig und bange zugleich an. Der Bursche lugte durch eine Plane herein. Er saß wohl draußen und hielt die Zügel, denn aus seiner Richtung drang ebenfalls lauteres Hufgetrappel von Pferden in den Wagen.
„Mach mich los!“, verlangte er, als er langsam realisierte, dass sie beide ganz alleine waren und niemand sonst in dem Pferdewagen mitfuhr.
„Nee, tut mir ja leid, das geht nich‘!“ Der Junge grinste verlegen und zuckte die Schultern. „Der Boss sagte, ich soll dich ma‘ so rüberbringen.“
„Wie rüber?“ Shuichi versuchte, sich trotz gefesselter Hände und Kopfwunde aufzurichten. „Wohin?“
„Na, inne Hauptstadt natürlich!“ Der Junge sagte das so selbstverständlich, als wäre das eine feststehende Tatsache, die jeder kennen musste. „Is‘ ‘ne ziemlich lange Strecke dahin, musste wissen! Der Boss sagte, fünf ganze Tag‘. Ich war selber nie nich‘ da.“
„Welcher Boss?“ Verwirrt runzelte Shuichi dir Stirn.
„Na, der Alte vom Pferdehof! Weißte nich‘?“, fragte der Junge und schaute ihn erwartungsvoll an. Als keine Reaktion kam, sprach er weiter. „Jedenfalls hatta was bei wem gut un‘ jetzt bin ich der Dumme, der dich ausser Stadt schmuggelt.“
Shuichi verstand das alles nicht. Die Stadtwache hätte ihn doch niemals heimlich in einen Pferdewagen verfrachtet und wegfahren lassen! Und vor allem nicht von einem Burschen, der nicht einmal fünfzehn sein konnte! Ohne Begleitung? Nein, nie!
Die Wachen hätten ihn wegen Diebstahls von Nahrung und Kleidung in den nächsten Kerker geworfen, in dem er dann verrottet wäre.
Die logische Schlussfolgerung war, dass es nicht die Wachen gewesen sein konnten, die ihn in der Gasse überrascht hatten, sondern jemand anders ihn niedergeschlagen und verschleppt hatte. Beunruhigt blickte er den Rücken des Jungen an, der sich inzwischen wieder nach vorne gewandt hatte und die Pferde antrieb. Wie sollte er nur wieder zurückkommen? Er musste doch unbedingt zu seinen jüngeren Geschwistern zurück, die darauf vertrauten, dass er ihnen Essen und Kleidung brachte. Wie es ihnen wohl ging? Ob sie sich um ihn sorgten? Aber nein, dazu war es noch zu früh. Wenn wirklich erst ein Tag vergangen war, wie er vermutete, dann würden sie seine Rückkehr noch nicht erwarten. Geschah es tatsächlich einmal, dass Wachen ihn beim Stehlen erwischten, wartete er immer, bis alles ganz sicher war, ehe er sich wieder in die Welt hinaus wagte. Manchmal waren es sogar Tage gewesen, die er versteckt verbracht hatte.
„Warum bringst du mich in die Hauptstadt?“ Shuichi bemühte sich, in eine kniende Position zu kommen.
„Keine Ahnung.“, rief der Junge über seine Schulter hinweg. „Weiß nur, dasses wichtig is‘!“
„Wichtig?“ Endlich schaffte Shuichi es, sich aufzusetzen und robbte vorsichtig zu dem Jungen herüber, überlegend, wie er ihm trotz seiner Schwäche und trotz der Fesseln die Zügel abnehmen konnte und zurück in seine Heimatstadt Chikyu kam.
„Ja, irgend’ne total wichtige Person will das. Was weiß ich...“, antwortete der Junge und machte eine vage Geste in Richtung Horizont. „Deshalb reiten wir ja jetzt durche Hitze! Essis sowieso ein Wunder, dass du wach bis‘! Mein Boss sagte, du würdest nich‘ mehr so schnell aufwachen. Hatt’n sogar’n Arzt da! Dacht‘ schon, ich müsst‘ die ganze Fahrt allein sein!“
Shuichi schwieg daraufhin. Was sollte das bedeuten? Wieso passierte all das? Warum wollte irgendeine wichtige Person, dass er in die Hauptstadt gebracht wurde? Das ergab doch alles keinen Sinn!
Er ließ seinen Blick über die Landschaft schweifen, die an ihnen vorüberzog und betrachtete die satte Wiesenlandschaft verwundert. Warum das alles? Alles, was er wollte, war, bei seinen Geschwistern sein zu können und ihnen etwas zum Essen geben zu können. Sie satt und zufrieden sehen zu können. Sie in neuer, sauberer Kleidung sehen zu können. Er wollte seine kleine Schwester Mali sehen, wenn sie das Kleid bekam, das er ihr geholt hatte. Oder Raejel, wenn er das frische Brot aß. Oder...
Sein Gedankengang brach abrupt ab, als ihm etwas Seltsames in der grünen Landschaft auffiel. Etwas Graues... Erst dachte er, es wäre bloß ein Stein, da es so reglos erschien, doch dann erkannte er, dass es ein Tier war. Ein Wolf? Nein, ganz sicher nicht. Nein, es war zu klein und anders gebaut als ein Wolf. Es war ein Hund. Dort saß ein grauer, alter Hund.
Shuichi erschauerte. Selbst über die Entfernung hinweg konnte er den Blick der dunklen Augen auf sich ruhen spüren. Schnell sah er weg. Doch selbst jetzt blieb das Gefühl, beobachtet zu werden und er wand sich unangenehm berührt. Er phantasierte. Das lag alles an der Kopfverletzung. Würde er jetzt dort herüber sehen, würde dort kein Tier sitzen, das ihn anstarrte. Warum auch? Wie sollte denn ein alter Hund dort hinkommen? Unmöglich!
An sich selbst zweifelnd, sah er wieder zu der Stelle, an der das Tier gesessen hatte. Erschrocken weiteten sich seine Augen. Kein Hund. Das bestätigte es. Er phantasierte.
„‘S alles in Ordnung?“, platzte die besorgte Stimme des Kutschenjungen mit einem Male in seine Gedanken. „Du bis’ so blass geworden...“
„A-also...“ Shuichi schüttelte den Kopf, um die Bilder zu vertreiben, die sich festgesetzt zu haben schienen. Es gab im Moment wichtigere Dinge. Er musste zurück nach Hause. Und ihm war spontan eine Idee gekommen, wie er dem naiven Jungen die Führung des Wagens abknöpfen würde. Es war so einfach. „...ich müsste wohl mal ganz dringend... du weißt...“
Er rutschte etwas auf der Stelle herum, um sein Bedürfnis zu verdeutlichen und senkte gespielt verlegen den Blick. „Nur... mit den Fesseln ist das schwierig.“
„Tut mir leid.“ Der Bursche lächelte und schüttelte den Kopf. „Mein Boss sagte, ich darf die Seile auf keinen Fall lösen.“
„Es ist mir gleichgültig, was dein Boss sagt!!“, rief Shuichi mit plötzlicher Wut, erschrak jedoch, als er die fassungslose Miene seines Gegenübers sah.
„...ähm... ich meine...“, stotterte er. Er hatte nicht die Absicht gehabt, laut zu werden und damit vielleicht seine einzige Chance zu ruinieren. Es war nur einfach so, dass ein mysteriöser Boss dies sagte und jenes sagte und er keine Ahnung hatte, wer dieser Mensch überhaupt war und was er von ihm wollte. Oder eher gesagt, was die Person hinter diesem Boss von ihm wollte. Und das machte ihn wütend und erschreckte ihn zu Tode. Und die Fesseln waren das einzige, was ihn momentan hinderte, zu seinen Geschwistern zurückzukehren. Und der einzige, der ihm diese Fesseln nun abnehmen konnte, weigerte sich. Er atmete tief durch, um sich zu beruhigen und zwang ein Lächeln auf seine Züge.
„Ich denke einfach, dass dein Boss sicherlich meinte, du darfst sie auf keinen Fall lösen, wenn ich schlafe.“
„Warum’n das?“, fragte der Junge und legte verwirrt den Kopf schief. Nach eine kleinen Denkpause schließlich schüttelte er den Kopf. „Nee, sicher is‘ sicher! Die Seile bleib‘n dran!“
Das Bedürfnis, den Kerl jetzt einfach vom Wagen zu schubsen, war groß, doch dann würde niemand das Fahrzeug lenken können und das wäre nicht in seinem Sinne. Also musste er es anders versuchen.
„Wie wär’s, wenn du mich einfach gehen lässt und deinem Boss erzählst, du hättest mich sicher abgeliefert?“
„Den Boss anlügen?“ Die Augen des Jungen wurden vor Ungläubigkeit so groß, dass es schon fast erschreckend war. Er schüttelte erneut den Kopf als Antwort, nur viel vehementer als zuvor. „Nee, niemals nich‘!“
Shuichi seufzte geschlagen. Wäre er in gesunder Verfassung gewesen, wäre er einfach vom Wagen gesprungen und davongelaufen, doch sein Kopf würde den Sprung allein schon ganz bestimmt nicht mitmachen.
„Schon gut...“, murmelte er also resignierend. „Dann etwas anderes: Wie lange war ich bewusstlos?“
„Och, so drei Tag‘.“ Sofort war der Junge wieder in seinem normalen Redeton, als wäre die vorige Konversation niemals dagewesen. „Heut is‘ der vierte.“
„Was?!“ Shuichi starrte den Kutscher ungläubig an. „So lange?“
„Sagte doch. Has’ne Verletzung am Kopf.“ Der Junge lächelte. „Die sin‘ immer ernst! Aber wie’s aussieht, wirste wieder gesund!“
„Nein, das kann nicht wahr sein...“ Shuichi sah geschockt in die ferne Landschaft, die vor ihnen lag. „Das hieße ja, wir sind schon eine Strecke von über drei Tagen entfernt von Chikyu?!“
„Genau.“ Der Junge schien sein Entsetzen nicht einmal zu bemerken, sondern lächelte noch breiter. „In nich‘mal zwei Tagen sin‘ wir da! Dann können wir die Hauptstadt sehn!“
„Toll...“ Shuichi ließ den Kopf hängen.
„Ja, nich‘?“, freute der Junge sich und spornte die Pferde ungeduldig zu noch höherem Tempo an. Shuichi sah keine andere Möglichkeit mehr, als sich vorerst seinem Schicksal zu ergeben und sich in die Hauptstadt bringen zu lassen. Vielleicht würde er dort irgendwo untertauchen und sich dann in einem anderen Wagen nach Chikyu schmuggeln können. Hoffentlich.
Er schloss müde die brennenden Augen und spürte auch sofort, wie der Schlaf nach ihm griff. Da jedoch, noch ehe er vollkommen einschlafen konnte, kroch in ihm wieder dieses Gefühl hoch, beobachtet zu werden. Er öffnete ein Auge halb und sah am Wegrand einen grauen, vom Alter schon ganz dürren Hund stehen, der ihn mit beinahe schwarzen Augen fest ansah. Diesmal ignorierte er das Tier. Traumgestalten gehörten schließlich in Träume...

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Greenlia
Nennt-sich-Schriftsteller
Registriert: Aug 2003

Werke: 11
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Ailtta!

Mir hat der 1. Teil deiner Geschichte gefallen. Auch wenn es anfangs eine klischeehafte Situation war: dunkle Gassen, Verfolgung, Straßendieb.
Aber man fragt sich doch, was dieser Hundund dieser Raubvogel für einen Sinn haben, warum Shuichi weggeschleppt wird.

Ein paar kleine "Formalitäten" hab ich anzumerken:

quote:
Es musste einfach irgendwie gehen!
quote:
--> einfach, irgendwie... diese Wörter vermildern die Situation, lassen sie plötzlich verunsichert scheinen.
quote:
Die Erschöpfung zehrte an ihm
--> du meinst bestimmt zerrte
Was mir gefallen hat, war, dass du kaum Rechtschreib- und Zeichenfehler hast. Ist immer wieder angenehm, gut durchgearbeitete Texte zu lesen.
Bin gespannt, wie es weiter geht mit Shuichi. Die Namen klingen ja alle japanisch angehaucht, oder? Hat das nen Grund?
Kommen noch mehr Kapitel deiner Geschichte? Würde mich freuen!

Schick dir ne Muse,

Aileen

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