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Leselupe.de > Kindergeschichten
Clown Cornelius in Not
Eingestellt am 07. 04. 2019 09:32


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molly
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Clown Cornelius in Not

Clown Cornelius schlurfte zur Bushaltestelle und plumpste auf die Bank. Er wartete auf den Bus mit der Nummer 12. Seinen Clownkoffer stellte er neben sich. Den ganzen Tag hatte er Menschen besucht. Zuerst war er im Kindergarten. Als er daran dachte, lachte er leise. Die Kinder hatten ihm geholfen, das ClownkostĂŒm anzuziehen, und dabei hatte er sich so ungeschickt angestellt, wie das nur ein Clown Cornelius konnte. Er schlĂŒpfte erst mit beiden Armen in einen Ärmel, zog den linken Schuh an den rechten Fuß und setzte sich zu guter Letzt auf seinen schönen Hut.

Es war ein guter Tag gewesen, Cornelius hatte genug Geld verdient. Er konnte nun fĂŒr eine Woche Lebensmittel, eine neue Seife und neue Schminke kaufen. Die Schminke gab es in vielen Farben, mit Weiß umrandete er die Augen und Rot brauchte er fĂŒr seinen Mund und fĂŒr seine Nase. Auch Schwarz war wichtig, damit malte er seine Augenbrauen an.
Inzwischen hatten sich noch mehr Leute eingefunden. Eine alte Dame winkte ihm zu und rief:“ Kommst du mal wieder ins Seniorenheim?“

„SelbstverstĂŒndlich, ich meine selbstverstĂ€ndlich. NĂ€chste Woche!“ Er hauchte sich einen Kuss auf den HandrĂŒcken und pustete ihn zu der alten Dame. Sie lachte lauthals und Cornelius bewunderte ihre vielen FĂ€ltchen im Gesicht.

Der Bus Nr. 8 kam und viele stiegen aus, andere wieder ein. Er entdeckte einen Jungen, der einen Verband an der Hand trug, und dachte an die Kinder im Krankenhaus. Morgen wĂŒrde er sie besuchen. Er hatte in seinem Rucksack eine Überraschung fĂŒr sie. Wie hatten ihre Augen gestrahlt und die Gesichter geglĂŒht, als er letztes Mal bei ihnen war. FĂŒr kurze Zeit hatten sie ihre Krankheit vergessen.

Endlich kam der Bus mit der Nummer 12. Cornelius schnappte sich den Koffer, stieg ein und fuhr bis zur Endstation. Nun musste er noch ein StĂŒck durch die Gartenkolonie bis zu seinem GartenhĂ€uschen laufen. Jedes Mal, wenn er viele Menschen besucht hatte, kam ihm der Koffer schwer vor, an diesem Abend sogar besonders schwer. Er konnte ihn kaum schleppen. Kurz vor seiner HaustĂŒr rutschte er aus und fiel in eine PfĂŒtze. „Verflixt“, rief er aus, „jetzt bin ich ganz nass!“
Im Haus fror Cornelius. Er wollte einige ReisigstĂŒcke im Ofen anzĂŒnden und ein Holzscheit auflegen, aber er war zu mĂŒde. Langsam zog er seine Kleider aus und hĂ€ngte die nassen Sachen ĂŒber den Stuhl. Cornelius stemmte den Koffer auf das Bett, um sein KostĂŒm fĂŒr den nĂ€chsten Tag heraus zu holen. Aber er konnte ihn nicht öffnen. Nun schaute er sich den Koffer genauer an. Er hatte die gleiche Farbe und GrĂ¶ĂŸe, doch die zwei kleinen Aufkleber mit dem Clowngesicht fehlten. Wer hatte die Aufkleber entfernt? Oder war das gar nicht sein Koffer? Was mochte wohl darin sein? Er hob ihn hoch, versuchte ihn zu schĂŒtteln, aber das klappte einfach nicht. Der Koffer war zu schwer.

Morgen, wenn er ausgeschlafen und wieder viel Kraft hatte, wollte er den Koffer öffnen. Kurzerhand schob er ihn unter sein Sofa und putzte sich die ZÀhne. Er legte sich ins Bett, zog die Bettdecke bis unters Kinn hoch und schlief sofort ein.

Tiefe MĂ€nnerstimmen weckten ihn wieder auf. Er schlich ans Fenster und sah das Licht einer Taschenlampe, das immer nĂ€her kam. Cornelius sprang aus dem Bett. Eiligst strich er die Decke glatt. Er schob sich zum Koffer unter sein Sofa und drĂŒckte sich fest an die Wand. Schon wanderte der Lichtstrahl durch sein StĂŒbchen. Cornelius wagte kaum zu atmen.

Suchten die MĂ€nner den verflixt schweren Koffer? Waren das Diebe, Einbrecher? Es geschah nicht zum ersten Mal, dass Leute mitten in der Nacht durch die Gartenkolonie schlichen. Doch bisher hatte er auch noch nie einen fremden Koffer im Haus. Sein Herz klopfte ihm bis zum Hals hinauf. Schwere Schritte gingen am HĂ€uschen vorbei, kamen zurĂŒck und entfernten sich langsam.

Cornelius wartete, bis er keine Stimmen und Schritte mehr hörte. Dann kroch er in sein Bett zurĂŒck, legte sich auf den RĂŒcken und zog die Decke ĂŒber den Kopf.

Am nĂ€chsten Morgen beschloss er, den Koffer zur Polizei zu bringen. Diesen schweren Koffer fand er sehr verdĂ€chtig. Cornelius seufzte laut. Wo befand sich wohl sein eigener Koffer? Darin lagen sein schönstes ClownkostĂŒm und leider auch die Schminke.

Er zog den alten, gelb-schwarz karierten Clown-Mantel an. Am Ärmel hatte der schon ein Loch. Cornelius streifte seinen großen Rucksack ĂŒber, in dem er die Überraschung fĂŒr die Kinder schon verstaut hatte. Dann nahm er den fremden Koffer und eilte zur Bushaltestelle.

Bei der Polizei erlebte er eine Überraschung. Ein Herr wartete mit Cornelius Koffer im BĂŒro.

„Na, endlich“, rief der Mann aus.

Der Polizist fragte: „Ist auch noch alles drin?“

Cornelius antwortete mit rotem Kopf: „ Er ist doch zugeschlossen. Ist in meinem Koffer noch alles?“
Er schilderte, was in seinem Koffer zu sein hatte, der Polizist öffnete ihn und alles war da, ein wenig zerknĂŒllt und durcheinander, aber es fehlte nichts.

Cornelius sagte: „Ich möchte wissen, was in diesem schweren Koffer steckt.“ Der Fremde reichte dem Polizisten einen SchlĂŒssel. „Bitte öffnen, sind Geburtstagsgeschenke fĂŒr meinen Uli“

Gab es so schwere Geburtstagsgeschenke?

Der Polizist öffnete den Koffer des Fremden und Cornelius staunte. Einen Kasten mit Bausteinen, ein Waffeleisen und vier dicke BĂŒcher sah er.

„Was“, rief Cornelius erstaunt, "das alles bekommt ein Kind?“

„NatĂŒrlich, das hat er sich gewĂŒnscht.“

„Backst du mit ihm die Waffeln?“

„Nein, das kann er schon alleine! DafĂŒr habe ich leider keine Zeit, morgen muss ich wieder verreisen!“ Der Fremde schloss den Koffer und sagte: „Ich muss los, zur Geburtstagsfeier!“ Er bedankte sich bei Cornelius und dem Polizisten und stĂŒrmte aus dem BĂŒro.

Cornelius nahm seinen Koffer in die Arme, streichelt ĂŒber die beiden Aufkleber und machte sich auf den Weg zum Krankenhaus.

Jetzt hatte er den Kindern noch etwas zu erzĂ€hlen. Er eilte zu dem kleinen Spielzimmer. Die Kinder dort durften bald nach Hause. Vor dem Zimmer streifte Cornelius den Rucksack vom RĂŒcken und stellte ihn auf den Boden. Nun klopfte er an die TĂŒr und öffnete sie auch gleich.

„Hallo, Kinder, ich bin wieder da“, rief er und zog den Rucksack neben die TĂŒre. „Doch zuerst will ich meinen Koffer abstellen.“ Er ging ein paar Schritte in den Raum, stellte den Koffer auf den Boden und eilte zu seinem Rucksack zurĂŒck. Den schleifte er hinter sich her, bis zum Koffer.

„Nanu, hier geht es gar nicht weiter, warum steht denn mein Koffer im Weg? Was sagt ihr? Ich habe ihn da abgestellt? Na so was.“ Er machte einen großen Schritt ĂŒber den Koffer, nahm ihn in die Hand und legte ihn auf den leeren Stuhl. Dann klatschte er in die HĂ€nde: „So, jetzt male ich mich erst einmal an.“

Er setzte sich auf seinen Koffer, sprang gleich wieder hoch.
„Huch, schon wieder dieser Koffer“, rief Cornelius und stellte ihn auf den Fußboden. Er setzte sich auf den Stuhl, schlug die Beine ĂŒbereinander und holte die rote Farbe aus dem Koffer. Damit malte er seine Nase krĂ€ftig an und auf seine Wangen zeichnete er ein großes rotes Herz.

„Fertig“, rief er, der Weg fĂŒr die Überraschung ist frei, die steckt im Rucksack.“ Cornelius stand auf und zog laut stöhnend seinen Rucksack zu den Kindern.

„Der ist aber schwer“, rief ein Kind.

„Und wie“, jammerte Cornelius. UmstĂ€ndlich begann er, den Rucksack zu öffnen. Ein roter, großer Luftballon flog in die Höhe und die Kinder klatschten begeistert.

„So und nun erzĂ€hle ich euch zuerst einmal von meinem letzten Abenteuer, möchtet ihr das hören?“

Die Kinder jubelten laut und riefen: „Ja, Ja!“ WĂ€hrend der rote Luftballon an der Decke sich ab und zu bewegte, erzĂ€hle Cornelius den Kindern von den vertauschten Koffern.

©Monika Rieger

Herzlichen GlĂŒckwunsch, lieber Heinz!

Version vom 07. 04. 2019 09:32

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