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Leselupe.de > Ungereimtes
Coma Virus
Eingestellt am 02. 04. 2002 15:43


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magdalena heische
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Ich bins, dein Aufbruch aus dem Licht,
die nassen Tage umsp├╝len uns wie Quader die Sonne.
Du h├Ąngst wie feuchtes Fleisch vor meinem Fenster
und stirbst langsam ab.

Ich gehe ├╝ber Reste alten Essens,
der Nebel tropft vom Baum dort gegen├╝ber und
ein Schrei von dir klingt mir noch in den Ohren.
Ich gehe langsam nackt die Wand hinauf.

Du bist ein Stein auf dem Meeresboden,
ein kompletter Alptraum f├╝r meine Abwehrstoffe,
Schlaglicht meines Todes.
__________________
Unsere Leben sind die Tr├Ąume der Anderen.

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Monfou
???
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Liebe magdalena heische,

ein sch├Ân-schauriges Gedicht. Ich, meinerseits, habe zwar h├Âllische Angst vor Genitivmetaphern, aber offenbar kann man noch oder wieder damit hantieren. Wer wei├č. Mir fehlt der Glaube. Bist du dir sicher mit Sein und Zeit? Ich sehe da eher den Jargon der Eigent├╝mlichkeit und habe mich auch hier nie aus der Befangenheit befreien k├Ânnen, dass Heidegger sich mit den schlimmsten Schergen gemein gemacht hat. Geistig. Aufschlussreich in dieser Hinsicht immer noch Victor Farias.
Herzlichst

Monfou

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magdalena heische
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Montfou,

Heidegger war wohl mehr als nur geistig mit Schergen gemein. Das macht sein Buch aber nicht schlechter, nur den Menschen. Er hat sich so tief in die Metaphysik zur├╝ckgedacht, dass er zum Schluss alles nur noch von dort aus hat sehen k├Ânnen. Ich habe sogar die Vermutung, dass Heidegger nur durch das Ablegen des humanistischen Gedankengutes so weit in die geistige Dimension von Sein, Zeit und Tod kommen konnte. Aber Spengler oder Frege ging es da nicht anders. Man darf ihre Werke heute nicht gleich in die Tonne hauen, muss sie aber an den Personen messen, die sie schrieben, da hast du schon Recht.
Und hey, sind doch nur zwei Genitive vorhanden, oder? Wer hat dir den den Horror antrainiert?
Liebe Gr├╝├če von Lene
__________________
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Monfou
???
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Liebe magdalena heische,

zun├Ąchst danke ich, dass du aus einem Narren einen Berg gemacht hast. Dein Gedicht spricht quasi eins zu eins zu mir. Es gef├Ąllt mir sehr. Also sch├Ân. Mal ganz konkret: Als ich noch im literarischen Metier f├╝r eine Zeitschrift lektorierte, gingen Gedichte mit Genitivmetaphern prinzipiell in den Papierkorb. In 95 % der F├Ąlle, denke ich, zu Recht. Meist sind sie hohl. Der Genitiv dieser Form ist seit Rilke, Celan, Bachmann, aber auch durch hemmungslosen Gebrauch als Titel verkommen und ihm kann man schwer noch Originalit├Ąt abgewinnen. Doch nichts ist unm├Âglich.

Heidegger hin, Heidegger her. Dar├╝ber zu diskutieren, f├╝hrt sehr weit, wohl zu weit. Ich bin allerdings auch ganz entschieden gegen die Sprache Heideggers. Sie zelebriert sich und dahinter stehen oft ganz banale Gedanken, wenn ├╝berhaupt. Verzeih, doch das hat nichts mit deinem Gedicht zu tun, das ich gern noch ein drittes und viertes Mal lese.

Liebe Gr├╝├če

Monfou

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magdalena heische
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Deinen ersten Satz verstehe ich nicht ganz, kenne die Wendung nicht. Aber klingt nicht so, als w├Ąrst du beleidigt. Einen Berg zum Narren machen ist sicher schlimmer, hm?
Was du ├╝ber Heideggers Sprache sagst, stimmt meiner Meinung nach teilweise. Er zelebriert sich und er hat es von Nietzsche. Doch Banalit├Ąten finde ich mehr bei Rilke als bei ihm. Heidegger war wohl ein Mann, der seine Erkenntnisse nicht auf sich selbst anwenden konnte. Oder aber er wollte sich selbst nicht mehr erkennen. Dem Zufall hat er jedenfalls nichts ├╝berlassen.
F├╝r einen Lektoren bin ich wahrscheinlich genau das richtige Fressen. Ich mache mir nicht so viele Gedanken ├╝ber Genitive, benutze sie aber ├Âfter mal, weil sie sch├Ân sind. Durch die Bachmanngeneration sind sie allerdings stilisiert und verdorben, das stimmt.
Vielleicht liest du ja mein Gedicht auch noch zum f├╝nften Mal?
Ciaoi!
Die Lene
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Monfou
???
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Beim f├╝nften Lesen
ists ein Rausch gewesen,
auch beim sechsten Mal,
wars eine zauberhaft-d├╝stre Qual.

Soviel zum coma virus.

Liebe magdalena,

die Berg-Narren-Anspielung hast du nicht verstehen k├Ânnen, weil dir nicht aufgefallen ist, dass du Mont-fou schriebst, was bekanntlich - nimmt man die erste Silbe - Berg hei├čt.
Ich habe ├╝brigens die Theorie der nichtrosafarbenen Literatur in einigen Zeilen unter "Kurzgeschichten: Eine Geschichte ist das nicht, Monfou: Selbstportr├Ąt des Erz├Ąhlers als Esel" dargelegt.
Sch├Âne Tage
Monfou




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