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Leselupe.de > Erotische Geschichten
DABALA
Eingestellt am 14. 10. 2002 22:16


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Rakun
AutorenanwÀrter
Registriert: May 2002

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DABALA

HĂ€tte die erste Silbe ihres Namens einen Akzent auf dem ‚a‘, wĂŒĂŸte jeder, es handelt sich um ein mĂ€nnliches Allwesen. Dabala hatte lange gekĂ€mpft, endlich hielt sie ihre Genehmigung fĂŒr einen Monat Erdurlaub in ihren schneeweißen, nagellosen HĂ€nden.

Ihr Ziel stand schon lange fest, heimlich hatte sie von ihrem Stern aus ‚ihren‘ Erdmann beobachtet, die Koordinaten sorgfĂ€ltig ausgerechnet, um genau bei ihm landen zu können. Bei Tagesanbruch setzte sie unbemerkt ihre kleinen, eckigen Gehwerkzeuge auf den feuchten Erdboden. Nur bei Nacht war sie sichtbar und konnte entweder in die Gestalt einer Katze oder einer Frau schlĂŒpfen. Das blieb ihr ĂŒberlassen. Die einzige EinschrĂ€nkung lautete: die Erdform durfte nur abwechselnd angenommen werden, ein umd ie andere Nacht.

Ein frĂŒh morgendlicher Sonnenstrahl war fĂŒr ihren Erdrutsch nötig gewesen, nun stand sie direkt vor ihm, ihrem AuserwĂ€hlten. Er wirkte noch verfĂŒhrerischer, fast hilflos in seinem zerwĂŒhlten Bett. Seine Decke hatte ein Bein frei gelegt. Neugierig trat sie einen Schritt nĂ€her. Sie mußte dieses ‚Bain‘ berĂŒhren, sie konnte nicht widerstehen.
Auf ihrem Stern kannte man weder Körperbehaarung, NĂ€gel an Fingern und Zehen noch den Buchstaben ‚e‘. In Dabalas Heimat wurden alle ‚Ärdarten‘ und Besonderheiten dieser haarigen Rasse sorgfĂ€ltig studiert. Gemeinsam wurde entschieden, was fĂŒr gut befunden und ĂŒbernommen wurde, demokratische Auswahlkriterien erlaubten kurz-fristig planetarisches Fremdsein. Eine Umfrage hatte ergeben, dass das Ärd-‚e‘ einstimmig abgelehnt wurde. Die Vokale a, ĂĄ und Ă€ erfreuten sich grĂ¶ĂŸter Beliebtheit und hatten die meisten Stimmen erhalten.

Dabalas Erdling hatte schlecht geschlafen. Wilde TrĂ€ume hatten ihn geplagt. Es war viel zu warm fĂŒr diese Jahreszeit. Das Fenster stand weit offen, die VorhĂ€nge hingen schlaff herunter. Keine Luftbewegung war zu spĂŒren. Ihr Erdballmann wĂ€lzte sich im Bett. Als sie ihre Wahl damals getroffen hatte, wer ihr erstes Opfer sein sollte, hatte sie ihn DĂĄbl genannt.
Es blieb noch viel Zeit bis zum schrillen Weckerklingeln. Vorsichtig streckte Dabala ihre Hand aus fĂŒr die erste BerĂŒhrung mit ihrem außersternigen Wesen! Behutsam, aber mit allen Fingern streichelte sie die Spitzen seiner eng aneinander stehenden Haare. Solch ein GefĂŒhl hatte sie noch nie erlebt. Ohne die schĂŒtzende Hornschicht war Dabala mit einem FeingefĂŒhl ausgestattet, das einzigartig war. Kein einziges Haar ließ sie aus.





Eine merkwĂŒrdige Unruhe legte sich ĂŒber ihren DĂĄbl. Er öffnete die Augen ein wenig und blinzelte in den frĂŒhen Morgen. Ein merkwĂŒrdiger Geruch umgab ihn. Es roch nach einer Mischung aus Basilikum und Maiglöckchen. Das Merkmal fĂŒr oberste Flirtbereitschaft auf Dabalas Stern. Verschlafen reckte er sich, schlug die Decke zurĂŒck und hörte auf einmal ein leises Zirpen. Dabalas Liebessignal war nicht zu ĂŒberhören. Er erhob sich und stand plötzlich ganz nah vor seinem unsichtbaren Gast.

Sie konnte die Finger nicht von ihm lassen, die Haare auf seiner Brust waren viel zu verlockend, plötzlich waren sie auf ein zwei kleine, erhöhte Hindernisse gestoßen, seine Brustwarzen. So etwas hatte sie noch nie gesehen. Die Neugierde ĂŒbermannte sie. Sanft berĂŒhrte sie ihn mit ihrer Nasenspitze. Ihre NasenflĂŒgel, winzige, bunt schillernde LibellenflĂŒgel, schwirrten um die dunkel rosa leuchtenden HĂŒgel. Wohlige Schauer durchströmten seinen Körper, ein LĂ€cheln huschte ĂŒber sein Gesicht.
Auf Dabalas Stern war bei der Übernahme des Wortes NasenflĂŒgel ein kleines Mißgeschick passiert. Man hatte es wörtlich genommen und der mittige Gesichtsdoppelpunkt war seitdem mit transparenten FlĂŒgeln ausgestattet. Der Not gehorchend hatte man sie so klein wie möglich gehalten und ihnen doch noch den nötigen Sinn zugeteilt. Je höher die Schlagfrequenz, desto liebesbereiter war der Besitzer.

DĂĄbl stand regungslos am Fenster, holte tief Luft und schaute schlaftrunken auf den Rasen. Es kitzelte wohlig an seiner Brust. Ein seltsames GefĂŒhl nahm Besitz von ihm. Der Geruch, der ihn umgab wurde immer stĂ€rker. Wie ein Schlafwandler öffnete er die TerrassentĂŒr und betrat im AdamskostĂŒm den nachtfeuchten feuchten Rasen. Immer wieder versuchte er herauszufinden, woher dieser sonderbare Duft kam, warum er die Grillen schon um diese Tageszeit hören konnte.
Dabala tĂ€nzelte um ihn herum, immer auf zarten Körperkontakt bedacht und betrachtete amĂŒsiert seine nackten runden FĂŒĂŸe. Unweigerlich mußte sie kichern. Form und die GrĂ¶ĂŸe seiner Erdtreter waren das ausschlaggebende Merkmal fĂŒr die Wahl ihres Besuchsobjektes gewesen, der und kein anderer musste es sein.
Bei ihr Zuhause galten die Aufrechthalter als das höchste und wichtigste Gut. Sie wurden besonders geachtet und gepflegt, hoch sensible Stoßsensoren verhinderten die Verletzungsgefahr. Nach alter Überlieferung konnte nur einem geliebten Gehwerkzeug die Welt zu FĂŒĂŸen liegen. Diese beiden Erdkontakter waren zwei außergewöhnliche Exemplare, obwohl sie rund gebaut waren und nicht der eckigen Sternnorm entsprachen.
Ihre Phantasie hatte sie schon weit getragen, doch die Wirklichkeit war atemberaubend. Erst jetzt fiel ihr Blick auf sein ‚á‘. Ihr Zirpen wurde heftiger, ein Zeichen höchster Erregung, der kaum Einhalt zu gebieten war.
Nach ein paar Schritten auf dem nassen GrĂŒn verspĂŒrte DĂĄbl eine leichte AbkĂŒhlung, er mußte niesen. Erschrocken wich Dabala einen Schritt zurĂŒck. Das GerĂ€usch war ihr völlig fremd, doch ihre Neugierde war stĂ€rker als die Vorsicht vor dem Unbekannten. Sie schmiegte sich eng an ihn.

DĂĄbl hatte die Suche nach der vermeintlichen Grille aufgegeben, er kehrte langsam zurĂŒck ins Schlafzimmer, verfolgt von diesem eigenartigen Geruch. Ab und zu hob er den Kopf. Als ob er Witterung aufnehmen wollte, atmete er immer wieder tief durch die Nase ein. Dicht an ihn gedrĂ€ngt folgte sie ihm. Ihre NasenflĂŒgel surrten in höchster Geschwindigkeit und fĂ€chelten seinen Körpergeruch in die verborgensten Höhlen ihres Kopfes. Sie hatte das Spiel zu schnell vorangetrieben und war nun selbst das Opfer. Ihr einzige Chance war, ihren unsichtbaren Körper mit etwas zu bedecken und sich auf den Bauch zu legen. Nur das und nichts anderes half bei ĂŒbermĂ€ĂŸiger Erregung. Es mußte schnell geschehen.

Er legte sich wieder ins Bett und wollte noch etwas in den Tag hinein dösen. Im selben Moment landete Dabala bĂ€uchlings auf seinem warmen Körper. DĂĄbl streckte sich genĂŒĂŸlich, sanfte Schauer durchströmten seinen Körper. Dieser Morgen entschĂ€digte ihn fĂŒr die unruhige Nacht. Sie rutschte ungeduldig hin und her. Sie mußte die gĂŒnstigste Position fĂŒr ihr bedrohliche Lage finden und zog seine Decke ĂŒber ihren Kopf. Das Duftgemisch aus KrĂ€utern und Blumen verteilte sich im ganzen Raum. Dabala zitterte, in ihrer Heimat war das nur im Ă€ußersten Notfall erlaubt.
„JĂĄ, ĂĄh!“ hörte sie plötzlich, DĂĄbl stöhnte, seine Lippen öffneten sich weit.


__________________
JO

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Renee Hawk
???
Registriert: Jan 2001

Werke: 17
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mir hat die Geschichte sehr gut gefallen.
Die Idee ist einfach toll.

liebe GrĂŒĂŸe
ReneĂš

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mod
Hobbydichter
Registriert: Sep 2001

Werke: 13
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futuristische Erotikgeschichten liegen mir sonst nicht so, aber mir hat gefallen wie Du mit Phantasie in der Wortwahl die "Zukunft" einerseits und die "Fremdheit des Außerirdischen Wesens" andererseits hast realistisch werden lassen.
__________________
Lebe einsam wild und gefÀhrlich

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Rainer
???
Registriert: Jul 2002

Werke: 0
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hallo rakun,

auch wenn das ende nicht nach meinem geschmack ist (sic!), so finde ich es doch ungerecht, es als unterdurchnittlich stehenzulassen, unter all dem mĂŒll, der oft hier gepostet wird. sehr gut gefallen hat mir vor allem der rote faden fĂŒĂŸe, da er nicht konstruiert wirkt, sondern zeigt, daß die geschichte nicht nur mal eben so schnell dahingeschrieben wurde, sondern wohldurchdacht ist.

gruß

rainer

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Amalaswintha
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jun 2002

Werke: 17
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Hallo Rakun...!!

Sehr schön Deine Geschichte...so zart...so einfĂŒhlsam...und eine klasse Idee....!!

Liebe GrĂŒĂŸe
Amalaswinhta
__________________
Ich schreibe also bin ich

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