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Leselupe.de > Humor und Satire
DIE BRIEFTASCHE (gelöscht)
Eingestellt am 18. 08. 2011 11:51


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Ofterdingen
Routinierter Autor
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Der Text wurde vom Autor gelöscht.
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Man soll keine Dummheit zweimal begehen, die Auswahl ist schließlich groß genug. J. P. Sartre

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Architheutis
Guest
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Hallo Ofterdingen,

deine Geschichte leidet an vielen handwerklichen Mängeln:

quote:
Sie haben leichtes Spiel, denn die vielen Touristen sind oft schon reichlich angetrunken, bevor sie überhaupt auf dem Festplatz ankommen, und auf der Rückfahrt natürlich noch viel mehr, jedenfalls sind die meisten so lull und lall, dass sie nicht merken, wenn man ihnen etwas klaut. Weil die Polizei das weiß, sind oft Beamte in Zivil unterwegs, die versuchen die Dinge im Auge und unter Kontrolle zu behalten.

quote:
und obwohl er nicht betrunken war,

Warum erzählst du dann lang und breit, dass man besoffene Touristen leichter beklauen kann? Es ist auch jedem klar, dass in Großstädten viele Handtaschendiebe unterwegs sind, grade zu Großveranstaltungen. --> Textüberfrachtung.

quote:
„Große Konsequenzen wird die Geschichte für ihn nicht haben“, meinte der Taschendiebjäger Polizist. „Den lässt der Richter morgen wieder frei, und dann kann er so weitermachen wie bisher. Irgendwann bekommt er seinen Prozess und eine lächerliche Strafe, die ihm glatt am Arsch vorbei geht. So ist das immer. Jetzt zu uns: Ich bräuchte Ihren Namen und Ihre Anschrift. Können Sie sich ausweisen?“

Das ist so nicht nachvollziehbar. Der Polizist soll hier Staatsanwalt und Richter in Personalunion sein. Das wirkt konstruiert.
Selbst in Deutschland wird man bei wiederholter Tatbegehung hart bestraft. Du müsstest sonst schon Gründe liefern, warum er voraussichtlich milde bestraft werden wird. Überzeugt mich als Leser nicht.

quote:
„Ihre Brieftasche wiederhaben? Wo denken Sie hin?! Auf keinen Fall, dies ist ein Beweismittel. Das werde ich dem Richter vorlegen müssen. Das können Sie nicht einfach so mitnehmen.“

Wiederum nicht realistisch. Natürlich bekommt man seine Brieftasche zurück. Die Zeugenaussagen der Polizisten reichen, um den Täter "dingfest" zu machen. Asserviert werden Gegenstände nur dann, wenn sie für die Beweisaufnahme unverzichtbar sind. Davon kann hier nicht im Ansatz die Rede sein. Wofür machen Polizeibeamte denn Protokolle, wenn nicht eben als vorgelagerte Beweisaufnahme?

Im Gegenteil: Dein Richterpolizist sagt doch gerade, dass er "am nächsten Tag wieder ungeschoren freikommt". Und dann wird die Brieftasche dennoch monatelang beschlagnahmt? Das ist schlichtweg Unsinn.

Der "Clou" entwickelt sich damit leider zum grössten Fiasko deiner Geschichte - und damit ist sie tot.

Leider erübrigt sich damit eigentlich der Rest.

Meiner Ansicht nach leidet deine Geschichte an erzählerischen Defiziten (Textüberfrachtung). Du erzählst Dinge, die den eigentlichen Handlungsverlauf nicht tragen, zB die betrunkenen Touristen.

Die Idee der Geschichte wirkt arg konstruiert. Wenig plausible Geschehnisse sollen einen Plot vorbereiten, der noch weniger plausibler ist:

quote:
Herr Schneider war völlig am Boden zerstört,

Ein Leben bricht zusammen, weil jemand seine Breiftasche nicht wiederbekommt!? Naja.

quote:
Herr Schneider sagte es ihm und der Dieb brachte ihn in die Rupertstraße; letzterer stellte sich übrigens mit Frank vor; Georg, sagte Herr Schneider, und sie schüttelten einander die Hand und von da an sagten sie Du.

Gerade noch bestohlen, jetzt schon beste Freunde. Und warum? Hier liegt eine riesige Erzähllücke vor, die du leider nicht stopfst. Folge: Keine Nachvollziehbarkeit für den Leser.

quote:
Er sprach mit Frank über das Problem und dieser sagte: „Ich glaube, da gibt es bloß einen Ausweg: Du kündigst deine Stelle und ich besorge dir eine andere, wo es das Geldproblem nicht gibt.“

Dazu fällt mir nun garnüscht mehr ein. Willkommen im wahren Leben, oder so. *hmpf*

Es tut mir leid, deine Geschichte so klar zu verreissen. Aber meiner Ansicht nach hat sie nichts, was irgendwie "ERZÄHLT" werden kann. Und Art und Stil, wie das Nichterzählbare dennoch erzählt wird, ist schlicht gruselig. Es hilft dir sicher nichts, hier was schön zu reden. Ich spare mir eine Bewertung.

Mein Vorschlag:

- Versuch über etwas zu schreiben, dass du selbst erlebt hast.

- Versuche, jeden Satz dahin zu überdenken, ob du ihn wirklich brauchst um das zu sagen, was du deinem Leser erzählen möchtest.

Andere mögen es anders sehen. Das Leben ist bunt.

Gruß,
Archi

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Ofterdingen
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Hallo Architheutis,

Für deinen sehr ausführlichen Kommentar danke ich dir. Ich habe deine Kritik zur Kenntnis genommen. Ich hoffe, es ist für dich akzeptabel, wenn ich nicht jeden Schuh anziehen möchte, den du mir hinstellst. Vielleicht bin ich hier auch einfach in der falschen Rubrik gelandet und wecke Erwartungen, die ich nicht erfüllen will.

"Versuch über etwas zu schreiben, dass du selbst erlebt hast."

Hier müsste es "das" heißen und nicht "dass". Die deutsche Rechtschreibung ist nicht einfach und die deutsche Sprache schon gar nicht.

Mit freundlichen Grüßen,

Ofterdingen

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Duisburger
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quote:
Ich fasse den Text im Ganzen als humoristische Fabel auf, und seine Details auf ihre realistische Glaubwürdigkeit zu untersuchen, kommt mir vor wie der Versuch, Suppe mit Messer und Gabel zu essen.

Na, dann lassen wir doch zukünftig jegliche Kritik am Text, sperren die Antwortfunktion und ersetzen diese durch drei Buttons.
-gut
-nicht so gut
-warum nicht?
Wenn ich eine Geschichte schreibe, die sich an realen Gegebenheiten orientiert, so muss ich mir auch die Prüfung auf Glaubwürdigkeit und richtiger Recherche gefallen lassen.
Das nennt sich Textarbeit.
Zur Fabel rate ich dir zum Lesen der Definition, denn hier fehlt es an Tieren, Pflanzen oder Mischwesen, welche eine Geschichte zur Fabel machen.
Quelle: Wikipedia Hier klicken
Das funktioniert also hier nicht.
quote:
Die Vorkritiker haben sich möglicherweise durch die ganz realistisch anmutende Einleitung in die Irre führen lassen.
Das wirds sein. Ganz sicher. Was sind wir doch alle blind.
Öhm, wir lesen doch den gleichen Text, oder?

kopfschüttelnd
Uwe
__________________
Unter den Kastraten ist der eineiige König (unbekannter Gas- und Wasserinstallateur).

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Architheutis
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Ofterdingen.

quote:
Hier müsste es "das" heißen und nicht "dass". Die deutsche Rechtschreibung ist nicht einfach und die deutsche Sprache schon gar nicht.

Geschenkt. Niemand ist perfekt, ich am allerwenigsten.

Ich habe mir die Mühe gemacht und meiner Ansicht nach wesentliche Handwerksfehler angezeigt. Nochmal: Die Geschichte ist meiner Ansicht nach offenkundig unglaubwürdig. Welcher Rubrik deine Geschichte unterstellt wird, ist hierbei unwichtig.

Es geht mir nicht darum, dich bloß zu stellen. Wenn ich (harsch) kritisiere, dann bewerte ich den Text. Deinen Text halte ich für unterdurchschnittlich, s.o.

Man kann hier Texte reinstellen und Kritik als Ansporn zur eigenen Entwicklung annehmen. Man kann hier auch Texte reinstellen und gegen jede Kritik erhaben sein. Man kann es auch lassen, hier Texte reinzustellen.

Ich mag hierzu nicht mehr sagen, als ich es getan habe.

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Ofterdingen
Routinierter Autor
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Danke erst einmal allen für ihre Kritik. Ich habe jedes Wort gelesen und zur Kenntnis genommen, nutze jedoch in aller Bescheidenheit die Gelegenheit, um zu überprüfen, was davon mir und meinem Text weiterhelfen könnte und was nicht.

Es ist richtig, dass ich deutsche Ordnungshüter übertrieben darstelle und surreale Elemente verwende, aber nicht aus schnöder Lust an der Übertreibung oder haltloser Phantasterei, sondern um bestimmte Dinge auf meine Art sichtbar zu machen.

Ich sehe mich da - ohne so vermessen zu sein, mich qualitativ gleichzusetzen - übrigens in bester Gesellschaft. In Dürrenmatts Erzählung "Der Tunnel" zum Beispiel fährt ein Zug in einen Tunnel ein, eine reale Situation, die wohl jeder schon erlebt hat, doch verlässt der Zug den Tunnel nicht wieder, sondern rast abwärts und direkt in die Hölle. Jeder Eisenbahnbeamte weiß, dass kein deutscher und Schweizer Schienenstrang in die Hölle führt, und doch erlaubt sich Dürrenmatt so etwas.

Ein anderes Beispiel: In der "Blechtrommel" beschreibt Grass einen Jungen, der beschließt, mit dem Wachsen aufzuhören, damit er nicht Teil der von ihm verabscheuten Welt der Erwachsenen wird - und er wächst tatsächlich nicht mehr. Geht das? Nein, natürlich nicht. Darf Grass das? Ich würde behaupten, ja, das darf er, denn in einem erzählenden Werk sind auch solche Dinge erlaubt, die nicht realistisch sind, die sich allein der Logik und dem Form-Funktions-Zusammenhang eines literarischen Werks unterwerfen.

Noch ein trivialeres Beispiel: Da sitzt ein unscheinbarer und zurückhaltender Angestellter in seinem Büro wie Tausende und Abertausende von anderen Angestellten auf dieser Welt - sehr realistisch. Im Gegensatz zu den anderen unscheinbaren Angestellten verwandelt er sich jedoch bei Bedarf in Superman, fliegt durch die blaue Luft und rettet die Menschheit. Geht nicht? Geht doch, zumindest verkauft sich sowas millionenfach.

Nicht weniger "unrealistisch" sind etwa Márquez´"Hundert Jahre Einsamkeit", Italo Calvinos "Der Ritter, den es nicht gibt" oder Boris Vians "Reise nach Peking".

Niemand wird gezwungen, Literatur zu mögen, die surreale Elemente enthält. Man kann sie auch zur Seite legen und sich ausschließlich an Texte halten, deren Inhalt genau nachmessbar und überprüfbar ist. Nur wird man dann Vieles von dem verpassen, das, meine ich, eigentlich Literatur ausmacht.

Mit freundlichen Grüßen,

Ofterdingen




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