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Leselupe.de > Gereimtes
Damoklesschwert
Eingestellt am 02. 02. 2006 18:52


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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

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Damoklesschwert

Einstweilen
ausnahmslos
abzugsfähig
auch
zur Kinderbetreuung
zugelassen
ist dein liebes Leben,
es sei denn
altersbedingt
und
wegen Solotätigkeit
oder
Verstoß gegen geltendes Streikrecht
w√ľrde ma√ünahmlich
nach Akteneinsicht
unter großem Bedauern
eine Vorteilsentscheidung
r√ľckg√§ngig gemacht
auf dein liebes Leben.
Gräme dich nicht!

Die Mindereinnahme,
die du
nach angemessener Pr√ľfung
darstellen könntest,
m√ľsste gestrichen werden.
Ein endg√ľltiger Bescheid
ergeht
innerhalb eines
zumutbaren Zeitraumes.
Gräme dich nicht!






__________________
Der Mensch ist sich selbst das größte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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Rakun
Autorenanwärter
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Liebe Vera-Lena,
so möchte ich antworten:

Psychosozial nicht
TRAGBAR,
das Gesetz
BESTIMMT,
wie es mir
GEHT.


__________________
JO

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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

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Hallo Rakun,

das kann man unbedingt herauslesen. Man könnte auch sagen, dass es um die "Ware Mensch" geht. Ich glaube, es steckt allerlei da drin.
Danke f√ľr Deine Interpretation!

Liebe Gr√ľ√üe von Vera-Lena

__________________
Der Mensch ist sich selbst das größte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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Sonnenkreis
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jul 2005

Werke: 6
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Liebe Vera-Lena,

Dein Gedicht, es erschließt sich mir erst nach erneutem lesen,
ber√ľhrt mich tief!

Das Leben auf Kindererziehung reduziert; jede Veränderung aus-
geschlossen; die eigene Entscheidungsfreiheit maßgeblich ein-
geschr√§nkt und jeder Vorteilsfindung nicht nur aus Altersgr√ľnd-
en ausgeschlossen.

Die begonnene Ver√§nderung eigene W√ľnsche nicht nur zu tr√§um-
en, sondern zu leben wird r√ľckg√§ngig gemacht; der dadurch ent-
standene, entgangene Gewinn an Lebensqualität muß hingenom-
em werden; falls nicht rechtzeitig eine andere Entscheidung ergeht...

....und zum Schlu√ü der Hinweis, dar√ľber noch zu l√§cheln:

Liebe Vera-Lena; auch wenn dieser Humor ein wenig bitter klingt;
diese Bitterkeit ist hier wichtig; so denke ich: Ist dieses Werk sehr
ausdrucksstark und reicht weit √ľber das hinaus was ich sonst lese
oder selber schreibe).

Gratulation zu diesem besonders wertvollen Gedicht!

Ich w√ľnsche Dir eine gute Zeit und schicke Dir

Alles Liebe)
Sonnenkreis

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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

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Lieber Sonnenkreis,

danke f√ľrs Lesen, f√ľrs Beantworten und f√ľr Deine Interperatation. Ja das, was Du schreibst, kann man hier herauslesen.

Leider hatte ich es noch viel giftiger gemeint. Satiren sind nicht unbedingt meine Stärke, das war immer die Domäne von Lumen, den ich hier einmal namentlich erwähnen möchte, und meiner Trauer Ausdruck geben möchte, dass er nun schon im Jenseits ist. Er hätte dieses Thema ganz anders in Angriff genommen und viel besser bewältigt, als ich.

Um dem Leser möglichst viel Spielraum zu lassen, habe ich nur einige Bemerkungen , wie sie in der "Amtssprache" gebräuchlich sind, aneinandergereiht.

Aber unte die Lupe genommen besagen sie Folgendes:
1.Über den Menschen, die ständig von Massenarbeitslosigkeit bedroht sind, schwebt doch oft monatelang dieses Damoklesschwert, wird es auch mich treffen?

2. Wenn der Mensch nur noch insoweit ein Recht auf Arbeit hat, dass die Arbeiter sich totarbeiten, weil sie ja nun viel mehr leisten m√ľssen und die Firmenbosse sich gesundwirtschaften, was f√ľr ein Selbstverst√§ndnis soll er denn dann noch entwickeln? Muss er sich nicht als ein Teilchen innerhalb eines Getriebes empfinden, das keine M√∂glichkeit hat darauf zu pochen, dass er als ein lebendiges Wesen mit M√∂glichkeiten und Bed√ľrfnissen wahr genommen wird?

3. Hier wird ihm bescheinigt, dass er eine Mindereinnahme darstellt auf dieser Erde. Er wird zur Zahl degradiert sein liebes Leben ist zu einem Experiment auf dem Rei√übrett verkommen. Wie √ľbersteht man solche Verwundungen, das ist es , was ich mich frage, ganz abgesehen davon, wenn man in der Verantwortung f√ľr seine Kinder steht.

4. All die besch√∂nigenden Worte, die es dann gibt, um den Menschen Sand in die Augen zu streuen, "Es wird keine betriebsbedingeten K√ľndigungen" geben; die nichtbetreibsbedingten K√ľndigungen sind ja zumindest f√ľr die verbleibenden Arbeitnehmer genauso schlimm wegen der mehranfallenden Arbeitsmenge, diese Besch√∂nigungen habe ich zusammengefasst in "Gr√§me dich nicht".

In Deutschland wird nach Wegen gesucht, aber f√ľr mein Gef√ľhl nicht nach Auswegen. Es fehlen die Ideen, die wirklich zu einer Verbesserung der Situation f√ľhren k√∂nnten. M√∂gen sie vom Himmel fallen und einen Platz finden wenigstens in den K√∂pfen einiger Menschen, das ist mein sehnlichster Wunsch!

Dir ganz liebe Gr√ľ√üe und noch einmal danke f√ľr Deine Wahrnehmung dieses Textes!

Vera-Lena
__________________
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Sonnenkreis
Festzeitungsschreiber
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Liebe Vera-Lena,

√ľber diesen Text und ganz besonders auch zu Deinen
Anmerkungen bin ich sehr tief in mich gegangen.

Wie Du Dich vielleicht erinnerst habe ich einen sehr groß-
en Teil meines Lebens damit verbracht solche Dinge zu
hinterfragen, zu verstehen und in der Praxis damit umzu-
gehen. Erst gestern f√ľhrte ich mehrere Gespr√§che in √§hn-
lichem Zusammenhang die vielen Menschen wohl unver-
st√§ndlich erscheinen w√ľrden.

Vielleicht kann ich es so umschreiben:

Es ist doch eigentlich ein Segen f√ľr uns Menschen, das
Produktionsprozesse automatisiert und rationalisiert werd-
en. Denn somit werden wir von schwerer, gesundheitsge-
fährdender Arbeit mehr und mehr befreit. Von anderen Be-
lastungen wie Monotonie, gefährlichen Stoffen etc. mal
ganz abgesehen.

Nun, und hier schließe ich mich Dir an: Was tun wir mit
diesem Segen, wie gehen wir damit um?

Ich möchte das mal weiter herunter auf die persönliche
Ebene transponieren:

Wir haben es als Tugend gelernt fleißig zu sein. Und wir
sind "wer", wenn wir viel schaffen. Dahinter verbrirgt sich
noch mehr: Wir haben Einfluß, in der Rolle als Produnktions-
faktor und Versorger/innen.

Diese Rolle wird uns nun im Laufe der Zeit immer mehr ge-
nommen. Wen wundert es da, das die Menschen anstatt
sich gemeinschaftlich um L√∂sungen zu bem√ľhen, das sie
sich um die verbleibenden Möglichkeiten einem Kampf aus-
setzen. Und einer fast mörderischen Konkurrenz.

Ich kann da sicher keine Paradelösungen anbieten. Sondern
vielleicht darauf hinweisen, das die Veränderungen vor allem
in den K√∂pfen passieren mu√ü. Sei es in den eigenen W√ľnsch-
en, den Werten, den Lebensstrategien und vor allem auch im
Miteinander. Ich denke in unseren Texten können wir ein klein
wenig dazu beitragen.

Vielleicht auch, in dem wir selber lernen "zu Sein" statt gelten
zu wollen.

Dir von Herzen) ganz viele

Liebe Gr√ľ√üe
Sonnenkreis

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