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Leselupe.de > Theoretisches
Dampf der Giganten: gereimte versus ungereimte Lyrik
Eingestellt am 22. 02. 2017 13:39


Autor
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James Blond
???
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[Dieses Gedicht ist aufgrund der sich anschlie├čenden interessanten Diskussion zum Thema "gereimte/ungereimte Lyrik" mit Erlaubnis des Autors in Theoretisches verschoben worden. Foreninterne Anmerkungen wurden entfernt, Zeder]


Lese ich in diesen Tagen,
dass sich dauernd Dichter schlagen,
rufe ich - selbst vor Gericht:
Nein - hier schlagen Dichter nicht!

Sollt' man Menschen daf├╝r strafen,
dass sie einst mit Worten warfen?
Oftmals ging es ihnen schlecht -
Klar, dass man sein Schicksal r├Ącht.

Doch ein Kampf der Wortgiganten
fand nie statt - die alten Tanten
zogen ins Asyl der Reimer,
k├Ąmpfen gegen Altersheimer.



Version vom 22. 02. 2017 13:39
Version vom 22. 02. 2017 14:56
Version vom 04. 03. 2017 19:30

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Mondnein
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wie wahr!

Ach da├č es blo├č eine Metapher w├Ąre!

Aber es ist hyperrealistisch: Wir sitzen im Altersheim der Reimer. Jeder hat sein Zimmerchen, viel zu wenig Besuch, sein Wehwehchen, Pflegerinnen, die uns nicht verstehen, aber sie scrabbeln mit uns, decken Memory auf und wieder zu, aber wir erinnern uns nicht an das, was wir angeblich schon mal gesehen haben sollen - es ist immer dasselbe Mettaffernzeug, es sind immer die gleichen bunten Smarties zum Fr├╝hst├╝ck, zur Mittagssuppe, zum Abendessen, und dann gibts ne fr├Âhliche Runde, wo manchmal einer vom Geestverlag (Vechta, der mit den Pseudowettbewerben) sein L├╝rich offenbart. Und weil wir den Allsheimer ausbr├╝ten, verstehen wir alles zauberhaft surrealistisch, Wort f├╝r Wort lauter einzelne besondere Welten mit geheimnisvollen Bedeutungen.

Nur die Tante Sekret├Ąrin (die Schmuse-Muse) dichtet nicht, sie schreibt Dreisatz-Rechnungen f├╝r unsere Totengr├Ąber und gibt sie dem Onkel HerbertH. Aber der schiebt sie uns ohne zu zahlen unter der T├╝r durch. Wohin mit diesem ganzen Spam?


__________________
sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

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James Blond
???
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L├Âsung in Sicht



Sch├Ânes Bild. Mir gef├Ąllt dein Sarkasmus!


Tja, wohin damit?

Lethe, Styx & Co. sind l├Ąngst verstopft - die Toten wollen's ja auch nicht mehr haben!

Alle Endlagerst├Ątten sind rar und teuer - vermutlich bleibt nur die nukleare End-Sorgung!

Gr├╝├če
JB

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Mondnein
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Oder wir ziehen um zu den Ungereimten.

Vom Altenheim auf den Friedhof.


__________________
sato bandhum asati nir avindan
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Mondnein
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Friedhof der Untoten

Das mit dem "Friedhof" ist nur ein Test: ob die Ungereimten ├╝berhaupt vorbeischauen. Tun sie offensichtlich nicht. Sie halten das "Gereimte" f├╝r atavistischen Kitsch.

Ich kenne das von der Malerei: Die Abstrakten verachten die Nichtabstrakten. Deshalb konnten die Pop-Artisten sie auf der Linksspur ├╝berholen, so wie Mark Ryden jetzt die tausend Konzeptk├╝nstler und Bilderst├╝rmer der Neunziger und Nuller Jahre sehr sehr alt aussehen l├Ą├čt.

Und von der Musik: Als ich (1975) ├╝berlegte, Komposition zu studieren, war jeder Anflug von Tonalit├Ąt verp├Ânt, man versuchte Messiaen und Henze aufs Altenteil zu schieben. Lauter asketische Anton-Webern-Epigonen; Verdichter, die alles wegk├╝rzten, was zu sinnlich war. Doch die wirklichen Revolutionen liefen ├╝ber die tonalen Ideenfinder. Hendrix und Miles Davis, Mc Laughlin und Zappa. Auch dort eine Pop-Art-Umwendung der Avantgarde, von den Akademikern kaum bemerkt (Ausnahme: mein Namensvetter Bernd Alois Zimmermann in K├Âln).

Nat├╝rlich tummeln sich die Besten (und die, die sich f├╝r moderne Dichter halten) bei den Reimlosen, deshalb schreiben die keine Kommentare unter meine Gedichte, die meistens der inneren Musik wegen gereimt und metrisch geregelt sind.


Na, mal sehen, wie lange es dauert, bis die ungereimten Vampire aus ihren S├Ąrgen kriechen, um meine "N├Ârgelei" hier zu lesen. "Kommt, ihr Untoten, ihr Bleichgesichter, verteidigt Euch!"

Lesen die gar nicht.

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James Blond
???
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Untote

Totgesagte leben bekanntlich l├Ąnger!

Das gilt inbesondere f├╝r Stilrichtungen. Gerade hier entpuppen sich die Todesanzeigen als Wunschdenken der trauernden Avantgarde: Sie m├Âchte etwas beerdigen, was noch l├Ąngst nicht zur Ruhe gekommen ist.

Denn die Sinnlichkeit feiert pausenlos Auferstehung - zum Leidwesen der blutleeren Konzept-Asketen, die sich schon unter der Erde befinden, bevor sie ihre Predigten beendet haben.

Gr├╝├če
JB

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