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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Danke, habe den Kampf gesehen !
Eingestellt am 06. 07. 2011 20:26


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MBryan
Hobbydichter
Registriert: Jun 2011

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Danke, habe den Kampf gesehen !

Danke fĂŒr so viel Teilnahme und die netten WĂŒnsche, Ihr seid die Besten und so was motiviert auch !

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Ich bin am Samstag Abend dann ins Portugiesenviertel, einer Straße mit Bars und Restaurants, unweit des Hafens. Vier Familien teilen sich dort das GeschĂ€ft, eine Art Restaurant-Meile, ganz auf spanisch, portugiesisch und brasilianisch gemacht und wieder einmal kam mir der Zufall zu Hilfe, denn in der Stadt tobte der „Schlagermove“ und die Restaurants waren fast leergefegt, was sonst nie der Fall ist !

Ich also höflich gefragt, ob ich meinen Rucksack dort auf die Bank vor dem Eingang stellen und von draußen zugucken darf.

Ganz rein ging leider nicht, da hĂ€tte ich was kaufen mĂŒssen und das war nicht so mein Ding. Also blieb ich draußen vor der TĂŒr und linste durch die Fenster und hin und wieder auch am TĂŒrrahmen vorbei (:-) und dann gingÂŽs auch schon los. Michael Buffer betritt den Ring und sagt was er immer sagt: „LetÂŽs get ready to rumbleeeeeeeee“. Ich bin ein riesen Box-Fan und ich habe mich so gefreut, den Kampf doch noch sehen zu können, mein letzter Versuch war ja weniger erfolgreich.

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Rechts an der Wand, im Innenraum des Restaurants eine Wandmalerei. Sie zeigt Silvester Stallone in seiner Rolle als Rocky Balboa. Ein Zufall?

Da suche ich eine Kneipe, wo ich den Box-Event des Jahres schauen will und ich finde was ? Einen (fĂŒr mich) perfekten Ort (wenig Leute) und mein Held jĂŒngster Tage hĂ€ngt auch noch an der Wand. Das sollte reichen ... (:-)

23:15 Uhr. Der Kampf beginnt und Klitschko verpasst dem EnglĂ€nder einen harten Schlag vor den Hals, man, das tat bestimmt weh. Auch Haye landet ein paar gute Treffer, aber was ist das ? Haye ist am Boden, stĂ€ndig fĂ€llt er auf die Knie, angeblich aus Protest, weil Klitschko ihn runterdrĂŒckt ? In den weiteren Runden dann kaum noch Höhepunkte und vom sagenumwobenen „Köpfer“ keine Spur. Wo ist der bloß hin ? Hat Haye den „Hayemaker“ in der Kabine gelassen ?

Ich bin enttÀuscht. Der Kampf hielt nicht das, was im Vorfeld versprochen wurde. Keine Leidenschaft, kein Herz, David hatte nichts davon.

Ich schaue nach rechts und ich schaue zur Wand, da hÀngt Rocky und ich denke an die Zeit, als ich selbst noch eine Wohnung hatte. Ich kenne diese Filme in und auswendig, jede Zeile könnte ich nachsprechen und vorsagen, bevor sie beim Zuschauer ankommen. Diese Fernsehabende waren meine einzige Ablenkung, damals, als ich noch allein lebte, auf 20 Quadratmetern, zusammen mit Bergen von Papier, einem Tisch und einem Stuhl und um mich herum nur das Wissen um mein Tun.

Wenn du so lange alleine lebst, brauchst du einen Antrieb, etwas das dich treibt und motiviert, vor allem Morgens, wenn du aufstehst und nicht glaubst, an den Tag, der noch vor dir liegt.

Nehmen wir „Rocky 4“, der wohl beste Teil dieser Saga. Rocky stampft also durch tiefen Schnee, irgendwo in Sibirien. Ein Baumstamm, gesattelt auf den Schultern und er sprintet den Berg hinauf (zum Leidwesen seiner Bewacher :-) und er entert den Gipfel, es ist die letzte Szene vor dem Beginn des großen Kampfes, damals noch ein Kampf der Systeme (der Film wurde 1985 gedreht).

Als Drago ihn dann ordentlich verdrischt und Rocky in den letzten Runden scheinbar nur durch Willenskraft den „sibirischen Bullen“ doch noch besiegt, war das ungemein erbauend, danach hĂ€tte ich BĂ€ume ausreißen können und Momente wie diese haben mich stets auch gerettet, fĂŒr ein paar Wochen, bis zum nĂ€chsten Film und die wurden ja stĂ€ndig wiederholt, so kam ich dann auch ĂŒber die Jahre. Es gab sonst niemanden, keiner der hinter mir stand, der mir sagte, was richtig und was falsch ist. Ich selbst war die Aufgabe und ich selbst war die Lösung ! Ein Grenzgang zwischen Hoffnung und Illusion, an jedem neuen Tag.

Ich kann nicht bestreiten, dass der Konsum dieser Filme mir fehlt, schließlich werde ich jeden Tag daran erinnert. Morgens, wenn ich im Supermarkt die Zeitung lese und ich beilĂ€ufig das Fernsehprogramm des Tages studiere, dann bereue ich es sehr, das ich keine Wohnung habe.

Andererseits (und das weiß ich auch) habe ich keine andere Wahl. Es ist mein Schicksal, dass alles so kam, wie es passierte, dass nichts von alle dem gewollt war, dass ich zwar wollte, aber nicht konnte, im Angesicht meiner Feinde, die nur in mir selbst lebten.

Mein Name ist Max Bryan. Ich liebe mein Leben

und ich hole es mir zurĂŒck.

04.07.2011

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