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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Dankeschön an meinen fernen Engel
Eingestellt am 13. 12. 2004 13:38


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Dornrosis
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Registriert: Jun 2003

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Dankeschön an meinen fernen Engel

Mein Engel wacht von fern. Er kommt zu mir in unterschiedlicher Gestalt. Oft, wenn ich gar nicht damit rechne, taucht er am Rande des Bewusstseins auf, ein kleiner alter Mann. Er trägt einen schwarzen Umhang, denn er reist inkognito. Seine Flügel hält er versteckt, doch sein dunkler Blick trifft mich kurz und intensiv. Kaum spüre ich seine Kraft, ist er wieder verschwunden, wie ein Blitz. Es gibt Zeiten, da ist er groß, ein Mann im besten Alter. Ich spüre die Bewegung seines weiten Mantels wie einen Flügelschlag, der mich sacht streift. Sein Schatten in meinem Rücken birgt Energie. Er ist da, wenn ich entspannt bin und Freude spüre, die sich in meinem Körper ausbreitet. Zurück bleibt ein Glücksgefühl und das Bewusstsein, getragen und geliebt ein Teil des Ganzen zu sein.

Ich erinnere mich an eine trostlose Nacht: Besorgt und traurig weinte ich im Schlaf. Da erschien er hell erleuchtet als Jüngling mit blondem gelockten Haar und schaute mich aus tiefblauen Augen an. Seine Stimme in mir sprach sanft und tröstend. Er blieb, bis meine Tränen getrocknet und ich in tiefen Schlaf versank.

In einer anderen Nacht erschien er im Traum und trug die Gestalt jenes ersten Kindes. Ein kleiner Knabe, etwa vier, mit hellem Haar und veilchenblauem Blick. Das Kind nahm meine Hände und sagte: „Du bleibst meine Mama. Sei nicht mehr traurig, da wo ich bin, geht´s mir gut.“ und wir spielten zusammen, eine kleine Weile.

Neulich war ich mutlos. Ich war weit gelaufen und stand auf einem freiem Feld. Wo war ich bloß? Ich schimpfte mit mir selbst. Auf was hatte ich mich eingelassen, so weit entfernt von vertrauten Wegen? Keine Orientierung in Sicht. Ich biss die Zähne zusammen und beschloss loszugehen. Plötzlich stand eine flirrende Lichtgestalt vor mir, machtvoll. Die Arme verschränkt, der Mund stumm und die Augen ernst. Wie angewurzelt blieb ich stehen, drehte mich um und fand einen Baum mit tief angesetzten und weitverzweigten Ästen. Der Baum war alt! Wann hatte ich ihn gepflanzt? Warum sah ich ihn erst jetzt? Ich kletterte hinein. Die Zweige waren wie eine Leiter in den Himmel. Oben angekommen, sah ich weit: andere Bäume, Sträucher und ganz in der Ferne ein silbernes Band . Vögel hörte ich und Kaninchen spielten im Feld. Und am Horizont, war da nicht eine kleine schwarze Gestalt? Nun kannte ich den Weg.

©angelika röhrig,

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