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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Dany mit Sahne
Eingestellt am 20. 09. 2016 11:12


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EviEngel
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Dany mit Sahne

Er kam damit eine halbe Minute vor dem Ende des Semesters heraus, keine dreißig Sekunden vor Beginn der Ferien! In Gedanken war ich bereits weg, da packte der Soziologie-Prof die Aufgabe aus, eine Feldforschung vorzunehmen. Er erwartete, dass wir uns etwas ausdachten, uns bewarben und zum neuen Semester eine Ausarbeitung vorlegten. Schließlich seien Semesterferien keine Freizeit sondern nur vorlesungsfreie Zeit, meinte er sĂŒffisant. Er erwarte, zu Beginn des neuen Semesters einige ganz außergewöhnliche Arbeiten ĂŒber durchgefĂŒhrte Feldforschung vorzufinden, so Ă€ußerte er sich schadenfroh. Er grinste nicht dabei, du konntest aber sehen, was er fĂŒr einen Spaß daran hatte, uns die Semesterferien zu verderben.

Ein Sadist.

In dem Moment hĂ€tten ihn wohl am liebsten neunzig Prozent der Kommilitonen auf den Mond gewĂŒnscht oder nach Sibirien oder dass er irgendwo dazwischen hĂ€ngen blieb.

Also, ich brauchte nicht lang zu ĂŒberlegen, denn es war vom ersten Augenblick klar, dass das bei mir nichts werden wĂŒrde.

Ganz klar.

Die anderen, die Studienkollegen aus der Stadt, hatten im Prinzip viele Möglichkeiten, in ein anderes soziales Umfeld hinein zu schnuppern, aber ich? Wie sollte ich eine Feldforschung durchfĂŒhren? Wie und wo? Bei uns auf dem Dorf?

Von einer Feldforschung spricht man dann, wenn man eine soziale Gruppe untersucht:
„indem man sich in deren Lebensraum begibt und das Alltagsleben der Menschen zeitweise teilt. Mithilfe eines oder mehrerer Informanten ... sowie teilnehmende Beobachtung werden wissenswerte Informationen ĂŒber die betreffende Kultur oder Gruppe gesammelt.“ (Wikipedia)

Was sollte ich da bitteschön tun?

Sollte ich bei uns zu Hause auf dem Bauernhof eine Feldforschung starten?

Sollte ich mich als Schwein oder Kuh verkleiden, mich unter die Viecher mischen und anfangen zu grunzen oder wie?

In der Stadt kannte ich keinen Menschen, dafĂŒr war ich zu wenig dort, es gab niemanden, den ich um Rat oder Hilfe angehen konnte. Allein um dort hin zu kommen, musste ich anderthalb Stunden fahren.

Völlig illusorisch sich dort etwas zu suchen, um einen Job betteln zu gehen, fĂŒr mich war das einfach nicht umzusetzen.

Dreck, blöder!

An der Arbeit wĂŒrde ich scheitern, das war mir sofort klar, sofort. Das gab Aussichten auf sehr schlechte Noten und eine miese Ausgangsbasis fĂŒr das nĂ€chste Semester, eigentlich fĂŒr das gesamte weitere Studium.

Mistdreck! Feldforschung! Was fĂŒr eine Schnapsidee! Sadist, sadistischer!
Ich ging in die Stadt. Hier lebte ich wÀhrend des Studiums, von hier musste ich auch spÀter nach Hause fahren.
Aber erst einmal brauchte ich ein paar Stunden Abwechslung, die mir hier geboten wurde, um mich von den negativen Gedanken befreien und endlich die Ferien einlĂ€uten zu können. Es musste mir gelingen, in eine LmaA – Stimmung zu gelangen, um den Studienstress abschĂŒtteln und mich aktiv um meine Erholung kĂŒmmern zu können.

Überraschenderweise traf ich in meinem Stamm-EiscafĂ© Daniela, eine ehemalige Schulkameradin, aus meinem Dorf. Wir waren nie wirklich befreundet, kannten uns jedoch gut. Sie erzĂ€hlte mir ganz euphorisch, sie arbeite fĂŒr eine Event-Agentur. Ihr Auftritt war vom Feinsten, sie sah total schnieke aus, trug edelsten Zwirn. FĂŒr mich als MĂ€dchen vom Lande war sie unglaublich mondĂ€n. Sie war geschminkt, trug schlichten, aber kostbar aussehenden Schmuck und sah deutlich erwachsener aus, als ich es mir fĂŒr mich vorstellen konnte.

Ich fand, sie sah richtig gut aus, wie eine elegante Dame.

Sieh mal einer an, dachte ich fĂŒr mich. Du musst doch kein Abitur und ein Studium vorweisen, um etwas zu werden. Sie stellte etwas dar, ohne all das.

Daniela hieß in der Schule damals nur 'Dany mit Sahne', in Anspielung auf die Tatsache, dass sie sich sehr viel und wohl auch ausfĂŒhrlich mit Jungs herumtrieb.

Die Großmutter, bei der sie aufwuchs, soll ihr bereits als sie erst zwölf Jahre alt war, die Pille unter das Essen gemischt haben. Angeblich, weil sie mit ihrer Tochter, Danielas Mutter, schlechte Erfahrung gesammelt haben soll. Es wurde gemunkelt, dass Danys Mutter keine fĂŒnfzehn Jahre Ă€lter wĂ€re als sie, sie musste also ebenfalls schon in sehr jungen Jahren mit Jungen, nun, Erlebnisse gehabt haben. So hieß es damals zumindest. Keine Ahnung, ob an den GerĂŒchten etwas Wahres war, aber, wie sagt man auf dem Lande? Wo Rauch ist, ist auch Feuer.

Und diese Dany bewies mir jetzt, dass man auch ohne Abi etwas schaffen kann.

Sie erzĂ€hlte tolle Geschichten. Was sie in ihrem Job fĂŒr Leute kennen lernte, RechtsanwĂ€lte, Ärzte, leitende Angestellte großer Firmen.

Sie machte mir den Mund wÀssrig und weckte Neid in mir. Mein Studentenleben war gegen das was sie erlebte trist und eintönig. Sie verdiente massig Geld und ich knabberte an dem bisschen Bafög und dem, was meine Eltern mir zusteckten. Sie lebte in einem Loft, ich teilte mir eine winzige Dreizimmerwohnung mit zwei echten Schlampen, die nicht wussten, an welchem Ende man einen Staubsauger anfasste, geschweige denn, wozu man ein solches GerÀt benutzte.

Dass ich mir winzig und schĂ€big vorkam, kann man sich sicher gut vorstellen. Zum Schluss schob sie mir mit den Worten: „Ich muss los, hab noch Termine“, eine kostbar aussehende Visitenkarte herĂŒber, auf der schlicht und einfach ihr Name und der Name und die Telefonnummer der Agentur zu lesen war.

Die Schlichtheit ließ das KĂ€rtchen extrem wertvoll erscheinen.

Daniela schwebte auf hohen AbsÀtzen und in einem teuer aussehenden Designerkleid geschmeidig davon.

Event-Agentur? Was wird da ihre Aufgabe sein?

Events ausrichten? FirmenjubilĂ€en? Ärztekongresse? Ordensverleihungen? Bei solchen Veranstaltungen die Moderation ĂŒbernehmen? Speisen und GetrĂ€nke organisieren und dafĂŒr sorgen, dass alles zur rechten Zeit am rechten Platz war?

Als Events kannte ich vom Dorf her SchĂŒtzenfest, Erstkommunion und Erntedankfest.

Ab und zu fand von der Kirche aus mal eine Kindstaufe, eine Hochzeit oder eine Beerdigung statt. Andere Events kannte ich nicht.
Erst am nĂ€chsten Morgen, als mich das GebrĂŒll des Stieres frĂŒh morgens aus dem Schlaf riss, fiel mir ein, dass ich in Danielas Event-Agentur meine Feldforschung starten könnte.

Die Idee erfĂŒllte mich sofort mit Optimismus. Jawoll! Das war die Lösung!

Ob Daniela die Kleidung gestellt bekam oder mĂŒsste ich mir erst solche Fummel zulegen? Wenn man bei diesen Events viel Geld verdiente, dann war das vielleicht eine ganz gute Investition, so dachte ich.

Vor dem inneren Auge sah ich mich schon ebenso chic wie Daniela zwischen den HilfskrĂ€ften hin und her schreiten, alles dirigierend, dort eine Probe von einer Speise nehmen, hier die Tischdeko kontrollieren, einen Kellner zurechtweisen, hier ein LĂ€cheln hinĂŒberschicken, dorthin die Stirne runzeln. Das wĂŒrde mir stehen, da war ich mir sehr sicher.

Diese Feldforschung wĂŒrde ich gerne starten.

„Nicht lange ĂŒberlegen, Stefanie, auf 'Los' geht es los!“, ermunterte ich mich.

Ich rief dort an und verkĂŒndete, ich wolle mich bewerben. Von einer Feldforschung erwĂ€hnte ich nichts.

„Aha!“, antwortete eine Raucherstimme, „Wie alt sind Sie?“

Wieso wollte der mein Alter wissen?

„Zweiundzwanzig“, antwortete ich. War das zu alt oder zu jung? Daniela war genau so alt wie ich, damit sollte ich mich doch wohl in deren Zielgruppe befinden oder etwa nicht?

„Ahja“, sagte die Raucherstimme, „Können Sie mir ein Foto von sich schicken? Per Mail oder haben Sie eines auf Ihrem Facebook-Account?“

Das Foto bei Facebook zeigte mich mit der Mistgabel in der Hand im Stall, das wĂ€re wohl fĂŒr eine elegante Agentur nicht das richtige.

„Ich habe meine Bewerbungsunterlagen hier, ich könnte mich persönlich vorstellen. Wenn Sie wollen, heute noch.“

„Bewerbungsunterlagen?“, fragte die raue Stimme unglĂ€ubig, „Kommen Sie her, dann kann ich mir ein Bild machen. Wissen Sie wo es ist?“
Die Agentur befand sich in einem schĂ€bigen Hinterhaus. Im Vorderhaus, direkt an der Straße, gab es eine Kneipe, eine AbendgaststĂ€tte oder so etwas in der Art.

Die Agentur lud die GÀste ganz bestimmt nicht in die GeschÀftsrÀume ein, sondern veranstaltete die Events ja wohl woanders. So erklÀrte ich mir den sehr schlichten Auftritt.

Die Raucherstimme gehörte zu meiner Überraschung einer Frau, etwa fĂŒnfundvierzig oder fĂŒnfzig Jahre alt. Sie hielt einen Glimmstengel in der Hand, als sie mich begrĂŒĂŸte.

„Lass dich mal anschauen, mein Kind!“

Die vertrauliche Anrede ging mir gegen den Strich, jedoch war ich auf den Job erpicht und ebenfalls darauf aus, mein neues KostĂŒm vorzufĂŒhren.

Es war zwar nur von C&A, aber fĂŒr mich der Inbegriff des Schicks.

„Gute Figur!“, lobte sie mich, als ich mich einmal um die Achse gedreht hatte und klapste mir auf den Po.

„Bist du tĂ€towiert?“

Was ging das die an, ob ich tÀtowiert war oder nicht?

„Öh, nöh!“, murmelte ich nach einiger Zeit, weil sie auf eine Antwort wartete.

„Nicht? Um so besser!“, meinte sie zufrieden und nahm hinter einem Schreibtisch Platz.

„Nun gut!“, begann sie nach einiger Zeit und schaute mich ĂŒber eine albern wirkende halbe Brille an.

„Du weißt, womit wir unser Geld verdienen?“

„Logo!“, sagte ich, besann mich und fĂŒgte an: „SelbstverstĂ€ndlich, Sie sind eine Event-Agentur.“

Der Blick, den sie mir zuwarf, erinnerte mich an den Blick des Tierarztes letztens, als meine kleine Cousine die Meinung vertrat, dass die KÀlbchen bei der Geburt aus dem Maul der Mutterkuh herauskÀmen.

„Ja, richtig“, meinte sie lĂ€ssig, „Hast du an einem solchen, Ă€h, Event schon einmal teilgenommen?“

„Na, sicher!“, behauptete ich. Erst vergangenen Monat hatte ich dem Kaplan dabei geholfen, die Firmung in unserer Kirche auszurichten. Das war auch nichts anderes.

„Du weißt schon, dass wir Events fĂŒr Erwachsene veranstalten?“

Sie guckte wieder so komisch.

Bei einer Erstkommunion haben nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen ihren Spaß. Sie meinte wahrscheinlich, dass bei den Events Alkohol getrunken wĂŒrde und es schon mal hoch her gehen konnte.

Das war bei jedem SchĂŒtzenfest so, damit konnte sie mich nicht schockieren.

Daher zuckte ich mit der Schulter.

„Mir ist alles recht“, antwortete ich darauf.

„Gut!“, meinte sie, immer noch ein wenig von der Seite, „Unsere Damen nehmen immer auch teil an den Events, sie sind im Prinzip der Haupt-Act. Das ist dir klar oder?“

Das bedeutete sicher, dass sie die Oberaufsicht hatten, 'unsere Damen'. Darauf war ich vorbereitet. Es war ganz bestimmt eine Menge Verantwortung dabei, das schien mir nun eindeutig zu sein.

„Ich muss da sicher nicht allein hin, zu meinem ersten Event, oder?“, ich stellte mir schon eine gewisse Einarbeitungszeit vor, es ist ja schließlich noch kein Meister vom Himmel gefallen.

„NatĂŒrlich nicht, SchĂ€tzchen. Aber du machst schon mit, ist klar oder?“

„Aber selbstverstĂ€ndlich. NatĂŒrlich mache ich mit!“

„Okay, dann zieh dich mal aus.“

Was wollte die? Ich dachte, ich hÀtte nicht richtig gehört.

„Wie? Was, wie? Was soll ich?“

„Nun zier dich nicht. Wir hatten letztens einen Transvestiten hier. Das passiert mir nicht nochmal. Außerdem sollst du auch untendrunter gut aussehen. Es muss alles stimmig sein, verstehst du?“





Das verstand ich nicht, aber so ein großes Ding war es auch nicht. Es leuchtete mir ein, dass die durch und durch gestylt auftreten mussten. Man hat wahrscheinlich ein besseres Auftreten, wenn man weiß, dass man auch unten drunter gut aussieht. Konnte ich mir jedenfalls so vorstellen.

Okay, ich akzeptierte und zog mich aus.

Sie warf nur einen Blick auf meine UnterwÀsche und wandte sich sofort ab.

„Oh!“, meinte sie, ging zu einem Wandschrank und reichte mir daraus ein UnterwĂ€sche-Set.

Aber Holla! Das war was! Das wĂŒrde bei uns als ReizwĂ€sche gelten.

„Anziehen!“, sagte sie. Sie schien mich in meiner eigenen UnterwĂ€sche nicht mehr anschauen zu können, so angewidert blickte sie in eine andere Richtung.

Ja, mein Gott, so kleidet man sich auf dem Land eben. Es muss praktisch sein und lange halten. Schaute ja eh keiner hin.

Wo waren denn hier die Umkleidemöglichkeiten? Ich schaute herum, sah aber keine.

Da sie mir den RĂŒcken zukehrte, schlĂŒpfte ich raus aus meinem Zeug. Das herĂŒber gereichte UnterwĂ€sche-Set befand sich noch in der Verkaufsverpackung. Als ich begann, die aufzureißen, drehte sie sich herum.

Sie sah mich ganz nackt.

Ich brauchte mich meines Aussehens nicht zu schÀmen, aber trotzdem war es mir peinlich, ist ja logisch.

„Na, hab dich nicht so“, meinte sie locker, „lass dich mal anschauen.“

„OK, öffne mal die Haare.“

Die trage ich meistens zum Pferdeschwanz gebunden, ist praktischer. Lang sind sie, ist klar, als Frau lÀsst man sie wachsen.

Sie schaute kritisch und meinte dann:

„Du solltest sie immer offen tragen. Hier, die Haare an der Stelle dort“, sie zeigte auf das was sie meinte, „mĂŒssten mal kurz geschnitten werden, aber sonst gibt es nichts zu meckern. Schöne Haare, gute Figur.“

Sie wandte sich dem Schreibtisch zu und beachtete mich nicht weiter.

Ein bisschen stolz machte mich ihre Bemerkung, das kann ich nicht verhehlen. Es war nicht schlimm, angeschaut zu werden, vor allem nicht, wenn man ein Kompliment zu hören bekam.

Trotzdem schlĂŒpfte ich rasch in die UnterwĂ€sche. Mit den GummibĂ€ndern hatte ich so meine Probleme. Sie schaute kurz auf, als mir das eine immer wieder durch die Finger rutschte.

„Den Slip ziehst du ĂŒber die Strapse“, meinte sie.

Darauf konnte ich mir keinen Reim machen, ich wartete auf eine ErklÀrung.

„Sonst musst du sie jedes mal öffnen, wenn du pinkeln musst“, ergĂ€nzte sie und widmete sich wieder den Unterlagen auf dem Schreibtisch.

Naja, ok, wenn sie denn wollte.

Ich kleidete mich wieder in mein KostĂŒm und stand abwartend da. Meine UnterwĂ€sche hielt ich zusammengeknĂŒllt hinter dem RĂŒcken versteckt.

„Gut!“, meinte sie, „Bist du bereit, ein Event anzugehen?“

„Naklar!“, meinte ich locker. Mal sehen, hoffentlich hatte ich an dem Tag den sie mir nennen wĂŒrde, nichts vor. Ansonsten wĂŒrde ich ihn mir sicher frei strampeln, der Job war mir wichtig und ich war die Richtige dafĂŒr.

„Ok, du hast einen Termin in einer halben Stunde. Deine Kollegin heißt Nicole. Sie wird dich einweisen.“

„Öh?“, fragte ich. Ich war dermaßen verblĂŒfft, mir fiel nichts anderes ein.

„Ömm!“, versuchte ich, einen Einwand zu formulieren. Sie fuhr fort, ohne sich um mein Gestammel zu kĂŒmmern:

„Sie erwartet dich unten in der Halle, wenn sie noch nicht da ist, dann warte dort einen Moment.“

Mit den Worten und dieser Geste entließ sie mich, das wurde deutlich.

Jetzt? Jetzt gleich?

Einverstanden, eigentlich war das in meinem Sinne, denn je eher ich begann, desto mehr erfuhr ich und desto mehr Zeit hatte ich, die Ausarbeitung zu entwickeln. Der Prof sollte staunen, das nahm ich mir vor.

Das, was ich hier erlebte, war ganz anders als das, was normalerweise um mich herum geschah. Dass ich das Besondere fĂŒhlte hing natĂŒrlich damit zusammen, dass ich dieses elegante KostĂŒm trug und die Schuhe mit den fĂŒr mich hohen AbsĂ€tzen. Hinzu kam das sehr starke Bewusstsein, solche unanstĂ€ndige UnterwĂ€sche drunter zu haben. Es bestĂ€rkte mich in diesem beinahe sexuellen GefĂŒhl, das mich ein wenig unruhig machte. Das hatte jedoch nicht wirklich etwas zu bedeuten.

In dem schmalen Flur, den die Chefin großspurig als 'Halle' bezeichnete, traf ich nach ein paar Minuten auf eine aparte Blondine, die mich distanziert von oben bis unten musterte.

Als sie damit fertig war, meinte sie kurz:

„Mitkommen!“

Sie schwebte Ă€hnlich elegant wie Daniela auf hohen AbsĂ€tzen in einem bleistift-schmalen KostĂŒmrock vor mir her in ein Taxi, das draußen auf uns wartete.

Ich versuchte, die Eleganz nachzuahmen, ich weiß nicht ob mir das gelang. In dem Moment fĂŒhlte ich mich unsicher und mehr wie ein Bauerntrampel als jemals zuvor.

Wohin wir fuhren war mir egal, ich war vollauf damit beschÀftigt, die Haltung Nicoles nachzuahmen.

Cool, distanziert, gelangweilt.

Das gelang mir, glaube ich, nach einiger Zeit ganz gut.

Die UnterwĂ€sche drunter zu haben gab mir ein sehr frauliches GefĂŒhl, eines, das man nicht richtig beschreiben kann, eines, das sich steigerte, je lĂ€nger ich mir darĂŒber bewusst wurde, was ich da trug. Meine Freundin, die dicke Patrizia, benannte dieses GefĂŒhl mit 'wuschig' und meinte damit etwas, das im weitesten Sinne mit Sex und dem Verlangen danach zu tun hat.

Das stellte sich bereits ein, als ich vorhin das KostĂŒm anzog, denn wann trag ich schon mal einen Rock? Jetzt die kratzige UnterwĂ€sche zu spĂŒren und zu wissen, dass niemand sehen konnte, was ich da trug, verstĂ€rkte das wuschige GefĂŒhl.
An einem großen Hotel angekommen, stiegen wir aus. Darin wĂŒrden sicher eine Menge Events stattfinden, mutmaßte ich. Es hingen einige AnkĂŒndigungs-Plakate dort. Zu welcher Veranstaltung wir unterwegs waren fand ich im VorĂŒbergehen nicht heraus.

Es hatte sich noch keine Schlange an Zuschauern gebildet, wie ich sie von Pop-Konzerten her kannte. Entweder wir waren sehr frĂŒh oder es handelte sich um eine kleinere Veranstaltung. Vielleicht sogar nur eine Familienfeier.

Von mir aus sollte mein erstes Event gerne klein sein, das war mir sehr recht.

Wir fuhren in eines der oberen Stockwerke. Ich ging davon aus, dass wir zuerst ein Briefing bekamen und dann in einem der VeranstaltungsrĂ€ume im Erdgeschoss loslegen wĂŒrden.

Nicole klopfte an eine HotelzimmertĂŒr und setzte ein berufsmĂ€ĂŸiges, erwartungsfrohes LĂ€cheln auf. Ich versuchte so gut wie möglich, es ihr gleich zu tun. LĂ€cheln gehörte jedenfalls offensichtlich zum Job.

Ein Mann im Hemd, mit Schlips und aufgekrempelten Ärmeln öffnete. Er strahlte, als er Nicole erblickte.

„Heh da ist sie ja!“, rief er aus, „Schön dich zu sehen. Komm rein!“

„Scharf siehst du aus!“, meinte er und klatschte ihr auf den Hintern. Nicole schien nichts dagegen zu haben, im Gegenteil. Sie gaben sich einen Wangenkuss, wie vertraute alte Bekannte.

Na, von mir aus. Dann hatte sie eben etwas mit einem der Veranstalter, das war mir auch recht.

Mich beachtete niemand.

„Was möchtest du trinken?“, wurde Nicole gefragt. Es stand noch einer der Veranstalter am Fenster, der hatte ebenfalls nur Augen fĂŒr die Kollegin. Es war ja unmöglich, dass sie mit Beiden etwas hatte, aber es fĂŒhlte sich beinahe so an.

„Achja!“, sagte der erste und nahm mich erstmals wahr, „Wen haben wir denn da noch?“

Nicole machte eine abwertende Handbewegung in meine Richtung und meinte ganz nebenbei:

„Das ist die Neue. Wie heißt du noch gleich, SchĂ€tzchen?“

Ich musste mich erst rÀuspern und stellte mich mit Vor- und Zunamen vor, wie es sich gehörte.

„Ohja, ok, Steffi. Was möchtest du trinken?“

Vor allem heiße ich nicht Steffi. Ich kann es nicht leiden, wenn man meinen Namen abkĂŒrzt.

Vor lauter Ärger sagte ich erst einmal nichts.

„Prosecco?“, fragte er. Darauf zu antworten ging nicht, denn sagen wollte ich immer noch nichts. Ich fand mich hier nicht zurecht. Das Ambiente war ganz anders als ich es mir vorgestellt hatte. Von ArbeitsatmosphĂ€re konnte nicht die Rede sein, es fĂŒhlte sich eher nach Party an. Dazu waren wir fĂŒr meinen Geschmack jedoch zu wenig Leute.

Er drĂŒckte mir ein Glas in die Hand.

„Auf gutes Gelingen!“, auf den Spruch hin schauten sich alle in die Augen und hoben ihr Glas. Ok, darauf konnte ich trinken, meinen Segen hatten sie.

Nicole ging mit dem HemdsĂ€rmeligen in die Ecke, sie hatten irgendetwas zu regeln. Der andere strich auf die Art um mich herum, wie der ViehhĂ€ndler um eine unserer KĂŒhe herumging, um deren QualitĂ€t zu erkennen. Ich zeigte ihm den kĂŒhl-distanzierten Ausdruck, den ich Nicole abgeschaut hatte, vermied Augenkontakt. Der konnte mich mal.

„Super!“, meinte er und hob den Daumen, „Siehst super aus, SchĂ€tzchen. Zeig mal, wie du ohne Klamotten aussiehst.“

Dass sich ein Mann, der in einem solchen Anzug gekleidet war und sich in einer solchen Umgebung befand, eine derartige Entgleisung erlauben wĂŒrde, hĂ€tte ich nicht vermutet.

Ich schaute zu Nicole.

Die kam mit dem anderen aus der Ecke zurĂŒck, sie stopfte etwas in ihr TĂ€schchen, das mir verdĂ€chtig wie ein GeldbĂŒndel aussah.

Konnte mir egal sein, was die zusammen gekungelt hatten. Mittlerweile war ich heiß darauf, mit der Arbeit zu beginnen und hĂ€tte am liebsten gefragt: „Wo steht das Klavier? Wo kann ich anpacken?“, jedoch, ein solcher Spruch gehörte sich sicher nicht in den Kreisen.

„Ok, SchĂ€tzchen“, meinte Nicole, als sie so leicht hinter mir stand und sich wichtig machte, „du hast es gehört, Ausziehen gehört dazu.“

Ich dachte, ich hÀtte nicht richtig gehört.

„Doch!“, nickte sie und raunte aus dem Mundwinkel, „Du hast doch diese neue UnterwĂ€sche bekommen. Es gehört dazu! Du wolltest mitmachen, nun mal los! Lass dich nicht bitten!“

Das hÀtte ich jetzt nicht gedacht.

Also 
 , also, die sollten mich in UnterwĂ€sche sehen? Dann fiel es mir wieder ein. Na sicher, Events fĂŒr Erwachsene, 'unsere Damen sind der Haupt-Act' hatte die Raucherstimme gesagt. Das also war gemeint.

Das war nicht ganz in meinem Sinne, aber, wenn es dazu gehörte? Sie hatte ja gesagt, dass ich gut aussehe, zu schÀmen brauchte ich mich wohl nicht.

Ob ich die ganze Zeit in UnterwÀsche herumlaufen musste?

Nun denn, ich öffnete die Knöpfe des C&A-KostĂŒms. Es war schon peinlich, wie sie glotzten, kann ich nicht anders sagen. Nicole stand da, grinste blöd und beobachtete mich scharf.

So richtig gefiel mir das nicht, ich machte langsam.

„Schau mal!“, raunte der im Anzug dem HemdsĂ€rmeligen zu, „Sie ist schĂŒchtern!“

„Achwas!“, antwortete der, „Die tut nur so. Das sind Profis, das gehört zur Show.“

Es dauerte lange, bis ich die Bluse ausgezogen hatte, und erst der Rock, mit dem tat ich mich sehr schwer. Wobei, das Begehren der MĂ€nner, das sich in den Blicken ausdrĂŒckte, ging nicht spurlos an mir vorĂŒber. Ich habe bereits hĂ€ufiger MĂ€nner eine Frau auf die Art betrachten gesehen, mir selbst war noch nie diese Form von Blicken geschenkt worden.

Sie so schauen zu sehen wÀrmte Wangen und den Unterleib. Sie machten mich stolz, auf mein Aussehen, auf meinen Körper, auf mich, als Frau.

Diese Blicke, hinter denen Verlangen stand, weckten etwas in mir, das ich nicht kannte, eine Art Schmachten, ein warmes, schwĂŒles GefĂŒhl. Es verursachte, dass ich es mochte, es genoss, wie sie meinen Po, meine BrĂŒste betrachteten. Auch den Blick zwischen die Beine fand ich in dem Moment nicht aufdringlich, sondern er wĂ€rmte. Ich reckte mich den Blicken entgegen, betonte das, was sie begehrten, schließlich war ich Frau.

Mit der gebotenen ZurĂŒckhaltung natĂŒrlich, ich bin schließlich nicht so eine.

„Mein Gott, hat die lange Beine!“, sagte der im Anzug, als ich in der komischen UnterwĂ€sche vor ihnen stand.

„Oben kriegen die sich mĂ€chtig in die Wolle!“, ergĂ€nzte er grinsend und zeigte auf mein Höschen.

Sie begafften mich gierig, sie schienen auf weitere EnthĂŒllungen zu warten. MĂ€nner bekommen eben nie genug. Ihre Blicke taten mir trotz allem gut. Ich fĂŒhlte mich nicht mehr unwohl, vor ihnen in der UnterwĂ€sche herum zu stolzieren.

Schließlich aber waren wir nicht zum Spaß hier, ich wollte jetzt an die Arbeit und wandte mich Nicole zu. Die schaute mich sehr seltsam an, drehte mich an der Schulter zu den MĂ€nnern und öffnete mein Oberteil.

Also, das kann doch nicht 
 !

Entsetzt hielt ich die Körbchen fest, damit ich bedeckt blieb. Auf wessen Seite stand die Frau eigentlich?

Sie kĂŒmmerte sich nicht um meinen wortlosen Einwand, sondern zog in einem Rutsch mein Höschen herunter bis auf die FĂŒĂŸe.

Das kann doch nicht, das darf doch nicht, das kann doch wohl nicht wahr sein! Sie konnten mich sehen! Nicht nur Nicole, sondern auch die MĂ€nner!

Mich oben und unten gleichzeitig zu bedecken, das war schwierig mit zwei HĂ€nden, ich war in grĂ¶ĂŸter Verzweiflung.

Nicole brummte verÀchtlich, trat vor mich, gab mir damit etwas Deckung, und begann, vor den MÀnnern herum zu tÀnzeln, mit ihnen zu schÀkern.

Zu meiner Erleichterung kĂŒmmerten sie sich nicht weiter um mich.

Nicole ließ sich von denen anfassen, ich glaubte es nicht, denn, sie ließ sich von denen ausziehen!

Das sah scharf aus, echt jetzt. Ich staunte nicht schlecht, vernachlĂ€ssigte meine eigene Not, auch weil die MĂ€nner sich ausschließlich um die Kollegin kĂŒmmerten. Das Lockere, das Leichte, das schwĂŒl-Warme war mittlerweile zur Grundstimmung im Raum geworden. Hinzu addierte sich das Mutwillige, das bewusst-Reizende, das Nicole ausstrahlte. Sie legte es darauf an, die MĂ€nner scharf zu machen, ganz offensichtlich.

Die Stimmung wurde ziemlich heiß, die Atemluft schien reine Erotik zu sein. So wie Nicole sich benahm, gehörte alles das dazu, zum Event. Viel Haut zu zeigen schien nicht verpönt zu sein, sondern im Gegenteil, es gehörte wohl dazu. Es sollte so sein, war Absicht. Nach und nach entspannte ich mich etwas. So nackt herumzustehen, wehrlos den Blicken ausgesetzt, hatte auch etwas was wĂ€rmte, etwas SchwĂŒles, Unartiges, UnanstĂ€ndiges, etwas, was sich nicht gehörte, aber nicht unangenehm war. Im Gegenteil.

Als auch Nicole nur noch den StrumpfgĂŒrtel, StrĂŒmpfe und Schuhe trug, also fast ganz nackt war, dachte ich, dass es jetzt endlich losginge. Sie ließ sich ausfĂŒhrlich von den MĂ€nnern betrachten, schĂ€kerte mit ihnen, hob die Haare, reckte die Arme ĂŒber den Kopf, damit sie auch alles gut sehen konnten.

Meine GĂŒte!

Anstatt nun zur Arbeit zu kommen, zu unserem eigentlichen Anliegen, legte sich Nicole zu meiner Überraschung aufs Bett und winkte den HemdsĂ€rmeligen mit dem Zeigefinger zu sich.

Das konnte doch nicht wahr sein! Wollte die es tatsÀchlich mit dem hier und jetzt, 
 Àh, machen? Ich sah mich um, wohin ich mich verziehen konnte, denn mich wollte mit Sicherheit niemand dabei haben und ich wollte auch nicht dabei sein, wenn sich die Zwei, Àh 


Die einzig erreichbare TĂŒr hinaus aus dem Raum fĂŒhrte ins Bad.

Der AnzugtrÀger stellte sich mir in den Weg.

Nicole kicherte sinnlich und ließ sich von dem HemdsĂ€rmeligen auf Ă€ußerst unanstĂ€ndige Art beschmusen. Sie lag da mit weit geöffneten Beinen und ließ sich an Stellen kĂŒssen, die sich bei mir noch nie jemand so genau angeschaut hatte, geschweige denn je berĂŒhrt.

Mich faszinierte das was Nicole dort ĂŒber sich ergehen ließ, sie schien Spaß daran zu finden. Es war mir unmöglich den Blick abzuwenden.

Der AnzugtrĂ€ger zog mich nahe an das Bett und schob mich darauf. Mich hatte dieses schwĂŒl-warme GefĂŒhl im Griff, das ich so nicht kannte. Der Mann und das GefĂŒhl waren sehr stark, stĂ€rker als ich jemals etwas gefĂŒhlt hatte. Es war mit wuschig nicht mehr recht zu beschreiben, wuschig hoch zehn vielleicht oder hoch hunderttausend.

Mir kam es mit einem mal nicht mehr schlimm vor, was Nicole dort anstellte, es schien ebenso dazu zu gehören, wie die UnterwÀsche und die nackte Haut.

Beim SchĂŒtzenfest vor zwei Jahren, da hatte ich im angetrunkenen Zustand ein Ă€hnliches schwĂŒl-warmes GefĂŒhl, nachts hinter dem SchĂŒtzenzelt, im feuchten Gras. Hier jedoch waren alle nĂŒchtern, es war taghell, man konnte alles sehen und zumindest Nicole legte es darauf an, dass es auch gesehen wurde. Sie kannte keinerlei Hemmungen.

Sie, die Zwei, gingen es bewusst an, was sie taten, es war geplant, gewollt. Alle Drei hatten dieses GefĂŒhl, genossen es und vermittelten es auch.

Außerdem war diese unsagbare Hitze hier tausendmal stĂ€rker, Millionenmal stĂ€rker als damals.

Der AnzugtrĂ€ger machte sich an mir zu schaffen. Das schwĂŒl-Warme, das ich nicht beim Namen nennen konnte, ĂŒberwĂ€ltigte mich, Ă€hnlich wie damals, nur unendlich viel stĂ€rker. Ich war mir dessen viel bewusster, es Ă€ngstigte mich, es lĂ€hmte mich, es wollte, dass ich es geschehen ließ.

Nicole und den HemdsÀrmeligen hielt ich unverwandt im Blick.

Ihr Typ hatte sich mittlerweile die Hose ausgezogen und legte sich ĂŒber sie, sogar auf sie. Nicole begann daraufhin sehr laut zu atmen und Töne der Begeisterung zu Ă€ußern.

Mein AnzugtrĂ€ger hatte sich seines Anzugs und der restlichen Kleidung entledigt und vertiefte sich bei mir in die gleichen Stellen, die der HemdsĂ€rmelige bei Nicole besucht hatte. Das GefĂŒhl, das mehr und mehr Besitz von mir ergriffen hatte, nahm an IntensitĂ€t enorm zu, war viel stĂ€rker als alles, was ich bisher erlebt hatte. Es ließ mich bereitwillig alles geschehen zu lassen, ließ mich die Schenkel öffnen und begierig auf das sein, was der Mann tun wollte.

Durch den ĂŒberstarken Reiz, den er, den es, den der Mann auf mich ausĂŒbte, verlor ich vollends die Kontrolle, verlor alles, was ich gelernt und mir vorgenommen hatte. Alles was es an Werten gab, alles was wichtig war, ĂŒberhaupt Alles verschwand und machte diesem heißen Ereignis Platz, das da an mir praktiziert wurde. Ich weiß nicht, was der Mann alles mit und an mir unternahm, ich hielt die Augen geschlossen, ich wollte es nicht sehen. DafĂŒr spĂŒrte ich um so mehr. Die Macht, die er auf mich ausĂŒbte schien grenzenlos, erlaubte keinen Widerstand und keinen Widerspruch.

Ich befand mich im Rausch.

Meine Kollegin wurde sehr laut, das vernahm ich noch, sie schien Freude zu haben.

Mein AnzugtrĂ€ger legte sich, nackig wie er war, auf mich. Ich wurde untenrum auf eine Art von etwas berĂŒhrt, das mich japsen ließ. Etwas Warmes, Unnachgiebiges drĂŒckte gegen mein Intimstes. Etwas gab nach, etwas Heißes, Festes, Unnachgiebiges, drĂŒckte, rutschte, flutschte, drang ein.

Es wurde heiß, glĂŒhend, es reizte, erregte, der Reiz nahm riesige Ausmaße an. Es wurde Kraft auf mich ausgeĂŒbt, riesige, unwiderstehliche, alles beherrschende Kraft, die mir unendlich gut tat, die mir GefĂŒhle schenkte, die ich nicht kannte und deren Dimension mich ĂŒberwĂ€ltigte.

Ab da weiß ich nichts mehr Richtiges. Das GefĂŒhl wurde zu einer roten Flut, die mich ĂŒberschwemmte, die mein Denken vom Körper loslöste und hinweg riss. Das ĂŒberwĂ€ltigende Rot machte mich willenlos, kickte etwas in meinem SchĂ€del um und löste Bewegungen, Worte und Laute aus, die ich niemals tun, niemals sagen oder von mir geben wollte. Ich wĂŒrde niemals bei vollem Bewusstsein einen bis dahin fremden Mann, dessen Namen ich nicht kannte, der mir nicht vorgestellt worden war, umarmen, ihn an mich pressen, ihm mein Intimstes zur freien VerfĂŒgung stellen.

Niemals.

Ohne diese rote Flutwelle wĂŒrde ich niemals sagen, er solle es fester machen, ich wĂŒrde ihm niemals in dieser Form entgegen springen, mich derartig hineingeben in dieses Sexuelle, UnanstĂ€ndige, Wunderbare. Das Rote versperrte mir den Blick auf die Umgebung, wurde zur Hauptsache, zum einzig Wichtigen, lĂ€hmte jeden anderen Gedanken, schenkte mir dafĂŒr reines GlĂŒck und Zufriedenheit.

Wunderbar, wunderbar, unfassbar wunderbar, nichts anderes als wunderbar.
Der gewaltige, auf unfassbare Art stetig steigende Reiz fĂŒhlte sich an wie durch und durch massives, steil ansteigendes GlĂŒck, auf grĂ¶ĂŸte ErfĂŒllung zustrebend, wie siebter Himmel, wie unendlich viel Erdbeeren mit Sahne. Das GefĂŒhl sollte immer sein und fĂŒr immer bleiben, immer, immer, nie enden.

FĂŒr meinen Geschmack war es jedoch viel zu schnell vorbei. Als ich wieder einigermaßen bei Sinnen war, lag ich nackt auf dem Bett und atmete schwer. Der AnzugtrĂ€ger schlĂŒpfte gerade in seine Jacke, er betrachtete mich.

„Ganz schön heiß, Kleine. Wir sehen uns nĂ€chste Woche.“

Wie betĂ€ubt folgte ich Nicole aus dem Raum. Die Unterhose und den BH habe ich nicht wieder gefunden, war mir egal. KostĂŒm ĂŒbergestreift und weg.

Im Taxi kam ich einigermaßen zu mir.

Das Erlebte war ungeheuerlich. So viel GlĂŒck und Zufriedenheit habe ich vor diesem Ereignis nie empfunden. Das GefĂŒhl zu benennen, das in Worte zu fassen was mich ĂŒberwĂ€ltigt und mich zum Handeln gebracht hatte, dazu war ich nicht in der Lage, dafĂŒr fehlten mir die Vokabeln.

Ich schaute zu Nicole. Die beachtete mich nicht, sie schien pikiert und schaute aus dem Fenster.

Die war mir egal. Überhaupt alles war mir egal, nur dieses Ereignis nicht, das war mir nicht egal. Ich musste an Dany denken. 'Dany mit Sahne'. Die hatte das schon öfter erlebt, ein solches Ereignis, sehr viel frĂŒher, sehr-sehr viel frĂŒher und sicher auch sehr viel hĂ€ufiger. Dass sie nichts anderes wollte, schien mir einleuchtend. Die brauchte keine Uni, die war auch ohne glĂŒcklich. Mir war das klar, sonnenklar. Bei dem was die erlebte, was sie an GefĂŒhlen wahrscheinlich tĂ€glich oder gar mehrmals tĂ€glich erfahren durfte, war sie ohne Weiteres glĂŒcklich.

Dann dachte ich an den Prof, an meine Feldforschung.

Wie oft wĂŒrde ich diese 'teilnehmende Beobachtung' noch durchfĂŒhren mĂŒssen, bis ich die Feldforschung abschließen konnte? Tausend Mal? Eine Million Mal? Es war unabdingbar, alle Aspekte und alle Facetten dieser sozialen Gruppe zu entdecken, zu dokumentieren und in den rechten Zusammenhang zu bringen.

Wahrscheinlich wĂŒrde das Ende der Arbeit frĂŒhestens im nĂ€chsten Semester erreicht sein. FrĂŒhestens. Vielleicht sogar erst mit Abschluss des Studiums.

Nach dem Ende der Ferien könnte ich vielleicht einen ersten Zwischenbericht abliefern. Das Thema und seine Vielfalt wĂŒrden abschließend erst sehr viel spĂ€ter zusammengefasst werden können.

Bis dahin musste ich mich in die Gruppe integrieren und an deren AktivitÀten teilnehmen.

Ging nicht anders.

Schließlich handelte es sich um eine wissenschaftliche Arbeit, fĂŒr eine solche sind GrĂŒndlichkeit und strukturiertes Vorgehen die Mindestanforderungen.

Freundlich zu lĂ€cheln ist wesentlicher Bestandteil des Jobs, das ĂŒbte ich im Taxi ununterbrochen.

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EviEngel
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Was mich als Autorin interessiert ist, welches Bild male ich dem Leser von Stefanie (hÀtte beinahe 'Steffi' geschrieben ;-))?
Wie sieht sie aus, welche Haarfarbe hat sie, beispielsweise?

LG

EE
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rag
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Hallo EE,

schöne Geschichte. BezĂŒglich der Frage nach dem prĂ€zisen Aussehen von Stefanie kann ich Dir sagen - auch beim zweiten Lesen habe ich keinen Hinweis darauf gefunden.

Ist aber m.E. völlig egal. Weitere Details, Augen etc. sind glaube ich total nebensĂ€chlich (und von dir beabsichtigt)- insbesondere wenn die Story flutscht. Und wenn es gut lĂ€uft - so wie hier - vervollstĂ€ndigt die Fantasie das Bild: Stefanie hat fĂŒr mich dunkle Haare.

Kleiner Kritikpunkt zum Schluss, was mich jedoch nicht von einer guten Bewertung abhÀlt:
Einige Stellen - besonders am Anfang - finde ich etwas holprig.

Freundliche GrĂŒĂŸe
Rainer

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rag
*Auch eine kaputte Uhr geht zweimal am Tag richtig!*

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