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Leselupe.de > Kindergeschichten
Das Abenteuer von Sirita, der Waldelfe, in der großen Stadt
Eingestellt am 05. 06. 2009 00:06


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Liris
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Das Abenteuer von Sirita, der Waldelfe, in der großen Stadt

Hoch oben, im Wipfel einer Fichte, waren die Waldelfen schon lange vor Sonnenaufgang wach. Der Elfenvater war bereits im Wald unterwegs, um nach den Tieren zu sehen.
Im Elfennest bereitete die Mutter das Frühstück zu, während die Kinder sich noch den Schlaf aus den Flügeln schüttelten. Als endlich alle am Tisch saßen, bemerkte die Mutter, dass einer fehlte. Wie immer.
Nino war in den Wald geflogen, ohne Bescheid zu sagen.
Und wie immer wurde Sirita geschickt, um ihn zu holen.
"Na prima!", dachte sie. Der Tag fing ja wieder mal richtig gut an. Immer musste sie raus um ihren kleinen Bruder zu suchen!
Warum konnte das nicht ein Mal jemand anderes tun?
Oder, noch besser: man frühstückte einfach ohne ihn, dann würde er es endlich lernen, nicht immer vor dem Essen davon zu laufen. Aber die Mutter meinte nur: „Sirita kennt als Einzige die Plätze, an denen Nino am liebsten spielt“ und damit war die Sache entschieden.
Also flog sie hungrig und ziemlich sauer los.

Über dem Fluss, der sich träge an ihrem Baum vorbei schlängelte, hing noch grauer Morgennebel.
Sie wurde ganz nass als sie mitten hindurch flog, aber es war auch herrlich erfrischend.
Sie suchte ihren Bruder zuerst beim Quellteich, dann am Fichtengrund und in der Wildgrube, aber sie fand ihn nirgends.
Es dämmerte zwischen den Bäumen. Bald würde es hell sein.
Da hörte sie plötzlich mächtigen Lärm aus einer kleinen Fichtenschonung am Waldrand. Neugierig flog sie hinüber und versteckte sich in einem alten Spechtbau, um nachzusehen.
Da waren Menschen, mitten in ihrem Wald!
Sie trugen Körbe und sammelten Pilze hinein. Dabei machten sie einen Höllenlärm, der Sirita durch den ganzen Körper fuhr. Sie hatte schon oft Menschen im Wald getroffen.
Immer waren sie laut und stolperten fast über ihre eigenen Füße.
Sie waren zu komisch anzusehen!
Ohne Frühstück im Bauch hatte Sirita aber keine Lust, die Menschen zu beobachten und fast wäre sie weitergeflogen, da sah sie zu ihrem Entsetzen ihren Bruder aus einem der Körbe lugen. Er war zur Hälfte in einem riesigen Steinpilz verschwunden.
Nur sein Kopf sah heraus. Er schien sich gut zu amüsieren und dachte nicht daran, dieses Abenteuer zu beenden.
Sirita wurde immer wütender. Als er sie endlich bemerkte, winkte er unverschämt und grinste über sein ganzes Gesicht. Am liebsten wäre sie einfach heim geflogen. Sollte er doch machen, was er wollte!

Da geschah es!
Plötzlich standen die Menschen vor einem dieser stinkenden lärmenden Autos, mitten im Wald!
Sie sprangen hinein, knallten alle Türen zu, dass es zwischen den Bäumen nur so hallte, und fuhren mit qualmendem Auspuff und röhrendem Motor davon!
Und mit Nino, der noch immer in dem fauligen Pilz im Korb saß! Und nun?
Fassungslos stand Sirita auf dem Ast einer Fichte und sah dem Auto nach.
Was sollte sie nun tun? Zuerst nach Hause fliegen und den Eltern alles erzählen? Das wäre sicher das Vernünftigste. Aber dann würde sie das Auto aus den Augen verlieren und sie fänden Nino nie wieder!
Oh, dieser dämliche kleine Wicht! Immer machte er nur Ärger!
Kurz entschlossen spannte Sirita ihre Flügel und flog dem Auto hinterher.

Im Wald fuhren die Menschen nicht so schnell, sie hatte das Auto bald eingeholt. Um kurz zu verschnaufen, hielt sie sich an der Antenne fest, und das war ihr Glück.
Denn als der Waldweg zu Ende war und die Teerstraße begann, beschleunigte das Auto sofort.
Sirita pfiff der Fahrtwind gewaltig um die Ohren. Sie bekam kaum noch Luft und ihre Augen tränten. Der Wald wurde hinter ihnen immer kleiner.
Dann kamen sie in die Stadt und es waren weit und breit nur noch Häuser zu sehen.
Sirita hatte kaum noch Kraft in ihren Armen. Die Antenne, an der sie sich krampfhaft festhielt, schwang hin und her.
Als das Auto schnell in eine Kurve fuhr und dann stark bremsen musste, konnte sie sich nicht mehr halten. Sie ließ los und wurde fortgeschleudert.

Mit großem Schwung flog sie auf einen gähnenden Abgrund zu. Sie fiel in einen merkwürdigen Raum unter der Erde. Er war riesig, hell beleuchtet und hatte glatte kalte Wände. Viele Menschen liefen geschäftig hin und her. Staunend sah Sirita sich um.
Als sie beinahe von einem Menschen zertreten worden wäre, suchte sie sich schleunigst ein Versteck. Sie flog zu einer der Lampen hinauf und setzte sich dort auf einen kleinen Mauervorsprung. Eine laute fürchterliche Stimme schallte durch den Raum:
„Auf Gleis eins fährt: ein U 9 nach Elisabeth - Platz“. Kaum war die Stimme mit einem Knarzen verstummt, kam dröhnend und brausend ein riesiges Ungeheuer aus einem Tunnel geschossen. Es hielt mitten in dem Raum an und Türen öffneten sich an seinem metallenen Leib. Die Menschen stiegen ein. Sie schienen gar keine Angst zu haben!
Ob das ein Zauber war?
Die Stimme kam wieder und schrie: “Zurückbleiben, bitte!“, dann schlossen sich die Türen von ganz allein hinter den Menschen und das Ungetüm fuhr so brausend davon, wie es gekommen war.
Sirita kam sich vor wie in einem bösen Traum. Wo war sie nur gelandet?

Fast hätte sie ihren Bruder in dem Auto vergessen.
Wie sollte sie Nino nur jemals wieder finden?
Traurig und mutlos ließ sie die Flügel hängen. Ein paar dicke Tränen kullerten über ihre Wangen.
Da wurde sie plötzlich am Fuß angestupst. Sie erschrak so, dass sie fast heruntergefallen wäre. Ein Stückchen unter ihr saß der merkwürdigste Elf, den sie je gesehen hatte und grinste sie an. Seine Haare waren bunt gestreift und standen alle nach oben ab.
In den Ohren steckten Metallringe und in der Nase auch. Die Flügel waren schwarz gefärbt.
Er hatte immer noch seinen Finger auf ihrem Fuß und stupste sie. „Hör auf!“, rief sie und zog den Fuß weg. „Ich bin Neon“, sagte der Stupser. „Du bist wohl nicht von hier, oder?“ Sirita schüttelte den Kopf und guckte nur. Was sollte sie auch sagen?
„Waldelfe, oder?“, fragte er weiter. Wieder nickte sie. „Zum ersten Mal in der Stadt?“, fragte da eine Stimme über ihr.
Sirita sah erschrocken hoch und sagte leise: “Ja“.
„Na, sieht man“, kam die spöttische Antwort von oben. „Ich bin Pink. Du musst keine Angst haben. Wir helfen dir, wenn du willst.“ Das klang schon viel freundlicher und Sirita nickte wieder. Sie wischte sich die Tränen ab und stellte sich vor: “Ich bin Sirita. Mein Bruder ist in einem Auto von den Menschen eingesperrt und ich bin ihm hinterher geflogen, um ihn zu befreien. Aber dann habe ich das Auto verloren und bin hier in dieses komische Loch geschleudert worden. Jetzt finde ich ihn sicher nie wieder!“ Fast hätte sie wieder geweint. Aber dann sah sie die anderen grinsen und wurde wütend. „Warum lacht ihr? Sehr hilfsbereit scheint ihr mir nicht! Wir Waldelfen sind immer freundlich zu Fremden!“
Betreten sahen sich Pink und Neon an. „Wir wollten dich ja nicht auslachen, aber du bist nicht in einem Loch, sondern in einem U-Bahnhof von den Menschen gelandet!
Für uns Stadtelfen ist das eben ulkig, wenn jemand so etwas nicht kennt.“, entschuldigte sich Pink. “Ich habe von euch Stadtelfen noch nie etwas gehört“, sagte Sirita.
„Tja, man sollte es nicht für möglich halten, aber es gibt uns tatsächlich. Und zwar überall in der Stadt. Elfen aus vielen verschiedenen Ländern der Welt wohnen hier.“, erklärte Neon stolz. "Du lernst sicher noch einige von ihnen kennen. Komm mit!“ Er stand auf, um seine Flügel auszubreiten. „Ja, komm wir fahren U-Bahn!“, sagte Pink und nahm Sirita an der Hand. „Das ist lustig, du wirst schon sehen“. Dann flogen sie direkt auf das dunkle Loch zu, aus dem vorhin das Ungeheuer gekommen war.

Der Tunnel war sehr groß und es war zu dunkel darin,um irgendetwas zu erkennen.
Da plötzlich kam wieder das brausende Geräusch und zwei grelle Lichter an der Schnauze des Ungeheuers bohrten sich durch die Finsternis.
Sirita sah viele kleine Augenpaare aufleuchten, die sich wohl in Nischen des Tunnels versteckten. Waren das auch Elfen? Da wurde sie von Neon und Pink fest an den Händen gepackt und mitgezogen. Die Stadtelfen waren auf das Ungetüm aufgesprungen und nun saßen alle drei auf seinem breiten Rücken.
Ähnlich wie vorhin mit dem Auto war es eine sehr schnelle Fahrt.
Nach einem Stück Tunnel, in dem es völlig finster war, kam ein kurzer Stopp in einem der hell beleuchteten Bahnhöfe. Dort stiegen Menschen ein und aus, ohne die Passagiere auf dem Dach zu bemerken.
Einige Bahnhöfe weiter sprangen die Elfen ab und flogen aus der Bahnhofshalle hinaus.
Sie kamen auf einen Platz mit einigen Bäumen, in denen mehrere junge Elfen saßen.
Man musste aber sehr genau hinsehen, um sie zu bemerken.
Sirita war sehr froh, wieder den Himmel über sich zu haben. Sie hatte gar nicht gewusst, dass es in der Stadt so viele Bäume gab. Neon stellte sie den Elfen in den Bäumen vor. Dann erzählte er ihnen auch von ihrem verschwundenen Bruder.

In der Zwischenzeit musterte Sirita verstohlen die anderen. Alle Stadtelfen waren sehr bunt, hatten vielfarbige Haare und kleine Knöpfchen oder Ringe in Ohren und Nasen. Manche hatten eine sehr dunkle Haut, oder schräg stehende Augen. Wenn sie sprachen, klang das ein bisschen fremd. Aber alle sahen sie freundlich an und als Neon seinen Bericht beendet hatte, überlegten die Elfen gemeinsam, was man tun könnte, um ihren Bruder wieder zu finden.
„Am besten ist es wohl, wir verteilen uns in der ganzen Umgebung und sagen an alle Elfen weiter, dass sie nach dem Jungen suchen sollen!“, schlug ein etwas größeres Elfenmädchen mit grünlila gestreiftem Haar vor.
„Ein Waldelf fällt sicher jedem sofort auf“, bemerkte ein Junge mit oliv farbener Haut. Es wurde ausgemacht, sich am nächsten Morgen wieder in den Bäumen zu treffen, dann schwirrten alle Elfen in verschiedene Richtungen davon.

Sirita blieb mit Pink und Neon zurück. „Ich habe heute noch gar nichts gegessen. Habt ihr hier irgendwo einen Platz, an dem man Tau und Honig oder so etwas findet?“, fragte sie schüchtern. „Viel besser! Komm, wir fliegen zu einem Imbissstand!“, sagte Pink und flog auch schon los.
Auf einem Platz neben einer großen Straße stand ein Imbisswagen. Er sah aus wie ein winziges Haus mit Rädern darunter. Es duftete süß und Sirita wäre am liebsten sofort mitten hinein geflogen, doch die anderen hielten sie zurück. „Wir müssen vorsichtig sein, sonst sehen die Menschen uns doch einmal. Pass auf!“, warnte Pink und setzte sich erst einmal auf das Dach. Von dort aus lugte sie über die Dachkante nach unten. Sirita machte es ihr nach. Dampfende runde Teigscheiben klebten auf einem Herd. Ein Mann bestrich sie gerade mit einer braunen Paste. Dann faltete er die Fladen zusammen und gab sie dem Menschen, der vor seinem Wagen stand.
Als kein Kunde mehr da war, stieg der Mann aus dem Wagen aus und zündete sich eine kleine weiße Stange an, die er in den Mund nahm. Es roch verbrannt.
Er rauchte wohl – das hatte Sirita schon bei den Zwergen des Waldes gesehen.
Inzwischen waren Neon und Pink nach unten in den Wagen geflogen. Sie bedienten sich nach Herzenslust an den Teigresten und naschten von der braunen klebrigen Masse.
Sirita versuchte das ungewohnte Essen – es schmeckte köstlich! Süß und ein wenig nach Nüssen. Als der Mann in den Wagen zurückkam, saßen die Elfen längst wieder oben drauf.
Sirita war völlig satt: „Ich glaube, ich kann nicht mehr fliegen, so viel habe ich gegessen!
War das lecker! Viel besser als bei uns im Wald!“
Ihre neuen Freunde schlugen ein Nickerchen an Ort und Stelle vor. Im warmen Sonnenschein auf dem Dach waren sie alle müde geworden. Sirita war erschöpft von der ganzen Aufregung des Tages. Aber sie konnte trotzdem nicht einschlafen.
Sie dachte an Nino. Ob er wohl Angst hatte? Wo steckte er nur? Würden die Elfen ihn finden?
Sirita ertappte sich plötzlich bei dem Gedanken, dass sie ihren kleinen Bruder vermisste. Das hätte sie bis vor kurzem noch für unmöglich gehalten!
Die Sonne stand hoch am Himmel. Bald war es Nachmittag. Vor morgen würde Nino wohl nicht gefunden werden. Wenn er überhaupt gefunden wurde in dieser riesigen Stadt.
Was sollte sie so lange tun? Wenn man auf etwas wartet, vergeht die Zeit viel langsamer als sonst. Wenigstens war sie nicht allein. Dankbar betrachtete sie die schlafenden Elfen neben sich. Sie sahen zwar ganz anders aus, aber sooo anders als Waldelfen waren Stadtelfen nun auch wieder nicht. Da begannen die beiden zu blinzeln und wachten aus ihrem Mittagsschlaf auf.
Sie waren ausgeruht und voller Tatendrang. „Sollen wir dir die Stadt zeigen?“, fragte Neon. „Ja, gerne!“, antwortete Sirita und sie flogen los. Da es ein sehr windstiller Tag war, konnten sie weit oben fliegen.
Der Ausblick war gewaltig. Die Stadt war fast größer als der Wald, der weit entfernt als dunkelgrünes Band am Horizont zu sehen war. Sirita staunte. Die Menschen hatten Häuser gebaut, die bis in den Himmel reichten, höher als jeder Baum. In den gläsernen Wänden spiegelten sich die Wolken. Hohe Türme mit großen Glocken darin hatten Hauben aus Gold oder Kupfer auf. Die Glockentöne hatte sie schon manchmal bis in den Wald gehört.
Mitten durch die Stadt schlängelte sich träge der Fluss, wie ein großer, grünblauer Regenwurm sah er aus von hier oben.
Sirita kannte ihn gut, er floss auch an ihrem Zuhause vorbei.
Durch die Grünflächen der Parks sah die Stadt aus wie ein Flickenteppich.
So eine langweilige Steinwüste, wie die Waldelfen immer dachten, war die Stadt gar nicht!
Hier gab es zwar scheußliche Ecken und riesige Straßen voller Autos, aber auch einige schöne Plätze. Trotzdem wollte Sirita endlich wieder nach Hause zurück.

Nach dem Rundflug landeten die Elfen auf dem alten Schlossturm. Das Schloss stand auf einem Hügel mitten in einem wunderschönen Park im Zentrum der Stadt.
Dort war der Schlafplatz von Neon und Pink und ihren Familien. Sirita wurde sehr freundlich aufgenommen. Sie erzählte ihr Abenteuer noch einmal. Nun versprachen auch die erwachsenen Elfen, ihr zu helfen. Als wenig später alle in ihren Nestern lagen, war der Raum unter dem Turmdach von leisen Schnarchtönen erfüllt. Auch Sirita war sofort eingeschlafen.
Am nächsten Morgen hatte sie es eilig, zu den Bäumen vor dem Bahnhof zu kommen.
Ob die anderen Elfen wohl etwas über ihren Bruder erfahren hatten? Die Eltern machten sich sicher schon große Sorgen. Es wurde Zeit, wieder nach Hause zu fliegen.
Nach einem schnellen Frühstück machten sich Sirita, Neon und Pink gleich auf den Weg zum Treffpunkt. In den Bäumen waren schon einige Elfen versammelt, aber niemand hatte von Nino gehört. Bis zum Mittag warteten die Freunde auf Neuigkeiten. Aber umsonst. Keiner konnte Sirita helfen. Nino blieb verschwunden.
Niedergeschlagen flogen sie zum Schlossturm zurück. Vielleicht hatten die älteren Elfen mehr Glück gehabt? Aber dort wurden sie noch einmal enttäuscht. Keine Spur von einem Waldelfenjungen in der ganzen Stadt.

Sirita hatte wieder Tränen in den Augen. Sie hatte sich auf die Turmspitze gesetzt, weil sie einen Moment allein sein wollte.
Keiner hatte eine Idee, wie Nino noch aufgespürt werden konnte.
Da kam quer durch den Schlosspark eine Taube auf den Turm zugeflogen.
Sirita sah sie durch die Tränen nur verschwommen, schnell wischte sie sich ihre Augen mit einer Ecke ihrer Bluse trocken. Erstaunt sah sie dem Vogel entgegen.
Es war nicht nur eine der Tauben vom Stadtplatz, die da angeflogen kam. Sie trug noch jemand auf ihrem Rücken. Sirita flog in das Turmzimmer unter dem Dach zurück.
Die anderen Elfen hatten die Besucher auch bemerkt. Gespannt warteten alle die Landung des großen Vogels ab.
Nun erkannte man auch den Passagier – es war ein Zwerg! Sirita hatte gar nicht gewusst, dass es auch Zwerge in der Stadt gab! Die aus dem Wald waren nicht sehr gesellig. Man traf sich nicht oft mit ihnen.
Aber dieser Zwerg war anders. Ein Stadtzwerg, wie sie nun erfuhr.
Sein Name war Stone. Er lebte mit seiner Sippe in den Schächten der U-Bahn.
Das also waren die leuchtenden Augen gewesen, die sie dort im Dunkeln gesehen hatte!
Während der höflichen Begrüßung, bei der traditionell auch Tau und Nektar angeboten wurde, konnte sie ihn ein wenig beobachten.
Wie die Stadtelfen war auch er bunt gekleidet und sein Bart war zu vielen dünnen Zöpfen geflochten. Glitzernde Perlen klimperten leise an den Zopfenden aneinander.
Sirita fand das hübsch.
Aber der Zwerg war natürlich nicht gekommen, um sich von einer kleinen Waldelfe betrachten zu lassen. Die Eltern von Pink und Neon hatten ihn gebeten, bei der Suche nach Nino zu helfen. Sie hatten unter den Zwergen der Stadt viele Freunde.

Als er endlich zu erzählen begann, wurde es in dem Turmzimmer Mucksmäuschenstill.
Die Zwerge hatten die ganze Nacht über nach Nino gesucht!
Dazu hatten sie auch die Tiere ausgeschickt. Tauben schliefen zwar nachts, aber die Ratten nicht. Sie hatten den Zwergen schon oft geholfen.
In einem Haus hatte letzte Nacht eine der Ratten eine Verwandte besucht, die bei den Menschen in einem Käfig wohnt.
Und in diesem Käfig hatte sie einen kleinen Waldelf gesehen!
Er war übermütig und frech und war einfach von zuhause ausgebüxt.
Er war im Wald zu den Menschen in einen Korb gestiegen und unbemerkt mitgefahren.
Die Käfigratte half ihm, sich vor den Menschen zu verstecken. Doch so langsam bekam das Elfenkind nun Heimweh und die Ratte wusste nicht, wie sie ihn in den Wald zurückbekommen sollte.
Die freundliche Stadtratte hatte ihn sofort mitgenommen und ihn auf ihrem Rücken zu den Zwergen gebracht.
Dort, in einem der U-Bahnschächte, wartete er auf seine Schwester!
Da war die Freude natürlich riesig!
Sirita fiel Stone um den Hals und bedankte sich für die Hilfe. Alle freuten sich mit ihr und in dem Turm schwirrte es wie in einem Bienenstock.

Sie nahm bald Abschied von den Elfen aus dem Schlossturm.
Der Zwerg hatte es eilig und sie brachen schnell auf. Er saß wieder auf der Taube. Weil er nicht ganz schwindelfrei war, gurrte die Taube die ganze Zeit beruhigend auf ihn ein.
Pink und Neon waren natürlich dabei, als sie zum Bahnhof flogen.
Vor dem Abgrund, der zur U-Bahn hinabführte, trafen sie ihre Freunde aus den Bäumen wieder. Alle waren sehr erleichtert, als sie die guten Neuigkeiten hörten.
Pink und Neon blieben bei den jungen Elfen und Sirita verabschiedete sich herzlich von allen.
Die nette Taube nickte ihnen zu: „Auf Wiedersehen bis zum nächsten Mal!“, sagte sie zu dem Zwerg, und “Es war mir eine Freude, dich kennen zulernen!“ zu Sirita. Dann verbeugten sich alle, und die Taube flog davon.

Ein wenig fürchtete Sirita sich immer noch vor der U-Bahn, als sie dem Zwerg nun in die Halle folgte. Sie liefen unbemerkt von den Menschen nahe an der Wand entlang, bis eine Nische kam.
Aber als sie hinter Stone in einen dunklen Schacht stieg, erlebte sie eine Überraschung!
Sie bogen nach ein paar Schritten ab und gelangten in eine hell beleuchtete Zwergenhalle, die unter der großen Halle der Menschen lag.
Der Boden funkelte und glänzte, denn viele runde Metallscheiben in verschiedenen Farben waren kunstvoll verlegt worden. Einige trugen Muster oder Schriften wie zum Beispiel „Moordorfer Urweizen“ oder „Sauburger Helles“. Stone erzählte, die Menschen werfen das Metall fort und die Zwerge sammelten es. Für den Boden ihrer Hallen war es ideal.
Die Räume der Zwerge waren wunderschön eingerichtet. Sie hatten aus allem, was die Menschen der Stadt übrig hatten, Möbel oder Kunstwerke gemacht.
Die Zwerge begrüßten Sirita sehr freundlich, auch ein wenig neugierig, wie ihr schien.
Kleine Kinder zupften an ihren Flügeln und liefen dann lachend fort.

Stone deutete auf eines der Metallkunstwerke am Ende der Halle, ein verschlungenes Gebilde aus Metallstäben, Perlen und wer weiß was noch allem, das einen großen Fisch darstellte. Sirita wollte gerade etwas Lobendes darüber sagen, als sie ihren Bruder mitten in dem Fischmaul sitzen sah!
Er grinste wie immer und winkte ihr frech zu. Dann spannte er die Flügel und flog sie fast über den Haufen, so stürmisch kam er angesaust. Er umarmte sie und drückte so fest zu, dass Sirita kaum noch Luft bekam.
Die Zwerge sahen zu und lachten dröhnend.
Als Nino sie endlich los ließ, sah er aus, als wäre ihm diese Begrüßung etwas peinlich. Jetzt war es Sirita, die grinste. Sie drückte ihn noch einmal an sich und schob ihn dann mit den Worten: „Puh, du stinkst vielleicht nach altem Pilz!“ weit von sich.
Nun wurden sie von den Zwergen erst einmal zu einem kleinen Festmahl eingeladen.
Es schmeckte köstlich, auch wenn es für die Elfenkinder ungewohnt war.
Die Zwerge tischten Tsatsiki, Gyros und Fladenbrot auf, Gerichte, die sie bei den Menschen kennen gelernt hatten.

Dann überlegten sie gemeinsam, wie die Elfenkinder zurück in den Wald kommen könnten. Mit der U-Bahn könnten sie bis zur Stadtgrenze fahren.
Von dort aus war es aber immer noch ein sehr großes Stück bis zum Wald. Die Zwerge überlegten hin und her, kamen aber zu keinem Entschluss.
Inzwischen war es Abend geworden. Die Kinder mussten noch eine Nacht in der Stadt verbringen.
In der Zwergenhalle bauten sie sich gemütliche Nester aus bunten Stofftüchern und kuschelten sich nahe aneinander.
Am nächsten Morgen war immer noch nicht entschieden, wie die Elfen in den Wald zurückkehren sollten. Für die Tauben war der Weg zu weit. Falken konnte man nicht besonders trauen. Die Elfen konnten nicht so weit fliegen.
Man traf sich noch einmal mit den jungen Elfen im Baum vor der Bahnhofshalle.
Vielleicht hatten sie ja eine Idee.
Pink und Neon freuten sich sehr, Sirita noch einmal wieder zusehen. Und sie waren alle neugierig auf Nino. Der war plötzlich gar nicht mehr so frech, sondern sehr froh, wieder bei seiner Schwester zu sein.
Aber keinem wollte eine Lösung einfallen.
Der Weg zum Wald war einfach zu weit.
Sirita dachte plötzlich an den Fluss. Er war doch eigentlich der direkte Weg bis in den Wald!
Er führte sogar genau an dem Baum vorbei, in dem sie wohnten!
Nur, schwimmen konnten sie nicht. „Können Zwerge schwimmen?“, fragte sie. „Nein!“, lachte Stone. Aber er wurde sofort wieder ernst. „Das ist es!“, rief er.
„Was denn?“, fragte Nino neugierig.
„Wir haben vielleicht etwas, mit dem ihr auf dem Fluss reisen könnt!“, antwortete Stone geheimnisvoll. „Ich muss das mit den anderen besprechen, wartet hier.“ Und schon rutschte er am Stamm des Ahornbaumes hinab. Sofort war er in der Bahnhofshalle verschwunden. Die Elfen blieben verdutzt in den Bäumen sitzen.
Es dauerte eine Weile, bis der Zwerg wieder kam. Aber das machte nichts. Die Elfen hatten sich viel zu erzählen.
Nino erfuhr, wie alle nach ihm gesucht hatten, dafür berichtete er von der Käfigratte und den Menschen. So verging die Zeit wie im Flug.
Plötzlich stand Stone wieder vor ihnen auf einem Ast. Er kletterte erstaunlich schnell und leise. „Jetzt müsst ihr Abschied nehmen von den Stadtelfen.“, bat er Sirita und Nino. „Wir können euch sicher in den Wald zurückbringen.“
Die Freunde umarmten sich und versprachen, irgendwie in Kontakt zu bleiben. Es musste doch möglich sein, Nachrichten zwischen der Stadt und dem Wald auszutauschen.

Dann folgten sie dem Zwerg zurück in den U- Bahnhof. Sie wurden noch einmal durch die schönen Hallen geführt.
Danach ging es durch schmalere Gänge und Schächte immer tiefer unter die Stadt. Die Elfenkinder verloren bald jedes Zeitgefühl.
Sie konnten sich unter der Erde nicht gut orientieren und fühlten sich hier auch nicht besonders wohl. Irgendwann trafen sie auf große Gänge, die die Menschen vor vielen Jahren angelegt hatten.
In alten Raubritterzeiten dienten sie zur Flucht vor Feinden und führten von der Schlossanlage zum Fluss. Auf diesen Wegen ging es schnell voran, in tiefschwarzer Dunkelheit, die nur von einer kleinen Taschenlampe erhellt wurde, die der Zwerg trug.
Kanäle mit Abwasser führten in dieselbe Richtung und verpesteten die Luft in allen Gängen. Das Geräusch von strömendem Wasser wurde lauter und lauter.
Man konnte sich kaum noch unterhalten, doch den Elfen war hier unten sowieso nicht nach reden zumute. Dann endlich wurde die Luft etwas besser.
Noch eine Biegung des Ganges und sie standen am Ufer des Flusses! Er floss hier ein kleines Stück unter der Erde und wurde von Betonmauern gebändigt. Steinstufen führten hinab bis an die Wasseroberfläche, wie in einem unterirdischen Hafen. Dort schaukelte, angebunden mit einer Schnur, ein kleines blaues Plastikboot! Das also war der Plan der Zwerge!
„So, hier ist euer Transportmittel zum Wald!“, sagte Stone. "Ein feines kleines Boot! Kinder von den Menschen haben es in dem Teich im Park schwimmen lassen und verloren. Wir benutzen es manchmal für kleinere Fahrten, es ist wasserdicht und sicher. Ihr braucht keine Angst zu haben.“

Nino und Sirita war ein wenig mulmig zumute, aber dann verabschiedeten sie sich schnell, bedankten sich noch einmal und stiegen in das schwankende Boot. Der Zwerg löste die Schnur und winkte ihnen nach, als der Fluss sie mit sich davontrug.
Bald waren sie aus dem unterirdischen Tunnel herausgefahren und freuten sich am Himmel und dem Sonnenschein. Nachdem Nino und Sirita sich an das Schaukeln des Bootes gewöhnt hatten, genossen sie die Fahrt. Solange der Fluss noch durch die Stadt floss, gab es viel zu sehen. Am Ufer waren oft Menschen, Radfahrer fuhren ein Stück am Fluss entlang, jemand angelte, doch niemand bemerkte sie in dem kleinen Boot. Nur einmal winkte ein sehr kleines Kind herüber.
Sie fuhren unter zahlreichen Brücken hindurch, und dann endlich unter der Stadtmauer.
Jetzt trug der Fluss sie zwischen Wiesen und Feldern auf den Wald zu.

Inzwischen war es Mittag. In ein paar Stunden waren sie wieder zu Hause, dachte Sirita. Heute Nacht würden sie wieder in ihren eigenen Betten schlafen. Die Eltern würden sehr froh sein und über ihr großes Abenteuer staunen.
Der Fluss lief ruhig dahin, und Sirita und Nino lagen auf dem Rücken im Boot. Sie sahen einigen Vögeln zu, die am Himmel über ihnen vorbeizogen. Wie friedlich es hier war, und wie ruhig. Der Lärm aus der Stadt war fast schon vergessen.
Fast unmerklich wurde der Fluss schneller. Das Spielzeugboot trieb in der Mitte dahin.
Das Wasser gurgelte und ein paar Tropfen spritzten über den Bootsrand auf die Elfen, doch sie lachten nur.
Die Weidenbäume am Ufer ließen ihre langen Zweige wie Haare über die Wasseroberfläche streichen. Das Boot holperte von Zeit zu Zeit ein wenig.
Da plötzlich gab es einen Ruck, das Boot wurde herumgerissen und steckte dann zwischen zwei großen Steinen fest. Mitten im Fluss waren Stromschnellen, die das kleine Boot fast umgeworfen hätten!
Zum Glück lagen Sirita und Nino immer noch, sonst wären sie sicher aus dem Boot geschleudert worden!
Sie richteten sich erschrocken auf und sahen sich um. Fest verkeilt in den Steinen und doch auf allen Seiten von schnell strömendem Wasser umgeben – was nun? Sirita flog ein kleines Stück hoch, um zu sehen, wie weit entfernt der Wald noch war. Es war immer noch sehr weit.
Aber vielleicht konnten sie es schaffen.

Für den kleinen Nino war es auf jeden Fall anstrengend. Der fing gerade an, lautstark zu jammern. „Au, Sirita! Komm und hilf mir, ich habe mir meinen Flügel gestaucht!“
„Ich komme!“, rief sie und flog zum Boot zurück. Nun konnten sie natürlich nicht bis zum Wald fliegen. „Wir schaffen das schon, keine Angst.“, versuchte Sirita den weinenden Nino zu beruhigen. Aber sehr überzeugt war sie davon selbst nicht. Was nun?
Die Vögel am Himmel waren verschwunden, sie konnten nicht helfen. Sirita war allein nicht stark genug, um das Boot von den Steinen zu ziehen. Sie konnte auch nicht los fliegen und Hilfe suchen gehen, denn sie wollte Nino nicht alleine lassen.
Sie hatte gedacht, das Abenteuer wäre vorbei. Aber nun war schon wieder etwas passiert, und sie wusste nicht weiter.
Diesmal kamen keine Stadtelfen oder Stadtzwerge, um zu helfen.
Sirita setzte sich zu ihrem Bruder und kühlte ihm den verletzten Flügel mit Wasser.
„Sicher kommt bald irgendwer um uns zu helfen. Und dann ist es nicht mehr weit zum Wald.“ Tröstete sie ihren Bruder. Nino beruhigte sich langsam wieder. Aber fliegen konnte er nicht.

Da plötzlich gab es wieder einen Ruck! Das Boot bewegte sich. Die Elfenkinder sahen über den Rand. Da war jemand im Wasser und schob und zog an ihrem Boot! „Hallo?“, rief Nino. „Was tust du da? Wer bist du denn?“ Sirita fand das sehr unhöflich von ihm und hielt ihn zurück. Doch da tauchte ein patschnasses Pelzgesicht aus dem Wasser auf und lächelte. „Ich bin eine Wasserratte. Dachte so bei mir, dass ihr vielleicht Hilfe braucht.“, sagte sie und versprühte beim Sprechen feine Wassertröpfchen. “Sehr freundlich, vielen Dank!“, erwiderte Sirita. „Wir sind stecken geblieben, können sie bitte das Boot losmachen?“
Die Ratte versprach: „Ich versuche es.“ und war schon wieder abgetaucht. Das Boot ruckte und rummste, Nino jammerte wieder und Sirita hatte Mühe, ihn und sich selbst festzuhalten.
Die Ratte hatte sehr viel Kraft!
Da endlich schrammte das Boot ein letztes Mal an den Steinen entlang und war frei! Es tanzte auf den Wellen des Flusses auf und ab, als freute es sich mit den Elfen über die Rettung!
Die kluge Wasserratte schwamm neben ihnen her. „Ich begleite euch durch die Stromschnellen, dann passiert euch nichts!“, rief sie und planschte vergnügt im Fluss herum.
Sirita und Nino winkten ihr zu, hielten sich aber sofort wieder fest, denn der Fluss war an dieser Stelle wirklich sehr schnell.
Nach einer Weile hatten sie die gefährlichen Wildwasser hinter sich. Die nette Ratte blieb zurück und winkte zum Abschied.

Der Fluss war jetzt wieder so ruhig wie zuvor. Gemächlich schaukelte er das kleine Boot auf seinen Wellen hin und her.
Es war inzwischen Nachmittag geworden. Die Uferbäume warfen lange Schatten auf das Wasser.
Der Wald war jetzt schon viel näher gerückt. Nun war es wirklich nicht mehr weit.
Die Elfenkinder drehten sich noch einmal um und blickten zurück. Von der fernen Stadt waren nur noch die höchsten Türme zu sehen.
Dann führte sie der Fluss an zwei mächtigen alten Eichen vorbei, die rechts und links am Ufer standen. Ihre Äste berührten sich über das Wasser hinweg. „Schau, wie ein Eingangstor zum Wald!“, sagte Nino.
Sirita nickte. Sie sah nach oben. Das Blättertor nahm ihr die Sicht auf den blauen Himmel. Dahinter empfing sie grünliches Dämmerlicht und der vertraute Geruch von Harz und Moos.
Sie waren wieder in ihrem Wald.

Es dauerte nicht lange, da waren sie auch schon entdeckt. Eichhörnchen huschten auf den Ästen über ihnen hin und her.
Ein Specht flog zu dem Elfennest in der hohen Fichte, um den Eltern von der Heimkehr ihrer Kinder zu berichten. Gemeinsam flogen sie dem kleinen Boot entgegen.
War das eine Freude! Bald war die Fichte erreicht.
Das Boot der Zwerge wurde an einem Schilfrohr festgebunden. Sirita flog neben der Mutter nach oben, Nino wurde von seinem Vater ins Elfennest gebracht, da er immer noch Schmerzen im Flügel hatte.
Als sich der Willkommensaufruhr gelegt hatte, mussten die beiden genau erzählen, was sie erlebt hatten. Danach erfuhren sie, dass alle Bewohner des Waldes in der Zwischenzeit nach ihnen gesucht hatten.
Sie feierten gemeinsam ein Freudenfest, das die halbe Nacht andauerte.

Sirita dachte später, als sie endlich wieder in ihrem eigenen Bett lag, noch einmal an Neon und Pink. Sie würde die Stadtelfen nie vergessen.






Version vom 05. 06. 2009 00:06
Version vom 11. 06. 2009 14:55

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Liris
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Danke!
Oh, die Rechtschreibung... Ja also, wenn du magst, zeig mr meine Fehler ruhig. Schön, dass dir der Text sonst gefällt.
LG Liris

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flammarion
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Routinierter Autor

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Das Abenteuer von Sirita, der Waldelfe, in der großen Stadt
Veröffentlicht von Liris am 05. 06. 2009 00:06
Das Abenteuer von Sirita, der Waldelfe, in der großen Stadt

Hoch oben, im Wipfel einer Fichte, waren die Waldelfen schon lange vor Sonnenaufgang wach. Der Elfenvater war bereits im Wald unterwegs, um nach den Tieren zu sehen.
Im Elfennest bereitete die Mutter das Frühstück zu, während die Kinder sich noch den Schlaf aus den Flügeln schüttelten. Als endlich alle am Tisch saßen, bemerkte die Mutter, dass einer fehlte. Wie immer.
Nino war in den Wald geflogen, ohne Bescheid zu sagen.
Und wie immer wurde Sirita geschickt, um ihn zu holen.
Na Prima (prima)! (Komma) Dachte (dachte) sie. Der Tag fing ja wieder mal richtig gut an. Immer musste sie raus(Komma) um ihren kleinen Bruder zu suchen!
Warum konnte das nicht ein Mal jemand anderes tun?
Oder, noch besser: man frühstückte einfach ohne ihn, dann würde er es endlich lernen, nicht immer vor dem Essen davon zu laufen. Aber die Mutter sagte: „Sirita kennt als Einzige die Plätze, an denen Nino am liebsten spielt“(Komma) und damit war die Sache entschieden.
Also flog sie hungrig und ziemlich sauer los.

Über dem Fluss, der sich träge an ihrem Baum vorbei schlängelte, hing noch grauer Morgennebel.
Sie wurde ganz nass(Komma) als sie mitten hindurch flog, aber es war auch herrlich erfrischend.
Sie suchte ihren Bruder zuerst beim Quellteich, dann am Fichtengrund und in der Wildgrube, aber sie fand ihn nirgends.
Es dämmerte zwischen den Bäumen. Bald würde es hell sein.
Da hörte sie plötzlich mächtigen Lärm aus einer kleinen Fichtenschonung am Waldrand. Neugierig flog sie hinüber und versteckte sich in einem alten Spechtbau (Komma) um zu kucken (nachzusehen).
Das (Da) waren Menschen, mitten in ihrem Wald!
Sie trugen Körbe und sammelten Pilze hinein. Dabei machten sie einen Höllenlärm, der Sirita durch den ganzen Körper fuhr. Sie hatte schon oft Menschen im Wald getroffen.
Immer waren sie laut und stolperten fast über ihre eigenen Füße.
Sie waren zu komisch anzusehen!
Ohne Frühstück im Bauch hatte Sirita aber keine Lust, die Menschen zu beobachten und fast wäre sie weitergeflogen, da sah sie zu ihrem Entsetzen ihren Bruder aus einem der Körbe lugen. Er war zur Hälfte in einem riesigen, matschigen (kein Mensch nimmt einen matschigen Pilz mit!) Steinpilz verschwunden.
Nur sein Kopf sah heraus. Er schien sich gut zu amüsieren und dachte nicht daran, dieses Abenteuer zu beenden.
Sirita wurde immer wütender. Als er sie endlich bemerkte, winkte er unverschämt und grinste über sein ganzes Gesicht. Am liebsten wäre sie einfach heim geflogen. Sollte er doch machen (Komma) was er wollte!

Da geschah es!
Plötzlich standen die Menschen vor einem dieser stinkenden lärmenden Autos, mitten im Wald!
Sie sprangen hinein, knallten alle Türen zu, dass es zwischen den Bäumen nur so hallte, und fuhren mit qualmendem Auspuff und röhrendem Motor davon!
Und mit Nino, der noch immer in dem fauligen Pilz im Korb saß! Und nun?
Fassungslos stand Sirita auf dem Ast einer Fichte und sah dem Auto nach.
Was sollte sie nun tun? Zuerst nach Hause fliegen und den Eltern alles erzählen? Das wäre sicher das Vernünftigste. Aber dann würde sie das Auto aus den Augen verlieren und sie fänden Nino nie wieder!
Oh, dieser dämliche kleine Wicht! Immer machte er nur Ärger!
Kurz entschlossen spannte Sirita ihre Flügel und flog dem Auto hinterher.

Im Wald fuhren die Menschen nicht so schnell, sie hatte das Auto bald eingeholt. Um kurz zu verschnaufen, hielt sie sich an der Antenne fest, und das war ihr Glück.
Denn als der Waldweg zu Ende war und die Teerstraße begann, beschleunigte das Auto sofort.
Sirita pfiff der Fahrtwind gewaltig um die Ohren. Sie bekam kaum noch Luft und ihre Augen tränten. Der Wald wurde hinter ihnen immer kleiner.
Dann kamen sie in die Stadt und es waren weit und breit nur noch Häuser zu sehen.
Sirita hatte kaum noch Kraft in ihren Armen. Die Antenne (Komma) an der sie sich krampfhaft festhielt, schwang hin und her.
Als das Auto schnell in eine Kurve fuhr und dann stark bremsen musste, konnte sie sich nicht mehr halten. Sie ließ los und wurde fortgeschleudert.

Mit großem Schwung flog sie auf einen gähnenden Abgrund zu. Sie fiel in einen merkwürdigen Raum unter der Erde. Er war riesig, hell beleuchtet und hatte glatte kalte Wände. Viele Menschen liefen geschäftig hin und her. Staunend sah Sirita sich um.
Als sie beinahe von einem Menschen zertreten worden wäre, suchte sie sich schleunigst ein Versteck. Sie flog zu einer der Lampen hinauf und setzte sich dort auf einen kleinen Mauervorsprung. Eine laute fürchterliche Stimme schallte durch den Raum:
„Auf Gleis eins fährt: ein U 9 nach Elisabeth - Platz“. Kaum war die Stimme mit einem Knarrtzen (Knarzen) verstummt, kam dröhnend und brausend ein riesiges Ungeheuer aus einem Tunnel geschossen. Es hielt mitten in dem Raum an und Türen öffneten sich in (an) seinem metallenen Leib. Die Menschen stiegen ein. Sie schienen gar keine Angst zu haben!
Ob das ein Zauber war?
Die Stimme kam wieder und schrie: “Zurückbleiben, bitte!“ (Komma) dann schlossen sich die Türen von ganz allein hinter den Menschen und das Ungetüm fuhr so brausend davon, wie es gekommen war.
Sirita kam sich vor wie in einem bösen Traum. Wo war sie nur gelandet?

Fast hätte sie ihren Bruder in dem Auto vergessen.
Wie sollte sie Nino nur jemals wieder finden?
Traurig und mutlos lies (ließ) sie die Flügel hängen. Ein paar dicke Tränen kullerten über ihre Backen (Wangen, die Backen sind am Po).
Da wurde sie plötzlich am Fuß angestupst. Sie erschrak so, dass sie fast heruntergefallen wäre. Ein Stückchen unter ihr saß der merkwürdigste Elf, den sie je gesehen hatte und grinste sie an. Seine Haare waren bunt gestreift und standen alle nach oben ab.
In den Ohren steckten Metallringe und in der Nase auch. Die Flügel waren schwarz gefärbt.
Er hatte immer noch seinen Finger auf ihrem Fuß und stupste sie. „Hör auf!“ (Komma) sagte sie und zog den Fuß weg. „Ich bin Neon“ (Komma) sagte der Stupser. „Du bist wohl nicht von hier, oder?“ Sirita schüttelte den Kopf und guckte nur. Was sollte sie auch sagen?
„Waldelfe, oder?“ (Komma) fragte er weiter. Wieder nickte sie. „Zum ersten Mal in der Stadt?“ (Komma kein Absatz)
fragte da eine Stimme über ihr.
Sirita sah erschrocken hoch und sagte leise: “Ja“.
„Na, sieht man“, kam die spöttische Antwort von oben. „Ich bin Pink. Du musst keine Angst haben. Wir helfen dir (Komma) wenn du willst.“ Das klang schon viel freundlicher und Sirita nickte wieder. Sie wischte sich die Tränen ab und stellte sich vor: “Ich bin Sirita. Mein Bruder ist in einem Auto von den Menschen eingesperrt und ich bin ihm hinterher geflogen (Komma) um ihn zu befreien. Aber dann habe ich das Auto verloren und bin hier in dieses komische Loch geschleudert worden. Jetzt finde ich ihn sicher nie wieder!“ Fast hätte sie wieder geweint. Aber dann sah sie die anderen grinsen und wurde wütend. „Warum lacht ihr? Sehr hilfsbereit scheint ihr mir nicht! Wir Waldelfen sind immer freundlich zu Fremden!“
Betreten sahen sich Pink und Neon an. „Wir wollten dich ja nicht auslachen, aber du bist nicht in einem Loch (Komma) sondern in einem U-Bahnhof von den Menschen gelandet!
Für uns Stadtelfen ist das eben ulkig, wenn jemand so etwas nicht kennt.“ (Komma) sagte Pink entschuldigend. “Ich habe von euch Stadtelfen noch nie etwas gehört“ (Komma) sagte Sirita.
„Tja, man sollte es nicht für möglich halten, aber es gibt uns tatsächlich. Und zwar überall in der Stadt. Elfen aus vielen verschiedenen Ländern der Welt wohnen hier.“ (Komma) sagte Neon stolz. (Leerfeld)“ (kein Leerfeld) Du lernst sicher noch einige von ihnen kennen. Komm mit!“ Er stand auf (Komma) um seine Flügel auszubreiten. „Ja, komm (Komma) wir fahren U-Bahn!“ (Komma) sagte Pink und nahm Sirita an der Hand. „Das ist lustig, du wirst schon sehen“. Dann flogen sie direkt auf das dunkle Loch zu, aus dem vorhin das Ungeheuer gekommen war.

Der Tunnel war zu groß (dunkel), um irgendetwas in der Dunkelheit zu erkennen.
Da plötzlich kam wieder das brausende Geräusch und zwei grelle Lichter an der Schnauze des Ungeheuers bohrten sich durch die Finsternis.
Sirita sah viele kleine Augenpaare aufleuchten, die sich wohl in Nischen des Tunnels versteckten. Waren das auch Elfen? Da wurde sie von Neon und Pink fest an den Händen gepackt und mitgezogen. Die Stadtelfen waren auf das Ungetüm aufgesprungen und nun saßen alle drei auf seinem breiten Rücken.
Ähnlich wie vorhin mit dem Auto war es eine sehr schnelle Fahrt.
Nach einem Stück Tunnel, in dem es völlig finster war, kam ein kurzer Stopp in einem der hell beleuchteten Bahnhöfe. Dort stiegen Menschen ein und aus, ohne die Passagiere auf dem Dach zu bemerken.
Einige Bahnhöfe weiter sprangen die Elfen ab und flogen aus der Bahnhofshalle hinaus.
Sie kamen auf einen Platz mit einigen Bäumen, in denen mehrere junge Elfen saßen.
Man musste aber sehr genau hinsehen, um sie zu bemerken.
Sirita war sehr froh, wieder den Himmel über sich zu haben. Sie hatte gar nicht gewusst, dass es in der Stadt so viele Bäume gab. Neon stellte sie den Elfen in den Bäumen vor. Dann erzählte er ihnen auch von ihrem verschwundenen Bruder.

In der Zwischenzeit musterte Sirita verstohlen die anderen. Alle Stadtelfen waren sehr bunt, hatten vielfarbige Haare und kleine Knöpfchen oder Ringe in Ohren und Nasen. Manche hatten eine sehr dunkle Haut, oder schräg stehende Augen. Wenn sie sprachen, klang das ein bisschen fremd. Aber alle sahen sie freundlich an und als Neon seinen Bericht beendet hatte, überlegten die Elfen gemeinsam, was man tun könnte (Komma) um ihren Bruder wieder zu finden.
„Am besten ist es wohl, wir verteilen uns in der ganzen Umgebung und sagen an alle Elfen weiter, dass sie nach dem Jungen suchen sollen!“ (Komma) sagte ein etwas größeres Elfenmädchen mit grünlila gestreiftem Haar.
„Ein Waldelf fällt sicher jedem sofort auf“ (Komma) bemerkte ein Junge mit oliv farbener Haut. Es wurde ausgemacht, sich am nächsten Morgen wieder in den Bäumen zu treffen, dann schwirrten alle Elfen in verschiedene Richtungen davon.

Sirita blieb mit Pink und Neon zurück. „Ich habe heute noch gar nichts gegessen. Habt ihr hier irgendwo einen Platz (Komma) an dem man Tau und Honig oder so etwas findet?“ (Komma) fragte sie schüchtern. „Viel besser! Komm (Komma) wir fliegen zu einem Imbissstand!“ (Komma) sagte Pink und flog auch schon los.
Auf einem Platz neben einer großen Straße stand ein Imbisswagen. Er sah aus wie ein winziges Haus mit Rädern darunter. Es duftete süß und Sirita wäre am liebsten sofort mitten hinein geflogen, doch die anderen hielten sie zurück. „Wir müssen vorsichtig sein, sonst sehen die Menschen uns doch einmal. Pass auf!“ (Komma) sagte Pink und setzte sich erst einmal auf das Dach. Von dort aus lugte sie über die Dachkante nach unten. Sirita machte es ihr nach. Dampfende runde Teigscheiben klebten auf einem Herd. Ein Mann bestrich sie gerade mit einer braunen Paste. Dann faltete er die Fladen zusammen und gab sie dem Menschen, der vor seinem Wagen stand.
Als kein Kunde mehr da war, stieg der Mann aus dem Wagen aus und zündete sich eine kleine weiße Stange an, die er in den Mund nahm. Es roch verbrannt.
Er rauchte wohl – das hatte Sirita schon bei den Zwergen des Waldes gesehen.
Inzwischen waren Neon und Pink nach unten in den Wagen geflogen. Sie bedienten sich nach Herzenslust an den Teigresten und naschten von der braunen klebrigen Masse.
Sirita versuchte das ungewohnte Essen – es schmeckte köstlich! Süß und ein wenig nach Nüssen. Als der Mann in den Wagen zurückkam, saßen die Elfen längst wieder oben drauf.
Sirita war pappsatt (ich kenne pappsatt nur als Synonym für „die Schnauze voll haben“, aber das meinst du hier doch gar nicht. Vielleicht ersetzt du es durch etwas Unmissverständlicheres). „Ich glaube, ich kann nicht mehr fliegen, so viel habe ich gegessen!
War das lecker! Viel besser als bei uns im Wald!“(Komma) sagte sie.

Ihre neuen Freunde schlugen ein Nickerchen an Ort und Stelle vor. Im warmen Sonnenschein auf dem Dach waren sie alle müde geworden. Sirita war erschöpft von der ganzen Aufregung des Tages. Aber sie konnte trotzdem nicht einschlafen.
Sie dachte an Nino. Ob er wohl Angst hatte? Wo steckte er nur? Würden die Elfen ihn finden?
Sirita ertappte sich plötzlich bei dem Gedanken, dass sie ihren kleinen Bruder vermisste. Das hätte sie bis vor kurzem noch für unmöglich gehalten!
Die Sonne stand hoch am Himmel. Bald war es Nachmittag. Vor morgen würde Nino wohl nicht gefunden werden. Wenn er überhaupt gefunden wurde in dieser riesigen Stadt.
Was sollte sie so lange tun? Wenn man auf etwas wartet, vergeht die Zeit viel langsamer als sonst. Wenigstens war sie nicht allein. Dankbar betrachtete sie die schlafenden Elfen neben sich. Sie sahen zwar ganz anders aus, aber sooo anders als Waldelfen waren Stadtelfen nun auch wieder nicht. Da begannen die beiden zu blinzeln und wachten aus ihrem Mittagsschlaf auf.
Sie waren ausgeruht und voller Tatendrang. „Sollen wir dir die Stadt zeigen?“ (Komma) fragte Neon. „Ja, gerne!“ (Komma) antwortete Sirita und sie flogen los. Da es ein sehr windstiller Tag war, konnten sie weit oben fliegen.
Der Ausblick war gewaltig. Die Stadt war fast größer als der Wald, der weit entfernt als dunkelgrünes Band am Horizont zu sehen war. Sirita staunte. Die Menschen hatten Häuser gebaut, die bis in den Himmel reichten, höher als jeder Baum. In den gläsernen Wänden spiegelten sich die Wolken. Hohe Türme mit großen Glocken darin hatten Hauben aus Gold oder Kupfer auf. Die Glockentöne hatte sie schon manchmal gehört.
Mitten durch die Stadt schlängelte sich träge der Fluss, wie ein großer, grünblauer Regenwurm sah er aus von hier oben.
Sirita kannte ihn gut, er floss auch an ihrem Zuhause vorbei.
Durch die Grünflächen der Parks sah die Stadt aus wie ein Flickenteppich.
So eine langweilige Steinwüste, wie die Waldelfen immer dachten, war die Stadt gar nicht!
Hier gab es zwar scheußliche Ecken und riesige Straßen voller Autos, aber auch einige schöne Plätze. Trotzdem wollte Sirita endlich wieder nach Hause zurück.

Nach dem Rundflug landeten die Elfen auf dem alten Schlossturm. Das Schloss stand auf einem Hügel mitten in einem wunderschönen Park im Zentrum der Stadt.
Dort war der Schlafplatz von Neon und Pink und ihren Familien. Sirita wurde sehr freundlich aufgenommen. Sie erzählte ihr Abenteuer noch einmal. Nun versprachen auch die erwachsenen Elfen (Komma) ihr zu helfen. Als wenig später alle in ihren Nestern lagen, war der Raum unter dem Turmdach von leisen Schnarchtönen erfüllt. Auch Sirita war sofort eingeschlafen.
Am nächsten Morgen hatte sie es eilig, zu den Bäumen vor dem Bahnhof zu kommen.
Ob die anderen Elfen wohl etwas über ihren Bruder erfahren hatten? Die Eltern machten sich sicher schon große Sorgen. Es wurde Zeit, wieder nach Hause zu fliegen.
Nach einem schnellen Frühstück machten sich Sirita, Neon und Pink gleich auf den Weg zum Treffpunkt. In den Bäumen waren schon einige Elfen versammelt, aber niemand hatte von Nino gehört. Bis zum Mittag warteten die Freunde auf Neuigkeiten. Aber umsonst. Keiner konnte Sirita helfen. Nino blieb verschwunden.
Niedergeschlagen flogen sie zum Schlossturm zurück. Vielleicht hatten die älteren Elfen mehr Glück gehabt? Aber dort wurden sie noch einmal enttäuscht. Keine Spur von einem Waldelfenjungen in der ganzen Stadt.

Sirita hatte wieder Tränen in den Augen. Sie hatte sich auf die Turmspitze gesetzt, weil sie einen Moment allein sein wollte.
Keiner hatte eine Idee, wie Nino noch aufgespürt werden konnte.
Da kam quer durch den Schlosspark eine Taube auf den Turm zugeflogen.
Sirita sah sie durch die Tränen nur verschwommen, schnell wischte sie sich ihre Augen mit einer Ecke ihrer Bluse trocken. Erstaunt sah sie dem Vogel entgegen.
Es war nicht nur eine der Tauben vom Stadtplatz, die da angeflogen kam. Sie trug noch jemand auf ihrem Rücken. Sirita flog in das Turmzimmer unter dem Dach zurück.
Die anderen Elfen hatten die Besucher auch bemerkt. Gespannt warteten alle die Landung des großen Vogels ab.
Nun erkannte man auch den Passagier – es war ein Zwerg! Sirita hatte gar nicht gewusst (Komma) das (dass) es auch Zwerge in der Stadt gab! Die aus dem Wald waren nicht sehr gesellig. Man traf sich nicht oft mit ihnen.
Aber dieser Zwerg war anders. Ein Stadtzwerg, wie sie nun erfuhr.
Sein Name war Stone. Er lebte mit seiner Sippe in den Schächten der U-Bahn.
Das also waren die leuchtenden Augen gewesen, die sie dort im Dunkeln gesehen hatte!
Während der höflichen Begrüßung, bei der traditionell auch Tau und Nektar angeboten wurde, konnte sie ihn ein wenig beobachten.
Wie die Stadtelfen war auch er bunt gekleidet und sein Bart war zu vielen dünnen Zöpfen geflochten. Glitzernde Perlen klimperten leise an den Zopfenden aneinander.
Sirita fand das hübsch.
Aber der Zwerg war natürlich nicht gekommen, um sich von einer kleinen Waldelfe betrachten zu lassen. Die Eltern von Pink und Neon hatten ihn gebeten, bei der Suche nach Nino zu helfen. Sie hatten unter den Zwergen der Stadt viele Freunde.

Als er endlich zu erzählen begann, wurde es in dem Turmzimmer Mucksmäuschenstill.
Die Zwerge hatten die ganze Nacht über nach Nino gesucht!
Dazu hatten sie auch die Tiere ausgeschickt. Tauben schliefen zwar nachts, aber die Ratten nicht. Sie hatten den Zwergen schon oft geholfen.
In einem Haus hatte letzte Nacht eine der Ratten eine Verwandte besucht, die bei den Menschen in einem Käfig wohnt.
Und in diesem Käfig hatte sie einen kleinen Waldelf gesehen!
Er war übermütig und frech und war einfach von zuhause ausgebüxt.
Er war im Wald zu den Menschen in einen Korb gestiegen und unbemerkt mitgefahren.
Die Käfigratte half ihm, sich vor den Menschen zu verstecken. Doch so langsam bekam das Elfenkind nun Heimweh und die Ratte wusste nicht, wie sie ihn in den Wald zurückbekommen sollte.
Die freundliche Stadtratte hatte ihn sofort mitgenommen und ihn auf ihrem Rücken zu den Zwergen gebracht.
Dort, in einem der U-Bahnschächte (Komma) wartete er auf seine Schwester!
Da war die Freude natürlich riesig!
Sirita fiel Stone um den Hals und bedankte sich für die Hilfe. Alle freuten sich mit ihr und in dem Turm schwirrte es wie in einem Bienenstock.

Sie nahm bald Abschied von den Elfen aus dem Schlossturm.
Der Zwerg hatte es eilig und sie brachen schnell auf. Er saß wieder auf der Taube. Weil er nicht ganz schwindelfrei war, gurrte die Taube die ganze Zeit beruhigend auf ihn ein.
Pink und Neon waren natürlich dabei, als sie zum Bahnhof flogen.
Vor dem Abgrund, der zur U-Bahn hinabführte, trafen sie ihre Freunde aus den Bäumen wieder. Alle waren sehr erleichtert, als sie die guten Neuigkeiten hörten.
Pink und Neon blieben bei den jungen Elfen und Sirita verabschiedete sich herzlich von allen.
Die nette Taube sagte(Doppelpunkt) „ auf (Auf) Wiedersehen bis zum nächsten Mal!“ zu dem Zwerg, und “ es (Es) war mir eine Freude, dich kennen zulernen!“ zu Sirita. Dann verbeugten sich alle, und die Taube flog davon.

Ein wenig fürchtete Sirita sich immer noch vor der U-Bahn, als sie dem Zwerg nun in die Halle folgte. Sie liefen unbemerkt von den Menschen nahe an der Wand entlang, bis eine Nische kam.
Aber als sie hinter Stone in einen dunklen Schacht stieg, erlebte sie eine Überraschung!
Sie bogen nach ein paar Schritten ab und gelangten in eine hell beleuchtete Zwergenhalle, die unter der großen Halle der Menschen lag.
Der Boden funkelte und glänzte, denn viele runde Metallscheiben in verschiedenen Farben waren kunstvoll verlegt worden. Einige trugen Muster oder Schriften wie zum Beispiel „Moordorfer Urweizen“ oder „Sauburger Helles“. Stone erzählte, die Menschen werfen das Metall fort und die Zwerge sammelten es. Für den Boden ihrer Hallen war es ideal.
Die Räume der Zwerge waren wunderschön eingerichtet. Sie hatten aus allem, was die Menschen der Stadt übrig hatten, Möbel oder Kunstwerke gemacht.
Die Zwerge begrüßten Sirita sehr freundlich, auch ein wenig neugierig (Komma) wie ihr schien.
Kleine Kinder zupften an ihren Flügeln und liefen dann lachend fort.

Stone deutete auf eines der Metallkunstwerke am Ende der Halle, ein verschlungenes Gebilde aus Metallstäben, Perlen und wer weis (weiß) was noch allem, das einen großen Fisch darstellte. .(Punkt doppelt) Sirita wollte gerade etwas Lobendes darüber sagen, als sie ihren Bruder mitten in dem Fischmaul sitzen sah!
Er grinste wie immer und winkte ihr frech zu. Dann spannte er die Flügel und flog sie fast über den Haufen, so stürmisch kam er angesaust. Er umarmte sie und drückte so fest zu, dass Sirita kaum noch Luft bekam.
Die Zwerge sahen zu und lachten dröhnend.
Als Nino sie endlich los lies (ließ , lies ist die Befehlsform von lesen), sah er aus (Komma) als wäre ihm diese Begrüßung etwas peinlich. Jetzt (kein Absatz)
war es Sirita, die grinste. Sie drückte ihn noch einmal an sich und schob ihn dann mit den Worten: „Puh, du stinkst vielleicht nach altem Pilz!“ weit von sich.
Nun wurden sie von den Zwergen erst einmal zu einem kleinen Festmahl eingeladen.
Es schmeckte köstlich, auch wenn es für die Elfenkinder ungewohnt war.
Die Zwerge tischten Tsatsiki, Gyros und Fladenbrot auf, Gerichte, die sie bei den Menschen kennen gelernt hatten.

Dann überlegten sie gemeinsam, wie die Elfenkinder zurück in den (kein Absatz)
Wald kommen könnten. Mit der U-Bahn könnten sie bis zur Stadtgrenze fahren.
Von dort aus war es aber immer noch ein sehr großes Stück bis zum Wald. Die Zwerge überlegten hin und her, kamen aber zu keinem Entschluss.
Inzwischen war es Abend geworden. Die Kinder mussten noch eine Nacht in der Stadt verbringen.
In der Zwergenhalle bauten sie sich gemütliche Nester aus bunten Stofftüchern und kuschelten sich nahe aneinander.
Am nächsten Morgen war immer noch nicht entschieden, wie die Elfen in den Wald zurückkehren sollten. Für die Tauben war der Weg zu weit. Falken konnte man nicht besonders trauen. Die Elfen konnten nicht so weit fliegen.
Man traf sich noch einmal mit den jungen Elfen im Baum vor der Bahnhofshalle.
Vielleicht hatten sie ja eine Idee.
Pink und Neon freuten sich sehr, Sirita noch einmal wieder zusehen. Und sie waren alle neugierig auf Nino. Der war plötzlich gar nicht mehr so frech, sondern sehr froh, wieder bei seiner Schwester zu sein.
Aber keinem wollte eine Lösung einfallen.
Der Weg zum Wald war einfach zu weit (kein Absatz)
.
Sirita dachte plötzlich an den Fluss. Er war doch eigentlich der direkte Weg bis in den Wald!
Er führte sogar genau an dem Baum vorbei, in dem sie wohnten!
Nur, schwimmen konnten sie nicht. „Können Zwerge schwimmen?“ (Komma) Fragte (fragte) sie. „Nein!“ (Komma) lachte Stone. Aber er wurde sofort wieder ernst. „Das ist es!“ (Komma) rief er.
„Was denn?“ (Komma) fragte Nino neugierig.
„Wir haben vielleicht etwas, mit dem ihr auf dem Fluss reisen könnt!“ (Komma) sagte Stone geheimnisvoll. „Ich muss das mit den anderen besprechen, wartet hier.“ und (Und) schon rutschte er am Stamm des Ahornbaumes hinab. Sofort war er in der Bahnhofshalle verschwunden. Die Elfen blieben verdutzt in den Bäumen sitzen.
Es dauerte eine Weile, bis der Zwerg wieder kam. Aber das machte nichts. Die Elfen hatten sich viel zu erzählen.
Nino erfuhr, wie alle nach ihm gesucht hatten, dafür berichtete er von der Käfigratte und den Menschen. So verging die Zeit wie im Flug.
Plötzlich stand Stone wieder vor ihnen auf einem Ast. Er kletterte erstaunlich schnell und leise. „Jetzt müsst ihr Abschied nehmen von den Stadtelfen.“(Komma) Sagte (sagte) er zu Sirita und Nino. „Wir können euch sicher in den Wald zurückbringen.“
Die Freunde umarmten sich und versprachen, irgendwie in Kontakt zu bleiben. Es musste doch möglich sein, Nachrichten zwischen der Stadt und dem Wald auszutauschen.

Dann folgten sie dem Zwerg zurück in den U- Bahnhof. Sie wurden noch einmal durch die schönen Hallen geführt.
Danach ging es durch schmalere Gänge und Schächte immer tiefer unter die Stadt. Die Elfenkinder verloren bald jedes Zeitgefühl.
Sie konnten sich unter der Erde nicht gut orientieren und fühlten sich hier auch nicht besonders wohl. Irgendwann trafen sie auf große Gänge, die die Menschen vor vielen Jahren angelegt hatten.
In alten Raubritterzeiten dienten sie zur Flucht vor Feinden und führten von der Schlossanlage zum Fluss. Auf diesen Wegen ging es schnell voran, in tiefschwarzer Dunkelheit (Komma) die nur von einer kleinen Taschenlampe erhellt wurde, die der Zwerg trug. . (Punkt doppelt)
Kanäle mit Abwasser führten in dieselbe Richtung und verpesteten die Luft in allen Gängen. Das Geräusch von strömendem Wasser wurde lauter und lauter.
Man konnte sich kaum noch unterhalten, doch den Elfen war hier unten sowieso nicht nach reden zumute. Dann endlich wurde die Luft etwas besser.
Noch eine Biegung des Ganges und sie standen am Ufer des Flusses! Er floss hier ein kleines Stück unter der Erde und wurde von Betonmauern gebändigt. Steinstufen führten hinab bis an die Wasseroberfläche, wie in einem unterirdischen Hafen. Dort schaukelte, angebunden mit einer Schnur, ein kleines blaues Plastikboot! Das also war der Plan der Zwerge!
„So, hier ist euer Transportmittel zum Wald!“ (Komma) sagte Stone. (Leerfeld)“ (kein Leerfeld) Ein feines kleines Boot! Kinder von den Menschen haben es in dem Teich im Park schwimmen lassen und verloren. Wir benutzen es manchmal für kleinere Fahrten, es ist wasserdicht und sicher. Ihr braucht keine Angst zu haben.“

Nino und Sirita war ein wenig mulmig zumute, aber dann verabschiedeten sie sich schnell, bedankten sich noch einmal und stiegen in das schwankende Boot. Der Zwerg löste die Schnur und winkte ihnen nach, als der Fluss sie mit sich davontrug.
Bald waren sie aus dem unterirdischen Tunnel herausgefahren und freuten sich am Himmel und dem Sonnenschein. Nachdem Nino und Sirita sich an das Schaukeln des Bootes gewöhnt hatten, genossen sie die Fahrt. Solange der Fluss noch durch die Stadt floss, gab es viel zu sehen. Am Ufer waren oft Menschen, Radfahrer fuhren ein Stück am Fluss entlang, jemand angelte, doch niemand bemerkte sie in dem kleinen Boot. Nur einmal winkte ein sehr kleines Kind herüber.
Sie fuhren unter zahlreichen Brücken hindurch, und dann endlich unter der Stadtmauer.
Jetzt trug der Fluss sie zwischen Wiesen und Feldern auf den Wald zu.

Inzwischen war es Mittag. In ein paar Stunden waren sie wieder zu Hause, dachte Sirita. Heute Nacht würden sie wieder in ihren eigenen Betten schlafen. Die Eltern würden sehr froh sein und über ihr großes Abenteuer staunen.
Der Fluss lief ruhig dahin, und Sirita und Nino lagen auf dem Rücken im Boot. Sie sahen einigen Vögeln zu, die am Himmel über ihnen vorbeizogen. Wie friedlich es hier war, und wie ruhig. Der Lärm aus der Stadt war fast schon vergessen.
Fast unmerklich wurde der Fluss schneller. Das Spielzeugboot trieb in der Mitte dahin.
Das Wasser gurgelte und ein paar Tropfen spritzten über den Bootsrand auf die Elfen, doch sie lachten nur.
Die Weidenbäume am Ufer ließen ihre langen Zweige wie Haare über die Wasseroberfläche streichen. Das Boot holperte von Zeit zu Zeit ein wenig.
Da plötzlich gab es einen Ruck, das Boot wurde herumgerissen und steckte dann zwischen zwei großen Steinen fest. Mitten im Fluss waren Stromschnellen, die das kleine Boot fast umgeworfen hätten!
Zum Glück waren Sirita und Nino gelegen, sonst wären sie sicher aus dem Boot geschleudert worden!
Sie richteten sich erschrocken auf und sahen sich um. Fest verkeilt in den Steinen und doch auf allen Seiten von schnell strömendem Wasser umgeben – was nun? Sirita flog ein kleines Stück hoch, um zu sehen (Komma) wie weit entfernt der Wald noch war. Es war immer noch sehr weit. Aber vielleicht konnten sie es schaffen.

Für den kleinen Nino war es auf jeden Fall anstrengend. Der fing gerade an (Komma) lautstark zu jammern. „Au, Sirita! Komm und hilf mir, ich habe mir meinen Flügel gestaucht!“
„Ich komme!“ (Komma) rief sie und flog zum Boot zurück. Nun konnten sie natürlich nicht bis zum Wald fliegen. „Wir schaffen das schon, keine Angst.“ (Komma) Versuchte (versuchte) Sirita den weinenden Nino zu beruhigen. Aber sehr überzeugt war sie davon selbst nicht. Was nun?
Die Vögel am Himmel waren verschwunden, sie konnten nicht helfen. Sirita war allein nicht stark genug (Komma) um das Boot von den Steinen zu ziehen. Sie konnte auch nicht los fliegen und Hilfe suchen gehen, denn sie wollte Nino nicht alleine lassen.
Sie hatte gedacht, das Abenteuer wäre vorbei. Aber nun war schon wieder etwas passiert, und sie wusste nicht weiter.
Diesmal kamen keine Stadtelfen oder Stadtzwerge (Komma) um zu helfen.
Sirita setzte sich zu ihrem Bruder und kühlte ihm den verletzten Flügel mit Wasser.
„Sicher kommt bald irgendwer um uns zu helfen. Und dann ist es nicht mehr weit zum Wald.“ Sagte sie. Nino beruhigte sich langsam wieder. Aber fliegen konnte er nicht.

Da plötzlich gab es wieder einen Ruck! Das Boot bewegte sich. Die Elfenkinder sahen über den Rand. Da war jemand im Wasser und schob und zog an ihrem Boot! „Hallo?“ (Komma) rief Nino. „Was tust du da? Wer bist du?“ Sirita fand das sehr unhöflich von ihm und hielt ihn zurück. Doch da tauchte ein patschnasses Pelzgesicht aus dem Wasser auf und lächelte. „Ich bin eine Wasserratte. Dachte so bei mir, dass ihr vielleicht Hilfe braucht.“(Komma) Sagte (sagte) sie und versprühte beim Sprechen feine Wassertröpfchen. “Sehr freundlich, vielen Dank!“ (Komma) erwiderte Sirita. „Wir sind stecken geblieben, können sie (Sie , sie sind viele, Sie ist eine höfliche Anrede) bitte das Boot losmachen?“
Die Ratte sagte „Ich versuche es“ und war schon wieder abgetaucht. Das Boot ruckte und rummste, Nino jammerte wieder und Sirita hatte Mühe, ihn und sich selbst festzuhalten.
Die Ratte hatte sehr viel Kraft!
Da endlich schrammte das Boot ein letztes Mal an den Steinen entlang und war frei! Es tanzte auf den Wellen des Flusses auf und ab (Komma) als freute es sich mit den Elfen über die Rettung!
Die kluge Wasserratte schwamm neben ihnen her. „Ich begleite euch durch die Stromschnellen, dann passiert euch nichts!“ (Komma) rief sie und planschte vergnügt im Fluss herum.
Sirita und Nino winkten ihr zu, hielten sich aber sofort wieder fest, denn der Fluss war an dieser Stelle wirklich sehr schnell.
Nach einer Weile hatten sie die gefährlichen Wildwasser hinter sich. Die nette Ratte blieb zurück und winkte zum Abschied.

Der Fluss war jetzt wieder so ruhig wie zuvor. Gemächlich schaukelte er das kleine Boot auf seinen Wellen hin und her.
Es war inzwischen Nachmittag geworden. Die Uferbäume warfen lange Schatten auf das Wasser.
Der Wald war jetzt schon viel näher gerückt. Nun war es wirklich nicht mehr weit.
Die Elfenkinder drehten sich noch einmal um und blickten zurück. Von der fernen Stadt waren nur noch die höchsten Türme zu sehen.
Dann führte sie der Fluss an zwei mächtigen alten Eichen vorbei, die rechts und links am Ufer standen. Ihre Äste berührten sich über das Wasser hinweg. „Schau, wie ein Eingangstor zum Wald!“ (Komma) sagte Nino.
Sirita nickte. Sie sah nach oben. Das Blättertor nahm ihr die Sicht auf den blauen Himmel. Dahinter empfing sie grünliches Dämmerlicht und der vertraute Geruch von Harz und Moos.
Sie waren wieder in ihrem Wald.

Es dauerte nicht lange, da waren sie auch schon entdeckt. Eichhörnchen huschten auf den Ästen über ihnen hin und her.
Ein Specht flog zu dem Elfennest in der hohen Fichte, um den Eltern von der Heimkehr ihrer Kinder zu berichten. Gemeinsam flogen sie dem kleinen Boot entgegen.
War das eine Freude! Bald war die Fichte erreicht.
Das Boot der Zwerge wurde an einem Schilfrohr festgebunden. Sirita flog neben der Mutter nach oben, Nino wurde von seinem Vater ins Elfennest gebracht, da er immer noch Schmerzen im Flügel hatte.
Als sich der Willkommensaufruhr gelegt hatte, mussten die beiden genau erzählen (Komma) was sie erlebt hatten. Danach erfuhren sie, dass alle Bewohner des Waldes in der Zwischenzeit nach ihnen gesucht hatten.
Sie feierten gemeinsam ein Freudenfest, das die halbe Nacht andauerte.

Sirita dachte später, als sie endlich wieder in ihrem eigenen Bett lag, noch einmal an Neon und Pink. Sie würde die Stadtelfen nie vergessen.




Du verwendest zu oft "sagte" bei der wörtlichen Rede. Lass Dir noch andere, bessere Worte einfallen, die der jeweiligen Situation gerecht werden.

ganz lieb grüßt
__________________
Old Icke

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suzah
Guest
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hallo liris,

deine geschichte gefällt mir sehr gut, ganz besonders witzig der einfall mit den stadtelfen. die handlung ist nachvollziehbar (was durchaus nicht bei allen elfengeschichten der fall ist) und sinnvoll und geht nach vielen abenteuern gut aus.

mir fiel auf:
"Zum Glück waren Sirita und Nino gelegen, sonst wären sie sicher aus dem Boot geschleudert worden! "
das müsste m.e. heißen "zum glück lagen sie (ausgestreckt) auf dem boden des bootes, sonst wären sie hinausgeschleudert worden" oder so ähnlich.

aber das ist eine kleinigkeit.

ich hoffe, du schreibst noch mehr so schöne geschichten.

liebe grüße von suzah


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suzah
Guest
Registriert: Not Yet

"pappsatt" kenne ich auch von kindern, als die steigerung von satt.

gruß suzah

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