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Leselupe.de > Kurzprosa
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Eingestellt am 25. 02. 2008 13:24


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Franka
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Sie schaut ihn an. Nein, sie starrt durch ihn hindurch. Tom versucht ihren Blick zu fangen, folgt ihm, doch sie hat ihn geheftet, auf die Wand hinter ihm.
“ Was ist mit dir?“, will er fragen, doch sie scheint weit weg. Er nimmt sie in seine Arme. Sie ist eine Puppe. Biegsam. Kraftlos. Wo war sie hin, die Wildheit, die WĂ€rme dieser Nacht? Er erschaudert unter ihrer KĂ€lte.

Sie drĂŒckt ihn von sich, erst zaghaft, unsicher, doch dann schiebt sie ihn kraftvoll zur Seite, die Augen immer noch in Richtung Wand.
An der Wand hÀngt ein altes Bild seiner Eltern. Es gibt nur dieses, kurz nach der Aufnahme wer der Vater gegangen. Tom hatte nie gefragt warum.

Maria springt auf, auf das Bild zu. Mit beiden FÀusten zerschlÀgt sie das Glas, zerkratzt mit den FingernÀgeln das Gesicht des Mannes. Tom ist entsetzt, er versucht ihre HÀnde zu greifen, sie anzusprechen, aber sie hört ihn nicht. Die Wildheit der letzten Nacht, da ist sie wieder.
„ Ich bringe ihn um, ich bring das Schwein um.“

Tom zerrt Maria vom Bild weg. Doch ihre Wut kennt keine Grenze. Sie schlĂ€gt und schlĂ€gt, bis sie irgendwann erschöpft zusammenbricht, in seine Arme fĂ€llt und nur noch weint. Er trĂ€gt sie zurĂŒck ins Bett. Als sie eingeschlafen ist, holt er das Tagebuch seiner Mutter und liest den Satz, den er damals, als er nach ihrer Beerdigung die Papiere sortierte, nicht verstand: „Man erzĂ€hlt, er hĂ€tte es wieder getan, er sei wieder davon gekommen und wieder wĂŒrde ein Kind der Gewalt geboren werden."

Tom schaut auf Maria, zum Bild und wieder auf Maria.

Es ist seine Schwester, die er liebt.








Version vom 25. 02. 2008 13:24
Version vom 25. 02. 2008 14:47
Version vom 25. 02. 2008 19:01
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Haki
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Franka,

wieder ein sehr tiefer Text.
Die Themtatik ist sehr gut eingefangen. An ein paar Formulierungen wĂŒrde ich noch werkeln und FlĂŒchtigkeitsfehler ausmerzen.

"Tom versucht ihren Blick zu fangen, folgt ihm, doch sie hat ihn geheftet, auf die Wand hinter ihm"

Hier wĂŒrde ich wie folgt schreiben:
Tom versucht ihren Blick zu fangen, folgt ihm, doch sie hat ihn an(mĂŒsste es doch heißen mit heften oder?) die Wand hinter ihm geheftet.
(der Punkt fehtl in deinem Text.)

"Sie drĂŒckt ihn von sich, erst zaghaft, unsicher, doch dann schieb sie ihn kraftvoll zur Seite, den Blick immer noch in Richtung Wand. "
ZunÀ#chst einmal fehlt dem schiebt das "t"...
Dann wĂŒrde ich den letzten Teil umformulieren:
"..., den Blick immer noch zur Wand gerichtet"


"er weiß was an der Wand hĂ€ngt. Ein Bild seiner Eltern. "
Vor "was" fehlt ein Komma.

"Sie geht zu seinem Vater."
HIer willst du sicherlich ausdrĂŒcken, dass sie auf den Teil mit ihrem Vater einschlĂ€gt. Das kommt nicht ganz rĂŒber. Entweder trennst du die Bilder und auf einem ist der Vater, auf dem anderen die Mutter oder du sagst einfach, dass sie das Glas zerschlĂ€gt, zu ihrem Vater geht sie ja nicht.

"SchlÀgt und schlÀgt."

So ganz alleine ohne Subjekt lÀsst mich das hier stolpern...

" Sie schlÀgt und schlÀgt, bis sie irgendwann erschöpft zusammenbricht, in seine Arme fÀllt und nur noch weint."

Das "schlÀgt und schlÀgt" hatten wir leider schon...

Hoffe, du kannst was mit meinen Gedanken anfangen...

Liebe GrĂŒĂŸe,
Haki










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Franka
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Hallo Haki,

danke fĂŒr das aufmerksame Lesen, die Fehler dĂŒrften nun verschwunden sein. Die Doppelung bei "schlĂ€gt" habe ich ersetzt. Bei "geheftet" habe ich tatsĂ€chlich an geheftet (Seiten) gedacht, miteinander verbunden also, daher möchte ich es so belassen. Ansonsten soll der Text schon ein wenig "hölzern" klingen, scheint mir bei dem Thema auch passender.
Danke dir fĂŒr deine Hilfe, freut mich immer.

Lieben Gruß
Franka

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Haki
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Franka,

immer gerne, ein paar kleine Anmerkung hab ich noch.

-"den Blick immer noch in Richtung Wand. "
Hier fehlt mir persönlich noch ein "der" vor "Wand", oder ist das gewollt?

-direkt danach schreibst du "er weiß, was an der Wand hĂ€ngt. "
Wieder das Wort "Wand" auf engstem Raum. Vielleicht einfach: "was dort hÀngt"?

"Er versucht ihre HÀnde zu greifen, aber sie hört ihn nicht, hÀmmert und hÀmmert."

Er veruscht ihre Hand zu greifen, doch sie kann dieses nach der Hand greifen nicht hören? Hier stimmt der bezug, der durch das "aber" hergestellt wurde nicht ganz, wenn ich es richtig sehe.

Dann gefÀllt mir auch das hÀmmern nicht recht.
Vielleicht ganz weglassen and er Stelle?

Das war es dann aber auch.

Danke fĂŒr den Dialog.

Liebe GrĂŒĂŸe,
Haki







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jon
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"Dem Blick folgen" heißt, dorthin sehen, wo der andere hinsieht – in diesem Fall sieht Tom also zur Wand bzw. zum Bild.

Er braucht sich nicht umzudrehen.

Er will fragen “ Was ist mit dir?“ – Wieso? Ich meine, du schreibst in Folgenden, dass er weiß, dass sein Vater auch der ihre ist. Du schreibst es nicht explizit so hin, aber alles (außer diesem Satz) lĂ€uft darauf hinaus.

Den Schwenk mit dem "aber nur einmal war Liebe bei der Zeugung im Spiel" nicht. Welches Mal und was spielt das fĂŒr eine Rolle fĂŒr diese Situation?

Ich versteh die Situation auch nicht ganz. Seit wann weiß er es? Ist er nicht wĂŒtend/traurig/
 ? Ist das am Morgen nach der ersten Nacht oder spĂ€ter? Oder meinst du, die „erste Nacht“ ist zugleich auch die „letzte Nacht" – das wĂ€r reichlich umstĂ€ndlich verschlĂŒsselt. Wie lange nach der Beerdigung (hat die Mutter „es" mitgekriegt)? Viel wichtiger: Lebt der Vater noch, hat er "es" mitgekriegt? Ist Maria deshalb so wĂŒtend? Oder ist sie das "Pflichtkind" und hat es eben (neben der andern Hiobsbotschaft) erst erfahren?

Es geht mir nicht um eine komplette Biografie, aber ich kann die Situation nicht "fĂŒhlen", wenn ich nicht weiß, worin sie besteht.
__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalÀsst (Klaus Klages)

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Franka
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Hallo jon,

so geht es mir oft, ich schreibe und denke, da ist alles Wichtige gesagt und dann ....
Ich habe den Text noch einmal ĂŒberarbeitet. Ist die Geschichte jetzt klarer?

Fragende GrĂŒĂŸe
Franka

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