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Leselupe.de > Humor und Satire
Das Blumenparadies
Eingestellt am 10. 05. 2007 23:40


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anbas
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Das Blumenparadies
(├ťberarbeitete Fassung)

Fassungslos starrte Schrader immer wieder durch die zugezogenen Stores nach drau├čen. Seine Mundwinkel und die Finger seiner rechten Hand zuckten fast pausenlos mit seinen leicht flimmernden Augenlidern um die Wette. Wie ein gefangener Panther durchkreiste er dann sein Wohnzimmer, blieb wieder am Fenster stehen, blickte nach drau├čen, verharrte einen Moment lang regungslos, bevor sich seine Gesichts- und Handmuskeln wieder verselbst├Ąndigten.

Er hatte verloren. Schon wieder hatte er verloren. Die ganzen M├╝hen des letzten Jahres waren umsonst gewesen. Was hatte er nicht alles in Bewegung gesetzt, um es diesem widerlichen Kramer endlich einmal zu zeigen. Doch wie schon in den Jahren zuvor war es ihm auch dieses Mal nicht gelungen, ihm die Niederlage beizuf├╝gen, die er aus seiner Sicht schon lange verdient hatte.

- - - - -

Breit l├Ąchelnd sa├č Kramer in seinem Garten. Er wusste, dass Schrader ihn beobachtete. Er wusste, dass sein Nachbar kurz vor einem Schlaganfall stand. Er wusste, dass er es auch in diesem Jahr wieder geschafft hatte, Schrader zu schlagen. - Sein Garten w├╝rde, wie auch in all den Jahren zuvor, unangefochten das Blumenparadies der gesamten Siedlung sein.

Er r├╝ckte seinen Gartenstuhl zurecht. Schrader sollte auf jeden Fall sein zufriedenes L├Ącheln sehen. Er sollte sehen, wie ein wahrer Sieger aussah. Genussvoll reckte er sich, g├Ąhnte ausgiebig und zog dann aus der K├╝hltasche, die neben seinem Stuhl stand, eine Flasche Sekt hervor. In aller Ruhe ├Âffnete er sie, goss sich ein Glas ein und prostete dann in Richtung Schraders Wohnzimmerfenster, bevor er mit spitzen Lippen und ausgestrecktem kleinen Finger einen Schluck zu sich nahm.

- - - - -

Schrader ging es schlecht. Seit Wochen hatte er kaum gegessen oder geschlafen. Es war ihm ein R├Ątsel, wie es dieser Kramer jedes Jahr erneut schaffte, seinen Garten in ein solch unnachahmliches Blumenparadies zu verwandeln. Jede Blume, jeder Busch, den Kramer pflanzte, gedieh wesentlich besser als in allen anderen umliegenden G├Ąrten - und, was am Schlimmsten war, auch deutlich besser als in seinem eigenen Garten.

Seit acht Jahren ging das nun schon so. Damals war er gerade neu in das Haus gezogen. Dort wollte er nach der bevorstehenden Pensionierung in aller Gem├╝tlichkeit seinen Lebensabend verbringen. Nachdem sein neues Heim weitgehend eingerichtet gewesen war, hatte er damit begonnen, sich um den Garten zu k├╝mmern. Er hatte wochenlang neue Blumenbeete angelegt, zugewucherte Beete von Unkraut befreit, die Rasenkanten begradigt und einen Apfelbaum gepflanzt - der erste eigenh├Ąndig gepflanzte Baum seines Lebens. Voller Stolz hatte er dann an einem sch├Ânen Sp├Ątsommerabend seinen Garten betrachtet. Ein Lebenstraum war f├╝r ihn in Erf├╝llung gegangen.

Und genau an diesem Abend hatte er Kramer kennengelernt. Schrader war gerade dabei gewesen sich zu ├╝berlegen, wie er seinen Garten noch weiter ausgestalten k├Ânne und hatte dabei auch zu Kramers Garten hin├╝ber geschaut. Diesem waren seine Blicke nicht entgangen und er hatte sogleich mit ihm ein angeregtes Gespr├Ąch ├╝ber die Siedlung, die anderen Nachbarn und die G├Ąrten der Umgebung begonnen. Immer wieder war Kramer dabei auf den Garten von Schrader zu sprechen gekommen und hatte mehrfach betont, wie viel man doch noch daraus noch machen k├Ânne, wenn man sich wirklich bem├╝hen w├╝rde. Irgendwann waren Schrader diese Andeutungen zu viel geworden und er hatte Kramer sehr klar und deutlich gesagt, dass er mit seinem Garten insgesamt sehr zufrieden w├Ąre. Daraufhin hatte Kramer ihn nur kurz angeschaut und mit leicht ironischem Unterton gefragt, warum er sich denn dann ├╝berhaupt ein Haus mit Garten gekauft h├Ątte. So, wie es f├╝r ihn auss├Ąhe, h├Ątte er n├Ąmlich im Grunde gar keine Ahnung von Gartenarbeit. Es w├Ąre f├╝r Schrader wahrscheinlich besser gewesen, wenn er in eine Eigentumswohnung mit Balkon gezogen w├Ąre. Doch h├Ątten seine F├Ąhigkeiten wahrscheinlich noch nicht einmal dazu ausgereicht, einen Blumenkasten wirklich ansehnlich zu bepflanzen.

Eigentlich war Schrader immer ein Gem├╝tsmensch gewesen. Doch das hatte sich in jenem Moment von einer Sekunde zur anderen ge├Ąndert, und das Gespr├Ąch hatte einen deutlich anderen Verlauf genommen. Damals war Schrader zum ersten Mal dieses leichte Zucken seiner Mundwinkel aufgefallen. Kramer dagegen hatte sich zun├Ąchst gem├Ąchlich zur├╝ckgelehnt und Schrader geraten, sich jetzt blo├č nicht k├╝nstlich aufzuregen. Au├čerdem w├╝rde er ihm ja gerne die Chance geben, noch etwas dazuzulernen. Er k├Ânne ihm in Zukunft selbstverst├Ąndlich ab und zu mal bei der Gartenarbeit zur Hand gehen.

Das war der Moment gewesen, in dem Schrader wirklich laut geworden war. Und er war es auch noch eine ganze zeitlang geblieben, w├Ąhrend Kramer ihn sp├Âttisch beobachtet hatte. Als er dann aber irgendwann au├čer sich vor Zorn gebr├╝llt hatte, Kramer w├╝rde sich auff├╝hren, als w├Ąre er der K├Ânig seiner eigenen Gartenzwerge, was von der Gr├Â├če ja wohl auch hink├Ąme, war Kramer der Kragen geplatzt. Kurz darauf war es dann zum ersten und bei weitem nicht letzten Besuch der zun├Ąchst noch freundlichen Beamten der nahegelegenen Revierwache gekommen ...

- - - - -

Kramer war inzwischen aufgestanden und hatte sich aus seinem Haus einen Fotoapparat geholt. Die sp├Ąte Nachmittagssonne lie├č die Farben seiner Blumen noch kr├Ąftiger leuchten als sie es ohnehin schon taten. Es w├╝rden wunderbare Bilder werden, die der Pracht seines Gartens auch angemessen waren. An seinem Gartenzaun - nahe der Grundst├╝cksgrenze zu Schraders Garten - hatte er einen Schaukasten angebracht. Dort dokumentierte er anhand der Fotos die Entstehung und stetige Weiterentwicklung seines Gartens. Das Ausstellen von Vergleichsbildern aus Schraders Garten war ihm gerichtlich verboten worden.

- - - - -

Schrader bekam zunehmend Kopfschmerzen. Das Zucken seiner Gesichtsmuskeln und der Finger seiner rechten Hand h├Ârten ├╝berhaupt nicht mehr auf. Selbst nach acht Jahren ├Ąrgerte er sich immer noch ├╝ber diese ├ťberheblichkeit, mit der ihm Kramer damals vorgeworfen hatte, dass er keine Ahnung von Gartenarbeit h├Ątte. Am meisten aber ├Ąrgerte es ihn, dass Kramer mit dieser Bemerkung auch noch Recht gehabt hatte. Um das zu ├Ąndern, hatte er bald nach dem Streit damit begonnen, sich immer mehr Wissen und F├Ąhigkeiten anzueignen. Er hatte sich von Experten beraten lassen, war in unz├Ąhligen Kursen der Volkshochschule gewesen, hatte ein kleines Verm├Âgen f├╝r Fachliteratur und besonders kostbare Pflanzen ausgegeben und besch├Ąftigte seit ├╝ber zwei Jahren sogar einen eigenen G├Ąrtner.

In den folgenden Jahren war sein Garten auch von Jahr zu Jahr sch├Âner und pr├Ąchtiger geworden. Doch das reichte ihm schon lange nicht mehr. Er wollte Kramer schlagen und den sch├Ânsten Garten der gesamten Siedlung erschaffen. Dieses Ziel verfehlte er jedoch jedes Jahr erneut. Kramers Garten blieb mit gro├čem Abstand der sch├Ânste Garten der weiteren Umgebung.

Vor einem Jahr war Schrader dann zu einer anderen Taktik ├╝bergegangen. Ihm war bewusst geworden, dass Kramer ein geheimes Wissen haben musste. Anders war es nicht zu erkl├Ąren gewesen, was da in dessen Garten vor sich ging. Also hatte er seine Bem├╝hungen dahin gelenkt, hinter Kramers Geheimnis zu kommen. Der Versuch, sich heimlich aus seinem Garten ein paar Bodenproben zu besorgen, hatte mit dem erneuten Besuch der inzwischen nicht mehr so freundlichen Beamten der nahegelegenen Revierwache geendet. Das Engagement eines Privatdetektivs war nach kurzer Zeit an den zu hohen Kosten gescheitert. Und der Einsatz von Kameras, mit denen er Kramers Garten ├╝berwacht hatte, war ihm vom Gericht verboten worden. Also hatte er sich wochenlang selber an Kramers Fersen geheftet. In den unterschiedlichsten Verkleidungen war er ihm durch Baum├Ąrkte, Garten-Center, auf Messebesuchen und zu den verschiedensten Fachvortr├Ągen gefolgt.

Er hatte in den folgenden Monaten tats├Ąchlich vieles erfahren k├Ânnen. So hatte er unter anderem auch beobachtet, dass Kramer immer mal wieder Leute einstellte, die ihm den Haushalt f├╝hrten und einfache Gartenarbeiten f├╝r ihn ├╝bernahmen. Aber diese schienen es nie lange bei ihm auszuhalten, so dass er sich immer wieder nach neuem Personal umschauen musste. F├╝r einen Augenblick lang hatte Schrader ├╝berlegt, sich in Verkleidung selber bei Kramer um eine Stelle zu bewerben. Das kam ihm dann aber doch zu gewagt vor. Dank eines extra getarnten Beobachtungspostens in seinem Gartenschuppen war es ihm dennoch m├Âglich gewesen, den einen oder anderen Trick von Kramer abzugucken. Doch nun, ein Jahr sp├Ąter, musste er erkennen, dass er trotz all seiner Bem├╝hungen erneut gescheitert war. Schrader wusste nicht mehr weiter. Er war nervlich und k├Ârperlich am Ende.

- - - - -

Kramer hatte in der Zwischenzweit einen Karton aus dem Haus geholt, den er nun auspackte. Dabei achtete er sehr darauf, dass Schrader zun├Ąchst nicht sehen konnte, worum es sich bei dem Inhalt dieses Kartons handelte. Er wusste, dass er so am besten die Aufmerksamkeit seines Nachbarn gewinnen konnte. Nachdem er alles ausgepackt hatte stellte er den Inhalt in eines der Beete, ging zu seinem Stuhl zur├╝ck, setzte sich gen├╝sslich grinsend hin und prostete Schrader noch einmal zu.

- - - - -

Schrader hatte alles genau beobachtet. Da er nicht genau erkenne konnte, was Kramer in seinem Garten trieb, war er ein Stockwerk h├Âher ins Schlafzimmer gegangen und hatte sich von dort aus die Sache mit einem Fernglas genauer angesehen. Was er erblickte raubte ihm den Atem. Zwischen den Blumen stand ein neuer Gartenzwerg. Genauer gesagt waren es zwei. Der eine von beiden, der eine gewisse ├ähnlichkeit mir Kramer hatte, stand in Siegerpose mit dem linken Fu├č auf einem anderen vor ihm liegenden Gartenzwerg, der wiederum Schrader sehr ├Ąhnlich sah.

Schrader musste sich setzen. Das war zu viel. Fast regungslos sa├č er auf seinem Bett und starrte vor sich hin. Sein Herz pochte so, dass es in seinen Ohren dr├Âhnte. Jetzt hatte es Kramer eindeutig ├╝bertrieben. Das war endg├╝ltig eine Kriegserkl├Ąrung. Von nun an ging es nicht mehr um den sch├Âneren Garten. Ab sofort ging es f├╝r ihn nur noch um eines: um Rache!

Bis zu der Auseinandersetzung mit Kramer war er stets der freundliche und zuvorkommende Herr Schrader gewesen. Doch die letzten Jahre hatten ihn ver├Ąndert. Er war ein m├╝rrischer und verh├Ąrteter Mensch geworden, sehr reizbar und j├Ąhzornig. Immer h├Ąufiger verlor er die Beherrschung und tat Dinge, die er fr├╝her nie getan h├Ątte. So, wie diese Sache mit dem G├Ąrtner am heutigen Vormittag, die er jetzt noch bereinigen musste, bevor er sich an die Planung seines Rachefeldzuges machen konnte:

Eigentlich hatte er ihn ja nur zur Rede stellen wollen, warum es Kramer auch in diesem Jahr wieder gelungen war, ihn so deutlich zu schlagen. Diese Aussprache war ihm dann aber etwas au├čer Kontrolle geraten und nun lag der Mann im Keller neben der Treppe und musste irgendwie beseitigt werden. Schrader war sich nicht sicher, ob es der Schlag mit der kleinen Gartenhacke oder der anschlie├čende Treppensturz in den Keller gewesen war, der ihn umgebracht hatte. Im Grunde war es ihm auch egal - die Leiche konnte da nicht liegen bleiben.

In der folgenden Nacht legte Schrader ein neues Beet an. W├Ąhrend des Grabens ├╝berlegte er, wie er in Zukunft Kramer das Leben zur H├Âlle machen konnte. Vielleicht w├╝rde dieser ihm ja sein Geheimnis doch noch preisgeben, wenn der Leidensdruck nur hoch genug war. Eines wusste er aber jetzt schon genau: Es w├╝rde f├╝r Kramer ein sehr langes und hartes Jahr werden.


Epilog:

Im folgenden Jahr entwickelte sich das neu angelegte Beet zum absoluten Blickfang in Schraders Garten. Die Blumen bl├╝hten in einer noch nie zuvor da gewesenen Farbenpracht und lie├čen das Herz eines jeden Betrachters h├Âher schlagen. Von da an wurde sein Garten von Jahr zu Jahr immer pr├Ąchtiger bis es irgendwann zwei Blumenparadiese in dem Viertel gab. Die ├╝brigen Nachbarn stellten mit gro├čem Erstaunen fest, wie sich Schrader und Kramer nach und nach ann├Ąherten und immer h├Ąufiger fachsimpelnd durch ihre G├Ąrten gingen. Mit der Zeit wurde Schrader auch immer ruhiger und gelassener, seine Mundwinkel und die Finger seiner rechten Hand zuckten nicht mehr, und nur noch ein leichtes Flackern seiner Augenlider erinnerte manchmal an die schweren Jahre, die er hinter sich hatte. Genauso wie Kramer stellte er nun auch hin und wieder Leute ein, die sich um seinen Haushalt k├╝mmerten und einfache Gartenarbeiten ├╝bernahmen. Allerdings schien er sehr anspruchsvoll zu sein, denn sein Personal hielt es nie sehr lange bei ihm aus, so dass er immer wieder dazu gezwungen war, sich nach neuen Leuten umzuschauen.

__________________
Wenn der Weg das Ziel ist, kann man nicht falsch abbiegen. (anbas)

Version vom 10. 05. 2007 23:40

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Pete
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Anbas,

m├Âchte mich nicht mit Dir anlegen, vor allem, weil ich so eine ganz andere Meinung von Deinem Werk vertreten muss. Ist also nicht pers├Ânlich, sondern sachbezogen.

Du verdienst meinen Feedback, weil Du sonst nur eine einseitige Sicht kennenlernen w├╝rdest. Bei all den Begeisterten kannst Du sicher mal einen vertragen, der das nicht ist.

Au├čerdem schwimme ich gerne gegen den Strom.

Prek├Ąr k├Ânnte es sein, weil das hier ein Wettbewerb ist. Sollte man aber nicht tierisch ernst nehmen, wir sind doch in der Textwerkstatt!

Mir ist Dein Text zu lange, f├╝r den Inhalt. Ich mag es gerne etwas pr├Ągnanter, auch wenn Dein Stil - an sich - sehr mitrei├čend ist.
Beispielsweise die Passage:

quote:
Er wusste ... Er wusste ... Er wusste
Ist stilistisch sicher eine sch├Âne Alliteration. Im Kontext wirkt das wie eingepeitscht. Diesen drastischen Effekt solltest Du Dir aufheben f├╝r eine Stelle, welche das auch dramaturgisch tr├Ągt. Ansonsten wirkt es, wie mit dem Holzhammer eingeh├Ąmmert und verpufft ins ├ärgerliche.

Du beschreibst sehr viel, ohne dass viel passiert (Infodump). Kann man machen, treibt mich aber nicht zur Euphorie. Besonders auff├Ąllig war es an der Passage:
quote:
Seit ... . Damals ... . Nachdem ... . Er hatte ... . Es war ... . Voller Stolz ...

Ich habe nur die Anf├Ąnge aufeinanderfolgender S├Ątze stehen gelassen, um das Problem deutlich zu machen. Erst bei "Voller Stolz" wird es stilistisch wieder interessant.

Im darauffolgenden Abschnitt verwendest Du - unn├Âtig, wie ich meine - penetrant die Vorvergangenheit, erkennbar durch die vielen "hatte". Das st├Ârt den Lesefluss immens. Du kannst das bestimmt auch anders l├Âsen.

Der Abschnitt
quote:
Schrader bekam zunehmend Kopfschmerzen. (...) seit ├╝ber zwei Jahren sogar einen eigenen G├Ąrtner.

erscheint mir, gelinde gesagt, als sehr gespr├Ąchig. Welche Information m├Âchtest Du transportieren? F├╝r eine Infodump-Charakterisierung des Protagonisten (geschw├Ątzige Figur) stimmt die Perspektive nicht.

Auch mit den folgenden Abs├Ątzen textest Du mich f├Ârmlich zu, ohne dass etwas passiert. Ich sehe keinen Film, nur eine Art Bericht f├╝r die Akten, der sehr interpretativ und erl├Ąuternd ist. Lasse doch noch ein paar R├Ątsel offen, so wie es Stoffel in seiner Lavendelgeschichte tut!

Dein Werk verf├╝gt ├╝ber eine Pointe, die Du aber zu fr├╝h verr├Ątst. Der letzte Satz
quote:
Allerdings schien er sehr anspruchsvoll zu sein, denn sein Personal hielt es nie lange bei ihm aus, so dass er immer wieder dazu gezwungen war, sich nach neuen Leuten umzuschauen.
wird so zu einer Pointe, h├Ątte aber die ├ťberh├Âhung sein k├Ânnen.

Dein Text ben├Âtigt aber eine auf den Punkt gebrachte Pointe. Selbst Burana, deren Pointe ausdr├╝cklich eine schwache Pointe ist (Methode!), bringt diese genau auf den Punkt. Du kannst das doch sonst auch!

Vollends ├╝berrascht war ich vom Urteil Marius Speermanns, einem, auch von mir, anerkannten Kenner des Humors. Wenn er Dein Werk so gut findet, stimmt vielleicht etwas nicht mit meiner Wahrnehmung.

Konnte bitte mal jemand auf die Stelle zeigen, die er als lustig empfindet? K├Ânnt ihr mir ruhig einbl├Ąuen!

Daher erhoffe ich mir einen ernsthaften und sachlichen Dialog an dieser Stelle.

Mit hoffnungsvollen Gr├╝├čen

Pete



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anbas
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Hallo Pete,

ich danke Dir f├╝r Deine R├╝ckmeldung und vor allem f├╝r die M├╝he, die Du Dir mit meinem Text gemacht hast.

Deine kritischen Anmerkungen enthalten mehrere Punkte, ├╝ber die ich mir schon vor der Ver├Âffentlichung Gedankem gemacht habe:

Die L├Ąnge: Ich habe schon gek├╝rzt - mehr habe ich nicht ├╝ber's Herz gebracht .

Die 'Vorvergangenheit': Ist nicht leicht gewesen, den Text so zu gestalten, dass dort nicht st├Ąndig nur 'hatte' stand. Ich empfand es mehr als Herausforderung, in dieser Zeit zu schreiben, sehe es aber auch so, dass noch mehr davon zu viel w├Ąre. So, wie es jetzt ist, halte ich es aber noch f├╝r tragbar.

Infodump: Ist, zumindest zum Teil, mein Erz├Ąhlstil. Hier sehe ich allerdings auch noch deutliche Entwicklungsm├Âglichkeiten bei mir. H├Ąufig sehe ich das, was geschieht, vor meinem inneren Auge. Bei der Wiedergabe vernachl├Ąssige ich dann manchmal Ger├Ąusche, Ger├╝che oder Gef├╝hle.

Insgesamt war ich selber sehr unsicher, wie diese Geschichte ankommen wird. Daher freue ich mich nat├╝rlich ├╝ber diese ├╝berwiegend postiven R├╝ckmeldungen. Hinsichtlich Stil und Humor gibt es nun mal unterschiedliche Geschm├Ącker. Damit kann ich leben und Du ja wohl auch .

Liebe Gr├╝├če

Andreas
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Wenn der Weg das Ziel ist, kann man nicht falsch abbiegen. (anbas)

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Burana
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Hallo anbas!
Wenn ich richtig sehe, hast Du die meisten Punkte, und damit gewonnen. Yipeeeeee!
Ich freue mich sehr f├╝r Dich, und schicke Dir au├čer meinen lieben Gr├╝├čen noch meinen herzlichsten Gl├╝ckwunsch. Burana

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Estrella fugaz
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Hallo Andreas,

immer habe ich mich vor diesem sehr langen Text gedr├╝ckt. Aber nun klickte ich doch.

quote:
Der Versuch, sich heimlich aus seinem Garten ein paar Bodenproben zu besorgen, hatte mit dem erneuten Besuch der inzwischen nicht mehr so freundlichen Beamten der nahegelegenen Revierwache geendet.

Nur ein winziger Ausschnitt, der mich laut lachen lie├č. Dann der Gartenzwerg - und ├╝berhaupt. Was f├╝r eine humorige Geschichte. Dieser Gartenkrieg, immer besser sein wollen, als der andere es ist. Ich liebe auch das Makabre, wenn es im Rahmen bleibt. Ich kann dich nur begl├╝ckw├╝nschen zu diesem Werk.

Lieben Gru├č,
Estrella
__________________
Ich schlie├če meine Augen, um zu sehen. (Paul Gauguin)

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Estrella fugaz
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Lieber Andreas,

herzlichen Gl├╝ckwunsch zum "Werk des Monats" f├╝r dein Blumenparadies.

Liebe Gr├╝├če,
Karin
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Ich schlie├če meine Augen, um zu sehen. (Paul Gauguin)

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anbas
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Wie denn? Wo denn? Was denn? ... Bin irritiert! Wo soll es das geworden sein???? Eigentlich kann das nur eine alte Nennung sein, da das Werk ja nun schon seit gut zwei Jahren in der LL steht. Trotzdem: Danke!
Verwirrter Gru├č
von
Andreas
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Wenn der Weg das Ziel ist, kann man nicht falsch abbiegen. (anbas)

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