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Leselupe.de > Gereimtes
Das Buch (aus dem Buch Ferdinand)
Eingestellt am 24. 09. 2002 13:14


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Bernd
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Das Buch (aus dem Buch Ferdinand)

1
Ferdinand besorgt sich Adenin,
Guanin, Thymin und Zytosin,

und er knetet st├╝ckchenweise Worte,
und erw├Ąrmt sie sacht in der Retorte.

W├Ąhrend es in der Retorte brodelt,
sieht man, wie er weitre Worte modelt,

sie zu S├Ątzen koppelt in Gestalt
einer langen Doppelhelix bald,

sie mit Gelatine ├╝bergie├čt
und den Anblick sichtlich auch genie├čt.

2
Bald beginnt die Helix, sich zu teilen,
Ferdinand muss sich etwas beeilen.

Und er r├╝hrt mit einem Quirl das Bad,
und erzeugt erzeugt vom Text ein Duplikat.

Doch der Stoff beginnt sich einzutr├╝ben,
Ferdinand gibt Schnitzel zu von R├╝ben.

Im Reaktor bilden sich Peptide,
ganz exakt entsprechend jedem Gliede

jeden Satzes, und er spricht entz├╝ckt:
hier ist die Vermehrung mir gegl├╝ckt.

3
Es gab leider eine Mutation,
und - verdammt - das Zeug entweicht ja schon.

Doch da naht aus irgendeinem Grund
ziemlich rasch dem Ferdinand sein Hund.

Und er st├╝rzt sich auf die W├Ârterbr├╝he,
und er schl├╝rft sie ohne gro├če M├╝he.

So missgl├╝ckt am Ende der Versuch
zu vererben der Natur ein Buch.

Ferdinand erkennt: In der Natur
ist das oberste Prinzip: Zensur.
__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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Ferdinand ging fr├╝h durch die Natur

Ferdinand ging fr├╝h durch die Natur,
das sei gut f├╝r Muskeln und Verstand
und verbessere auch die Figur.

Ferdinand durchschritt das halbe Land
und erblickte eine Bahnhofsuhr,
und er sah verwirrt die Uhr, sie stand.

Und er fragte sich: Steht wohl die Zeit?
Rinnen die Sekunden gar nicht mehr?
Ob ich weiterkomme und wie weit?

Und er trat erst hin, dann wieder her,
und so rief er laut: Vermaledeit!
und er fragte sich, was wohl jetzt w├Ąr.

Ferdinand trieb "├ťben in Geduld",
stand auf beiden F├╝├čen fest im Raum,
und er fragte sich, was sei hier schuld,

und Bewegung g├Ąbe es wohl kaum -
sei es Religion? Vielleicht ein Kult?
Moos wuchs sacht auf seinem Mantelsaum.

__________________
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Ferdinand trinkt k├╝hle Limonade

Ferdinand trinkt k├╝hle Limonade
und begibt sich gleich zu seinem Bade.

Ferdinand erscheint's, als sei das Wasser
in der Wanne im Vergleiche nasser.

Als er endlich aus der Wanne steigt,
zeigt es sich, dass sich da gar nichts zeigt.

Es ist dunkel, wie in finstrer Nacht;
Ferdinand geht durch die Wohnung sacht,

hin zum Schalter, knipst, jedoch das Licht
dass jetzt angehn soll, tut dieses nicht.

Nur die Umwelt scheint das nicht zu st├Âren,
Ferdinand kann alles ringsum h├Âren.

Ferdinand denkt nach, und ihm wird klar:
er ist jetzt vollkommen unsichtbar.
__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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