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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Das Charley-Sheen-Syndrom
Eingestellt am 09. 10. 2011 14:59


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Miro
Festzeitungsschreiber
Registriert: Sep 2010

Werke: 34
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Das Charlie-Sheen-Syndrom

„Oh – Hallo!“ die große, schlanke, dunkelhaarige Frau mit dem Tablett in der Hand ist stehen geblieben, scheint den Atem anzuhalten und strahlt Dich an, als habe sie in diesem Moment eine unvergessene Liebe nach langer Zeit wieder getroffen.
Du hast das Lokal gerade erst betreten, Deine Augen mĂŒssen sich an das gedĂ€mpfte Licht gewöhnen und Deine Ohren an die GerĂ€uschkulisse anpassen.
Du siehst sie an.
Ja, Du erinnerst Dich: sie war vor so circa zehn Jahren als Praktikantin in Deiner Firma gewesen. Mag sein, das war etwa zu der Zeit, als Bill Clinton die Rolle von Praktikantinnen in ein spezielles Licht gerĂŒckt hatte, oder auch etwas spĂ€ter. Du indes hattest mit der damals vielleicht Anfang bis Mitte ZwanzigjĂ€hrigen kein VerhĂ€ltnis gepflegt wie Bill mit Monica.
Ihre Augen funkeln und strahlen jedoch geradezu herzlich und jagen Dir einen wohligen Schauer ein.
„Hallo!“ erwiderst Du.
Ja, Du weißt noch: vor Jahren schon war sie eine leuchtende, jugendliche Schönheit. Sie hatte einige Wochen in der Firma verbracht, das Praktikum war Teil ihrer Ausbildung, die Einzelheiten sind Dir allerdings lĂ€ngst entfallen.
Schon damals umgab sie eine Aura von zauberhafter Unbedarftheit, beinahe naivem Liebreiz und weckte sie wohl in vielen MĂ€nnern einfach BeschĂŒtzerinstinkte.
Am Ende hatte sie das Praktikum abgebrochen und Du hattest nie wieder von ihr gehört.
Nie wieder, bis gerade eben, bis zu diesem Augenblick, da sie wieder vor Dir steht.
„Sie können sich bestimmt nicht mehr an mich erinnern?“ schmunzelt sie geradezu und reagiert damit entwaffnend auf Deinen fragenden Blick.
„Doch, doch!“ beeilst Du Dich, „nur Ihr Name fĂ€llt mir mommentan nicht ein. Sie waren Praktikantin bei mir, nicht wahr?“
„Ja“, strahlt sie noch genau wie frĂŒher mit diesem Hauch von bezaubernder NaivitĂ€t und erklĂ€rt Dir: „Sie haben mir damals zum ersten Mal einen Sinn zeigen können in all dem Wirrwarr von dem, was ich lernen musste.“

Du wÀrst ihr heimlicher Held gewesen?
So wie sie Dich hier begrĂŒĂŸt, wie sie Dich anlĂ€chelt und angesprochen hat, da fragst Du Dich wohl innerlich und ganz leise, wĂ€rst Du es auch all die Jahre und bis heute geblieben?
Schmeichelt Dir das und nimmt sie Dich damit gefangen?
Betört Dich angesichts dieser Situation, dass sie immer noch eine total attraktive Frau mit einem jugendliche Frische ausstrahlenden Gesicht, mit einem wohlgeformten, dennoch gertenschlanken Körper ist und einziger Makel, den Du daran finden könntest, wĂ€re, dass sie mindestens so groß ist wie Du selbst?




Könntest Du damit leben, merkst Du, wie Du Dich bereit fragst, mit diesem "Makel" umgehen zu können ...

„Ich wĂŒnsche Ihnen einen wunderschönen Abend!“ sagt sie, spannt die Hand um Ihr Tablett und murmelt schon im Wegdrehen, kurz ehe der Augenkontakt abreißt: „Wir sehen uns!“
„Ja!“ denkst Du, murmelst Du, weißt am Ende nicht einmal, ob Du etwas gesagt hast, ob sie etwas ge­hört hat.
Aber Du siehst, wie sie lÀchelt, wÀhrend sie sich wieder ihrem Job als Kellnerin zuwendet.
Viele Male an diesem Abend begegnen sich Eure Blicke, jeden Wunsch liest sie Dir von den Augen ab, bemĂŒhht, als sei sie Deine ganz persönliche Kellnerin in diesem Lokal.
Du ertappst Dich mehrfach dabei, sie geradezu taxierend zu beobachten, eben genau so, wie Frauen denken, dass MÀnner sie ansehen könnten, und wie da wohl auch etwas Wahrheit daran ist.
Nicht nur ihre funkelnden Augen und ihr sinnlicher Mund, nicht nur ihr wirklich hĂŒbsches Gesicht, sondern auch ihre unter der engen Kleidung zu ahnenden weiblichen Reize fesseln Deine Aufmerk­samkeit.
Wie ES wohl wÀre, mit so einer jungen, schlanken, schönen Frau?
Wie Es wohl wĂ€re, da sie ihrerseits Dir ganz offensichtlich Interesse signalisiert? Ist das nicht eine ganz spezielle Situation, sich um eine attraktive Frau zu bemĂŒhen, wenn diese so offenkundig ihrerseits Interesse zeigt?
Wie Es wohl ist, wenn so eine Frau Dich will, scheinbar oder offensichtlich?

Aber was willst Du von ihr?
Soll sie das naive Liebchen an Deiner Seite werden, eine Bettgespielin oder einfach ein Objekt der Biegierde, das Du Dir gönnst, damit in der Firma und bei den GeschÀftspartners man Dich be­neidet?
Meinst Du, nur nach einigen wenige Wochen hĂ€ttet ihr außer Matrazensport noch viel gemeinsam? Wie stellst Du Dir danach weitere Zukunft vor?
Wie wĂ€re das wohl in zehn, fĂŒnfzehn oder zwanzig Jahren?

Ob ihre NaivitĂ€t, ihre UnbekĂŒmmertheit erhalten bleibt, ob sich ihre Bewunderung fĂŒr Dich und Deine Lust an einer jĂŒngeren Frau Grundlage genug sein könnten?

Oder WAS?
Was eigentlich willst Du von dieser Frau?

Schmeichelt es Dir, ist es eine unerwartete Versuchung, eine Verlockung in der Midlife-Crisis, eine erotische VerfĂŒhrung, der Dich zu entziehen Deine Vernunft nicht reicht, Deine Triebe und Dein nie ganz gestillter Hunger nach Sex Dich treiben?

Wieso eigentlich fragst Du Dich gar nicht, was sie wohl will und von Dir?
Nur weil Du in Deiner kleinen Firma ihr einmal einen Praktikumsplatz ĂŒberlassen hast, nur deshalb hĂ€ttest Du sie fĂŒr alle Zeit betört?
Mag sein, sie findet Endvierziger heute interessant. Aber was ist ĂŒbermorgen?
Möchtest Du ihre Eintagsfliege werden: SIE Dich dafĂŒr auswĂ€hlend, und nicht etwa Du sie?
Möchtest Du IHRE TrophĂ€he werden und dafĂŒr auch noch großzĂŒgig bezahlen?
Möchtest Du Praktikant werden bei Ihr, allerdings Du in der Rolle, die Monica ihrerzeit bei Bill hatte?

Mitten in der Nacht nach diesem Abend wirst Du wach. Du liegst im Bett und denkst an diese Frau. Du versuchst Dich zu erinnern, womit Du sie dereinst wohl hÀttest faszinieren können. Das möchtest Du wieder entdecken.
Damit möchtest Du wieder flirten und zaubern.
Es reizt Dich, diese Faszination an Dir selbst wieder zu erwecken.
Du gehst ins Arbeitszimmer und loggst Dich in die Firmensoftware ein. Du bist der Chef.
Du kannst auch die Personalakten einsehen.

Es dauert nicht lange, dann hast Du sie gefunden.
Versonnen betrachtest Du einige Zeit ihr Bild von damals und vergleichst es mit der Erinnerung vom vergangenen Abend.
Ja, sie ist es unzweifelhaft.
Sie, Jeanette.
Reifer geworden, ausgeprĂ€gter ihre GesichtszĂŒge, aber immer noch erfĂŒllt vom Charisma der Jugend.
Sie war nur eine Praktikantin gewesen. Dennoch war, wie auch fĂŒr jeden anderen Mitarbeiter eine Akte fĂŒr sie angelegt worden, Pflicht aus juristischen GrĂŒnden in Deiner Firma.
Sie war vor dem eigentlichen Ende ihres Praktikums aus zunĂ€chst nicht erkennbaren GrĂŒnden ausgeschieden.
Du selbst kannst Dich nicht mehr erinnern.
Beinahe willst Du den Laptop schließen und die automatische Abmeldung ablaufen lassen, da fĂ€llt Dein Blick auf einen letzten, kurzen Eintrag.
Im Feld „Bemerkungen“ hat jemand in dieser Personalakte viele Wochen nach ihrem Ausscheiden ein einziges Wort eingetragen.
Du traust Deinen Augen nicht. Du hast wieder einmal keine Brille bereit liegen?
Du vergrĂ¶ĂŸerst die Schrift und ein Schauer lĂ€uft Dir ĂŒber den RĂŒcken.
Was fĂŒr eine Begegnung, ĂŒberlegst Du.
Was mag seinerzeit zu diesem Eintrag gefĂŒhrt haben?
Wer hat diesen Eintrag in die Personalakte machen können, nur wenige haben da Zugriff?

Was will das Dir sagen?
Eingetragen in diesem Feld ist nur ein einziges Wort:
„Venusfalle“



__________________
Es mag bessere Zeiten geben, aber dies ist die unsere (J.P.S.)

Version vom 09. 10. 2011 14:59

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