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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Das Deutsche Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm auf CD-ROM und im Internet
Eingestellt am 21. 06. 2002 11:13


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Bernd
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Jacob und Wilhelm Grimm begannen ein großes Unternehmen, das erst nach über hundert Jahren zu einem gewissen Abschluss gebracht werden konnte. Sie schufen ein Wörterbuch des Neuhochdeutschen.
Nunmehr steht es (außer in Bibliotheken) auch im Internet und bald auch auf CD-ROM zur Verfügung (Termine siehe angegebener Link).

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Es ist ein faszinierendes Werk.

Interessant mag für einige sein, dass es komplett in einer gemäßigten Kleinschreibung geschrieben wurde, also sich nicht an die Regeln der Rechtschreibung hält.
Dafür enthält es die umfangreichsten Belege zu unserer Sprache und zu unseren Dialekten.

Hier ein Zitat:

quote:

AU, diphthong. da nach dem ältesten lautgesetz unsrer sprache au und ai sich in ganz gleicher lage befinden und au zu u steht wie ai zu i, sollte nhd. eigentlich so wenig von au als von ai die rede sein. mindestens nach der reinen ahd. und mhd. regel gibt es gar kein au mehr, sondern an die stelle des goth. au ist ou oder dessen verdichtung in ô getreten. nhd. aber gilt nun wieder au neben o, nemlich in- und auslautend vor vocalen, vor m, b, f, g und ch: hau, thau, frau, aue, schaue, hauen, verdauen, trauen, schauen, baum, saum, traum, zaum, laub, raub, schaub, staub, taub, glaube, zauber, kauf, raufen, auge, lauge, taugt, auch, gauch, lauch, rauch. o hingegen tritt ein vor n, r, ch, h und sämtlichen lingualen: bohne, hohn, lohn, schon,

Bd. 1, Sp. 598

schone, frohn, fror, verlor, ohr, rohr, hoch, floh pulex, floh fugit, zog = zoh, lohe flamma, hode, tod, bot, brot, loth, noth, roth, blosz, ambosz, verdrosz, flosz, gosz, grosz, losz, genosz, schosz pr. von schieszen, schosz gremium, schlosz, sprosz, sprosse, stosze, stosz, bosheit, kose, los, osten, ostern, kloster, rost, trost. auszerdem auch in den praet. schob, schlof, trof, bog, log, trog, roch, welche mhd. lauteten schoup, slouf, trouf, bouc, louc, trouc, rouch, während die nhd. subst. staub, schaub, traufe, rauch den diphth. festhalten.
Abgesehn aber von diesem au = mhd. ou hat der nhd. diphthong noch eine weit gröszere ausdehnung auf das mhd. û empfangen, ähnlich, nicht gleich dem wandel des mhd. î in nhd. ei, überall, welche consonanten auch nachfolgen mögen: bau, sau, faul, gaul, maul, kaum, raum, schaum, daume, gaume, pflaume, braun, zaun, laune, raunen, staunen, auer, bauer, lauer, mauer, sauer, schauer, trauer, haube, taube, traube, klaube, auf, haufe, saufe, sauge, bauch, brauch, hauch, strauch, schlauch, stauche, tauche, rauh, braut, haut, traut, laut, laute, staude, aus für ausz, strausz, braus, daus, haus, laus, maus, saus, klause. organischerweise hätte statt dieses au = û vielmehr eu, analog dem für î geltenden ei, sollen eintreten, wie auch nnl. ui = eu gilt, vgl. gesch. der deutschen sprache s. 843.
Zwischen beiderlei au macht unsre heutige sprache keinen unterschied mehr, löst man sie aber auf in niederdeutsche laute, so erscheint ihre ursprüngliche verschiedenheit, da für das erste au ein o, für das andere ein u vortritt: baum wird bom, raum wird rum. Dennoch ist einzugestehn, dasz dieser diphthong a u helle zugleich und tiefe in die nhd. sprache gebracht hat und wir seiner auf keine weise verlustig gehn möchten. s. äu.

AU, ein schmerzensruf, dem sich schon mhd. wie heute ein we zugesellt, in welchem eigentlich die vorstellung des leides und wehes liegt. au scheint also aus dem vorangestellten ruf ô diphthongisch entfaltet, mhd. ouwê Wh. 58, 21 für ôwê Parz. 8, 25. 28. 9, 26. 10, 18; ouwê gieng von selbst über in nhd. auweh. wenn schon die casus sangall. bei PERTZ 2, 98 au we mir we haben, so waltete hier wie in andern ahd. denkmälern au für ou. GÖTHE wie er den wehruf ai gebraucht, setzt auch au ohne geleit von weh: au au, ich liege schon unten! 14, 79 und ein heftig ausgestoszner schmerz hätte kaum zeit zum anhang. s. aubeia, aubi, auweh, autsch.

AU, f. abgestumpftes aue, pratum, campus, ganz gleich dem durchgedrungnen frau, schau f. fraue, schaue. auch brauchen wir es stets so in den ortsnamen Grünau, Ilmenau, Lindau, Meinau, Nassau, Rheinau, Schönau, Wetterau (und Glogau, Spandau, wo doch sl. ow unterliegt); schon OTTOCAR hat im reim enou (f. enowe, enouwe) 61a; Nazzou: herschou. 731. darum untadelhaft bei FISCHART: schwäbisch au. Garg. 174a, oder bei GÖTHE:

wie feld und au
so blinkend im thau.
1, 88.

vgl. aub, aue. ^

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...

SAATSPITZE, f. spitze eines getreidehalmes: das bild der sonne .. hing .. in zarten, zitternden tropfen an jedem grashalme, jeder saatspitze und jeglichem blumenblatt. F. JACOBS Allwin u. Theodor (Stuttg. 1820) 151. vgl. saatenspitze.




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Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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