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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Das Dings wo mir der mit dem Kittel
Eingestellt am 05. 06. 2002 09:56


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mischka
Hobbydichter
Registriert: Jun 2002

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DAS DINGS WO MIR DER MIT DEM KITTEL

Ja, worum geht es hier und warum wissen Sie das nicht? Dieser Satz vernichtet so treffsicher wie amerikanische Mittelstreckenraketen jedes Verständnis beim nicht an Umgangssprachrätsel gewohnten Leser.
Und zeigt zum wiederholten Male den Anspruch deutscher Umgangssprache, denn wer hier mithalten will, braucht jahrelanges Training.
Doch das ist gerade heute einfach zu bekommen, denn w√§hrend einst schnarchig-nutzlose Tierreportagen den Fernsehalltag dominierten, stellten die Privatsender unl√§ngst auf ein Trainingskonzept der besonderen Art um: Auf Talkshows. Diesen Sch√∂pfungsstuben mit Talkg√§ste-Ursuppe entstammen Kreationen wie "Dummarsch" oder Umschreibungstechniken mit politischer Relevanz: Denn auch hier macht der Einsparungsrotstift nicht halt vor K√ľrzungen. Wie lie√üe sich letztendlich ohne Training erschlie√üen, dass mit "Dann unterm Kaffetisch!" eine schw√§bische Hausfrau kurz vor der letztj√§hrigen Sonnenfinsternis umschrieb, wie sie ihre Kinder bei eintretender Apokalypse mit Kakao vergiften und mit ihnen unterm Tisch versteckt das Ende abwarten wollte? SAT.1-Verst√§ndigungstrainer J√∂rg Pilawa hatte mit eindeutig mehrdeutigen Fragen dieses hervorragende Ergebnis herbeigef√ľhrt.
Und wir lernen stetig von unseren Vorbildern, wie Beispiele f√ľr aktuelle Errungenschaften zeigen: G√§nsehautkonstrukte wie "Ich t√§te das anders schreiben", buddeln dem eh unbenutzbaren Konjunktiv ein nass-kaltes Grab.
Weiteres Paradebeispiel: "Rummachen". Dieses dem Alltag entsprungene Meisterst√ľck ist auf Text√§nderungen und Autoreparation ebenso anwendbar, wie auf "heavy petting" mit dem Sexualpartner, pr√§zise und dennoch flexibel!
"Multikulti" und Mehrsprachigkeit sind "in", Deutsche können meist "Denglisch", "Beamtisch" und "Normal", und nur verkappte asoziale Langweiler bleiben bei einer eindeutig verständlichen Sprache, mit Tausenden von festgefahrenen Wörtern, und killen (dengl., Anm. d. Red.) den Spass am Rätseln und Deuten, aber die hört man auch nie lange reden, haben sie ihre Formulierungen doch zu schnell und exakt artikuliert.
Und apropos R√§tsel und Artikulation: Bei dem "Dings wo mir der mit dem Kittel" geht es um die Nasen-OP der amtierenden deutschen Artikulationsmeisterin Verona F., die, wie Insiderquellen melden, im Moment zusammen mit Big-Brother-Dumpfbacke Sladdi nach Anwendungsm√∂glichkeiten f√ľr das ganz neue und noch nutzlose Wort "Shakespeare" forscht.
Fazit: Weniger Wörter mit mehr Bedeutungen sind abwechslungsreich und erhöhen den Rätselspass, wobei auch den Neuschöpfungsmöglichkeiten keine Grenzen gesetzt sind. Gott sei Dank kann man Rechtschreibfehler nicht hören.


--
PS: War eine Klausur zum Thema "Umgangssprache"


__________________
mischka@lebenslande.de
http://www.lebensland.de

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Gegge
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Mischka,

Klausur hin - Dings her (mit oder ohne Kittel)

...fand den Text einfach köstlich.

Gruß Gegge

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