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Leselupe.de > Humor und Satire
Das Eichhörnchen, der Hase, das Wiesel und der Kater (Fabel)
Eingestellt am 02. 03. 2004 18:51


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Batuda
Hobbydichter
Registriert: Apr 2003

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Das Eichhörnchen, der Hase, das Wiesel und der Kater




Es war einmal ein Eichhörnchen, das während eines heissen Sommers hundert Nüsse als Vorrat für den bevorstehenden Winter sammelte.

Später, als der Winter einbrach, verbrauchte es fünfzig seiner vorrätigen Nüssen.
Das Eichhörnchen war clever. Es hatte für schlechte Zeiten vorgesorgt.

Zur gleichen Zeit tummelte sich der Hase auf den weiten Feldern, vergnügte sich mit seinen Spielkameraden,
beglückte seine weiblichen Artgenossen, und hatte Spass am Leben.
Nun kam der Winter und der Hase legte sich schlafen.
Bald aber wachte er mit einem knurrenden Magen auf
und machte sich auf die Suche nach etwas Essbarem.
Da er nichts fand, fragte er das Eichhörnchen nach ein paar Nüssen
- er hatte nicht nur sich, sondern auch eine grosse Familie zu versorgen, die er im Vorsommer " gegründet" hatte.

Das Eichhörnchen gewährte dem Hasen zwanzig seiner Nüsse mit der Bedingung,
ihm diese in Raten, zuzüglich zwei frischer " Zinsnüsse" per Anno, zurückzuzahlen.
Der Hase versprach es.
Da er aber nicht sonderlich viel vom Nüssesammeln verstand, brauchte er zwei ganze Jahre,
bis er alle geforderten zwanzig Nüsse und die vier " Zinsnüsse" an das Eichhörnchen auszahlen konnte.

Auch das schlaue Wiesel begab sich zum Ende des Winters, kurz vor Frühlingsausbruch, zum Eichhörnchen.
Das Wiesel hatte zwar vorgesorgt, es hatte aber niemals mit solch einem harten Winter gerechnet.
Seine Vorräte gingen noch im Spätwinter zur Neige.
Da das Wiesel fressen musste um zu überleben,
bettelte es das Eichhörnchen um ein paar Nüsse an.
Das Wiesel ging davon aus, dass dieser Winter -entgegen seiner früheren Erfahrungen-
noch sehr lange andauern würde, schliesslich hatte es solche schlechten Zeiten noch nie erlebt.
Es kaufte dem Eichhörnchen seine restlichen dreissig Nüsse ab, mit dem Versprechen,
diese in Raten zuzüglich sechs frischer Zinsnüsse p.a. zurückzuzahlen.
Dafür brauchte das Wiesel anderthalb Jahre.
Da der Winter sich schneller als erwartet verabschiedete, ass das Wiesel auch nicht alle seine Nüsse auf
- sie schmeckten ihm nicht sonderlich gut.
So verfaulte der Großteil seiner erworbenen Nüsse...

Nun trug es sich zu, dass der hinterlistige Kater im Gebiet der heimliche Herrscher war.
Da der zweite Winter noch härter als der erste wurde, und der Kater natürlich keinen Vorrat angelegt hatte
-weil es einfach nicht in seiner Natur lag- ging auch er zum Eichhörnchen,
um dieses um etwas " Zufressen" zu bitten.
Das Eichhörnchen -dick und fett wie es nun war- traute sich nicht,
dem Wunsch des Katers zu widerstehen, und bot ihm seine Nüsse ohne Aufpreis, also ohne Kreditzins, an.
Da der Winter so fürchterlich hart und bitterkalt war, war nämlich der Preis für Nüsse extrem in die Höhe geschnellt.

Eine Nuss kostete offiziell nun zwei frische Nüsse - zurückzahlbar in Raten, zuzüglich eine viertel Zinsnuss p.a. pro gekaufter Nuss.
Der Kater, hungrig wie er nun schon war, hätte diesen Preis von sich aus so auch noch durchgehen lassen können,
aber dummerweise mochte der Kater keine Nüsse und ihm blieb nichts anderes übrig, als das fette Eichhörnchen zu fressen.
Und da er so hungrig war, frass er auch gleich die ganze Eichhörnchensippe auf.

Wie es nun mal so ist, wurde der dritte Winter noch härter als die beiden vorigen Winter zusammen.
Der Kater überlebte diesen letzten Winter nicht.

Hätte der Kater wenigstens ein bisschen vorsichtiger gehaushaltet, und wäre er vor Hunger
nicht so blind und verstandlos geworden - er würde heuer noch am Leben sein und sich
von den Nachfahren, der Nachfahren des fetten Eichhörnchen ernähren.


Batuda


***********************************************************************************************************************************


...Was lernen und was erkennen wir aus dieser Geschichte ?

(genau so werde ich wahrscheinlich einmal die Zusammenhänge in der Wirtschaft meinen Kindern erzählen)


Meine Interpretation aus dieser Fabellautet nun folgendermassen
...also diese " Fabel" habe ich an Anlehnung an das reale Geschehen fabriziert.
Es soll in meinen Augen, die Markwirtschaft darstellen,
aber bei genauerem Hinsehen kann man daraus vortrefflich
auch viele andere Situationen ableiten.


Ich wollte es kurz machen und sagen, dass:

...das Eichhörnchen der sparsame und brave Bürger ist, der auch gerne Zinsen nimmt, wenn es ihm gelegen kommt.

...der Hase ist der typische lebensbejahende Sonnenschein, der gerne mal über seine finanziellen Stränge schlägt,
einen auf Party macht und Schulden aufhäuft, ohne sich über die Folgen bewusst zu sein oder zu werden
- also ein kurzfristiger Denker.
Zudem versteht er keine finanziellen Zusammenhänge.

...das Wiesel ist da schon ein bisschen schlauer, hat aber nicht weit genug vorausgeschaut bzw. vorgesorgt.
An diesem Wiesel kann man wunderbar sehen, wie die Psychologie das Wesen beherrscht
- wenn man einmal die Börse als Beispiel nimmt, so hat das Wiesel in der dunkelsten Dunkelheit
sein ursprüngliches Versprechen aufgegeben, seine " Aktien" weiterhin zu halten,
auch wenn es noch so schlimm kommen sollte.
Es wollte Langfristanleger sein, konnte aber nicht durchstehen.
Bekanntermassen folgt aber nach der Dunkelheit die Morgendämmerung!

Und wenn man das Ganze umdreht kann man auch erkennen,
dass zu einem sehr ungünstigen Kurs viel " verderbliche Ware" gekauft wurde.
Soviel Ware wäre nicht nötig gewesen, das Verderben der Ware führte zu einem doppelt schmerzlichen Verlust.
Was lernen wir unter anderem daraus?
"Schliesse einen Sparplan ab wenn Du zittriger Natur bist"


Was der Kater ist

...natürlich der Staat!
Er kann nicht haushalten
Er hat keinen Weitblick
Er ist immer nach der Suche nach Geld, welches er dem Bürger aus der Tasche ziehen kann.
Manchmal "gewährt" er ihm auch einen " Schongang" , um nicht den ganzen Groll gegen sich zu hegen und den Mob aufzuwecken.
Schliesslich landet doch alles wieder beim Staat oder was von ihm übrig bleibt...

Wenn es aber knüppeldick kommt wildert "Kater Staat" durch Bürgers Taschen und sägt andauernd an dem Ast auf dem er selber sitzt.
Oder er tötet die milchgebende Kuh aufgrund eingebleuter kurzfristiger Denkweisen.
Er nimmt gleich die ganze Hand, wenn nicht sogar den ganzen Arm, wenn ihm erstmal ein Finger dargeboten wird.

Am Ende versucht Kater Staat die entstandenen Risse zu kitten, was aber nicht gelingen wird.
Er geht zu Grunde weil er sich nicht zurückhalten konnte.
Er reguliert, wo es nichts zu regulieren gibt!


Anmerk.:
(wenn etwas bei mir hakt ist es die Kommasetzung:-( )


MfG
Batuda

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Batuda
Hobbydichter
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*Wer kann den Beitrag verschieben in Prosa?

*was heisst das hier am Beitragsende?:
..Misslungen
..Perfekt

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Klopfstock
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Hallo, Batuda,
frag einen Moderator, ob er es verschieben kann
Übrigens zu Deiner Frage mit dem "Mißlungen-Perfekt"
das ist keine Beurteilung Deines Textes sondern
das ist die Bewertungsskala, darauf findest Du die Zahlen
von 1 bis 10 - die Bewertungshöhe. Auf dieser Skala kann jeder der Mitglieder hier Dein Werk bewerten.

Dir einen schönen Abend
und liebe Grüße
von Klopfstock

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