Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92231
Momentan online:
382 Gäste und 25 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzprosa
Das Elend einer Bratwurst
Eingestellt am 21. 04. 2010 10:44


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Lio
H├Ąufig gelesener Autor
Registriert: Jul 2009

Werke: 35
Kommentare: 128
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Lio eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

ÔÇ×Ach WehÔÇť, seufzte die Bratwurst j├Ąmmerlich, dabei perlte hei├čes Fett aus ihren Poren.
ÔÇ×Ach, was f├╝r ein Ungl├╝ck!ÔÇť, rief sie mit hohler Stimme.
Auch wenn es nun einen solchen Anschein hat, handelte es sich bei dieser Wurst keinesfalls um einen depressiven Charakter. Bis dahin unterschied sie sich in ihrem Verhalten nicht von all den anderen W├╝rsten, die in der W├╝rstchenbude ├╝ber die Theke gingen: Sie ertrug den platzarmen Aufenthalt in der Gro├čpackung, erfreute sich ├╝ber die z├╝ngelnden Fl├Ąmmchen, die sie braun und knusprig werden lie├čen und str├Ąubte sich nicht, als eine Metallzange nach ihr griff und sie auf einen Pappteller legte. Denn auch wenn sie wusste, dass ihre Zeit nun gekommen war, r├╝ckte der alles entscheidende Augenblick immer n├Ąher. Der Moment von dem man sich erz├Ąhlte, wenn man im K├╝hlfach lag oder auf dem Grill schmorte. Der Moment, in dem einem alle Leiden des Lebens klein und nichtig vork├Ąmen, jener Augenblick, in dem man alles erkennen und verzeihen w├╝rde.
ÔÇ×Ach Weh!ÔÇť rief die Bratwurst wieder, als sie einsam und allein auf dem Pappteller davon getragen wurde.
ÔÇ×Senf is┬┤aus!ÔÇť, hatte der W├╝rstchenbudenbesitzer gesagt.


Version vom 21. 04. 2010 10:44
Version vom 21. 04. 2010 12:18

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Ofterdingen
Routinierter Autor
Registriert: Aug 2009

Werke: 24
Kommentare: 382
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Ofterdingen eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Lio,

Dein Text "Flatterhaftigkeit" war so ultrakurz, dass sich der geneigte Leser fast alles dazudenken musste.

Diesmal sind alle m├Âglichen Einzelheiten da, und man braucht nur seinen Senf dazu zu geben. Aber warum ist das so wichtig (und wichtig ist es offenbar, weil dir gerade die Schlussbemerkung eine Text├Ąnderung wert war)?

Etwas ratlos,

Ofterdingen

__________________
Man soll keine Dummheit zweimal begehen, die Auswahl ist schlie├člich gro├č genug. J. P. Sartre

Bearbeiten/Löschen    


Lio
H├Ąufig gelesener Autor
Registriert: Jul 2009

Werke: 35
Kommentare: 128
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Lio eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil



Hallo Ofterdingen,

vielen Dank f├╝r deine Besch├Ąftigung mit dem Text. Vor dem Schreiben dieser Kurzprosa hatte ich gerade eine Wurst ohne Senf essen m├╝ssen und wollte zeigen, wie sehr die Beiden (f├╝r mich) zusammen geh├Âren.
Der letzte Satz bricht den Textfluss, weil die Wurst wieder mit der harten Realit├Ąt konfrontiert wird.

Aber ich glaube, ich habe schon den Fehler in diesem Textauszug erkannt: Ich erkl├Ąre nicht, warum es f├╝r die Wurst solche eine gro├če Entt├Ąuschung ist, dass kein Senf da ist. Deshalb fragt sich der Leser, f├╝r den Senf und Wurst nicht zwangsl├Ąufig zusammengeh├Âren, nach der Lekt├╝re: "WAs soll das ganze?"
Lieg┬┤ ich richtig?

Viele Gr├╝├če von


Lio



Bearbeiten/Löschen    


Michael Schmidt
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2002

Werke: 43
Kommentare: 1978
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Michael Schmidt eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Lio,

ein sch├Âner Text ├╝ber das Innenleben einer Bratwurst. W├╝rde fast besser in Humor&Satire passen.


Zitat:
Denn auch wenn sie wusste, dass ihre Zeit nun gekommen war, r├╝ckte dennoch der alles entscheidende Augenblick n├Ąher, der Moment von dem man sich erz├Ąhlte, wenn man im K├╝hlfach lag oder auf dem Grill schmorte.

Den oben herausgebenen Satz finde ich nicht so ideal.
Denn und dennoch folgen aufeinander. Ich w├╝rde das erste "denn" entfallen lassen.

Dass der Senf der H├Âhepunkt jedes Bratwurstlebens ist, kommt auf jeden Fall raus. Wenn du eine Erkl├Ąrung einf├╝gst, wird der Senf der Geschichte eher fade.
Ich w├╝rde es auch so lassen, wie jon ja schon gesagt hatte.

Bis bald,
Michael
__________________
Der ErnstFall Michael Schmidt

Bearbeiten/Löschen    


6 ausgeblendete Kommentare sind nur f├╝r Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zur├╝ck zu:  Kurzprosa Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!