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Leselupe.de > Ungereimtes
Das Ende
Eingestellt am 20. 09. 2003 15:15


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black sparrow
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Das Ende


Ich lehne aus dem Fenster
und betrachte
die Silhouette der Stadt,
die von Ost nach West
wie ein aufgeklappter Stadtplan
vor mir liegt,
Bahnhof, Puff, Post,
Banken, Shoppingmeile,
das große gelbe U
der Brauereiruine
und die Kneipe,
in der ich,
wenn ich lese,
umsonst trinken kann.
Das alles passt in eine Hand,
schnell erreichbar und praktisch,
aber heute
seh ich nur aus dem Fenster
und fĂŒhl mich alt und leer,
ein Zeichen meines Untergangs.
Fehlt nur eine Zigarre,
Stoppeln und ein HĂ€ngebauch,
oder ein Kissen
unter meinen Armen,
so ein grĂŒnbraunes
mit goldenen Fransen-
das Ende.

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Joneda
Festzeitungsschreiber
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Hallo black sparrow,

oje,oje, voll deppro, regnets bei Euch???
Das beschriebene Kissen gibt einem den Rest.
:-) Lach mal wieder.
Liebe GrĂŒĂŸe
Joneda
__________________
Das Leben ist voller Wunder.

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pipi-barfuss
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Ende

Hi Black,(ohne Sparrow*lach*) :

Wie gut das Dir der HĂ€ngebauch und der Rest fehlt.*smile*
Ansonsten ,gefÀllt mir.Besonders die Stelle "Das alles passt in eine Hand,und aufgeklappter Stadtplan.Schön.
Auch so Tage muss es einfach mal geben.Sonst könnte man ja nicht darĂŒber schreiben.

Liebe GrĂŒĂŸe Pipi. :-)

__________________
Lebe den Augenblick,auch wenn du mit einem Bein schon in der Zukunft stehst und mit dem anderen noch in der Vergangenheit

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Hannah Rieth
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Hallo black sparrow,

abgeklĂ€rt, nachfĂŒhlbar und heimisch, gefĂ€llt mir gut.

Gruß von "um die Ecke",

Hannah



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black sparrow
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Danke fĂŒr eure Anmerkungen!
Mir gehts auch schon wieder besser!
Joneda, es war strahlender Sonnenschein, und der
Gedanke an das Kissen hat mir auch den Rest gegeben! :-)
Und pipi, ich weiß nicht, ich glaub ich schreib lieber ĂŒber andere Dinge...

Einen schönen Tag wĂŒnsch ich euch!

black sparrow

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Willibald
???
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Fensterblick

GrĂŒĂŸ dich, blacksparrow,

habe grade großes VergnĂŒgen an Deinem schönen Text:

Das Ende

Ich lehne aus dem Fenster
und betrachte
die Silhouette der Stadt,
die von Ost nach West
wie ein aufgeklappter Stadtplan
vor mir liegt,
Bahnhof, Puff, Post,
Banken, Shoppingmeile,
das große gelbe U
der Brauereiruine
und die Kneipe,
in der ich,
wenn ich lese,
umsonst trinken kann.
Das alles passt in eine Hand,
schnell erreichbar und praktisch,
aber heute
seh ich nur aus dem Fenster
und fĂŒhl mich alt und leer,
ein Zeichen meines Untergangs.
Fehlt nur eine Zigarre,
Stoppeln und ein HĂ€ngebauch,
oder ein Kissen
unter meinen Armen,
so ein grĂŒnbraunes
mit goldenen Fransen-
das Ende.

HĂ€tte hier ein paar vorsichtige VorschlĂ€ge in einer Textvariante - zu diskutieren. Hier erst mal die gesamte Variante im Überblick:

Am Ende

Ich lehne aus dem Fenster
und betrachte
die Silhouette der Stadt,
die von Ost nach West
wie ein aufgeklappter Stadtplan
vor mir liegt,
Bahnhof, Puff, Post,
Banken, Shoppingmeile,
das große gelbe U
der Brauereiruine
und die Kneipe,
in der ich,
wenn ich lese,
umsonst trinken kann.

Das alles passt in eine Hand,
schnell erreichbar und praktisch,
aber heute
seh ich nur aus dem Fenster
und fĂŒhl mich schlaff -
ein Zeichen meines Untergangs.

Fehlt nur eine Zigarre,
Stoppeln und ein HĂ€ngebauch,
oder ein Kissen
unter meinen Armen,
so ein grĂŒnbraunes
mit goldenen Fransen -
am Ende.

Dem Eulenschwinger sagt bereits der Einstieg mit dem Fensterausblick sehr zu, da wird eine Observationswarte ohne verkniffene Anstrengung geliefert. Dann stellt das lyrische Ich seine bisherige VitalitĂ€t und die momentane TrĂŒbnis aus, schließlich federt es sich in einer humorig-depressiven Sprunglage hinreichend mit dem Kissen ab. Das ließe sich durch die Strophenbildung graphisch vielleicht stĂŒtzen.

So als Diskussion zur Mikrostruktur ein paar DetailĂŒberlegungen. Das „alt und leer“ ist vielleicht ein bisschen ĂŒbermarkiert, das vorgeschlagene „schlaff“ steht so in Opposition zu „schnell erreichbar und praktisch“, dass der Leser zwischen den Zeilen vergnĂŒgt und mitfĂŒhlend folgern kann, welche Depri den Krallengriff noch nicht lockert.

Das Ende der beiden letzten Strophen mit Gedankenstrich-Passagen bringt eine vielleicht erwĂŒnschte Parallele: da das abstrakt-wertende „Zeichen meines Unterganges“ mit Gedankenstrich gesetzt wird, ist dann eine konkrete Lesart (Kissen mit Fransen am Ende) und eine biographische Lesart gleichzeitig möglich, dann spielt es auch noch mit dem „Textende“ und stellt außerdem den Titel so auf, dass die konkret-abstrakte Fenstersituation und die konkret (Kissen) – abstraktere (Lebensphase) Ende-Imagination ineinanderhaken.

Macht mir im Moment am leicht lektorierten Text ziemlich Spaß, genauer: erhöht im Moment meine Freude an brillanten Original-Text. Vielleicht geht es dem Autor Ă€hnlich?

__________________
aes (auf! eulen schwingen)

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