Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂĽssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92248
Momentan online:
370 Gäste und 11 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Gereimtes
Das Fallbeil-Spiel
Eingestellt am 16. 10. 2003 19:26


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Markus Veith
Routinierter Autor
Registriert: Nov 2000

Werke: 115
Kommentare: 81
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Das Fallbeil-Spiel

Das Hochzeitspaar bläst Kerzen aus. Die Feier schwelgt in Saus und Braus.
Und unterm Schleier kocht famos das Denken: „Wie werd’ den Kerl ich los?“
Freunde, Nachbarn, kommt rasch her.
Reißt Zäune ein, das ist nicht schwer
Die Splitter unterm Nagelfleisch, die eitern wieder raus.

Kindertag im Landschulheim, Britt kneift und kratzt, Tim riecht am Leim.
Klausi rĂĽhrt sich erstmals leer, hoch und runter, hin und her.
Kinder, ist das Leben schön.
Lustig, lustig anzuseh’n.
Wein nicht, Kleine, was macht das schon? Bis zur Heirat ist’s vorbei.

Wir spielen mit Feuern, mit Papierungeheuern.
Und morgen, so frei! Rund um die Welt unterm Kiel!
Wir trauen dem Grauen, bis wir auf Felgen kauen.
Und wir kegeln mit unseren Köpfen.
Wir spielen das Fallbeil-Spiel.

Im kleinen Park, gleich um’s Eck, nimmt ’ne Oma den Vögeln Krumen weg.
Ein Opa schleicht sich durchs Gebüsch, in seinem Arm ein Bär aus Plüsch.
„Kein Respekt vorm Altertum.
Nur Ă„rger mit den Kinderschuhn.
Sie treten einen in hölzne Truhn. Und sowieso und überhaupt.“

Wir spielen mit Feuern, mit Papierungeheuern.
Und morgen, so frei, dement, doch agil!
Lausrennen auf Lebern, Skatzocken an Gräbern.
Nun sagt, wer kommt raus?
Wir spielen das Fallbeil-Spiel.

Auf einer Wolke in Himmel zwo, jenseits der Welt im Irgendwo.
Da prĂĽgelt sich das Engelheer, Federn fliegen rings umher.
Es ging um einen heil’gen Schein.
Des einen sollte heller sein.
Und auf Erden schneit es fein und frommes Lied man hört.

Wir spielen mit Feuern, mit Papierungeheuern.
Und morgen, so frei! Unser Abgang hat Stil!
Der Tanz am Vulkan heizt die Festgäste an.
Und wir kegeln mit unseren Köpfen.
Wir spielen das Fallbeil-Spiel.

__________________
"Ich wollte der Welt nur ein einziges Wort sagen. Da ich es nicht konnte, wurde ich Schriftsteller." - Stanislaw J. Lec

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Udogi-Sela

Häufig gelesener Autor

Registriert: May 2003

Werke: 61
Kommentare: 560
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Udogi-Sela eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Das muĂź man auch mehrfach lesen, bis es sich setzt.
Aber dann!
Uijuijui, ist das schön satirisch böse!

Herzlichst
Udogi

__________________
Dieses ganze Schreiben ist nichts als die Fahne des Robinson auf dem höchsten Punkt der Insel. (Kafka)

Bearbeiten/Löschen    


ZurĂĽck zu:  Gereimtes Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!